Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 13 (1919)
- Issue
- 2 (10.1.1919)
- Date
- 1919-01-10
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 6 - JÜDISCHE ZEITUNG In fast allen Orten fanden sehr gut besuchte zionistische Versammlungen, Mäkkabäerfeiem, Schekeltage und Protestmeetings statt, welche auch von hervorragenderen nichtiüdischen LokalpoTitikem besucht und sympathisch begrüßt wurden. Ueberall wurden Resolutionen bezüglich Palästinas. national-kultureller Autonomie im Galutli und Nationalisierung der Kultusgemeinden gefaßt *• Der Ausschuß der zionistischen Landesorgasation wurde als Repräsentanz der gesamten national gesinnten Judenheit Südslawiens von allen Ortsgnipepn anerkannt und begrüßt. Der Landesausschuß erschien beim Präsidium des Südslawischen Nationalrates, erklärte seine zionistischen .'Forderungen und übergab ein ausführliches Memorandum, das volle Billigung fand'. Wohl gibt es auch hier einen von der Presse unterstützten Antisemitismus, stellenweise gab Cs auch judenfeindliche Ausschreitungen, doch ist es uns gelungen, auf die Presse aufklärend einzuwirken. Der Ziönistenkongreß. Der in London stattfindenide Kongreß der neutralen und Ententezionisten wird nur einen' vorläufigen Charakter haben, und es wind ihm, wie Weazmarän drahtet, ein allgemeiner Züonistenkonsr-sß folgen. Unsere Tote ei. Ingenieur N. M-Syrkin Am 24. Dezember 1918 starb in Kiew im Alter von 40 Jahren der bekannte Zionist Ing. N. M. Syrkirn. Die jüdische Welt kennt seinen Namen seit einer Reihe von Jahren, sowohl infolge der journalistischen als auch der politisch-gesellschaftlichen Tätigkeit seines Trägers. Besonders tat sich der Verstorbene auf dem Gebiete des Zionismus hervor, und zwar als Mitglied des russssdien Z. K-, wfe auch des Zentratereaus der, zionistischen Organisation in der Ukraine, deren eigentlicher Führer er' war. Er nahm auch an mehreren zionistischen Kongressen teil. •In Kiew, wo er längere Zeit lebte, erfreute er sich großer Popularität Er wurde von dieser Stadt in die russische Konstituante und nachher in die ukrainische Konstituante gewählt. Er bekleidete auch das Amt des Vorsitzenden der Kiewer jüdischen Gemeinde. Das Leichenbegängnis fand am 25. Dezember unter Beteiligung von zehntausenden Personen, sowie vpn Vertretern aller jüdischen Organisationen und Institutionen statt Es nahmen auch einige Militärabteilungen an diesem teil. Sämtliche Geschäfte waren geschlossen. Die Stadtduma, deren Mitglied der Verstorbene war, hißte die Trauerfahne Auf dem Wege zum Friedhof wurde der Sarg zunächst in die Duma und dsaim , M die Synagoge gebracht wo Nachrufe, gehalten'wurden. ' Salomon Händler Die ungarischen Zionisten und mit ihnen die ganze Bewegung hat einen schweren Verlust zu beklagen. Salamon Händler ist am 23. v. M. einem Straßenbabnunfaü in Budapest zum Opfer gefallen. Der Verblichene, der als unser Budapests Korrespondent in der „Jüdischen Zeitung“ einige vortreffliche Aufsätze über die Lage der Juden in Ungarn veröffentlicht hat, war eine der besten Hoffnungen' der aufstrebenden jüdischen Publizistik in Traosleätbanden. Mit 29 Jahren, nach einem Leben voller Mühsal und Sorgen — war er doch zu Beginn des Krieges, um seinen Lebensunterhalt zu fristen, gezwungen, sich beim Aufwerlen der Schützengräben in Budapest als Erdarbeiter zu verdingen — mußte der junge Händler gerade jetzt von uns schaden, wo seinem Volke eine bessere Zukunft winkt Seit Jahren galt er als Führer der zionistischen Hochschüler in Budapest er war ein Kämpfer für unsere Sache zu einer Zeit wo den Zionisten in Ungarn nur Flohn und Spott zuteil wurde. Unter ungemein großer Beteiligung fand .seine Bestattung in dem von der Budapester Chewrah Kadischa gewidmeten Ehrengrabe statt L. B Paiästinanadirichten Die Not in Galiläa. Herr Lewin-Epstein telegraphierte an die zionistische Organisation Amerikas über die große Notlage der aas Galiläa zurückkehrenden Flüchtlinge, die vor Hunger völlig erschöpft seien und großen Mangel ar. Kleidungsstücken hätten. Die zionistische Organisation erließ einen Aufruf zu einer Kleidersainmiung. sowie zur Erlangung von Mitteln für den Wiederaufbau-Fonds. Mitten in die Freude über den Einzug der Engländer in Gajiläa kamen die Nachrichten von einer Choleraepidemie, die in Tiberias ausgebrochen war. Es wurde berichtet, daß die britischen Behörden die Stadt unter Quarantäne gestellt und Hospitäler für die Cholerapatienten eröffnet hätten. Die Aerzte und Pfleger der Amerikanisch-Zionistischen ärztlichen Expedition begaben sich sofort dorthin. Tiberias scheint der einzige Ort zu sein, der ernstlich gelitten hat In Safed herrscht keine Epidemie, nur das übliche Elend. Viele Juden, die von den Türken evakuiert wurden, erwarten jetzt die Heimkehr. Die italienischen Mitglieder der Palästina-Kommission Dr. Eder und Kommandant Bianchini berichten, daß sofort 150.000 Pfund zur Hilfe für die neu eroberten Gebiete nötig seien. Zwei der Sachverständigen, die von der Zionistischen Kommission ernannt wurden, die Herren Oettinger und Wilkansky, sind nach Galiläa gesandt worden, um ©ihe' detaillierte Üebersicht über das Land und «seinen Zustand zu geben. Das Schulwesen. x ‘ Mit dem Zurückkehren der bewälirten Lehrer und der Evakuierten in ihre früheren Wohnorte nimmt naturgemäß das hebräische Schulwesen einen'Aufschwung. Der Leiter des hebräischen Gymnasiums in Jerusalem, Herr Salomon Schiller, ist in Jerusalem eingetroffen und hat das Gymnasium wieder eröffnet, -diesmal mit Parallelklassen für düe - männliche und weibliche Jugend. Auch Dr. L u r j e wirkt nunmehr in Palästina, und zwar als Inspektpr der hebräischen Schulen. Eine neue Kraft begrüßt Palästina in dem bewährten Pädagogen Jizchak Epstein; dem früheren Leiter der Salomkier Talmud Thora, der bis zur Rückkehr David Jellins init der provisorischen Leitung des Lehrerseminars betraut wurde. Auch Prof. Schatz ist bereits zurücl.gekehrt und haben ihm die Lehrer und Schüler des „Bezalel“ einen überaus herzlichen Empiang bereitet Misrachi-Konierenz. Am 25. EIul fand in Jaffa eine Misrachi- Konierenz. statt, an der etwa 50 Delegierte und Vertreter . sämtlicher jüdischer Organisationen, sowie der Zionistischen Palästina-Kommission anwesend waren. Diese sehr würdig verlaufene Versammlung faßte eine Reihe von Beschlüssen, die in der Hauptsache darauf Iiinausgehen, den choratoeuen Zionismus in Palästina moralisch und tatsächlich zu unterstützen, eine eigene, misrachistische Literatur ins Leben zu rufen, an allen öffentlichen jüdischen Arbeiten regen Anteil zu nehmen und darauf hinzuwirken, daß die erzieherische Tätigkeit in Palästina im Geiste der Thora . dluxcligefülmt werde. Es wurdean dieser. Konferenz ein neues Aktionskomitee des Misrachi in Palästina wie folgt bestellt: Chacham Baschi Uziel, Rabbiner Zitron. Z. Meisel, A. Lev und N. Janowski. Ankündigungen Das Bureau des gemeinsamen jüd. Hochschulausschussus befindet sieh IX., Mfillnergasse 33, IV, Stock. Die Amtsstunden des Sekretariates in Wirtschafts- und Studienangelegenheiten "sind täglich von 9 bis 2 Uhr vormittags. Mitgliederversammlung. Zwecks Vornahme der Wahl von Delegierten zur bevorstehenden zionistischen Landeskonferenz für Deutschösterreich werden sämtliche Mitglieder, des Vereines „Zion“, Wien, für Sonntag, den 12. d. M., halb 3 Uhr nachmittags, .ins Vercänslokal (II., Glockengasse 30) höflich st eingeladen. Verein „Zion“,- IL, Glockengasse 30. Samstag, den 11. d! M., um 3 Uhr .nachmittags wird Herr Moses Rosenbaum über, „Rom und Jerusalem, .von Moses;Heß“,.Vorfragen. Gäste willkommen. — Samstag, den 11. d. M., um 6 Ulm abends, findet im XVII., Hemalsergürtel 11, Restaurant „Feldmarschall Laudon“, eine jüdische Versammlungstatt. Tagesordnung: „Die jüdischen Forderngen am Weltfriedenskongreß“. Hebräische Teeabende finden jeden Samstag um 534 Uhr nachmittags im Verein „Zion“, 11, Glockengasse 30, statt. Zur selben Stunde finden auch literarische Abende für jugendliche Mitglieder statt.’ Wiener Ortskreis der Jüdischen Landarbeiterschaft Nächste Zusammenkunft findet Montag, den 13. d. M., um 346 Uhr in der Rede- und Lesehalle jüdischer Hpchschüler, IX., Türkenstraße 9, statt. Palästinainformationsbureau für jüdische Hochschüler befindet sich im Lokale der Lese- und RedehaUe jüdischer Hochschüler (X. Türkenstraße 9. Am-tsstiinden Dienstag und Samstag voii 3 bis 4 Uhr nachmittags. VL Vortrag Oberrabiner Dr. Cbajes findet Donnenstag, dien 16. Jänner 1919 im Saale des n.-ö. Gewerbevereins. I. Esohenbachgaisse 11, um halb 7 Uhr abends statt Thema: Die Renaissance .p ä p st e und' die Juden. Karten im Vereinslokale der jüdischen Rede- und Lesehalle, IX. Türkenstraße 9, an Wochentagen von 3 bis 4 Uhr nachmitaggs und in der Buchhandlung R. Löwit, I. Rotenturmstraße 22. Predigt im StadttempeL Die nächste Predigt im Stadttempel (I., Seitenstettengasse 4) findet Samstag, den 18. d. M., beim Morgengottesdienste statt Sportklub Hakoah, Wien. Sonntag, den 12. Jänner 1919, findet präzise 2 Uhr nachmittags im Industriellen _ Cafe, I., Concordiaplatz, die Ordentliche Generalversammlung, statt. . ' Der Ausschuß. Der Jüdisch-akademische Philosophen-Verein -hält am Mittwoch, den 15. Jänner 1919, um 5 Uhr nachmittags im Saale des Cafö „City“, Porzellangasse, eine Plenarversammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Wahl der Delegierten zum Parteitag. 2. Gründung und Organisation der Sektionen innerhalb des Vereines. 3. Eventualia. Jüdisch-akadem. Kulturverband „Jabne". Der wegen technischer Schwierigkeiten verschobene Vortrag des Herrn Dr, Nissan Goldstein über das Thema „Die Zukunft des jüdischen Rechtes“ findet nun Sonntag, den 12. d. M., im Lokale, Wien, H., Glockengasse 30/12, um 10 Uhr vormittags statt Hatchijah. Sonntag, den 10.- Schwat, präzise 4 Uhr nachmittags, findet im Cafö „Rotenturm“, IL, Obere Donaustraße 92, ein Vortrag des Herrn Dr. Ckaim Tartakower über „Chowoth hamaskil haiwri l’erez jisrael“ statt Gäste willkommen. Die Chawerim werden aufgefordert, Nr. 2 nach dem Vortrag zur Asefah pnimith um halb 7 Uhr abends im Cafe „Augartenbrücke“ zu erscheinen, wo Chawer D. J. Bornstein über „Sch’elath hachinuch haiwri b’winah“ referiereii wird. Am 15. Jänner eröffnet die Kindersrwppe für jüdische Erziehung einen Kindergarten für Kinder von 4 bis 6 Jahren. Einschreibungen finden noch Sonntag den 12./I. und Montag. den 13./I. von. 3 bis 6 Uhr im Zionistischen Bureau, Praierstr. 43, II. Stiege. I. Stock statt. Vereinsnachrichten Die Jüd. akad. FerlalVerbindung „Massadah“ hat ach laut Beschluß -des Gemeralkoravents vom. 28. Dezember 1918 für dieses Semester aktiv erklärt Auf Grund des Referates des A. H. Dr. H. Mandl wurde eine innere Reform der Verbindung dm Sinne tdfer von ihm vorgebracMen Leitgedanken beschlossen. Die Gegenwahl ergab: C. U. M. Emil Bachert*, stad medl Josef Rindl**, stud medl Eniteh-Knöpielmacher***. — Konzert- Cafe: Caf6 Jägerhof, Wien, IX., Porzellangasse 22. Zuschriften sind zu richten am Erich Knöprebnacher, Wim, IX., Grüne-Torgasse 13/14. * Jüdischer Handlungsgehilfen Verband Wien,. II., Obere Domausfcraße 65. Auskünfte an iiidBsche Angestellte und P.rivarttoteamte wenden täglich in der Zeit von 5—6 Ulir abends erteilt., ßomntag von 10—12 Uhr vormittags. Freitag geschlossen. — Interessenten (Angestellte) für zyklische Kurse über Sozialismus und seine Geschichte, sowie Jüdische Geschichte und Entwicklungsgeschichte dfer jüdischen Bewegung wollen ihre Namen iitnd Adressen dem J. H. V. bekaimtgebeiL — Heimkehrer, Kollegen lind Kolleginnen treffen sieh während! dier Zeit der Lichlsperre Dienstag, Donnerstag und .Samstag ab 346 Uhr lim Jndustriellenkaffee, I., Konkordiaplatte. Erklärung Die „Jüdische Zeitung“ brachte vor. anderthalb Jahren ein© Notiz über Gg. Jakob Landau und erhält nun von Selten des Präsidenten des Niederländischen Zkmist'en-Bumdes, Gg. Nehemia de Liieme, die Mitteilung, daß der Konflikt, der. als unmittelbare Veranlassung zu den seinerzeitigen Ausführungen gedient hat, bereits auf dem Parteitag© des Niederländischen Zionistenbundes im Dezember 1917 beigelegt wurde. „Unser Vorstand — heißt es weiter in der Erklärung des Herrn die Lieme — arbeitet mit Herrn Landau wie mit jedem anderen Zionisten mit, nur zeichnet sich Herr. Landau durch größere Aktivität aus.“_ Letzte Nachrichten Empfang Welzmann bei Wilson Stockholm, 9. Jänner. (Tel. d. „Jüd.. Ztg.“) Professor Weizmann ist In Paris vom Präsidenten Wilson nach dessen Rückkehr, aus Italien empfangen worden. Briefkasten der Redaktion Herz Adler. Wir sind mit Ihnen völlig einer Meinung. Wir können aber nicht glauben, daß wirklich Zionisten derartige würdelose Anbiederungsversuche unternehmen. In anonymen Zuschriften kann sich jeder „Zionist“ -nennen. Doch ist es wahrscheinlich, daß die „Ostdeutsche Rundschau“ diesen „Zionisten’’ mitsamt seltner Zuschrift frei erfunden Iiat. Daß die zionistische Partei mit dfen Radauaratisemitten miclhlts zu tim habeii will, halten wir für überflüssig ausdrücklich festzustellen. - Austritte aus dem Judentum Vom 1. bis 7. Jänner 1919. Dr. Bien Oswald, Privatbeamter, geb. 10. 5. 1889,. XIX., Bilrotiistraße 20. Eskenasy Heinrich, geb. 12 4. 1860, II., Ferdlnandst’raße 15. Dr. Eltes Maximilian, Advokat, geb. 2. 2. 1876, Wiiznitz, Bukowina, I., Färbergasse 5. Fremder Marie, geb. Oberheinrich, Näherin, geb. 3. 4. 'SIS, XV, Küchelbukergasse 2. Hellin Hans, Beamter, geb. 22. 2. 1896, Proßnitz,. Felix Mottlstraße 52. Huppert Dezsö, Inhaber eines Uebersetzungsbureaus, geb. 2. 11, 1882, Eperjes, VfII.;FIorianfgasse 12. " , Lenzer Norbert, geb. 17, 8. 1873, Seretb, II.,. Schüttelstraße 27. Löw Erich, Student; geb. 7. 3- 1896, III., Untere Viaduktgasse 35. Parasko Artur, geb.. 25. 1. 1885, Temesvar, W . Damböckgasse 2. Parasko Ida, geb. Porges, geb 6. 9.-1891, Prag,. VI., Damböckgasse 2. Ratyn Rudolf, Schneider, geb 24. 1. 1889, XV., Tannengasse 9. Rindl Johann Max, Hochschüler, geb. 16. 2. 1895,. V., Zeinthofergasse 6. Schwarz Anna Katharina, geb. 24 3. 1882, XVIII., Stemwartestraße 8. Weinberger Hermine, geb. Schulz, geb. 26. 8. 1870 Rücktritt: Herr Anton Kaiman, Mediziner, geb. 7. 6. 1896 in Budapest__’_- .Tmir rra* npin 7-120 nnaipa*! Eni?S£K\“! n*n na njnn narr m ans biananaa ■nsw’naw nna rm?n op ima-iNnn 'brb E3*rnp fix ua’w pn 'n' .pby'zz byaat« amanim /min1' rva* amn D©ani“x P”1*2 nato ,aHRni«n