Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 12 (1918)
- Issue
- 33 (16.8.1918)
- Date
- 1918-08-16
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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I - t: Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Dr. SchmariaLevinin einer tief cmpundenen Rede des verstorbenen Führers Dr. Echiel T s chleno w. Danach schritt man zur Wahl eines Präsidiums, es wurden die Herren Louis Lipski und Schermann gewählt. Nach der ersten Sitzung fand eine längere Pause statt, in der die Mitglieder des Provisional Zionist Executive Comittee zu einer außerordentlichen Beratung zusammentraten. Die Mitglieder des P. E. C. empfingen eine bessarabische Delegation, welche das P. E. C. auf die schreckliche Lage, in der sich die 300.000 bessarabischen Juden durch Annexion Bessarabiens befinden, aufmerksam machte. Im Namen des P. E. C. gab Dr. Stephan Wise der Delegation die Versicherung ab, daß alle Schlitte für eine Intervention nach dieser Richtung hin unternommen werden. Dem Empfange wohnte auch Justice D. Brandeis bei, dem auf der Konferenz stürmische Ovationen dargebracht wurden. Die nächste Sitzung war ausschließlich O rganisationsfragen gewidmet. Nach sehr langen und zum Teil stürmischen Debatten ist der Beschluß gefaßt worden, sämtliche zionistischen Vereine in den Vereinigten Staaten in eine gemeinsame Organisation zu vereinigen unter Aufhebung der bis jetzt bestehenden Zentralkomitees einzelner Verbände. Sämtliche zionistischen Vereine sollen nunmehr dem Zentralkomitee der American Zionist Federation unterstehen. Hierauf schritt der Vorsitzende zur Verlesung der Botschaft des Vorsitzenden der Zionistischen Palästinakommission, Dr. Ch. W e i zmann. Die Verlesung der Botschaft Weizmanns wurde durch stürmische Beifallskundgebungen unterbrochen und rief zum Schluß begeisterte Ovationen hervor. In der Begrüßung heißt es: ..Die Arbeiten unserer Kommission haben die freundschaftlichen Beziehungen zwischen uns und der englischen Regierung sowohl, wie den englischen Administrationsbehörden im besetzten Judäa außerordentlich gefördert. Dank ihrer Unterstützung und ihren Ratschlägen haben sich die Beziehungen zwischen uns und der großen arabischen Nation in freundschaftlicher und harmonischer Weise gestaltet. Mit Hilfe der englischen Behörden ist es uns gelungen, der notleidenden jüdischen Bevölkerung in Jerusalem, Jaffa, Hebron und anderen Orten, die durch die Desorganisation der Türken ganz hilflos geblieben waren, rasche Hilfe zu bringen. Aber das sind alles nur Anfänge. Um unsere Arbeit alizuschließen, ist es notwendig, daß jeder Jude,1 der an die Heiligkeit unserer Sache und die Verwirklichung unserer Hoffnungen glaubt die größten Anstrengungen macht die größten Opfer auf dem Altäre unserer jüdischen Nation bringt. Große Summen sind zum Aufbauder jüdischen Kolonisation notwendig, ln der gegenwärtigen Zeit wo unsere Brüder in Palästina von ihren Brüdern in Rußland getrennt sind, blickt die jüdische Bevölkerung Palästinas, wie auch unsere Kommission, mit den größten Erwartungen auf euch, Zionisten in Amerika. Von euch erwarten wir, daß ihr in die durchbrochenen Reihen .eintretet und Heilung und Trost bringt für unsere schwer geprüften jüdischen Kolonien. Möge eure Arbeit gesegnet sein und möge sie zur schnellen Erreichung unseres Zieles verhelien.“ Die Konferenz beschloß hierauf die. Absendimg eines Telegramm es an Dr. Cii. Weizmana. Gleichzeitig überwies die Konferenz ah Dr. Weizmann telegraphisch 50.000 Dollar. In der Abendsitzung hielt Prof. Dr. David Werner-Amram von der Pennsylvania-Universität ein Referat über das Thema „Das Gesetz und der jüdische Staat“. Jacob de Haas verlas hierauf die Programmpunkte der zukünftigen Ordnung in Palästina, die den Delegierten zur Annahme empfohlen wurden: 1. Politische und bürgerliche für?.. 2. Die National is iierung des fr,-' Bodens und der n a t fi r 1 ichen Reich- Ü'- - ' ■ ü' tünier des Landes für d a s G e s a m t- 1 V w ohL l 4'" 3. Das Verbot der Boden speku-;i; i.. . . iati oa,;( . 4. D ie Durchführung des Prinzips begeisterten Kundgebung. Der Gesandte besprach ausführlich die großen Möglichkeiten, die für das jüdische Volk in Palästina vorhanden sind. Er zweifle nicht daran, daß das jüdische Wissen und Können die Reichtümer des palästinensischen Bodens zu neuem Leben erwecken werden und so dem jüdischen Volke in seiner Heimat eine glückliche Zukunft bereiten werde. Das Referat von Dr. Schmaria Levin über die hebräische Universität in Jerusalem wurde mit großem Beifall aufgenommen. Herr de Haas teilte hierauf mit, daß ein nicht genannt sein wollender Zionist für die Universität 25.000 Dollar gespendet hat. Es gelangte ein Telegramm von Herrn Levin- Epstein aus London zur Verlesung. Der Schatzmeister des P. E. C. verlangte darin, daß die 'amerikanischen Zionisten 80.000 Aktien der jüdischen Koloniaibank kaufen. -Im Verlauf von einer Stunde sind 40.000 Aktien (zu 5 Dollar) abgesetzt worden. Ueber den weiteren Verlauf der Konferenz, sowie über die angenommenen Resolutionen werden wir noch berichten. Wiener Nadiriditen Leichenbegängnis Dr. Güdemanns. Das Begräbnis des Oberrabbiners Dr: Moritz G ü d emann hat am 9. d. M. mit großer Feierlichkeit und unter kolossaler Beteiligung aller Schichten der Wiener Judenschaft stattgefunden. Die irdische Hülle wurde von Baden nach Wien gebracht, im Trauerhause in der Werdertorgasse den rituellen Vorschriften gemäß aufgebahrt und von dort zunächst zum Tempel in der Seitenstettengasse geführt, dessen Inneres schwarz dekoriert war. Daselbst fand der erste Teil der Leichenfeierlichkeiten statt, die dann auf dem Zentralfriedhof ihren Abschluß fanden. Anwesend war der gesamte Kultusvorstand, die Beamtenschaft, die Mitglieder des Rabbinatskollegiums, mit den Gemeinde- und Feldrabbinern und den Rabbinern der Wiener Vereinstempel, der Bethausvorstand, das Professorenkoüegium der theologischen Lehranstalt, der Vorstand der Che-wra Kadischa, der Allianz, der türkischen Gemeinde usw. Ferner in Vertretung des Ministeriums für Kultus und Unterricht Sektionsrat Dr. Rittner, weiters der Präsident des evangelischen Oberkirchenrates und zahlreiche Deputationen und Körperschaften. Obcrrabbmer, Dr. Chajes. hielt einen tiefempfundenen, die Leistungen des Verblichenen würdigenden Nachruf. Weiters sprachen Rabbiner Dr. Fischer namens des Rabbinats in Budapest, Dr. Spitzer für die Chewra Kadischa und Wilhelm Pappenheim für die Israelitische Allianz. Die Beisetzung erfolgte, in der Familiengruft. Literarisch-musikalischer Abend. Die Sektion II. des Z. Z. V. veranstaltet Sonntag, den 18. August, 7 Uhr abends, im Saale des „Bayrischen Hof“ einen literarisch-musikalischen Abend unter Mitwirkung des Oberkantors Basser mit verstärktem Chor und der Schriftsteller I. A. Lubecki, M. Gross, Mclech Rawitsch und David Klinghofer. Berichte und Korrespondenzen des genossenschaftlichen.Eigentums in sämtlichen Unternehmungen. 5. freie Bildungsmöglichkeiten auf sämtlichen Bildungs- und Erziehungsgebieten, 6. Anerkennung des Hebräischen als nationale Sprache. Der Konferenz lag ferner ein Vorschlag der American Zionist Federation vor, eine jüdische Arbeiterarmee zu bilden, mit der Aufgabe, den Wiederaufbau der jüdischen Siedlung in Palästina hinter der englischen Front so bald als möglich in Angriff zu nehmen. Die nächste Sitzung war weiteren Referaten gewidmet. Frau Fels referierte über die Single Tax-Idee, Herr A. Rosenblatt über das genossenschaftliche System. An den Debatten beteiligten sich Professor Callen, Richter Pam; Dr. Syriern. Dr. Mossinsohn, Rabbi Meier Berlin, Professor Friedländer. Einen besonders starken Eindruck machte die Rede des Führers der amerikanischen Poale-Zion Dr. Nachman Syriern auf die Konferenz, die dem Redner eine lebhafte Ovation darbfachte. Am Schluß der Sitzung erschien der englische Botschafter in Washington, der der Konferenz namens seiner Regierung die besten Wünsche überbrachte. Als der Gesandte Palästina mit „euer Land“ bezeichnete, erhoben sich die Delegierten und die Gäste zu einer ungewöhnlich Nr. 33 m§ 5678 §§ Elul—August ü§ 1918 m s ' 9 17 M tr 10 18 D 2i 11 19 M r 12 20 D T 13 21 F 70 14 OO V 70 15 23 "01 sen *r Schekel und Parteisteuer für die Zeit vom 11. Juni bis 31. Juli 1918. II. Ausweis Aus dem Felde und den Garnisonen: P. 196.60, Sch. 286.80. Innerösterieich: Andorf: P. 6—, Sch. 12.—; Graz: P. 4.20, Sch. 6.—; Hadres: P. 6.80; Sch. 1.20; Knittelfeld: P. 14.—, Sch. 24.—; Koriieuburg: P. 14.40, Sch. 21.60; Metttmach:- P. 1.20, Sch. 2.40; Wien: P. 333.90, Sch 481.20 zus. P. 380.50, Sch. 548.40. . Galizien: Beiz: P. 48.—, Sch. 72.—; Bircza: P. 28.—. Sch. 52.—; Bochnia: P. 36.—, Sch. 72.—; Buczacz: P. 24.—, Sch. 36.—; Dolina: P. 78—, Sch. 110.—; Jezierzany: P. 43.80, Sch. 61.20; Kalusz: P. 153.33, Sch. 246.67; Kömarno: P. 16.—, Sch. 24.—; Krakau: P. SO.—, Sch. 120.—; Lancut: P. 80.—, Sch. 120.—; Lemberg: P. 14.60, Sch. 29.40; Lezajsk: P. 56.—; Sch. 78.—; Mielec: P. 144.—, Sch. 216.—; Osijek: P.36—, Sch. 54.—; Ostra: P. —.80, Sch. 1.20; Przemysl: P. —.80, Sch. 1.20; Przemyslany: P. 54.33, Sch. 114.67; Sanok: P. 30.—; Sch. 42.—; Sedziszow: P. 40—, Sch.60.—; Sniatyn: P. 17.60, Sch. 26.40; Strassow: P- 16-—> Sch. 24—; Tarnow: P. —.80, Sch. 1.20; Tarnebrzeg: P. 44—, Sch. 48—; Turka: P. 56—, Sch. 60.—; Tyrawa Woloska: P. 6.—, Sch. 12.—; Werchowrata: P. 1.60, Sch. 2.40; Zaleszczyki: P- 64.—, Sch. 96.—; Zerslawice: P. —.80, Sch. 1.20. Zusammen P, 1188.46, Sch. 1807.54. Polen: Hrubieszow: P. 4.80, Sch. 9.60; Ludowa: P. 6.60, Sch. 13.34; Radom: P. 166.66, Sch. 334.34; Szczebrzecyn: P. 140—, Sch. 204.; Zarnowiec: P- 4.80, Sch. 9.60. Zusammen P. 337.12, Sch. 590.28. Mähren-Schlesien: Brünn: P. 6.—. Sch. 12.—; Friedeck: P. 6—, Sch. 12—; Mähr. Weißkirchen: P. —.80, Sch, 1.20; Mitterndorf: P. 10.20, Sch. 20.40; Proßnitz: P. 1.20, Sch. 62.—; Rossitz; P. —.80; Sch. 1.20. Zusammen P. 14.20, Sch. 86—. Bukowina: Czernowitz: P. 44.—, Sch. 66.—. Diverse: P. 28.60, Sch. 44.40. Summa: P. 1.S14.98, Sch. 2.893.02' I. Ausweis: P. 3.293.86, Sch. 6.496.38 Bisherige Gesamtsumme: P. 5.108.84, Sch. 9.389.40 Briefkasten der Redaktion Rapaport Chrzanow. Die Koionialbank hätte letzter Zeit infolge der günstigen Haltung Englandseiiien größeren Aufschwung genommen. Die englische Regierung benützt sie und die Anglo Palästine Cy. iür ihre Geldgebarung in Palästina. Brünn. Am 3, Eiul 5678 (11. August 1918) fand die Trauung des Frl. Irma Spitz, Präsidentin des Z M. B. „Mirjam“, Brünn mit Herrn Paul Engländer vom „Makkabi“, Prag im großen Tempel statt. Pinczow, (Polen.) Die Trauerfeier nach unserem unvergeßlichen Führer Dr. Theodor Herzl nahm hier einen imposanten Verlauf. Am Vorabende des 20. Tamus waren sämtliche jüdischen Geschäfte und Häuser der Stadt mit dem Bilde Dr. Herzls dekoriert. Am 20. Tamus vormittags begab sich eine vielhundertköpfige Menge in die Schule. Der Vorsitzende der hiesigen „Jüdischen Volksbihliothek“. Herr Meiseis, hielt die Trauerrede. Sodann verlas Herr Gold den Aufruf der „Zionistischen Zentralorganisation in Warschau“. Den Beschluß bildeten Trauergesänge, die von dem Chore des „Haschomer“ vorgetragen wurden. Abends fand eine interne Trauerfeier des „Haschomer“ statt Zunächst hielt der Kindt der „Schomrim“ H. Leo Baidinger eine Trauerrede. Sodann folgte ein Referat von Herrn Abela über „Zionismus“. Hernach kamen Deklamationen und Chöre zum Vortrage.. Travnik (Bosnien). Am 27. Juli 1918 riß der Tod, herbeigeführt durch eine tückische Krankheit, die er sich in Ausübung seines Dienstes zuzog, aus unserer Mitte unseren lieben Glaubensgenossen, Herrn Heinrich (Zewi ha Kohen) Schneider, Bezirks-Obertierarzt in Travnik. Erst im 47. Lebensjahre stehend, verließ uns einer unserer Besten! Er wirkte im Stillen, wie es seiner bescheidenen Art zusagte, linderte jedoch sehr viel Elend und erwarb sich viele Freunde. Ein pflichttreuer Beamter war der Verblichene mit dem goldenen Verdienstkreuz und auch mit dem goldenen Verdienstkreuz mit der Krone ausgezeichnet. Er hinterließ eine tieftrauernde Witwe und drei unversorgte Kinder, denen in ihrem herben Schmerze wenigstens der Trost zuteil sei, daß dieses tragische Geschick in allen hiesigen Kreisen, und speziell bei uns Juden das tiefste Mitgefühl auslöste. Um den teueren Verblichenen wenigstens in bescheidener Art zu ehren, trägt die hiesige' Judenschaft den Namen desselben durch eine Spende von K 500.— in das Goldene Buch des „Jüdischen Nationalionds“ ein. ’ W. N. Rosenzweig. » Armen - Ambulatorium^ des Zionistischen Zentralkomitees für Kriegsflüchllinge Wien, II. Taborstraße 20 A Unentgeltliche ärztliche Behandlung von mittellosen Kriegsflüchtlingen ohne Unterschied der Nationalität oo oder Konfession oo Ordination täglich. — Sonn- \ und Feiertage ausgenommen # =MOSES RATH’S Lehrbücher her hebr. Sprache a) naiy Lehrbuch der hebr. Sprache für Schul- und Selbstunterricht mit Schlüssel und Wörterverzeichnis. Es ist das einzige praktische Lehrbuch mit deutscher Unterrichsspradie zur völligen Erlernung der hebräischen Sprache in Wort u. Schrift. Einführung in die Literatur. Soeben erschienen dritte verbesserte^ Auflage. Die „Histadruth lbrith“ in Berlin u. 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