Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 12 (1918)
- Issue
- 29 (19.7.1918)
- Date
- 1918-07-19
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2438141-2438675-2438703--5855-2445874- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
jL'ülSCÜE ZtlTUNU Mr. 2y iüdisch-öfientlicheii Lebens der Ukraine, sprach über seine Tätigkeit als Leiter des Hilfswerkes der russischen Juden für die Juden in Galizien und der Bukowina während der russischen Okkupation. Wir veröffentlichen das bemerkenswerte Referat an anderer Stelle. Bisher war bei uns wenisr bekannt. wie viel die russischen Juden für unsere galizischen Volksgenossen getan haben und die Zahlen und Daten, die Dr. Lander brachte, wirkten beinahe verblüffend. Sie gewinnen an Aktualität durch die heutige Situation, wo ein großer Teil Rußlands und der Ukraine unter unserer Okkupation steht. Das Elend der Juden in der Ukraine ist heute nicht geringer als es das Elend der galizischen Juden damals war. Haben sich die jüdischen Repräsentanten Oesterreichs schon jemals der Pflicht erinnert, sich dieser notleidenden Juden anzunehmen? — Im zweiten Teil seines Vortrages machte Dr. Lander noch sehr interessante Mitteilungen über die heutige Situation und insbesondere die jüdischen Verhältnisse in der Ukraine. Die Ausführungen wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Eine landwirtschaftliche Schule in Oesterreich Eine zionistische Gruppe plant die Errichtung einer landwirtschaftlichen Schule in Oesterreich, die der Ausbildung junger Leute dienen soll, welche nach dem Krieg nach Palästina gehen und dort in der Landwirtschaft tätig sein wollen. Die Schule soll gegründet werden, wenn eine genügende Schülerzahl angemeldet ist. Es ergeht daher an alle iene, welche in eine solche Anstalt als Schüler einzutreten gedenken, der Aufruf, ihre Adressen mit Angabe des Alters, der Vorbildung, des gegenwärtigen Berufes und der Zukunftsabsichten sobald als möglich dem Zionistischen Büro in Wien, Palästina-Abteilung, Wien II., Zirkusgasse 33, bekanntzugeben. Erklärung Das Zionistische Zentralkomitee für Westösterreich sieht sich zu der Erklärung genötigt daß es den von Herrn Dr. Jona Kimmei unternommenen Aktionen (..Oesterreichische Kindergartengesellschaft“) vollkommen ferne steht Die für Zionisten zuständige Instanz in allen Erziehungs- und Jugendfragen ist die vom Z. K. eingesetzte ..Studiengruppe für jüdische Erziehung“, die gleichfalls keinerlei Beziehung zu Herrn Dr. Kimmei hat und deren Arbeiten mit seiner Aktion nichts gemein haben: Wien, am 17. Juli 1918. Zionistisches Zentralkomitee für Westösterreich: k. k. Reichsr.-Rev. Rudolf T aussig. Berichte und Korrespondenzen Krems. Ueber Betreiben des hiesigen zionistischen Vereines fanden hier im Juni die Wahlen in den Kultus-Vorstand statt. Sämtliche von zionistischer Seite auigestellten Kandidaten wurden gewählt, Gg. Ignaz Rephan zum Kultus- Vorsteher. — Am Sonntag, den 30. Juni hat der Verein Zion gemeinsam mit dem Kultusvorstand eine Herzlfeier veranstaltet, die einen sehr guten Verlauf nahm. Die Gedenkrede hielt Herr Rabb. Dr. M. G. Mehrer. Desgleichen hielt die Z. M. V. Makkabäa eine interne Herzlgedenkfeier ab, wobei Gg. Karl Rephan über das Thema „Herzl und sein Werk“ sprach. Für den N. F. wurde gesammelt. Bad Hall. (Jüdischer Autorenabend.) Zur Unterstützung einer großzügigen oberösterreichischen Kurorteagitation veranstaltete der Einzelverein Linz des ..Zion“-Verbandes am 14 Juli 1. J. in Bad Hall einen jüdischen Autorenabend, der sich eines äußerst zahlreichen Besuches erfreute. Nach Begrüßung der Anwesenden durch die Veranstalter referierte Herr Dr. Feld. Wien, an Stelle des angesagten Dr. Elias Tisch. Wien, über das Schrifttum der Ostiuden und ihre bedeutendsten Vertreter. Herr Oberkantor Bernhard Löwensohn. Linz, brachte ostiüdische Lieder in wirkungsvoller Weise zum Vortrage. Herr Emil Reißmann. Mitglied des Kurtheaters, rezitierte Moriz Rosenfeld. Perez. Seine Darbietungen ernteten wohlverdienteten reichlichen Beifall. Mähr.-Ostrau. Am 3. Juli fand im dicht gefüllten Saal des polnischen Vereinshauses ' eine große Versammlung des zionistischen Vereines statt, zu der etwa 800 Personen erschienen waren. Der angekündigte Vortrag des Herrn Dr. Siegfried B e r n f e 1 d aus Wien über ..Jüdischnationale Jugendfürsorge“ konnte leider nicht stattfinden, da der Vortragende in letzter Stunde infolge eines Todesfalles absagen mußte. An seiner Stelle hielt der Vereinsobmann Herr Dr. Robert A11 b a c h das Referat Er leitete seine Rede mit Worten des Gedenkens an Theodor Herzl ein. schilderte dessen Bedeutung für das zionistische Werk und besprach dann eingehend die heutige politische Situation und die .zionistischen Aufgaben. Im Verlauf seiner Rede nahm Dr. Altbach Gelegenheit, die Versammlung zu eifriger Mitarbeit insbesondere zur Unterstützung der zionistischen Leitung aufzufordern. Dabei betonte er die Notwendigkeit der materiellen Unterstützung, ohne die eine gedeihliche Arbeit unmöglich ist und die in Form eines angemessenen .,K r i e g s b e i t r a g e s“ erfolgen müsse. Auch die Verbreitung der zionistischen Presse ist eine wichtige Pflicht jedes Zionisten, da nur durch ständige Lektüre unseres Parteiorganes. der „Jüdischen Zeitung“, ein Kontakt und die wünschenswerte Informiertheit der Gg. zu erzielen ist. Die Versammlung verlief sehr würdevoll und machte auf alle Erschienenen starken Eindruck. Der Verein hat. damit seine Tätigkeit für 5677 in der Hauptsache abgeschlossen. Lemberg.- (Theatervorstellungen.) Der Dilletantenklub des zionistischen Jugendvereines „Zeire Jehuda“ veranstaltete am 9. Juni I. .1. im eigenen Lokale einen .Unterhaltungsabend, an welchem zuni ersten Male zwei Einakter in jüdischer Sprache aufgeiührt wurden. Der eine, „Der junge Kämpfer“, ist das Werk des begabten jüdischen Schriftstellers E. Weinstock, des trefflichen Uebersetzers von Schillers „Räuber“, welche mit Erfolg im jüdischen Theater vor dem Kriege aufgeführt worden war. Der Autor nahm zur Grundlage. .seines Dramas die bekannten, blutigen Ereignisse während der Wahlen in Drohobycz im Jahre 1911 und stellt den Kampf zwischen der jungen und alten Generation in der jüdischen Familie vor. Die Darsteller, die Herren Merkur. Prisament, Friedes, Hart und Frl. Zurr zeigten viel Talent, nur hat Hart die Hauptrolle des jungen jüdischen Kämpfers zu neurasthenisch gegeben. Das zweite Stück „Wer ist ihr Mann“, eine gelungene Komödie, übersetzt ins Jüdische von Prisament, erregte große Lachstürme, insbesondere dank dem guten Spiele der Herren Grimingcr (welcher ein ausgesprochenes Schauspielertalent ist), Merkur und Hart. Auch Frl. Tieger und die Herren Hermelin und Dolnig leisteten ihr Bestes. In der Aufführung des Dialogs „Venus und Sulamith“ von .1. L. Peres zeichneten sich die Herren Hart und Markus aus. — Der Bühnenamateur- und Musik-Klub „Lyra“ des Selbstbildungszirkels der jüdischen Jugend brachte am 16. Juni 1. .1. im Lokale des Vereiens „Zeire Jehuda“ das dramatische Bild „Der unglückliche Musiker“ jn einem Akte und die einaktige Komödie „Der Patient aus der Provinz“, beide aus dem Französischen ins Jüdische übertragen, zur Aufführung. Im ersten gab der jugendliche Max Mestel in befriedigender Weise die Titelrolle. Ihm sekundierten Frl. Regine Laub und Herr Leopold Krauser, welche letzten sich auch in der Komödie in der Titelrolle besonders ftuszeichnete. Die Rolle eines nervösen neurasthenischen älteren Mannes spielte er in Maske und Mimik geradezu vollendet. Die restlichen Rollen waren unter die Herren Moses Schanira, Max Mestel und einen Anonymus verteilt. Das weitere Programm füllten Deklamationen vor, Frl. Regine Laub — sehr schön — und ein Klavierkonzert des jungen Virtuosen Karl Gimpel aus. Ben. M. Spendenausweis Proßfonds der „Jüdischen Zeitung“ durch Gg. Dr. Holdergräber. Wien: Bernhard Rosenstrauch zum Andenken an seinen unvergeßlichen Bruder Benno (A. H. Tikwah. Suczawa) K 100.—. Flüchtlingselend Wir werden auf das Schicksal einer in furchtbarer Lage befindlichen jüdischen Flüchtlingsfamilie aufmerksam gemacht. Eine alte, erwerbsunfähige Mutter, deren einziger Sohn vor kurzer Zeit gefallen ist, und zwei Töchter, die infolge schwerer Erkrankungen nicht mehr in der Lage sind, einem Erwerb riachzugehen. Zu allem Unglück wurde die Familie vor einigen Tagen aus einem dürftig eingerichteten Kabinett, das sie bisher bewohnten, delogiert; nach harter Mühe gelang es ihnen, ein dunkles Loch als Wohnung zu finden, das vollständig unmöbliert ist, so daß diese drei kranken Personen auf dem bloßen Boden die Nächte verbringen müssen. Wir appellieren an unsere Leser, das Schicksal dieser Unglücklichen durch Geldspenden und andere Zuweisungen (ev. ein Bett) lindern zu helfen. Wir sind bereit, Geldspenden entgegenzunehmen und auf Wunsch auszuweisen. Briefkasten der Redaktion Rumänien. Auf ihre Anfrage können wir nur bemerken, daß in dem Artikel in unserer vorigen Nummer selbstverständlich die deutsche Okkupationsbehörde gemeint ist. — Kanner Kolomea. Die gewünschte Adresse ist: „Der Mensch“, Brünn. Leo Reissiggasse. Verkaufsstellen der „Jüdischen Zeitung“ in Wien Die Zeitung kann im Einzelverschleiß bezogen werden: I. Bezirk: Zeitungsbüro Goldschmied!, Wollzeile 11 Buchhandlung R. Schlesinger, Seitenslettengasse Trafik,' Adlergasse 7 Trafik, Köllnerhofgasse 6 II. Bezirk: Trafik, Praterstraße 11 „ Pralerstraße 26 „ Taborstraße 10 ,, Stefaniestraße 4 „ Stefaniestraße 11 „ Obere Donaustraße 45 „ Obere Donaustraße 51 „ Obere Donaustraße 77 „ Große Schiffgasse 11 „ Kleine Pfarrgasse 18 „ Obere Äugarlenstraße 70 Floßgasse 2 „ Rotenslerngasse 30 5678 Aw—Juli gl 1918 m s ■V) 12 21 M r 13 22 D T 14 23 M 113 15 24 ns“ tot: nrson Chamischa- D 110 16 25 assar-b aw F p 17 26 V iT 18 27 TS Sp> ETT1 WIESEN SENDER LÄNGER empfehlen sich als Verlobte Rozwadöw Lentoivca „HAGIBOR“ Zeitschrift für die jüdische Turn- und -Sportbewegung - Erscheint ab 19. Juli alle 14 Tage Halbjähriges Abonnement K 5.— Redaktion und Administration: Wien, l1., Franzensbrückenstraße 24 \? Armen- Ambulatorium^ des Zionistischen Zentralkomitees für Kriegsflüchtlinge Wien, II. Taborstraße 20 A Unentgeltliche ärztliche Behandlung von mittellosen Kriegsflüchtlingen ohne Unterschied der Nationalität oo oder Konfession oo Ordination täglich. — Sonn- % und Feiertage ausgenommen £ ♦«-. »♦ Cafe zum Roten Turm Wien II., Obere Donaustraße 99 ■ ==■ an der Marienbrücke Neues Stamm-Caf6 der Zionisten v Soeben erschienen: Jüdische »—■■■ ■ Neujahrskarten in biblischen, modernen und Genre-Dessins, Palästina-Postkarten 100 Stück K 10.—, 1000 Stück K 90.— Zion-Nadeln per Düsend K 36.— Zion-Brochen „ „ „ 70.— Zion-Knöpfe „ „ „ 72.— Versand bei Voreinsendung des Betrages. Postkarten-Verlag INSLICHT Wien, I., Bauernmarkt 19 MOSES RATH’S Lehrbücher der hebr. Sprache a) uöp natr Lehrbuch der hebr. Sprache für Schul- und Selbstunterricht mit Schlüssel und Wörterverzeichnis. Es ist das einzige praktische Lehrbuch mit deutscher Unterrichssprache zur völligen Erlernung der hebräischen Sprache in Wort u. Schrift. Einführung in die Literatur. Soeben erschienen dritte verbesserte Auflage. Die „Histadruth lbrith“ in Berlin u. Lemberg, wie auch die gesamte Fach- und Tagespresse, hat das Buch als bestes und für den Selbstunterricht als geeignetstes anerkannt. Preis eines schön ausgestatteten, 400Seiten starken, geb.ExempI. K12.—, Porto 80 h, Nachnahme K 1.20 b) Samouczek polsko-hebrajski Es ist dasselbe Buch mit polnischer Unterrichtsprache. Preis und Porto wie oben, c) 13ÖJJ nur hebräisch nach der Methode ..Jwrilh b’iwrith", Preis gebd. K 6-50, Porto 55 h, Nachnahme 85 h. Überall 10°/o Bnokhäadler-KriegszuBohlag’. Zu bestellen bei Moses Rath, Wien I., Postg. 11 und in allen Buchhandlungen. Rasierpulver „Ludwigrin“ Gesetzlich geschützt einzig in der Art, nimmt den stärksten Bart in einigen Minuten — ohne Messer, ohne Seife — vom Gesiebte ab. Za haben in zwei Stärken. Nr. U tür mittelstarke, Nr. 111 flir starke- Barte. V* Kilo K 3.—. lange ansreichend. In Wien erhältlich in der Drogerie „SANA“, Karmeliterplatz! und Drogerie Jorg!. Taborstraße. Provinzversandt durch die Erzeugung Parfümerie W1LH. LUDWIG, S0PR0N (Ung.) Silberg. 19. Wiederverk. gesucht. Herausgeber Ale*a uer Geller, veraniworilicner Redakteur David Nebenzahl. — Drude von Ignalj Spiß & Söhne, Wien II., Robertgasse 2