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Jüdische Zeitung · 1918-12-20 · 51 (20.12.1918) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
12 (1918)
Issue
51 (20.12.1918)
Date
1918-12-20
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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% Seile b Ä ■ JÜDISCHE ZEITÜNQ Nr. 51 i Kaufleute geäußert, dte die Führung der Geschäfte in Deutschland. den Händen der berufenen Führer entwinden wollten. — Dank vom Hause HoSenzpIlerol ~ Bgriig, 3. Dezember (Tel d. Jüd. Zig.)' Der Jüfjfebgg Kundschau -wird. von. unterrichteter Seite tgjfgctei'lt: lu der Reichskanzlei fand anj. 29.' November eine, Besprechung mit drei polnischen, Politikern. nämlich- Reichstagsabg. .von. Tragytczypski und den. Vertretern des obersten, no|||$chem Volksrates in Posen, Marchlewski. und Poswinski statt. Deutscherseits' nahmen'tejj. Volksbe^ufteazier des Mjnisteriuihs des Innern,. Vop, Gerlach und. Unterstaatssekretär. des Reichst ustizamtesOskai Cohn. Die polnischen Politiker erklärten, die polnische Regierung wolle nicht die nationalen Minderheiten vergewaltigen. Die polnischen Herren leiten aus der Geschichte, des alten, Polen die Verpflichtung her, auch den Juden, ihr volles Recht'zu gewähren und erklärten sich bereit, dem polnischen Ministerium sogleich eine. Bekanntmachung gegen die Pogrome und die Anrufungeinerneutralen- Regierunganzuraten, welche zwecks Untersuchungder. Pdgromberichte ~ eineunter neutralem Vorsitz arbeitende- Kommissioneinsetzen solL Ucber die Zusammensetzung, der Kommission sollnochverhandelt werden; doch, erklärtendie Polnischen. Politiker, daß. sieniib-derZuziehung-jüdischer. Kommissionsmitglieden durchaus einverstanden, und nicht, daraufbeste- _heh, daß-diese. Assimilanten-seien. Die „Jüdische 'Rundschau“ bemerkt hiezu, daß., abzuwarten, ist,- ob-diese- Zusage der polnischen. Politiker, bisher, deutscher. Staatsangehörigkeit gegenüber ■ den- Mitgliedern der. deutschen. Regierung, auch vom pol. Bischen MMstemim eimgeääst werden wirf. (in- «.•Wgfe vegsgig,): . * Der. „Wiener- Mittag“''. Herr Leopold Höre, niio stellti uns.fqlggnden-Brief, zutl Verfügung, den. er-aiu dea-. »Wiener, Mittag“ gerichtet hat: „Alt den,„Mittag“ Wien,. Es. war. Anfangs.nicht meine, Absicht ihnen Material für IhreRnbrik: „Was man> deg?..Mittag schreibt!* zu, liefern; aber die syste». mische Judenbetzp die Sie, mit einer, Niederträchtigkeit ohnegleichen, betreiben, veranlaßt, mich, es-zu tuiL Sie.lmb£n.in:Ihrer.Nrv v. 13. Novemberin .dem; Artikel „Der, Tag, der Befreiung!;* einen, Safe geprägt..wie. ihn .für. Sie, nickt: hätte, besset? finden können. Sie sagen. „Wir sind jedochi überzeugt, daß sich unser, Volk durch die neueste, rote Verkleidung nicht täuschen, lassen, wird, etc.“ — Ja, auch ich sage es Ihnen, auci 'ich bin,überzeug^'daß._sich das.; Volfe.em, so)ches;Re~ - volyerblatt nicht gefallen lasse®/ wird, „das,.bis3v<tr* 2 Monaten, noch -die wüsteste Kriegshetzebe*. trieben, das. noch vor 2 Monaten, mit derselben Leidenschaftrfür, den Gewaltfrieden, wie. jetzt für. deniVerständigungsfrieden-.eingetreten ist und jetzt dieKoniunktur. ausnützeud -durch sein repüblikani-. sches,Geschrei. die..Anfmerksamkett .von sich, auf, die Juden ablenken will. — Fast bedauert man-es, daß das Faustrecht abgeschafft ist. Aber Sie, können versichert sein, es kommt noch der Tag, wo insu, mit.salcheitt Pr^strolcheu, ahrechnenwird. ZumvScblusse.tnnß: ich aber gestehen, daß.ich-. Ihnen gar, nicht, so., viel politisches: Ehrgefühl, zu* mnter diese Zeilen< ZU. veröffentlichen. Horidk“ Polgp. * Dar Verißcbtunigskatnpf gegen, die Juden, Einen, dokmnettarischen. Bewefs .für. den, wütsch^fücben Boykott, den die. Polen von neuem, regen, die Judea^ anwendem, liefest ein Rund; schreibender. Bezirkshaupttnannschaft in.Strzyzos& vop, 2. Dezember an „aie? Bauemzirkel, Ge* nieißdebehördec, - Schulverwaltungen, Parochial-. ämtfir, Gutsdirektkmen, Genossenschaften und, Konsumvereine“, in dem dte, Boykottlosung: „Jeder, zu dem Seinen“ ausgegeben wird. „Werfen, diet- Geschäftepolnisch und? christlich sein“, schreibt, der, Unterzeichnete Komni^sär, der Pol-, niscjjen Liquidiernngskonumssion, dann haben., wir, weder Ausbeutung, noch minderwertige Warcfl-.zu’ befürchten.“ — Dieses Rundschreiben denJCommissärs der, P. L. K-, das. nicht ohne Kenntnis.., dieser- Behörde: verschickt werden sein, kann, , zeigtrfentljcjtu.das, Januggesiebtidec P.- L. K: Einer* seifeaPPfffiert sie^an diet.Juöen>um,die Teilnahinjtfe an dem.AMfbSÄ-des polpisc.hen Staates,,.andererseits predigt, sie; durch ihre. Organe, den wirtschaftlichen Boykott-der: Juden. "Dieses Zirkulär ist ein würdiges' Seilenstück "zu der, bekannten Pogromdrohung der.'P.: LI K: Hlustratlon zur polnischen. .Kriegführungv „Ilnstrowany Ruryer Codzienny“ Nr. 226 v. 19. November 191S schreibt: Die Befreiung Ostgaliziens. Der Befehlshaberder-Expedition ist der General Roja. Krakau den 18. November 1918. Die polnische-Kommandantur * gibt Ifekannt: „Des Weiteren wird bekanntgegeben — nach der Wiedereinnahme der Stadt Przemysl — daß die Aktion zwecks Schutzesder Bevölkerung in . den östlichen Bezirken, ■ schon in den nächsten 24 Stunden positive Resultate.zeitigen.;wird.. Der Bevölkerung wird bekanntgegeben, daß die.Stärke der einzelnen „Garnisonen!* Galiziens, infolge Mangel Freiwilligen kaum genügt um den.Wachdienst zu besorgen, so daß für die sogenannten „Assistenzen“ zwecks Aufrechterhaltung: der.,'.Or4nung in den benachbarten Gebieten, keine-, Mannhaft; vorhanden ist. - Des: Weiteren wird bekanntgegeb.en, daß da;s Gros der Soldaten, obwohl ohne. Löhnung, und der Offiziere ohne Gagen, infolge Geldmangels gegen Idem-Os lern abmarschiert ist (!) . Das Kommando über die im Osten operieren-- den Abteilungen und Gruppen hat, der. General Roja übernommen.“ - - Ein Kommentar erübrigt sich. “•sFiii, vielsagendes. Dementi. Die „Neue Freie, Presse*1 meldet: Der Vorstandder Jö$sehet}- Kultusgemeimlerin Rgeszow-ersucht festzpsteHenr daß*ln dieser Stadt kein- Pogrom gegen die- Judenstattgefunden, hüte ° Polnischer Aqieiheversuch durch, einen — getauften Juden. Im Aufträge der polnischen- Regierung weilt gegenwärtig, Dr. Wasserberg, früherer Direktor des galiziscben Rohölverbandes, in Wien, um m den dortigen Finanzkreisendie vompolnischen- Staate, neu-, aufgelegte Staatsanleihe zu plazieren Unter dem Titel, „Die Pot gromisten auf der Geldsuche“ gibt „Der Abend** einige interessante. Daten über, die Persönlichkeit des Dr. Wasserberg. Dieser war ursprünglich Jude, ließ sich später katholisch taufen, um nach . der Besetzung Lembergs durch die Russen zur russisch-orthodoxen Kirche überzutreten. Dafür bekam er vom Grafen Bobrzynski dife Stelle eines russischen Kommissärs für das^galizische Naphthagebiet. Unter Hinweis auf die unerhörten Pogrome? in Galizien gibt der „Abend“ der Erwartung Ausdruck. daß die deutschösterfeichischen wie überhaupt die Finanzkreise aller zivilisierten Staaten es entschieden ablehnenwerden, eine Regierung zu unterstützen, die nationale und wirtschaftliche. Vorrechte durch Morde zu sichern supht Das. „Neue Wiener Journal“ brmgt eine ähnliche'Notiz. Polnische Erpressung, „ Der Jüdische. Nationalrat in Wien erhielt, folgendes Dokmnent: PIatzkom|ußudo,Sa|iQk- Kommando, der. Expedition. Sanok-Chyrow. An. die. israelitische-.. Kultusgenreändc- In' Ustrzyki doJite^/Es. wurde, nun bestätigt daß die. jüdSchd-Bevölkenrng. an, den Kämpfen der- Hai* daniskepr Keiteudas. polnische. Militär, teilniimrvt,. das-iipt Auftrag,, der, polnischen Regierung. Ruhe, und/ Ordnung, iij, das*Land. bringt. Molge. dieser, feindlichen. ' undverbrecherischen . 'Handlungen; haben, schon, drei unserer Soldaten, den. Tod erlitten. Die, Täter werden, dafür persönlich, haften. Die-israelitisches Gemeinde,— die das nicht verhinderte. Hat unter dedj Titerder Strafe einen Bestrag von 300.000 Kronen im Verlauf einer Stunde; zu, zahlen. Im„Falle. der Nichteinzahlung werden die. jüdischeni Häuser, bombardiert.,oder mit Djrnajnit gespredgi: upd, die Strafe zwangsweise ein- , gehoben. Der,. Offizier, der. dieses Schreiben: zustellt, isb gleichzeitig bevollmächtigt obige Summe in Empfang-zu.nehmen und zu Quittieren Ustrzyki.. 24„ November; 191ß. Swobpda, Oberstleutnant Kommaiteant der. Expeditfpn- Hiezu bemerkt däs.J. P. W,: Das Originaldokument wurde dem Grafen'Lasocki in Krakauvon einer jüdischen Abordnung-vorgelegt die sofort die - Einstellung der „Expedition“ verlangte. Graf Lasocki, verweigerte die. Rückgabe des, Originals, und folgJey erst,-, als dte Abordnung, betonte. daßisie:es.:fSr;rden.Ftiedensköugreß b^nüthEew..elae. AbscfirifL auii^, ' v' ' ■■ - Ukraine :'. . * Eine Agrarbank^ fUr. Palästina. Der „Moment“ berichtet: Dieser Tage bildete eine Gruppe jüdischer MiHiojQäreäh Ki e-tVein-Kpnsortium zum Zwecke der Gründung einer Agrarbank in Palästina. Das Gründungskapital, soll 40 , Millionen.. Rubel befragen. Die Initiative zu dieser Gründung, an' der sich* u." ä.- aüch der. bekannte» MiUionär- Brodski beteiligt; kam von Herrn Kreiner. — Wie- Odessaer Zeitungen melden, soll; demnächst, das A. C.-Mitglied M. M/ Ussichkin-auf . einem amerika-, nischen Kriegsschiff, mit besonderer Mission nach- Palästina abrdisen. England^ * Das-: Friedettsprogyainni derenglischen. Demokraten,,„The-New Europa-“ vom, 17.' Oktober fordert in: seinen Vorschlägen..zur Völkerliga,upd, zum Frieden: „Palästtpa muß, unter, dem Schutz, des,.zukünftigen Völkerbundes ein jüdischer Staat, werden}.,-wob,ei;iede)Gäh td.ee, Heiligen^.Stadt .eine .besondere Stelliingx eingeräumt undden Vorrechten,, und Ueberlieferungenx aller dort vertretenen Reil* gionen die gebührende .Rücksicht erwiesen werden, muß“, ein-Grundsatz, den diezionistische-Weltorganisation sich von Anfang an zu. eigen ge*, macht haf. x * Lord'Readingc.Komm!ssär für Lebensmittel— aushllfe. Aus London wird dem-„Nieuwe Rotterdamsche Courant“ gemeldet, daß die eriglische-- Regierung der Bildung einer Kommission zugestinunt habe, deren Aufgabe darin besteht, die- Lebcnsinj.tteJbÜte^ fürdie bedvttfdgafti europäischen Staaten^ insbesondere auch -für Deiitschländ und, Deutschösterreich zu organisjereit An der. Spitze;- der KonwüssmU: stehen. Lor d. Ro ad i n g und.. Maclayv (Lord Readingr, ist bekawitlich. Jude., und hat. sich, int: Kriegwiederholt für,- die zionistischen,. Bestrebungen, erklärt) Amerika * Empfang einer, jüdischem Deputation bei, Wilson- Kn Privatkablogramm aus NewrVortk berichtet dem Jüdischen Korrespondenzbüro Bern- Zürich, daß der Präsident Wilson eine Deputation von-Zidnistea-empimg. die-ihm emen ausführlichen Bericht über, die Judenpogrome in Kongreßnolen, und Westgalizien erstattete.. Palästina, * Die Ersehließung;Palästinas. Die englische. Zeitschrift „Eeonomist“ schreibt ..in. einem. Leitaufsatz: „Hervorgehoben muß, wdrden, daß die. wirtschaftliche Entwicklung, des Landes in der Hauptsacheden jüdischen Siedlern zu verdanken ist- Diese. Leute sind vornehmlich in ,der: Land-; Wirtschaft tätig, jrad ihr Pionierwerk yerheißt gute - Aussichten für die Zukunft? .Palästina^sollte? em;, Bindeglied zwischen Asien!. und;./Afrika}' eine. Marktstätte zweier. Erdteile werden.“ . „Daily . News“ meiden, .daß,^von: Kairo über. El. Kantarä nach Jerusalem bereits e&i Reiseverkehr eröffnet: . wordenist Die Fahrt dauert- 15;-Stunden} ‘üfein - reistr>«ars,EIsenbahn bis knappe vor RandQhtlS'äusi? dem isnguiKk von - der- Umstefestatton' in? zwe? Stundenmittels Automobils nach» Jerusalem:. Dep:- Warenverkehr aus England' geht-über Alexandriar naett Ramleh. Auf' dieser Linie kommen besondere- Begünstigungen zur Anwendung; ein Transitzoll wird:, von. Aegypten nichteingriiobeni Die? einzelnen, Frachtstückesollenüber das. Gewicht: eaes? Meterzentners nicht hteausgeheiu Italieidsehetu- Meidungen zufolge sfed-in Jaffa raui Jeusalemwön/ dem'Engländern Geschäftebur-eaua erriehteh worden Nach einer Meldunaaus dem Orient hatdie Anglo-Egyptian Bank? Zweigniederiassungen, irt Jaffas und Jerusalem-’m dendorügen- Geschäftsräumen der Deutschen Palästina=>Bankr errichtete * Das gesetztreue Judentum in, Palästina* Das Misrachi-Korrespondenz-Bureau Zürich meldet: Die MisrächirOrganisation in Palästina formt heute das Band zwischen allen thoratraten- Elementen im Lande. Täglich? werden neue Vereine gegründet. An. der Spitze der Organisation? steht der Chacham. Base hi von. -Jaffa, Rabbjner Betj,- Zion Usiel. In Jerusalem gelang es Herrn Professor Weitzmamx,. die. Juden zu einigen. Die Rabbinerkonferenz faßte den bedeutsamen Be» Schluß, die Jesphiboth- und TalmudrThora-Schulen, in Jerusalem, zu. hebräisipren, Zum< erstemnal^ würfe, von. den Jerusalemer Rabbinern,dem,Zte? nisipus. ein.. Sympathiebeweis entgegemgebracht.. Auqh die Schulen des, Misrachi, entwickeln.; rieh., in befriedigender Weise. . Die größte. Schul«, isfe der Tachkemom; der zehn« Klassen eutb&Jt. uniunter,- der Leitung, des? Talmudisten Rabbiner, J osci-. Seligeraus- Lemberg, stehfe. Juden/ Deutsehösterreichs?! Auf, Grund, des? neuen, Gesetzes ühe$. d|%r Staatsbürgerschaft, kann-jeder/ Jude, und« fede* Jüdin, die in,einem. der Länder der früheren-Mon;. archie,. Galizien ausgenommen, heimatsherechtigfr sind, ohne weiteres die/ ticutschösferrelchlsche Staatsbürgerschaft erlangen. Aber auch Juden und Jüdinnen aus Galizien können deutscliöstcrreichische Staatsbürger werden, soweit sie seit dem 1. August 1914 im Gebiet der Republik Deutschösterreicbs ihren ordentlichen, Wohnsitz haben. Alle deutschösterrcichischen Staatsbürger haben das Recht, von hier nicht ausgewiesen zerwerfen, sie haben vor altem schon mit dem 21. Lebensjahr'd a s W a li I r e c h t.' Judefn, werdet deutschöstcrreichische Staatsbürger! Was hiezu erforderlich ist und zu geschehen/ hat, erfährt man kostenlos in unseren Bureaux-: II, Bezirk.vZirkusgasse 33. Glockcngasse 30/12 und'- - Präterstraße 43. - :.' Jüdischer Nationalrat für Deutschösterreich, Die nationale Bewegung; Fünfte ^Plenarsitzung des Jüdischen National rates. Iu der fünften Sitzung am 16. Dezember; erstattete die Leiteriff des Ressorts für soziale. Fürsorge, Frau-Anitta Müller, das Referat über-die Schaffung eines Organisationsamtes für jüdischer soziale Arbeit. Nach überzeugender Begründung» , der Notwendigkeit einer solchen Institution? skizs? zierte Frau Müller den Umfang und den Inhalt;- der geplanten Arbeit und stellte programmatische« Leitsätze auf. Auf Grund des mit großem Beifalll: aufgenommenen Referates wurde beschlossen, die/ Leitsätze und das Organisationsprogramm zu vervielfältigen und allen Nationalratsmitgliedern-vor? der nächsten Sitzung zuzustellen, damit in: der nächsten Sitzung in die Spezialdebatte eingegan- ,gen werden kann. •? /- - An der folgenden Generaldebatte beteiligten sich die Herfen Uosemann (jüd. Soz.-Dem.), Dozent, Dr. Torezyner, Dr. Tartakower, Dr. Bernfeld, Sitzmann, Dr. Abeies, Dr. Weltsch, Blüme,- Dr. Sokal. Das Schlußwort hielt sodann Fratr- Anitta Müller, welche insbesondere die von den- 'jüdischen Sozialdemokraten erhobenen Einwendungen widerlegte. Hierauf wurden die vorgeschlagenen Leitsätze vom Nationalrat im Prinzip, angenommen. Spezialdebatte in nächster Sitzung. Ueber Vorschlag des Vereines Jischub Erez,“ Israel wird dessen Mitglied, Herr Bernhard J a'h f, ins. Präsidium gewählt. - Nach einigen kurzen Anfragen wird die. Sit*' zung geschlossen. Termin der nächsten Sitzung wirf, schriftlich bekänntgegeben. Lundenburg. Endlich hat auch in - unserer-. Stadt der national-jüdische Gedanke Fuß gefaßte- . Am . 25. November bildete rieh hier zuerst- ©in« provisorischer Volksrat, dler rieh die Aufgabe/- setzte, die Interessen der hiesigen Juden bei? den Behörden zu wahren. In einem an den an Stelle, des Bürgermeisters eingesetzten Regierungskort.missär gerichteten- Schreiben machte - der Volksrat von seinem Entstehen Mitteilung. Der Regierungskommissär gab in seinem Antwortm schreiben seiner lebhaften Genugtuung darüber Ausdruck, daß sich die Juden im Bekenntnis’ zu ihrer. Nation zusammenschließen. Auch in der Gerneindeverwaltungskommission wurde. die- % Gründung des Jüdischen Volksrates beifällig aufgenemmen. Am 9. d. M. sprachen über Einladung, des provisorischen Volksrates die Herren Doktor Hermann aus Ohnütz und Dr. Sonnenfeld aus.. Brünn in einer sehr , gut besuchten Versammlung über die Notwendigkeit der nationalen Qrgant*.- sation der Juden, ihre Ausführungen wirkten so ... überzeugend, daß sofort 200 Personen ihren Bei-. .fritt zur national-jüdischen Vereinigung erklärten.

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