Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 13 (1919)
- Issue
- 24 (13.6.1919)
- Date
- 1919-06-13
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Nr. 24 'den änderen nätion.äIein;MinoTitäten, •welche als Basis ährer Tätigkeit SBe Prinzipien der Demokratie anerkennen. T - Palästina - Kolonisältioinsarbelt Um diese Arbeit wieiterzuführen, -wurde ein’ spezielles Komitee eingesetzt, das die jüdSschte Bevölkerung griindlidi über die neuen Mögiidhkeiten für Kapital und Arbeit in Palästina informieren und bei der Orgamisäenung verschiedener jüdischer Aktien-Gesellschaften behilflich sein soll, Cooperative Vereimgimigen von Arbeitern sollen mit allen Mitteln unterstützt and’ Hilfe solchen Elementen kber städtischen Bevölkerung gewährt werden^ die landwirtschtaMidhe Arbeit leisten, um sich später in Palästina anzusiedlebi. Die Errichtung eines Zentral-Bureaius für die Arbeiten dies Jüdischen Nationalfonds wunde beschlössen und diesem BureaU ein großes Arbeitsfeld eröffnet. — Die Zentral-Organisation d'er Jüdischen Gemeinden von Sibirien und! dem Uralgebiet wunde auf einer Konferenz von Gememdtevertretenn gegründet, welche Mitte Jänner d. J. stattfand. Folgende Resolutionen wurden auf dieser Konferenz gefaßt: 1. Jede jüdische Gemeinde mit nicht weniger als 20 Familien und mit nicht weniger als .30 erwachsenen Personen (Frauen genießen dieselben Wahlrechte wäe Männer) bildet eine Einheit inr System der jüdischen Selbstverwaltung in Sibirien. 2 Gemeinden von 50—250, von 250—500 and von 500 und mehr Familien wählen ihre Ver- ■waltangsräte mit 11, 23 respektive 35 Mitgliedern. Diese Räte wählen Exetaiv-Komästees mit 3, respektive 5 und 7 Mitgliedern. Kleinere Gemeinden wählen eine Exekutive mit 3 Mitgleädlern. 3. Die Kompetenz dieser Verwaltirngsräte äst so umschrieben, daß sie nicht nur Brzfetangsfragen, sozial-ökonomische Hilfe für die Mitglieder der Gemeinde, wohltätige Institutionen, Matrikel, Gesundheitswesen und sanitäre Maßnahmen umfaßt. sondern auch däe Föndenumg dter Arbeiten zum Wiederaufbau Palästinas durch .Aufbringung .von Mitteln für däe verschiedenen Organisationen, dSe am palästinensischen KokKnäsattonswerk beteiligt sind. Vertreter der so neorgBnisSerten Gemeinden zusammen mit einigen Vertretern der politischen Parteien bilden den Jüdisch-Sibirischen Nationalrat der eine Exekutive von 5 Mitgliedern hat Der Nationalrat ist däe einzige kompetente Vertretung dter sibirischen Juden und der Uralgebiete und ist allein berechtigt ®m Namen der Bevölkerung, die er vertritt mit allen RegierungsinsiffitutiDnen und! mit den Jüdischen Gemeinden anderer Länder zu verhandeln. Ke Mittel zur Unterhaltung dies Rates und der Exekutive sind durch die kommunalen Räte ans den Erträgen einer einzuführenden Selbsfibesteuerung zu gewähren. — D|ese Beschlüsse bilden einen öemerkensv werten und außerordentlich wichtigen Abschnitt in (der Entwicklung der rassischen Jiudenfaeit. Ans den neuesten Berichten alus Sibirien erfahren wir. daß die Arbeit für dten J ü düse he n Nationalfonds außerordentlich erfolgreich weitergeht. Die für den Nattonalfoüds und den Präparattanforodls gesammelten Summen betragen 250.000 respektive 500.00 Rubel. Wiener Ortskreis der jüdischen Landarbeiterschaft Fortsetzung der Besprechung der Orgamäsationsgruirdsätoe von Eljahu Rappeport. V. Leitung. 1. Die Leitung wind von der Vollversammfring gewählt und besteht aus mindest drei Funktionären, deren Funktion durch die jeweiligen Bedürfnisse bedingt ist und (eventuell) dem ausführenden Leiter. 2. Die drei ständigen und unbedingt notwendigen Funktionäre sind: der Leiter des Arbeitsamtes, der Leiter des Finanzamtes und der, Leiter des Organisationsamtes. 3. Die Vollversammlung ist von der Leitung mindest dreimal jährlich einzuberufem Sie entscheidet durch Mehrheitsbeschluß, ob ein Leiter, gewählt werden soll und wählt unter gleichen Bedingungen den Leiter. 4 Ist ein ausführlicher Leiter gewählt, so besagt dies, daß die Vereinigung diesem alle BescMießungen anvertnaiit hat Er hat von seinen Entschlüssen die Leitung zu verständigen. Die Lötung muß jeden Beschluß von ihm bestätigen fassen. 5. Die Leitung geht mit der ersten Bereitschaft nach Palästina. Was an diesen Bestimmungen ungewohnt und" befremdlich erscheinen könnte, ist der Umstand, daß die Vollversammlung zunächst darüber, mitscheidet ob sie einen Leiter außer der Leitung bestimmen will, oder ob die Leitung selbst die Funktion des Leiters haben solL Der ■Leiter als Einzelperson hat den Vorteil, daß er technisch beweglicher äst, als eine aus fachlichen Gründen gewählte Leitung und daß er. als Einzelperson die Prinzipien dter Arbeitsgesinmmg stärker zur Geltung bringen kann, wodurch bei der Wahl von Fachleuten als Funktionären nicht so wichtig ist, daß ihr fachliches Interesse noch überwogen wird von ihrem Wällen zu Aibeitsgerechtigkdt Andererseits hat der Leiter als Einzelperson den großen Nachteil, daß die Möglichkeit einer gewissen Diktatur der eigenen Ideen JÜDISCHE ZEITUNG für die Zeit seiner Wahl hat und nur möglich ist, wo das persönliche Vertrauen der -Vollversammlung einem Einzelnen zustimmt Korrespondenzen Karlsbad. Allen Gesinnungsgenossen, welche unsere Karstadt zu kürzerem oder längerem Aufenthalte besuchen, sei mitgeteält, daß der. „Jüdische Volfcsvereän „Zkm“ seine Sitzungen allwöchentlich Donnerstag, 8 Uhr abends, im „Hotel Lincoln!*. Egenstraße. abhält, zu denen alle Gg. höflichst gelladen sänlcL Auskunft erteilt ider Obmann des Vereines „7km“ Herr Med. Dr. Walter Kobner, Kalsbach „Haus Riva“, Gartenzeile. Temesvar. In Neusatz (Novl Sad), wo die national-jüdische Bewegung rasch platzgegriffen hat, veranstaltete der dortige JüdischnationaleVerband am 18. d. M. eine jüdische Volksversammlung, in welcher Herr Einest Vermes aius Temesvar über Zionismus und heutigen Stand der jüdischnationalen Angelegenheiten sprach. Unsere dortigen Gesinnungsgenossen waren bis dahin über die Ereignisse in London, fernerüber die Pariser und Schweizer Konferenzen nicht orientier,t und das große Auditorium lauschte mit Spannung den Ausführungen des Redners. — In Neusatz gibt es auch einen jüdLschnktionalen Mädchenverein und die Mittelschüler jüdischer. Nationalität bilden ebenfalls eine besondere Vereinigung. Herr Vennes benützte seine Anwesenheit, um am nächsten Tage der Jugend einen Vortrag zu halten und besonders die an diesen Vortrag änknüpfendte rege Debatte .trug recht viel dazu bei, daß der sichtlich große Eifer der Jugend durch Abhaltung systematischer wöchentlich zu veranstaltender- Vorträge aus jüdischer Literatur, Geschichte, Kunst etc. noch mehr verstärkt werde. Auf Intervention des Herrn Vermes wird sowohl die zionistische Föderation in Belgrad wie auch der Verband der Zionisten Jugoslawiens und der Jüdischnationale Verband des Banates diese junge aber sehr begeisterte Organisation im Hinkunft tatkräftig unterstützen. Wiener Kultusgemeinde Errichtung einer Liegehalle für unterernährte Kinder. Bekanntlich hat die Wiener Kultusgemeinde kurz vor dem Kriege vom Hofärar däe sogenannte Wasserwiese im Augarten zum Zwecke der Errichtung eines Kinderspitales käuflich erworben. Der Ausbruch des Krieges und die im Gefolge desselben eingetretenen Verhältnisse haben es bisher verhindert, dieses für Wien so wichtige Institut ins Leben zu rufen. Die Kultusgemeinde hat deshalb zunächst ein Kinderambulatorium errichtet, welches bereits seit einem Jahre seine Tätigkeit entfaltet. Nun hat der Kultusvorstand in. seiner letzten Plenarsitzung über Antrag der Kommission für das Kinderspital beschlossen, auf dem Baugrund des künftigen Kinderspitales eine Halle für Liegekuren unterernährter Kinder einzurichten. Zu diesem Zwecke soll eine vom Roten Kreuze zur Verfügung gestellte Baracke nach entsprechender Adaptierung benützt werden. Es ist in Aussicht genommen, die Tagesheimstätten niff während des Sommers in Betrieb zu erhalten. Die Kinder — ungefähr 20 täglich — sollen während des Tages sich in der "Heimstätte aufhalten und am Abend unter Aufsicht nach Hause gebracht werden. Unterbringung von jüdischen Kindern während der Sommermonate. Wie in den letzten Jahren, so sollen auch in diesem Jahre im Einvernehmen mit den hiefür in Betracht kommenden Faktoren jüdische Kinder während des Sommers in Ferienkolonien untergebracht werden. Für die Unterbringung der Kinder kommen in Betracht: ein Hehn io Gars, die von den Vereinen „Frauenhort“ und „Philanthropia“ zur Verfügung gestellten Heime in Seebenstein, bzw. Lainz, ferner für eine kleinere Anzahl von Kindern verschiedene ln der Nähe Wiens befindliche Heime, die alljährlich wähnend des Sommers Kinder aufnehm am Mit dter. Durchführung der Aktion wird das Kinderfürsorgeamt der israelitischen Kultusgemeinde Wien betraut. Israelitische Religionslehrerstellen. Für das Schuljahr 1919/20 dürfte sich voraussichtlich im Wirkungsbereiche der israelitischen Kultusgemeinde Wien Bedarf an Lehrkräften für den Religionsunterricht an Volks-, Bürger- und Mittelschulen ergeben. Für geeignete Bewerber empfiehlt es sich dringend, unter Vorlage des Lebenslaufes, der Studien- und Verwendungsnachweise etc. ihre schriftlichen Meldungen beim Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde. Wien, I., Seitenstettengasse 4, sofort einzubringen. Prlvatistenprüfungcn. Der Vorstand 3er Israel. Kultusgemeinde Wien gibt bienüt bekannt, daß die Privafistenprüfungen aus israelitischer Religion, für Schüler an Mittelschulen im II. Semester des Schuljahres 1918/19 Dienstag, den 17. Juni 1919, von 4 bis. 6 Uhr nachmittags, L; Seitenstettengasse 2, 2. Stock, durch Herrn Professor Dr. Heinrich PoIIak, statffiridera. Druckfehler Berichtigung Jaäkobs Traum. In der Besprechung von ,,Jaäkobs Traum“ in der vorigen Nummer unseres Blattes hat sich ein smnstörender Druckfehler eingeschlichen: In Spalte 2, Zeile 21 von unten, soll es natürlich nicht heißen ^nationalisieren“, sondern richtig: „daß dieses Ereignis nicht zu rationalisieren ist“. Ferner soll es in dem Zitat, 4. Spalte, Zeile 20 von unten, statt „spricht" richtig heißen: „sprach“: und Spalte 5. Zeile 15: statt: „würde“ lies richtig:;,wurde“. Vereinsnadiriditen „Theoiogia“, Verein jüdischer Hochschüler an der israelitischen technischen Lehranstalt in Wien. Dis Wahlen für das Sommersemester 1919 hatten folgendes Ergebnis: Präs.: J. Wechsler, II., Ybbsstraße 27/41; Vizepräs.: Dr. A. Wilimanu, V., Leitgebgasse 2 a/15; Kassier: Ch. Albeck. IL, Glockengasse 10/18; I. Schriftführer: Dir. Ml Deutsch. III., Adamsgasse 4/8; II. Schriftführer: L. Weißberg, II., Obere Donaustraße 45/14; N.F.- Komm.: M. Gerstl, II., Tandelmarktgasse 11/11. Wiener-Neustadt. Die hiesige zionistische Vereinigung veranstaltete am 29 Mai 1. J. im Aibler-Saale einen Palästinaabend. Nach den einleitenden Worten des Obmannes Dr. Bauer, welcher der Pogrome und der Friedenskonferenz gedachte, und einer Rezitation des Fräuleins Flemminger aus den Gedichten M. Rosenfelds hielt Herr Paul Bauer aus Wien einen Lichtbildervortrag, dem die Erschienenen mit gespanntester Aufmerksamkeit folgten und dankbar Beifall zollten. Hierauf referierte Herr Dr. Emil Stein aus Wien über die-politische, wirtschaftliche und kulturelle Zukunft Palästinas. Seine gediegenen Ausführungen fanden ungeteilte Anerkennung. Unsere Gesinnungsgenossen in Döbling werden . ersucht, ihre Adresse dem vor bereitenden Ausschuß der „Zion“-BezirkSsektibn Döbling (19. Bezirk, DolHnerstraße 3), zwecks Konstituierung der „Zäön“-Bezirkssektäon Döblilng, bekarmteu-geben. Ankündigungen Lese-und Redehalle jüdischer Hochschüler in Wien. (IX., Türkenstraße 9.) Samstag, den 14. Juni 1_919, um 5 Uhr nachmittags, findet ein Vortrag über das Thema „Jüdisches Leben im Kriege“ statt. Gäste willkommen! Vorlesung Uriel Birnbaum. In der Wiener Zeitkunst, I- Maysedergasse 2, liest Uriel Birnbaum am 13. Juni. aus seinem Drama „David“, am 14 Juni seine phantastische Novelle „Das sterbende Dorf“. Beginn 7 Uhr. Karten bei der Wiener Zeitkunst und bei der Buchhandlung Lanyi . Lesehalle-Eröffnung im XX. Bezirk. Die zionistische Sektion Brigittenau eröffnet ab Mittwoch, den 11. d. M., in ihrem Vereinslolcale, XX., Karl Meitsselstraße 5, Tür 1, eine Lesehalle, die täglich von 3 bis 7 Uhr abends geöffnet ist Aufliegen werden sämtliche jüdische Tages- und Wochenzeitschriften. Eintritt frei. Kinder-Frühlingsiest. Der-. Verein „Jüdische Kinderfreunde“ veranstaltet am Dienstag, den 17. Juni 1919, 5 Uhr abends, im großen Konzerthaussaal, III., Lothringerstraße,. ein großes Kinder-Frühlingsf est Ein ausgewähltes Programm wird wie immer, so auch diesmal für die Unterhaltung der Kinder Sorge tragen. Karten zum Preise von K 2.— bis 10.— erhältlich in der Buchhandlung R. Löwit, I., Rotenturmstraße 22, und in der Verkaufsstelle der Morgenzeitung, II„ Schimelzgasse. Mit Rücksicht auf die kurze Zeit des Vorverkaufes wird die baldige Besorgung der Eintrittskarten nahe gelegt Vortrag Oberrabbiner Dr. Cfaajes. Dienstag, den 17. Juni, halb 7 Uhr abends, schließt Herr Oberrabbmer Dr. Chajes seinen im Rahmen der Lese- und Redehalle gehaltenen diesjährigen Vortragszyklus mit dem Thema: „Priester imd Propheten“. Der Vortrag findet diesmal im Saale des Ingenieur- und Architektenvereines, Wien, I, Eschenbachgasse 9, statt Karten bei Löwit I., Rotenturmstraße 22, und im Vereinslokale, IX.. Türkenstraße 9, erhältlich. Der Beginn des zweiten Zyklus wttd im Herbst rechtzeitig bekanntgegeben werden. ~ Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler. Unsere weiblichen Mitglieder haben sich zu einer .Frauenaktion der Lese- und Redehalle zusammengetan, in der neben der Abhaltung eines Geschichtsseminars besondere Themen zur. Bearbeitung und Diskussion gelangen, die hauptsächlich die jüdischen Frauen betreffen und laden die Kolleginnen zum Beitritt ein. Vorlesung J. S. Imber. Die Frauengruppe des Vereines „Zion" veranstaltet Samstag, den 21. Juni um 7 Uhr abends im Saale des niederösterreichischen Gewerbevereines, I., Eschenbachgasse 11, einen Imber-Abend, bei dem der Dichter aus den Büchern „Estherkö“, „Roisenblätter“, „Qeimlieder“, „Viktoria“ und Ungedrucktes verlesen wird. Karten im Vorverkauf bei Löwit, I., Rotenturmstraße, und im Verein „Zion“, II., Glockengasse 30. Die zionistische Sektion Innere Stadt veranstaltet Dienstag, den 17. & M., präzise %7 Uhr abend, im Caf6 Prück 1 (Souterrainlokal), I., Stilb enring, einen Düskussionsabend über den Vdrfrag des Herrn Pa ui Weisengrün „Zionismus und Sozialismus“. Gäste willkommen. Eintritt frei .. ..... : .l