Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 13 (1919)
- Issue
- 1 (3.1.1919)
- Date
- 1919-01-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Redaktion aad Adminiatratioa: - Wien »., Zirkusgaase 33 - Fernsprecher Nr. 45-325 Nalional-jüdtfches Organ Mit der Beilage : »Der jüdische Nationalftands“ -r-V - - ■-V# ÜSien, Freitag, den 3. Jänner 1919 Xill. Jahrgang — Nr. Beengepreis:" VieTJeijährii' & R ganz]. 24 üT, Einzelr.mnuiür 3>> A Postaparkaaeenkonto 133.404 Wilson und die Letnberger Vorfälle Am 1. jähner 1919 hat ein neues1 Abonnement begonnen. Im Interesse einer ununterbrochenen Zustellung, des Blattes ersuchen wir höflichsf, sich der bereits übersandten Posteriagscheine zur Erneuerung des A\bonnemenis gefälligst zu bedienen. Er verweigert. die Annahmepolnischer Telegramme. Warschau. 28. Dezember. (Tel. des „Nowy Dziennik“.) In einem Artikel mit derselben Aufschrift schreibt die „Nowa Qazeta“ (Nr. 548): i.Von einer gestern aus der Schweiz zirräckgekehrten Person erhielten wir die Nachricht, daß der Präsident WitsGn die Empfangsbestätigimg der ihm Im Wege des Nationalkomitees durch die Ver-' Ordnungen der Stadt Warschau und Krakau übermittelten Telegramme verweigert hat Diese Nachricht ist ebenso bezeichnend wie wahrscheinlich, wenn man einerseits die Ab- Prag, 1. Jänner. (TeL .«L Jüd. Ztg.) Der Präsident der tschechoslowaldächen . Republik, M a s a r y k, empfing am 31. {Dezember das Präsidium des Jüdischen Natiünalrätes' für den tschechoslowakischen Staat, bestehend aus Doktor Ludw. Singer,Pud. Kobn uud Dr. Max Brod. Dr. Singer begrüßte' den Präsidenten namens der jüdischen.-Nation und dankte insbesonders - für seine Botschaft an die amerikanische Ztonlstenföderation, imder Masaryk die Juden ais-nationale Minorität raiföiientlicheii politischen Rechten anerkannte.’M a säry k bekräftigte die Authentizität des vorgelegten englischen Textes und betonte, daß .er' nacit. wjewor auf «je« Grundsätzen der' Boischait .verharre. K o hn entwickelte eines Plan - Vierteljährig K 6.— - Halbjährig K 12.-- Ganzjährig K 24.— Ausland: "... Ganzjährig K BO.— „ - Administration Jüdische Zeitung.; ' Mit dieser Nummer Jiogixat der 13. Jahrgang der „Jüdischen Zeitung“. Die Bedeutung einer jüdischen Presse, die furchtlos für die Interessen des lüdi-. ecken Volkes eintiritt und durch ausgebreiteten Nnctaifcktendienst den Zusammenhang mit dem. Judentum der ganzen, Welt stärktr ist gerade in. der letzten Zeit riowcjgtäig poüt&scher; ErregtheaA die. d^.- ganze / Stockholm, 28|il)ezeinber. (L P. B.-TeL 4er .mac^.:dat' sie «irr durch kräftige Bejahung tehiier " «Jüd. Ztg.“)/ Der; Londoner Korrespondent «fes 'ÄsttSciW^ieri^ Zukunft feinen PIatz iii der; kommenden Stockholmer iücUschen Preßbmreaus TelegrapUCTtr . ^SSSsMi^StSäß rgyeniehmeB;'ypn.:gut,inloöi}Ierter:.Seite^: ‘ - '. _ ■ - - - " .. .tionsftgan und: politisches Sprachrohr ist1, uni 9«inen‘Anteil arii jüdischen Leben zu sichern. Die „Jüdische Zeitung“ ist sich der Verantwortung einer jüdischen Presse wohl bejwußt. Durch Ausgestaltung ihres redaktionellen Teiltet es ihr-im abgelaufenen Jahre gelungen, das Vertrauen weiter Kreise des jüdischen Volkes au gramen ' Leserkreis hat sich in diesem Jahr, verdreifacht Trotz der ungeheuren techniscieH . Schwierigkeiten, trotz Papiermangel und dauernder Steigerung aller Herstellungskosten wäre* wir bestrebt selbst! unter Opfern den Be- -■triob' in vollem Umfange aufrecht zu erhalten. Wir werden im kommenden Jahre auf dem betretedeu Weg weiterschreiten. Wir bitten unsere Leser, Uris ihr Vertrauen auch ferner zu schenken md uuserSr Zeit'ung Abonnenten und Leser, zu werben. Wer der Verbreitung der „Jüdäschen ZeitMg“ dient, dient der Verbreitung der jüdäsabe* Idee. Wie«, 2. Jämtor 1913. Redaktiou uud Vortag dar „Jidischou Zoitmig“. neigung des Präsidenten Wilson dem Komitee gegenüber. anderseits die durch die Lemberzer Vorfälle Uervoigeniicne Stimmung der Umgebung des Präsidenten in Betracht zieht in der sich ein paar Juden Befinden. (Darunter vier Sekretäre, durch deu bekanntoi New-Yorker Finanzmann und Phiiantrepen Jakob Schiff, einen persönlichen Freund des Präsidenten, empfohlen.) Diese Umgebung und mit ihr der Präsident Wilson sind der Ansicht* daß die Initiatoren und Leiter der antisemitischett- Bewcgung in Polen,Welche die Pogrome zur Folge hatte, die im Nätionalkomitee gruppierten Politiker und Richtungen sind.“ Der jüdische Nationalrat bei Masaryk gewerblicher und landwirtschaftlicher Kooperativgcnossenschalteu behufs Berulsumschichtoiig des jüdischen Volkes. Der Präsident bezeugte durch Detaliiragen großes Interesse. Mit B r o d besprach Masaryk-kulturelle und Schulfragen. Schließlich wie$..cUe Delegation auf die antisemitisches Ausschreitungen hin und überreichte eine De »kschrlit. In der unter anderem die Ueberlassung einer entsprechenden Anzahl von - Mandaten in der .tschechaslawakischen National,Versammlung an die. jüdische Nation der Nationalversammlung nahegelegt wird. Der Präsident . erklärte, diesen. Wünschen sympathisch: gegenüberzustehen und sie im Rahmen seiner ver-; fassungsmäßigen Befugnisse unterstütze»' . z» wollen. . .J ■■ . erprWdöcL' CTbSiPRä?^.'eöS mann und Sir Herbert Samue 1 zum Frühstück einlud und bei dieser Gelegenheit die beabsichtigten Vorschläge der Zionisten für die Regierung und Friedenskonferenzybeziiglich der Verwirklichung des Baseler Programms auf Grund von Balfours Erklärung diskutierte. Der Korrespondent will erfahren haben, daß auf Lloyd Georges Rat das vorbereitete! Programm, worauf Weizmann in seiner Rede vom 7. Dezember anspielte, zurückgezogen und wesentlich verschärft wird. Sir Herbert Samuel übernahm die Ausarbeitung eines neuen Projektes. (Weizmann hatte in seiner Rede vom 7. Dezember 1918, und der Zionismus über, die wir bereits.- auf . Grund eines Telegrammes.kurz herlchtet haben,- erklärt,;, es'sei nicht möglich, gegenwärtig einen jüdischen Staat zu verlangen. .Wast-maa-- verlangenmußi$t: ut^Bh^Anetkanimng^jJer-natiartafeir-im<£hi9tor&.: ~ scncni Anr echtedes f jüdischen Volkes aufPalästäna. 2. Bis die Juden fähig sind, ein« eigene Regierung zu bilden, muß Palästina unter Sachwalterschaft (treusteeship) stehen, und der Verwalter. soll Britannien sein. Weiter werde verlangt, daß eigene Agrargesetze geschaffen werden, daß alle öffentlichen Unternehmungen durch eine zu bildende. jüdische Organisation geführt werden, welche sich an der Landtesverwaltung beteiligt und auf die Form der zukünftigen Regierung Einfluß nimmt Der Eisenbaimbau und andere Unternehmungen werden von Juden geleitet. Die hebräische Sprache wird als ofüztette Sprache anerkannt.) Für einen jüdischen Weltkongreß Zürich. Das Schweizer Komitee „Pro Causa Judaicä“' (Präsident J. Dreyfns-Brodsky, Basel) wendet sich in einem wohlbegründetcn Auiruf an alle jüdischen Organisationen der Welt zwecks Einberufung eines jüdischen Weltkongresses, der an dem Orte der Tagung des Friedenskongresses zusammentreten und sich mit. folgenden Hauptproblemen beschäftigen soll: 1. Die Mitarbeit der jüdischen Gesamtheit an der Errichtung der nationalen Heimstätte in Palästina. 2. Die Förderung der Maßnahmen zur Erlangung und Sicherung der politischen und kulturellen Gleichberechtigung des jüdischen Volkes in den Ländern jüdischer Massensiedlung. 3. Die Ergreifung von Maßnahmen zur Erlangung der vollständigen Gleichberechtigung der Juden in Rumänien. 4. Die Begründung einer Organisation oder Institution zur Regelung der jüdischen Emigration. Haag. (TeL d. „Jüd. Ztg.“) Der Parteitag der holländischen Zionisten faßte den Beschluß, die jüdischnaticnalen Organisationen aller Länder aufzniordern, einen jüdischen Weltkongreß einzuberufen. Das Wahlrecht für Die Wiener Kuitusgemeiride * Von Dr. Leopold Plaschkes. Nicht nur itns Zionisten, sondern auch den ierzeltfzen Machthabern der Wiener jüdischen Cejtfe&de ist es klar, daß das bestehende Wahlredifteseitigt werden muß. Wir nehmen nicht an, dal we Herern sich aus moralischen Anwandlungen entschlossen, auf das gegenwärtige Wahlrecht zu verachten (von1 dem einer der Ihren, Dr. Heinrickt. Schreiber, sogar zu behaupten wagte/ dieses reaktionäre Wahlrecht sei iierade recht), .oder dal sie plötzlich die Ungerechtigkeit der Grundlage* vdes derzeitigen . Wahlsystems erkannten, sie sktd-..vielmehr mit ihren Kenntnissen zu Ende: sie habe* .allen .Grund, die neue Zelt und die herandrängeäden Probleme zu fürchten. Die PerrrrameaäkmhmissiöR. bestehend aus drei Zionisten und ■ drei. Vertretern der Offiziellen, wurde zur Vor-. b*rcttui£g „des Entwurfes einer neuen, auf demoheatiieker Basis. aufgebauten Wahlordnung für den Kidtu§yorstaifd“ etngesetzfe Die zionistischen;Mlt- -: tlieier der Kommission erhielten den Auftrag. •i«ö*JVorschlaÄ zur Aenderung der Wahlordnung au dberrefebeu. was sie vor. mehr. als. drei Wochen gtiariL.haboK.. ohne bisher ia: der Kommission ’di* VartlKicfdvdKSg oder auch wj^- Beratung des Bniwmfds bewirken za können, obwohl »Knack Inhalt der Vereinbarung „von der Permanenzkommission innerhalb vier Wochen fertigznstelien und vom Kultusvorstande binnen weiteren vier Wochen zu erledigen“ war. Diese Verzettelung kann Folgen nach sich ziehen, welche weder die drei Vertreter des Kultusvorstandes, nocaieser Kultusvorstand selbst, der seit November infolge Ablaufes sämtlicher Mandate jedes Recht auf Bestand verloren hat, heute zu übersehen vermögen. Schwierigkeiten, die um so größer werden, je mehr sich die Beauftragten des offiziellen Kultusjudentums-'.yop. der geraden Linie: des geschlossenen. Pakfs er .fernen und dadurch die Zionisten zu einem Einschreiten drängen, das wegen der durch Hinausschiebung der Kultuswahlreiorm in der jüdischen BevölkerungWiens um sich greifenden' Erregung geradezu unausweichlich wird. Die Zionisten wollen -nur gerechte Forderungen durchsetzen. Sie verlangen, das S t i mmrecht für alle eigenfcerechtigten Angehörigen der Wiener jüdischen Gemeinde ohne Unterschied des Geschlechtes, welche sich seit sechs Monaten vor Ausschreibung der Wahl in Wien aufhalten. und zwar ohne Rücksicht auf ihre Heimatsberechtlgung und Staatsbürgerschaft. . r Von einer Stcuerleistung kann das. Wahlrecht einer demokratischen Gemeinde nicht abhängig gemacht werden, wenn alle änderen. Vertretungskörper das Staates vom Zonsussystwn abgesehen haken.;* Eine Beschränkung, welche die Hälfte der erwachsenen jüdischen Bevölkerung Wiens des Wahlrechts beraubt, die Entrechtung der Frauen, muß behoben werden. Konstituante. Gemeinderat und Landesversammlung haben den richtigen Weg gewiesen. Die Gründe, welche uns die Gegner wie Brombeeren darbieten, sind ebenso überholt wie das derzeitige System der Kultusgemeinde. Die Fähigkeiten der Frauen zur Betätigung in öffentlichen Stellungen kann ebenso wenig bezweifelt werden wie ihr unbestrittenes Recht hiezu. Selbstverständlich sind wir aus demokratischen Rücksichten für eine möglichst kurze Seßhaftigkeit, da jede Verlängerung dieser Frist einer gefährlichen Wahlrechtsbeschränkung gleichzuhalten wäre. Im Sinne des Gesetzes vom 21. März 1890. R.-G.-B1. Nr. 57. bzw. gemäß §§ 1 und 2 des Kultusstatuts werden sich die Gegner trotz ihrer Bemühungen vergeblich gegen die Erteilung des Stimmrechtes an die Lm Wiener Gemeindegebiet wohnenden Juden wehren/ weiche/die deutschösterreichische Staatsbürgerschaft noch nicht besitzen. .! Wir wollen sehen, ob es jemand wagen wird, die Kultusgemefndeallda als einen Hort der Reaktion in Deutschösfexreich . zu erhalten. Dar, Staatsrat wird Gelüste nach einem beschränkt^ ungleichen Wahlrecht oder gar eine Kmie „ Höherbesteaerten nicht dulden. 5