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Jüdische Zeitung · 1918-08-09 · 32 (9.8.1918) · p. Seite 1

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
12 (1918)
Issue
32 (9.8.1918)
Date
1918-08-09
Page
Seite 1 (sequence 6)
Language
German
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Seite 1 Nr. 32 Beilage zur JÜDISCHEN ZEITUNG Nummer 32 DER JÜDISCHE NATIONALFOND 2./V1II.—1918 Mitteilungen des Vereines „KEREN KAJEMETH LEJISRAEL“ SAMMELSTELLE FÜR ÖSTERREICH Herausgegeben im Auffrage der öst. Kommission des jüdischen Nalionalfonds, lI/„ Zirkusgasse 33 Erscheint wöchentlich mit dem Ausweise der aus Oeslerreich eingelangten Nationalfonds-Spenden Redaktionsschluß vorangehenden Freitag. Später einlaufende Spenden werden erst im nächsten Ausweis veröffentlicht. Tel.45-3-25. Postsp.-Kto.100.208 WIEN II/,, ZIRKUSGASSE NR. 33 Der „Jüdische Nationalfonds“ ist dazu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes zu erwerben. Vom V. Zionisfenkongreß (1901) gestiftet, hat er jetzt schon 8 Millionen Kronen Vermögen, bei stetigem Zuwachs, der im letzten ]ahre(1917) zweieinhalb Millionen Kronen betrug Aus der Korrespondenz des Hauptbüros des J. NF. - Die Spendeneingänge des Jüdischen Nationalfonds!m ersten Halbjahr .1.918 betragen, nach Tageskursen gerechnet, Frcs! 960^000. Nach Ländern geordnet ergaben: Rußland R. .181.506, Oesterreich K 406.106. durch Oesterreich besetztes Gebiet Polens K 40.156 (zus. K 446.262). Polen und Lithauen (deutsch besetztes Gebiet) M. 145.394 Deutschland M. 118.573, Nordamerika Doll: 12.019, Südslavische Länder K 49.083, England Pfdst. 1696.17.—, Holland fl. 12.092, Ungarn K 16.715, Südafrika Pfdst 612.18.—, Bulgarien Leva 9014, ' Frankreich Fr. 8564. Schweiz Fr. 7029, Belgien : fl. *3012, Schweden K 3569, Italien Lire 4605, Australien Pfdst. 172.—.—, Aegypten Pstr. 11.069, Dänemark K 1519. Canada Doll. 420, Rumänien M. 1159, Argentinien Doll. 296, China Doll. 93, Norwegen K 294, Palästina Pfdst. 10.—.—. Der Ertrag aus den Vereinigten Staaten von Amerika ist bedeutend höher als der oben angeführte. Infolge des stockenden Verkehrs haben näniJch die Ueberweisungen des zweiten Vierteljahres das Hauptbüro noch nicht erreicht. Nach der letzten Meldung des New-Yorker Zweigbüros hat allein der jüngst stattgefundene Blumentag zugunsten des JNF. eine Nettoeinnahme von 30.000 Dollar ergeben; darunter aus New-York 10.000 Dollar, Philadelphia 1800 Dollar. Die wachsenden Erträge aus den Blumen- und Flaggentagen in Amerika sind ein schönes Zeugnis für die Sympathien, deren sich der Nationalfonds unbeschadet der verschiedenen Hilfsaktionen bei den jüdischen Massen erfreut. Vertrauensmänner u. Freunde! Aus der oben veröffentlichten Aufstellung des Hauptbüros des NF. ist ersichtlich, daß unsere Sammelstelle fast an erster Stelle steht. Unsere Statistik hat jedoch anderseits bewiesen, daß wir dennoch imstande wären, noch bedeutend mehr zu leisten. Aber nicht nur materiell, sondern auch organisatorisch. Und das ist unsere Aufgabe, vor der alle persönlichen Kleinlichkeiten weichen müssen. Leider allzu oit müssen wir darauf aufmerksam machen, ohne Gehör zu finden. Wir werden jedoch in dieser Arbeit nicht erlahmen. Nicht von sämtlichen Vertrauensmänner wird die NF.-Arbeit regelmäßig geleistet. Während in Böhmen und Mähren-Schlesien in vielen Orten überhaupt keine NF.-Kommissäre tätig sind, resp. ihren Pflichten nicht nachkommen, finden wir in Galizien und Polen mehrere, die jedoch die Arbeit zersplittern, dem NF. keine besondere Dienste dadurch leistend. Wir fordern daher alle unsere Vertrauensmänner, die NF.-Arbeit einheitlich zu leisten, d. i. dieselbe nach Möglichkeit zu zentralisieren. Wo mehrere Vertrauensmänner bestehen, müsse man eine Kommission gründen, die allein mit uns im Verkehre stehen soll. Wo cs keine NF.-Kommissäre gibt, müssen unsere Freunde dafür-sorgen, daß jemand diese Tätigkeit aufnimmt. — Unseren Mitteilungen muß man mehr Aufmerksamkeit schenken; wir sind nicht in der Lage, dieselben immer zu wiederholen und noch dazu brieflich. Es müssen daher dieselben genau gelesen! befolgt und aufbewahrt werden. Wir werden uns stets auch brieflich auf /fiese berufen. — Unsere Propagandamittel erschöpfen sich von Tag zu Tag, neue zu bekommen ist heutzutage sehr schwer. Man müsse daher mit diesen schonender umgehen, nicht dem Verbrauche sind sie gewidmet, sondern der Propaganda; man lasse sie daher stets zirkulieren. — Ordnung, Disziplin und Pflichtbewußtsein sind unsere Gebote. Die Sammlungen für die Tschlenow-Kolonie haben bis. heute erst K 107.000 überschritten. Es fehlen daher zum kontingentierten Betrag von K 260.000 mehr wie die Halite. Wir wenden uns daher an alle Zionisten mit der Aufforderung zur Erfüllung ihrer Pflichten gegenüber dem verstorbenen großen Führer unseres Volkes. Wohlhabende Zionisten sollen womöglich Nachlahs, . das sind 100 Dunam 5000 K, spenden. Wo ganze Nachlahs nicht zu erlangen sind, sollen die zionistischen Körperschaften im Verein mit unseren Vertrauensmännern durch spezielle Veranstaltungen trachten, dieselben aufzubringen. Jeder bemittelte Zionist müsse wenigstens 1 Dunam. spenden. Insbesondere sind unsere Gg. in Polen zu dieser Dankschuld verpflichtet. Wir erwarten, daß dieser -Appell einen vollen Erfolg haben wird. Versicherungen zu Gunsten des J. NF- Bisher wurden uns Lebensversicherungspolizzen übergeben,' deren. Summe sich äüLzirka 120.000 K beläuft Das ist* verhältnismäßig zu wenig. Der Fehler liegt in der Nichterkenntnis der Bedeutung dieses Zweiges der NF.-Arbeit. Insbesondere wenden wir uns damit an unsere Soldaten, die auf diese Weise am besten ihre Treue gegenüber unserer Idee beweisen können. Wir erhalten auch von verschiedenen Seiten, aus dem Felde konkrete Vorschläge, daß unsere „ausgezeichneten" Gg. ihre Medaillen-Zulagen zur Zahlung der Versicherungs-Prämien verwenden sollen. Hiedurch würde auch eine Statistik unserer Helden geschaffen. Und Regelmäßigkeit dieser Zulagen bürgt für die pünktliche Leistung der Prämien. — Zur Aufklärung bemerken wir, daß 'die versicherte Summe dem NF. zuiällt und daß die Polizze im Besitze der Sammelstelle bleibt. Die Prämie der K r i e gs a n 1 e i h e-Versicherung beträgt jetzt für K 1000 ganzjährig K 54, halbjährig K 27.50, vierteljährlich K 14, monatlich K 5 und ist durch längstens 14 Jahre zu zahlen. — Bei Bargeldversicherungen bleiben die früheren Bestimmungen aufrecht Die Antragsformulare müssen genau ausgefüllt werden und gleichzeitig mit Uebersendung derselben ist mindestens die. erste Prämie (bei monatlicher die ersten drei, bei Kriegsanleiheversicherung vom 1. Juni 1918) zu leisten. Propaganda- und Antragsformulare wie auch unsere diesbezügliche Literatur über Verlangen. Materialien Büchsen. Eine kleine Sendung ist zuletzt eingetroffen und.;\virdlaut ^bei^ uns vorliegenden Bestellungen verschickt. Die~beschädigten wolle man uns dagegen einsenden. Mit der Zeit werden diese möglichweise repariert werden können. Weitere Büchsen sind kaum zu erwarten, obzwar wir uns mit Büchsen-Ersätzen befassen. Man müsse daher mit den bestehenden auszukommen trachten. Karten. Zu Rosch haschanä und Jom Kippur haben wir spezielle Karten (Palästina- Bilder und Kunst-Karten) anfertigen lassen. Preis dieser Karten nur 20 Heller per Stück. Kunstblumen (blau-weiß) bereiten wir vor. Vorläufig sollen diese die Fähnchen vertreten oder sogar übertrefien. Wir empfehlen diese zwecks Veranstaltungen von Blumentagen. Preisminimum 20 Heller per Stück und gilt als Spende. Ueber die Verwendung verfügen die Sammler. Broschüren. Die Neuauflage der jiddischen Herzlwald-Broschüre ist bereits erschienen und kostet ein Exemplar 50 Heller. | Sniatyner Helden-Garten J . Wir erhalten folgenden Aufruf:- 33 Prozent von unserer zum Militärdienst eingerückten jüdischen Jugend hat der Tod auf dem Schlachtfelde aus unserer Mitte gerissen. Wir wollen sie durch ein lebendiges Denkmal im Herzhvalde ehren. Es ergeht daher an unsere Gg. der Appell, unsere Aktion zu fördern. NF.-Komm. Sniatyn. Verein „Jüdischer Nationalfonds“ hat folgenden Aufruf erlassen: JUDEN! Fast alle Staaten der Welt, sowohl die kriegführenden Mächte, als auch die Neutralen, haben während des Krieges das Recht der Juden aui ihre Heimat anerkannt und die Unterstützung der jüdischen Palästinabestrebungen in größerem oder geringerem Maße in Aussicht gestellt. Die Gegner unserer Palästinabestrebungen zählen innerhalb des jüdischen Volkes heutzutage zu den seltenen Ausnahmen. — Ohne Rücksicht. auf dieJ3eweggriinde sind alle Juden, die Frommen und die Freisinnigen, die Nationalen und sogar die Assimilierten darin einig, daß der Erwerb des Palästinabodens durch den Nationalfonds und die Schaffung jüdischer Kolonien, eine unabwendbare Pflicht und Notwendigkeit ist Um dieser Ueberzeugung der jüdischen Massen nach Außen einen weithin sichtbaren Ausdruck zu verleihen, um das An-sehen des Jüdischen Nationalfonds sowohl innerhalb unseres Volkes als auch gegenüber den anderen Völkern zu heben, und um seinen Aktionen in Palästina eine größere Autorität zu sichern, treten wir hiemit an die Aufgabe heran, die Organisation des jüdischen Nationalfonds aufzubauen, Mitglieder für den Jüdischen Nationalfonds anzuwerben. Mitglied des Jüdischen Nationalionds kann jeder Jude, ohne Unterschied des Geschlechtes werden, welcher vom Vorstände aufgenommen wird. (Art. 3 der Statuten.) Die Mitglieder zerfallen in iolgende Kategorien: , , . 1. Stifter, welche den Betrag von 5000 K. 2. Gründer, welche den Betrag von 500 K dem Vereine „Jüdischer Nationalfonds“ auf einmal zuwenden. 3. Ordentliche Mitglieder, welche den Jahresbeitrag von 5 K an die Vereinskasse abfiihren. Indem wir uns heute an sämtliche Juden Oesterreichs mit dem Appell wenden, dem!, Vereine „Jüdischer Nationalfonds“ „Keren kajemeth Lejsrael“ beizutreten, tun wir dies in der tiefsten Ueberzeugung, daß wir hiemit einem weit lange bevorstehenden Bedürfnisse entsprechen. .... Jeder Jude fühlt heute das. Bedürfnis, ja. geradezu die Pflicht, vor aller Welt sein Recht auf Palästina zu reklamieren. Der.Verein „Jüdischer Nationalionds“ bietet hiezu die richtigste Organisationsform. J Der Verein wird durch die Beiträge der Mitglieder in die Lage kommen, eine großzügige Propaganda zu entfalten, eine reiche Literatur über die Palästina-Kolonisationsprobleme zu schaffen. Jeder Jude, an den der Vertrauensmann des „Jüdischen Nationalfonds“ mit der Bitte herantritt, dem „Jüdischen Nationalfonds“ als Mitglied beizutreten, halte sich vor Augen, daß es sich hier nicht um einen Wohltätigkeitsverein handelt, wie es deren Tausende gibt und deren Wirkungskreis aut kleine Personen oder Interessengruppen beschränkt ist, sondern dall es gi j t , e i,n e Titanenarbeit für das ganze Volk zu vollbringen, und daß es auf seine Mithilfe gerade so ankommt wie auf diejedes anderen Volksangehörigen. Wenn es uns gelingt, in Oesterreich bis zu Kriegsende eine Million Mitglieder fiir den „Jüdischen Nationalfonds“ anzuwerben, so wird dadurch allein unsere Arbeit für den Wiederaufbau der Heimat um ein gutes Stück fortgeschritten sein. Vertrauensmänner, Freunde des „Jüdischen Nationalionds“. Juden — an die Arbeit!- Jedem Volksgenossen muß Gelegenheit geboten werden, durch Beitritt zum Vereine seine Stimme für Palästina abzugeben.» Wenn wir einig sind und in der Opferfreudigkeit das Beispiel nachahmen, welches uns heutzutage so viele Völker geben, die um ihre nationale Existenz im 'Kampfe stehen, dann werden wir das schwere Werk schaffen und uns die Anerkennung und Wertschätzung der Welt wiedererobern. Für den Vorstand: Dr. K. Meiseis. Adolf Böhm. Mitgliederkartenblocks werden sämtlichen Vertrauensmännern zugeschickt. — Die genauen Wohnungsadressen eines jeden beitretenden Mitgliedes miißen stets angegeben werden. Geldeingang ■ vom 26. Juli bis 3.‘August 1918 Innerösterreich lOe.:. K 81.059.36 Galizien G.: 14,773.08 Aus dem Felde: 2,494.10 Mähren-Schlesien M.-S.: . . , , , 1,69122 Böhmen B.: . , ... »i 730.85 Bukowina Bu.: . 420.26 Summe . . . K 38.168.87 Summe d. NF.-Spenden im Jahre 1918 616.675.58 Nachlahspende a-acn ns pPca np’its '“»Pr :Pra m v,> ,-itd looo,—m^n: nn: Pa? p-inan na n»n; m» mPtm nai» “ya :Pra m vy .“na looo.— •tr'birn “nyirn -nna raas 2.000.— Arbeiterheimstättenfonds an» naraP nau pa :a ntrir :P;*a m ,"i? pro:* cTnsan errnn try (dtc J5) a^yia .nna so.ooo biacn na pa Smi »■ppa» nyai -“rc 25.400 ippc nny ny 4.600.— jrnxn -nyirn “nna Tschlenow-Kolonie Aus dem Felde und den Garnisonen: Slg. Jakob Auerbach uZugsf. Dr. Erech Herzei, RUO. Daw. Klein, Leon Gottlieb; Feldw. Moses Seidmann anl. glückl. Rückkehr aus d. Feuerlinie je 20.—; S. Lt. Resek, Lt. Hornstein, Feldw. Jacob Auerbach, RUO. M. Seidman, Korp. Ch. Drucker, Israel Zimmer. Zugsf. Mandel, Feldw. Nat. Süßkind, RUO. Adolf Roth je 10.—; Mayermann, Breyer, Gei. Silber, Feldw. Eidinger, RUO. Karpel, RUO. Moszkowicz, Zgsi. Goldenberg je 5.—; zus. 210.—i

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