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Jüdische Zeitung · 1919-05-23 · 21 (23.5.1919) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
13 (1919)
Issue
21 (23.5.1919)
Date
1919-05-23
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr,-21- Arbeiten, der •Landwirtschaft, der Industrie, des. Handels. Berufsvorbereitung). Daw T r i e t s c h. •. 2. Diskussion. Dienstag. den 27. Mal. .vormittags 93s Uhr: Fortsetzung der Diskussion über das Referat von Davis Trietsch. Nachmittags'4 Uhr: Unterreferate: Sanitäre Fragen: a) allgemeine: Dr. Brünn. jb) spezielle: Dr. Elias Auerbach. Diskussion. Bau- und Unterkunftsfragen. Prof. B a e twa! d. Diskussion. ..Frauenarbeit m Palästina.“ Fr. Sonia Grone m a n n. . :Mittwoch, den 28. Mai, vomöttags, 935 Uhr: . . L „Nationalisierung des Bodens“. Dr. Fritz Sternberg. 2. Diskussion. Nachmittags 4 Uhr: 1. ..Kapital und Arbeit.“ Dr. Max Strauß. 2. Diskussion. D.onnerstag. den 29. Mai, vormittags 935 Uhr: 1. .Die Finanzierung der Kolonisation. Hans Goslar.' 2. Diskussion. Nachmittags 4 Uhr: 1. ..Bildungswesen.“ Prof. Dr. Loewe. 2. Diskussion. ■ , Der Tagung wird auch außerhalb Deutschlands mit größtem Interesse entgegehgesehen. Insbesondere in Deutschösterreicb. wo bisher die sachliche Diskussion der Palästinaprobleme noch nicht mit der erforderlichen Gründlichkeit aufgenommen wannte. wird das Ergebnis der Verhandlungen ernsthaft beachtet werden müssen. ' Im Zusammenhang mit der Palästinatagung hält auch die zionistische volkssozialistische Partei „Ha p o e 1 haz ai r“ am 24, d. M. ihre erste Landeskonferenz für Deutschland ab. Arbeiten über Palästina. Das Kopenhagener zionistische Büro bittet dringend; ihm alle Arbeiten über Kolonisationsproiekte in Palästina (Bücher. Broschüren. Aufsätze) regelmäßig in ie zwei Exemplaren einzusenden. Das Kopenliagener zionistische Büro gibt ein, Exemplar an die zionistische Zentrale in London weiter. Das zweite Exemplar ist für das Palast in adepart einen t des Kopenhagener zionischen Büros bestimmt Juden und Jüdinnen! Reklamiert euer Wahlrecht zum Jüdischen Nationalrat fü,r Deutschösterreich! Wahlberechtigt ist jeder Jude ohne Unterschied des Geschlechtes, der sich zur jüdischen Nation .bekennt und das 20. Lebensjahr überschritten hat Anmeldung zur Eintragung in die Wählerliste im Bureau des Nationalrates: Wien, 11., Taborstraße 20 a. Sinn der Aufgabe des Volkes mit1 unbedingter Rücksichtslosigkeit und Geradheit verwirklichen wollen. Das muß genügen. Viele meinen nun, wir müßten uns der zionistischen Weltorganisation anschließen und unterordnen. Wir sagen aber, daß wir uns solange nicht einordinen können, bis nicht die Gesamtorgamisatdön der Chaluzziim so weit gefestigt und geeint ist, daß sie von der. Gesinnung dier Pächterkolonisation, die durch die Weltorganisation der Zionisten geht, vollständig unabhängig wäre. Es ist ja auch ganz leicht dies technisch zu überschauen. Unsere Arbeitsgesinnumg und unkapitaiisfische Wirtschaftsabsicht entspricht entweder der zionistischen Weltorganisation; dann' gibt es doch immerhin auf der Welt noch starke kapitalistische Mächte, denen gegenüber die Organisation auf uns weisen kann, wenn wir. eine ihrem Willen nicht untergeordnete Arbeitennacht darsteilen, auf die sie sich aber nicht stützen kann; wenn sie uns die Gesinnung und Wirtschaftsweise zu diktieren haben wird. Ist aber, wie man einstweilen mit Sicherheit wissen kann, die Vorstellung von der Unverkäuflichkeit der Arbeit der Weltorganisation der Zio- ■ nisten fern, weil sie ihrer Mehrheit und Gesinnung nach die Krämergesinnung Europas beibehalten haben, so können wir uns nicht unterordnen und einordnen, ohne entweder unsere Arbeitsgesinnung zu beschmutzen, oder die zionistische Weltorganisafion zu sprengen. Dennoch wollen wir auf die zionistische Weltorganisation bestimmend einwirken. Aber gerade weil wir dies wollen und wissen, daß die alte PoMk der Einwirkung durch Ueben&timmung schlecht umd falsch ist, gerade darum stellen wir uns nicht in die Organisation, sondem 'ihr gegenüber. Nun sind wir eine Arbeiterorganisation, sollten also in die Reihe einer ArbeäterorgaiHSation eintreten, entweder in die Organisation der Poale- Zijou, oder in die Organisation des Hapoel-Hazakr. Ebenso wie es jedem uns Angeschlossenen völlig freisteht, der zionistischen Ortsgruppe seines Aufenthaltortes anzugehören, ebenso steht es auch jedem frei, der Partei Poale-Züion oder Hapoelffazair anzugehören. Aber die Landairbeiterschaft selbst steht auch außerhalb dieser Parteiung. Ich persönlich habe die Vorstellung, daß der Unterschied zwischen den beiden letztgenannten Parteien ein noch völlig ungeklärter äst und; daß schließlich diejenige Partei die wahren Arbeiter, nicht die Knechte, umfassen wird1,, die von Rnechtgesinnung zu Arbeitsgesinnung führt Die Elemente dazu liegen meiner persönlichen Ansicht nach in beiden Parteien, wenn ich auch als Privatperson der Arbeit dies Hapoel-Hazadr im gegenwärtigen Augenblicke nähansfehe, da mir diese nichts anderes zu enthalten scheint, als nicht etwa im Gegensätze, sondern trotz der Poale-ZijoQ die Arbeätsgesinnung im jüdischen Volke wachzurufen. Wiener Ortskreis der jüdischen Landarbeiterschaft Fortsetzung der Besprechung der Organisationsgnundsätze von Eljahu Rappeport IIL Innere und äußere Organisation. Für die innere Organisation das Wesentlichste ist die Einstellung der Angeschlossenen in drei Bereitschaften, je nach dem Gnade ihrer Auswanderungsfertigkeit. Die erste Bereitschaft, die bereit ist die erste Möglichkeit der Uebersiedlung wahreunehmen, um nach Palästina zu gelangen, bereitet sich vor allem durch körperliche Arbeit auf die zu erwartende Erschließungsarbeit vor. Die zweite Bereitschaft hat außerdem zur Erwerbung fachlicher landwirtschaftlicher Kenntnisse Zeit Die dritte Bereitschaft stellt das große Reservoir für weitere Formationen där und kann mit einer eingehenden Ausbildung rechnen. Diese Einteilung in drei Bereitschaften wird es notwendig machen, dafür zu sorgen, daß nicht durch besonders starkes Anwachsen der zweiten und dritten Bereitschaft die Aktionskraft der. ersten behindertsondern gefördert werde. Seinerzeit werden wir unsere diesbezüglichen Entschließungen bekamntgeben. Die äußere Organisation, die von uns angestrebt wird, hat Anlaß zu Mißverständnis und Feindschaft gegeben. Zunächst ist der Wille zum Mißverständnis in vielen so unverschämt!, daß sie aft' der Tatsache, daß wir eine alle Länder umfassende Organisation, eine aiiweltliche Organisation -der Chaluzzijm bilden wollen, das „aßweltlich“ . in so. gedankenvernagelter Weise ausdeuien, als-wär^n.- >\3r 'keine jüdisch-völkische, sondern eine kosmopolitische Gruppe. Solcher Dummheit brauchen wir hier nicht ausführlicher zu entgegnen. Anders aber äst! es mit dem Umstande, daß wir uns keiner bestehenden Organisation und Partei bisher angeschlossen haben und es auch möglichst in Zukunft nicht zu tun gedenken. Wir gehören nicht nur dem Volke der Juden an, sondern wir sind die Schar, die den I. Wiener Jüdischer Turnverein IX.. Liechtensteinstraße 20. Mit Rücksicht darauf, daß. einzelne Turnratsmitglicder teils aus Mangel an freier Zeit, teils anderweitiger Verpflichtungen wegen sich gezwungen sahen, ihre Mandate zunückzulegen, waren wir genötigt, für den 5. d. M. eine außerordentliche Generalversammlung einzuberufen. Der Vereijjsobjnann, JJerr Dr. L. Werner. begrüßte zunächst sämtliche euschienenen Mitglieder und Gäste, besonders aber die aus dem Felde heimgekehrten. herzlichst und führte sodann Folgendes aus: Der Turnrat mußte sich in. den letzten Monaten zufolge der behördlichen Sparmaßnahmen, wodurch uns Lieht und Beheizung entzogen wurden, so daß der Betrieb eine Zeit lang vllkommen eingestellt werden mußte, lediglich darauf beschränken, die administrative Leitung der Geschäfte zu führen und die Schwierigkeiten. die auch dem beschränkten Betriebe noch entgegenstanden, aus dem Wege zu räumen. Während der Zeit des Stillstandes hat der I. Tumwart _T. B. Taglicht, verschiedene Kurse und Vorträge eingeführt (Jüd! Geschichte. Literatur. hebräische Sprache, usw. usw.) um einerseits die Mitglieder zifsammenzufhalten, anderseits sie mit den Werten des Judentums vertraut zu machen. Diesem Zwecke, sowie der Geselligkeit dienen auch die noch bis jetzt jeden Dienstag im Tumlökale stattfindenden Heimabende. Gleichzeitig seä audh bemerkt, daß wir nebst kleineren Abenden eine Chanukka-, eine Purimfeier, sowie auch eine Kinder-Osterfeier veranstaltet haben, daß ferner einige Turner und Turnerinnen unseres Vereines bei der- Chanukkafeier der Jüdischen Jugendgrüppen mit einem Keulen-, bei der Purimfeier des Vereines Zion mit einem Stab- und Reüenxeitgen mitgewirkt (haben. Besonders aber sei Erwähnung getan, daß die Vorturnerschaft unseres Vereines über Initiative des T. B. Taglicht einen Sederäbend veranstaltete, um dessen Gelingen sich nebst Genanntem sowie T. B Donath auch noch die Damen Julin,, Löwy. Steiner sowie Frl. Gottesmann durch Herstellung des Abendessens bemüht haben und bitten wir alle Vorgenannten auch, von dieser Stelle aus den besten Dank. entgegenzunehmen dafür, daß sie es ungefähr 50 Mitgliedern ermöglicht haben, einen schönen, echt jüdischen Abend innerhalb unseres Vereines zit erleben. Die Vorturnerschaft hat ferner über Anregung des T. B. Taglicht beschlossen. im Februar 1920 eine Palästina-Turnfahrt mit Abhaltung des Seders in Palästina selbst zu veranstalten. . Weiters gedenkt der Vorsitzende in warmen Worten der Tumbrüder, welchen es nicht mehr vergönnt war, aus dem Kriege heinizukehren /und, beantragt der Turnrat deren Namen auf einer im' Turnlokale anzubringenden Marmor-Gedenktafel-, zu verewigen Dieser Antrag wird einstimmig angenommen. Die daraufhin stattgehabten Neuwahlen ergaben folgende Liste: Obmann Ober-Staatsbahnrat Dr. Ludwig W er n er: Obmann-Stellvertreter Rechtsanwalt Dr. Heinrich Schiff mann: I. Schriftführer Leo Fried: II. Schriftführer FrL Lotte Löwy: I. Kassier Heinrich Marschik. Prokurist: II. Kassier Georg Karpeles: L Tumwart Emil Popper: II. Tumwart I. Ho-; rowitz: III. Tumwart Ing. Pollak; Zeugwart Erwin Well wart: Bibliothekarin Lisi Raus-, nitz:. Beisitzer: Dr. S. Fuchs. Arnold Donath, Olga Groß, L. W e s s e 1 y. Dr. R. W i 1 h e i in. Der Vorsitzende dankt sodann den beiden aus dem Turnrate ausscheidenden Herren Dr. K r a s n y und T a g I i c h t für ihre dem Vereine geleisteten Dienste in warnten Worten. Hierauf beantragte der Vorsitzenden die Wahl der Delegierten für den demnächst stattfindenden Kreisturntag und werden als solche nor miniert und gewählt: Herr Dr. Ludwig Wenter. Dr. H. Scliiffmann, Emil Popper. I. Horowitz. Ing. Pollak. Frl. Olga Groß. Der Vereinsobmana verweist nunmehr darauf, daß unser Verein in diesem Jahre sein 20iähriges Jubiläum feiert; welcher Umstand auch einige Vereinsmitglieder veranlaßt hat. ihre Mandate beizubehalten, resp. solche ‘ anzunehmen, Sache des neuen Turrates wird es nun sein, die Jubiläumsfeier vorzubereiten. Diese wurde mit Rücksicht auf die derzeitigen ungünstigen Verhältnisse auf den Herbst verschoben. Mit einem Appell an sämtliche Mitglieder, in diesem, dem Jubtiäumsiabre besonders treu zu unserer Sacüte Zit Stedten und unsere Arbeit in Jeder Beziehung tatkräftig zu unterstützen, schließt der Obmann die Versammlung. Ankündigungen Der Geist des Ostens, Für den Abend „Der Geist des Ostens“, bei dem, wie bereits angekündigt, Martha Trebitsch und Josef Schilde kraut aus der orientalischen Literatur lesen werden, gibt sich außergewöhnliches Interesse kund. Restliche Karten im „Jüdischen Jugendheim“ (von 3—6 Uhr), bei R. Löwit und beim Portier. I„ Eschenbachgasse 11. Jüdisch-Pädagogisches Archiv. Das „Jüdischpädagogische Archiv“ veranstaltet als eine der ersten Arbeiten Samstag, den 24. Mai 1919. sieben ■ Uhr abends, im Jugendheim. II., Obere Donaustraße 91 einen Vortragsabend. Sprechen werden: Suplent Dr. Heinrich Glanz über jüdische Er- ’ zlehungsaufgaben und Dozent Dr. Sigmund K ornfeld über die Aufgaben des experimentellen Laboratoriums. Der Vortrag des Herrn Dozenten- Dr. Kornfeld wird in einem Seminar allwöchentlich fortgesetzt Vorlesung Franz Werfel, Der Genossenschaftsverlag veranstaltet am 4. Juni 1919 im Mittleren Konzerthaussaal seinen ersten Vortragsabend. Der, Dichter Franz Werfel wird — in Wien zum ersterunale vor einem größeren Publikum — eigene, zum größten Teile ungedruckte Arbeiten vorlesen, Karten im Vorverkauf zu K 15.—, 10.—, 8.—, 6.—, 4.—, 3.— und 2.— in den Buchhandlungen Länyi, I., Kämtnerstraße 44, Löwit, 1„ Rotem turmstraße 22, und an der Tageskasse des Konzerthauses. Lese- und Redeüalle jüd. Hochschüler in Wien, IX., Türkenstraße 9. Samstag, den 24. d. M. um 356 Uhr abends, spricht Dr. M. Reiner über das Thema: „Der Jude und der Krieg“. Gäste willkommen. Israelitische Kultusgemeinde Wien. Die nächste öffentliche Plenar-Sdtzamg des Vorstandes der israelitischen Kultmsgemeindie Wien findet Montag, den 26. Mai 1919, Mb 6 Ubr, abends, 1. Bezirk Seitensettengasse 4, 2. Stock, statt Tagesordnung: Aenderung der Wohl-Ordnung, Kulturverband;,Jabne“. 9. Bezirk, Türkenstraße 9. Sonntag, den 25. <L, 10 Uhr vorm., spricht Dr. I, Hammer über „BiJu“ (Fortsetzung). Gäste wJllköntmen. Daran anschließend Fortsetzung der Generalversammlung. Vereinsnadiriditen Makkabäa Lemberg, Die Mitglieder der akad. Verbindung „Makkabäa Lemberg in Wien‘f treffen sich jeden Dienstag um 7 Uhr im Kaffee Zentral (I., Herrengässe). Notizen Auktion einer jüdischen Bibliothek. Anfangs Juni findet im -Dorotheum die erste Auktion der Arbeitsgemeinschaft für jüdische Kunst und Kultur „Die Arche“ statt Es gelangt eine größere Bibliothek aus dem Nachlasse eines Wiener Juden zur Versteigerung. darunter wertvolle alte Drucke, Erstausgaben, Judaica, Hebraica, Orientalia und Antisemitica. Der Auktiönskatalog erscheint in den nächsten Tagen und wird von der „Arche“ Wien. I.. Fleischmarkt 1. an Interessenten kostenfrei versendet. Familie gesucht \ Der. jüdische. Soldat Josef Deitzmänn 8287 „B“ coy'39 Batt. R. F. bittet um Mitteilung' über das Schicksal seiner Frau Bulma Deitzmänn und seiner beiden Kinder, Meier (6 Jahre) und Zilali (8 Jahre). Diese Familie verließ drei Monate. vor Ausbruch des Krieges Amerika, um nach

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