Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 13 (1919)
- Issue
- 28 (11.7.1919)
- Date
- 1919-07-11
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 28. JÜDISCHE ZEITUNG ' Seite 7 .können. Der Äerztegruppe-werden auch die Apö theker, Schwestern und sonstiges ärztliche Hilispersonal ungegliedert 'werden.- Das Präsidium besteht aus den Herren Dr. Sofer, Dr. Stein und Dr. Lauterbach. Als mißglückt ist der Versuch zu betrachten, eine Frauenhaushaltungsschule und landwirtschaftliche Schule unter Initiative der Frau .Erna Patak einzurichten. Neuerlich versuchte 'Frau Patak diese Schule mit Hilfe des Opfertages ins Leben zu rufen. Da diese Anstalt einem sicherlich sehr dringenden Erfordernis entspricht, werden wir dabei mit allen uns zur Verfügung stehenden Kräften mithelfen. Ebenso mußte der Versuch, hier, geodätische Fortbildungskurse einzurichten, unterlassen werden, da sich herausstellte, daß einerseits alle Hochbautechniker über eine genügende Vorkenntnis verfügen, zur praktischen Ausübung der Geodäsie anderseits jahrelange praktische Tätigkeit erforderlich ist Das Handelsreferat ist in täglich, steigendem Maße damit beschäftigt, die vielfachen Projekte, die einerseits von Projektanten, anderseits selbst nachhaltig Interessierten sorgfälögst zu prüfen und durchgearbeitet an die Zentralen weiterzugeben. Von Propagandaarbeiten, welche gleichzeitig auch der Beschaffung von Mitteln für das Palästinaamt dienen sollen, wären zu erwähnen: die Chamischa-asar-beschwät-Veranstaltungen, ferner die Pessach-Veranstaltungen und die Herausgabe des bereits erwähnten Berichtes des Palästinaamtes, die alle zusammen die finanzielle. Lage unseres Amtes wesentlich stützten. Derzeit haben wir Gg. Paul Diamant mit den Vorarbeiten für eine jüdische Kunstausstellung betraut. (Schluß folgt) Hapoel Hazair und Zeire Zion Anläßlich der Vorkonferenz des deutschen "Landesverbandes, die vom 23. bis 26. Maii in Berlin tagte, waren eine Anzahl van Zeire-Ztonistischen Delegationen anwesend. Es waren Vertreter der litauischen, polnischen, kurlfndischen und großrussischen Zeiire-Zionistischen \ Organisationen. Die wiederholten Beratungenj hatten vor allem programmatische Fragen und die Schaffung einer Weltorganisation zum Thema. Es wurde beschlossen, zwei gemeinsame Kommissionen zu bilden. Ein „vereinigter Ausschuß Hapoel Hazaiir — Zeire Zion für dffie Palästinaarbeit“ soll sofort alle gemeinsamen Pälästmaäktionen einheitlich zusämmenfa§$en. Es handelt -sich vor allem um eine einheitliche Organisierung der Hechaluzhewegung und Stellungnahme zu den Kolanisationsproblemen. Eine weitere Aufgabe dürfte darin bestehen, die Kräfte emzusetzen, um den Hapoel Hazair und den Zeire Zion in den zionistischen und palästinensischen Exekutivorganen den gebührenden Einfluß zu sichern. Der „vereinigte. Ausschuß Hapoel Hazair — Zeire Zion“ hat beschlossen, eine gemeinsame jüdische Zweiwochenschrift herauszugeben. Sie soll sich vor allen Dingen damit beschäftigen, die Palästinaforderungen unter den jüdischen; arbeitenden Massen des Ostens zu verbreiten und zugleich die Tribüne für die vollständige programmatische Einigung sein. Vom Zentralkomitee des deutschen Hapoel Hazair-und der litauischen Zeire Zion ist ein Ausschuß geschaffen worden, der die gemeinsame Welt Konferenz vorbareiten soll. Zu diesem Ausschuß sollen sobald als möglich Delegierte des paiätinensischen und österreichischen Hapoel Hazair sowie der Landsmannschaften-der Zeire Zion treten, mit denen jetzt eine Verbindung technisch unmöglich ist Die Organisation der- Zeire Zion in Argentinien (Aus einem Bericht an das Kopenhagener Zionistische Bureau.) „Eine der Hauptaufgaben, mit der wir uns mi Laufe des vorigen Jahres beschäftigt haben, war die Propaganda für die Legionsbewegung m Argentinien. Eine ansehnliche Anzahl unserer Mitglieder hat sich der Legion angeschlossen. Anläßlich der Feier am 2. November, der Wiederkehr des . britischen Palästtna-Deklaratioiis-Tages, haben wir den Beschluß durchgeführt, zu Ehren dieses Tages einen Fonds von JL00.000 Pesa zu "gründen,-um in Palästina für die argentinischen Juden eine kooperative Kolonie laut dem Plan Oppenheimers ins Leben zu rufen. Wir geben eine monatliche Zeitschrift heraus, wir haben eine Broschüre über Jüdisch und Hebräisch von K. Whiteman herausgegeben und in zahlreichen Exemplaren verbreitet. Eine andere Broschüre, die starke Verbreitung fand, gibt Aufklärung über Ziele und Bestrebungen der Zeire- Zion in Argentinien. Durch verschiedene innere Kämpfe ist unsere Parteiarbeit stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Kopenhagener Burau der zionistischen Organisation, welches über unsere Beziehungen zur. Föderation informiert ist, hat uns den dringenden Vorschlag gemacht, eine Basis für gemeinsame Arbeit zu-suchen und zu finden. Gemäß seinem Vorschläge haben wir der Föderation folgendes vorgeschlagen: Es soll ein allgemeines Komitee gebildet werden, welches alle zionistischen Vereine umfaßt, auch die Poale Zion, wenn sie es wünschen. Dieses Komitee soll sich mit der Ausführung der praktischen zionistischen Arbeiten beschäftigen, die von zionitischen Kongressen bestimmt werden. Sämtliche Fraktionen innerhalb der Landesorganisation bleiben autonom, und jede Fraktion schafft für sich einen Fonds zur Declning ihrer Ausgaben. Die Parteigelder, die die Organisation von verschiedenen Vereinen erhält, sollen für die Erhaltung des allgemeinen Komitees verwandt eventuell unter den verschiedenen Fraktionen proportioneil verteilt werden. Die Entwicklung unserer Fraktion geht langsam vor sich, macht jedoch dauernd Fortschritte. Bis jetzt haben sich uns angeschlossen der Verein Tifereth Zion in Buenos Aires, ein zionistischer Hauptverein in der Provinz Entre Rias und ein großer Verein in der Provinz Santa-Fe. Wenn uns 2 bis 3 gute Redner zur Verfügung stehen würden, könnten wir hier vieles erreichen. Argentinien ist ein geeignetes Feld für zionistische Arbeit. Nur müssen die notwendigen Kräfte hierzu vorhanden sein. Unserer Ansicht nach kann Argentinien mit Leichtigkeit bis 20/0.000 Francs jährlich zionistische Gelder aufbringen.“ Waren aus Palästina nach Europa Wie. aus Kopenhagen gemeldet wird, können Ethrogim, Reliquien, Gebetsartikel und ähnliche Waren aus dem hi. Lande durch Vermittlung der Palästmaämier bezogen und. vertrieben werden* Zuschriften wegen Generalvertriebes oder Verkaufes im Großen sind mit entsprechenden Anträgen und Referenzen sofort asn das Wiener Palästißaamt, Handels- und Industrie-Referat II., Zirkusgasse 33, zu richten. Korrespondenzen Zionisten in Baden bei Wien. Alle Zionisten, die derzeit oder ständig in Baden wohnen, werden m ihrem eigenen Interesse dringendst ersucht ihre Namen und Adressen (bei Kurgästen auch den ständigen Wohnsitz) zwecks Abhaltung einer wichtigen Besprechung an Herrn cand. jur. Josef Deutsch, Baden bei Wien, Heiligenkreuzergasse 4, bei Frau Burtscher, sofort bekanntzugeben. Karlsbad. Allen Gesinnungsgenossen, welche für längere oder kürzere Zeit Karlsbad besuchen, sei mitgeteilt daß der jüdische Volksverein „Zion“ in Karlsbad jeden Donnerstag 8 Uhr abends im Hotel Lincoln, Egerstraße, Vortrags- und Reieratenabeode abhält an denen stets zahlreiche Kurgäste teilnehmen. Außerdem hat sich wie in früheren Jahren eine zionistische Frühstüeksgesellschaft gebildet Auskünfte jeder Art erteilt bereitwilligst der Obmann des jüdischen Volksvereines Dr. med. Walther Ko hn e r, Haus „Riva“, Gartenzeiter Tel. Nr. 1080. Graz- Anläßlich der am 19 Juni 1919 stattgefundenen Kultusratssitzung brachten die jüdischnationalen Kultusräte den Antrag ein, der Kultusrat möge in einem scharfen Proteste gegen die von den Polen verübten Bluttatten gegen unsere Brüder Stellung nehmen. Bevor sich unsere Asslmüanten meritorisch zu diesem Anträge äußerten, stelltenihre Wortführer an. den Antragsteller Gg. Julius Grüner die Anfrage, wohin denu im Falle der Annahme der Protest zu leiten sei. Als dieser meinte, daß er der Ansicht sei, daß als kompetente Stelle diesfalls der jüdische Nationalrat für Deutschösterreich in Betracht käme, welcher dann die Protestnote weiterleiten werde, erklärten die. Assimilanten, daß für sie der jüdische, Nationalrat keine Instanz sei. Nach längerer Debatte einigte man sieb, die Protestnote an das Staatsamt für Aeußeres zu leiten. Jetzt erst konnte der Antragsteller Herr Grüner die von den Jüdischnationalen in Vorschlag gebrachte Resolution verlesen. Daraufhin erklärten die deutschjüdischen Assimilanten, für diese Protestnote nicht stimmen zu können, da in derselben von einem .Jüdischen Volke“ die Rede sei: ein jüdisches Volk gebe es nicht, wenigstens nach ihrer Auffassung nicht, da sie „Deutsche israelitischer Konfession“ seien. Selbstverständlich zogen daraufhin die Jüdischnationalen ihren Antrag zurück, da es für das Judentum wenig ehrend gewesen wäre, wenn sich diese saturierte Assimilantenclique. die für die Qualen und Schmerzen unserer unterdrückten Stammesgenossen kein . Mitgefühl kennt, unter dem Drucke der Jüdischnationalen eine Resolution zurecbtgelegt und' dann im Gemeindearchiv verwahrt hätten. Doch hat gerade diese. Episode bei dem überwiegenden Teil der hiesigen jüdischen, Bevölkerung den größten Unwillen gegen die Sich als Teutonen gebärdenden Assimilanten erregt. Verehtsna&ridtten Vortragszyklus S. J. Imber. Der jüdische ,.F5-in •»Nord-Ost“ und der akademische Verein „Jüdische Kultur“ veranstalten einen Vortragszyklus des bekannten jüdischen Dichters S. J Imber über „Jüdische Literatur“. Samstag, den 12. Juli wird der erste Vortrag „Ueber das national; Moment in der modernen jüdischen Poesie“ im Festsaale des niederösterreichischen Gewerbevereines. I„ Eschenbachgasse 11. abgehalten. Begum 7 Uhr abends. Karten von K 2.— bis K 7.— sind zu haben bei Löwit. Buchhandlung, I„ Rotenturmstraße 22 und in den Vereinslokalen. II., Taborstraße 21a und L, Börseplatz 7. Zentralstelle der jüdischen Jugendgrupuen. Am Montag, den 7. Juli fand Beendigung der Aussprache über die Reform der Zentralstelle statt Es-wurde-ehr-Antrag angenommen-, der einen Beirat von fünf Mitgliedern Vorsicht, der die Arbeit der Leitung unterstützen soll. Ferner wurde ein Arbeitsausschuß eingesetzt, der die Durchführung der Aktionen der Zentralstelle übernehmen soll. Die nächste Detegiertenaussprache findet Montag, den 14. d. M. um 7 Uhr abends int Heim statt Ankündigungen Kulturverband „Jabne“. — „Rede- und Lesehalle“ (IX„ Türkenstraße 9). Sonntag, 13. d. M-, 10 Uhr vorm.: D r. N. G o 1 d s t e i n Seminar für jüdisches Recht (hnpedimentum legarinis und imp disparitatis cultus). — Donnerstag, 17. d. M-, 6 Uhr nachm.: D.r. A. Kaminka: Seminar für die späteren Propheten (Jesaias). — Gäste willkommen. Lese- und RedehaUe jüdischer Hochschüler. Am 12. d. M., 147 Uhr nachmittags, spricht Kollege Brück über Kolonisatkmsprobleme in Palästina. — Am 19. d. M., 6 Uhr nachmittags, findet eine Generalversammlung stati* Tagesordnung: 1. Statutenänderung, 2. Bericht 3. Neuwtahlen. Wer an Verwandte, Angehörige, Bekannte In Amerika schreiben will, kann die Briefe an die Adresse des Galizipnischen Verbandes, 66 Second Avenue, New-York, City, richten. Der Verband der galizianischen Juden wird die Adresse eruieren und die Briefe zustellen. BERLIN W. 50 Pragerstraßs 22 INTERESSENTEN flr eine finanzielle sder fEchniseke BetelligaHg sowie solche, welche für sich Wohnbauten, landwirtschaftliche oder industrielle Anlagen und dergl. in. Palästina vorbereiten lassen wollen verlangen kostenfreie Zusendung unserer PROSPEKTE Fernsprecher: Amt Uhlend i914. Bankkonto Commerz- und Dlscontobaak, Berlin W. 50 Kaiserallee 20. Depositenkasse D. MOSES RATH’S Lehrbücher her hebr. Sprache a> riStZ? Lebrtracö der hebr. 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LOWIT-VERLAG WIEN CHERUTH Eine Rede übet Jugend nnd Religion von Martin Buben .Gottes Schrift eingejtraben auf den Tafeln. Lies nicht diaruth: etngegraben, Sondern dieruthf Freiheit." Sprüche der Vater. Die jüdische Jugend, der die europäische Intellektualisierung die Gefahr grenzenloser Vereinsamung bringt, wird hier zu neuem Aufbau ihres inneren Lebens aufgerufen. Die' Freiheit in Gott als Rettung ans dem Verhängnis des Zeitalters ist der Sinn dieser Rede, deren erkenntnisreiche Sprache stärksten Widerhall in jedem jungen Herzen finden muß. Preis In geachmackveirer Ausstattung K 3.—. Werbet Abonnenten Öie „Jüdische Zeitui fmmwimummww Heriuaecter Alexander Gcöer. xenütwwf&her Redakteur David Nebewahi Druck vom ktaris Spitz & Söbne. Wien. IL. Robextgasaa zT