Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 12 (1918)
- Issue
- 27 (5.7.1918)
- Date
- 1918-07-05
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 27 Zionistische Treffpunkte an der Südwestfront: Ü d i n e: Oblt. Dr. Bergmann, Heeresbahnkonimando. Juridische Gruppe, Telephon. Latisana: Feldrabb. Dr. Tauber. Feldrabbinat der Isonzoarmee. Promaggiore: Oblt. Dr. Reiner, Brückenhebedetachement (Telephon, Bahnhofkommando). Portogruero: Fähnrich Erich Juhn, Monturiassungsstelle des 23. Korps. Ein Süddeutscher Zionistentag wird in Nürnberg Sonntag, den 7. Juli 'd. J., nachmittags 2.30 Uhr im Luitpoldhaus abgehalten. Zionistische Konferenz in der Ukraine. Wie aus Kiew mitgeteilt wird, treffen die dortigen Zionisten bereits Vorbereitungen für eine große allukrainische Zionistenkonferenz, welche im Laufe des Monates Juli in Kiew stattfinden soll. Der erste Sibirische Zionistentag fand vor kurzem in Tomsk in einem Saale der Universität in Anwesenheit zahlreicher Delegierter und Gäste statt. Berichte mußten wegen Kaummangel zinückgi-srt'ilt werden. „Schomrim“-Führertag. Der Führertag findet nicht, wie angegeben, vom 2. bis 5. August, sondern vom 29. Juli bis 1. August (in der Ferienkolonie) statt. Die Leitung. AAAAAAA*AiAAAAAAAAAAAAAjAAUAAkA Aufruf! Seitdem vor mehr als einem Jahre infolge der militärischen Ereignisse Jaffa und Südpalästina evakuiert werden mußte, irren die Vertriebenen von Ort zu Ort. Die Not und das Elend sind unbeschreiblich. Die Preise der Lebensmittel sind unerschwinglich, grausamer Hunger herrscht im Lande; Seuchen, Krankheiten aller Art, sowie die Sterblichkeit haben einen noch nie dagewesenen Grad erreicht. Unzählige Waisenkinder sind der Verwahrlosung ausgesetzt. Die Spitäler sind überfällt. In dem okkupierten Teile Palästinas entfalten die englischen und amerikanischen Juden ein großzügiges HiUswerk. Der Norden bedarf der Hilfe der deutschen und österreichischen Juden. Die. Berichte, die zu uns gelangen, sind herzzerreißend. Kinder und Frauen. Alte und Kranke gilt es zu retten; die Pioniere jüdischer Arbeit dürfen in der Not nicht verlassen werden. Eine schleunige Bereitstellung großer Geldsummen ist erforderlich. . ' Wir wenden uns an die jüdische Oeffentlichkeit Oesterreichs und bitten, und durch schnelle and: freigebige Spenden eine -ausreichende Hilfer leistung zu ermöglichen. Israelitische Allianz in Wien n„ Untere Donaustraße 33. Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien. Verband der Israelitischen Humanitätsvereine 6‘ne B‘rith in Oesterreich. Exekutivkomitee der Zionisten Oesterreichs Wien, II., Zirkusgasse 33. Beiträge ersuchen wir an das Bankhaus S. M. von Rothschild, Wien, I., Renngasse 3, mit dem Vermerk „Für die Evakuierten in Palästina“ zu senden. Wiener Nachrichten Der Herzltag in Wien Anläßlich des 14. Todestages Theodor Herzls fand auch heuer, wie alljährlich, ein gemeinsamer Besuch bei Herzls Grab statt. Er gestaltete sich zu einer ernsten und würdevollen Kundgebung der unvergänglichen Trauer und der Anhänglichkeit an den verstorbenen Führer. Trotz dem schlechten Wetter hat sich eine ungeheure Menschenmenge am Döblinger Friedhof eingefunden, die in stummem Umzug an Herzls Grab vorbeizog. An der Spitze zogen Abteilungen der Schomrim und Blau-Weiß, dann folgte das Zionistische Exekutivkomitee und Zionistische Zentralkomitee für Westösterreich unter Führung der Präsidenten Adolf Stand und Reichsr.-Rev. Rudolf Taussig, sodann schlossen sich die anwesenden Offiziere und Mannschaftspersonen unter Führung des Rangältesten Stabsarzt Dr. Mayer an, unter ihnen viele Dekorierte und Verwundete. Dann kam die unabsehbare Zahl der Trauernden. Die Trauergesänge wurden von Kantor Kostrow, Döbling, und Kantor Rosenzweig zelebriert. Vertreter des Döblinger Tempelvereines wohnten der. Feier bei. Am Abend fanden Trauerandachten in mehreren Wiener Synagogen statt, bei denen die Rabbiner Dr. Bach, Dr, Bauer, Dr. Feuchtwang, Dr. Abeies, Dr. Schwarz und Dr. Ro.senfeld sehr eindrucksvolle Predigten zum Gedächtnis des - Töten hielten. Die kantoralen Funktionen wurden von den Kantoren der einzelnen Tempel besorgt Insbesondere sind die Herren Oberkantor Morgenstern und Don Fuchs rühmend zu erwähnen. Der Zionistische Zenträlyerein hat gemein- sam mit der Arbeitsgruppe' der jüdischen Studentenschaft Oesterreichs für Sonntag Abend zu einer, großen Herzlfeier in das Konzerthaus geladen. Als Festredner war Felix Salten angekündigt. Er hat im letzten Äugenblick'abgesagt und ein Teil des Publikums, das auf den literarischen Genuß eines eleganten Feuilletons eingestellt war, mag enttäuscht gewesen sein. Salten 5678 ■T Aw—Juli tH l918ii s 27 7 M ns 28 8 nsipn D 123 29 9 p*3T> »m 3 -ist M D K 1 2 10 11 trnn stm Neumondrag F 3 3 12 V n 4 13 7tn naw onn FRIEDE FRIEDMANN geb. Kohl GABRIEL FRIEDMANN Vermählte Wien im Juni 1918. hat lierzl persönlich gekannt und man konnte Reminiszenzen an diese persönliche Freundschaft, die die Wirkung der Persönlichkeit Herzls wiederspiegeln könnten, 'erwarten. Aber eine Herzlieier ist kein literarisches Ereignis. Sie ist eine Versammlung derer, die an diesem Jahrestag sich iime werden, was Herzls Werk, was vor allem Herzls Tod ihnen für Aufgabe, für Verantwortung, für Arbeit liinterlassen hat. Eine Herzlfeier soll eine Stunde der Sammlung sein und der Sichtung dei^ Kräite zum weiteren Ausholen. Und alle, die Montag im Konzerthaus versammelt waren und die die erwartete Saltenrede nicht gehört haben, haben gefühlt, daß das Wesentliche dieser -Versammlung nicht in irgend welchen Darbietungen liegen kann, sondern in diesem Zusammenkommen. bei dem jeder ein stärkeres Gefühl der Verbundenheit für den anderen findet und bei dem der gemeinsame Wille und die Entschlossenheit. zur zionistischen Tat im Geiste Herzls gestählt wird. Die Feier wurde eingeleitet durch einen Chor, worauf der Obmann des Zentralvereines Herr Ludwig B a t o in wohlgesetzter und klingender hebräischer Ansprache das Lebenswerk Herzls würdigte und die Bedeutung des gegenwärtigen Augenblicks für den Zionismus darlegte, der zuin Teile eine Realisierung Herzlscher Gedanken gebracht hat. Dann las Lia Rosen Gedichte. Der weichen Fülle ihres wundervollen Organs gelang es, das etwas spröde Material dieser Dichtungen zu einer weihevollen Musik zu gestalten, die das volle Haus in tiefe Ergriffenheit senkte. Für den rauschenden Beifall dankend, hat Lia Rosen noch das unvergleichliche „Schlaflied für Mirjam“ von Beer-Hoffmann gesprochen, in diesem vollendetsten Werk jüdischer Lyrik die ganze Meisterschaft ihrer Kunst offenbarend.- Der-Chor des Gesangsvereines „Hakinor“ unter Leitung rvon Prof. Wolff sang „Ich werde sein“ von Brüll—-und die von Oberkantor Don Fuchs .voxgetraaeiLa iSolostellemitßte auf -Wunsch des begeistertfeil -Auditoriums wiederholt werden. Die Gedenkrede hielt Dr. Elias Tisch. Er hat gesagt, in schlichten, eindrucksvollen Worten, was HferzI uns bedeutet und was wir ihm schuldig sind. Während er sprach, wurde das in jedem Zionisten stets sfchlummernde Bewußtsein von der einzigen, rite wiederholbaren Größe Herzls wach, der als Künstler-'vor allem zwei Kunstwerke geschaffen und uiis hinterlassen hat, das jüdische Volk und sein .eigenes Heldenleben. Dr. Tisch zeigte dann, wie Herzls Werk jetzt nach 20 Jahren Wirklichkeit zu werden beginnt, wie sich seine Wahrheit in der Welt durchgesetzt hat. Die ausgezeichneten Ausführungen des Redners wurden oft von Beifall unterbrochen und zum Schlüsse von reichem Beifall belohnt, der nicht nur Anerkennung, sondern auch Zustimmung bedeutete. Die Feier endetemit der Hatikwah, die „Hakinor“ sang. Herzlieier der Jüdischen Jugend. Die Zentralstelle der jüdischen Jugendgruppen Wiens veranstaltet Samstag, den 6. Juli, pünktlich halb 8 Uhr abends im Jüd. Jugendheim, II. Obere Donaustraße 91. eine Herzlfeier. Aus dem reichhaltigen Inhalte dieser Veranstaltung sei bloß hervorgehoben: Vortrag aus Herzls zionistischen Schriften, „Tehodor Herzl in der jüdischen Lyrik“, Vortrag hebräischer Lieder. Eintritt frei. Spendenausweis. N. Stockhammer. Sarajevo. K 500.— für heimkehrende jüdische Flüchtlinge: Ephraim Lenz K 100.— für Hilfsaktion. Sprechsaal Koach-Lemberg. „Ich ersuche meine Bundesbrüder (Koach-Lemberg) um Angabe ihrer Adressen. E.-Fr. Mr. J. Sonnenschein. Pitten .a. d. Aspangbahn, Rek.-Heim. Personalnachricbt Gg. Dr. Gustav Reiß, Lt. i.‘ d. Res., Abteilungschef des „Anker“, der im Juli v. J. aus russischer Kriegsgefangenschaft als Austauschinvalide heimkehrte, wurde mit der silbernen Tapferkeitsmedaille I. Kl. ausgezeichnet. Briefkasten der Redaktion An mehrere,Einsender. Gedichte können wir leider aus prinzipiellen Gründen nicht bringen und bitten, von der Zusendung abzusehen. Ben„ Jakob, Das zionistische Organ in Deutschland ist die .„Jüdische' Rundschau“, Berlin W 15, Sächsische', Straße 8. Abonnement f. Oesterreich K 5.50 vierteljährig.. Offizien- Wir können nicht alle uns zugesandten Ausschnitte der antisemitischen Schundpresse wiedergeben. --— - — Armen- Ambulatorium• des Zionistischen Zentralkomitees für Kriegsflüchilinge Wien, II. Taborstraße 20 A / Unentgeltliche ärztliche Behandlung von mittellosen Kriegsflüchflingen ohne Un-' terschied der Nationalität oo oder Konfession oo Ordinalion täglich. — Sonn- ■ und Feiertage ausgenommen J1 +1= »♦ Der Jüdische National-Fonds (Wien II., Zirkusgasse 55) sucht einen routinierten Buchhalter. Kenntnis der hebräischen Sprache und Agenden des Jüd. Nat.-Foiids erwünscht. Cafe zum Roten Turm Wien II., Obere Donaustraße 99 an der Marienbrücke -— Neues Stamm-Caf£ der Zionisten Rasierpulver „Ludwigrin“ Gesetzlich geschützt einzig in der Art, nimmt den stärksten Bart in einigen Minuten — ohne Messer, ohne Seife — vom Gesichte ab. Zu uabea in zwei Stärken. Nr. II für mittelstarke, Nr. III für starke Bärte. Kilo K 3.—. lange ausreichend. In Wien erhältlich in der Drogerie „SANA“, Karmeliterplatz I und Drogerie JÖrgl. Taborstraß*. Provinzversandt durch die Erzeugung Parfümerie WILH. LUDWIG, S0PR0N (Ung.) Silbcrg. 19. Wiederverk. gesucht. S. F. 1918 Wien, im Juli 1918 ix. Sem. Die gefertigte Verbindung erfüllt hiemit die traurige Pflicht, allen lieben A. H.A.H. Bb. Bb. und Gg. Gg, geziemend Nachricht zu geben von dem Heldentod Ihres lieben Bundesbruders Leutnant ALFRED STEUER (i. 3. B» Fiffi) welcher in den Kämpfen an der Pia ve durch' eine Granatkugel seines jungen Lebens jäh beraubt wurde. Er war einer unserer Treuesten und Besten, dessen Andenken wir stets hoch | ehren werden. Der offizielle Trauer-Convent findet am‘| Freitag, den 12. Juli a. c„ 6 Uhr abends auf der Verbindungsbude, VI :i. Josefstädter- | straße 58 statt. Fiducit! I; A. d. B. F. C. d. Z. M. V. NEHEMIA, WIEN Paul Peter Winter, dzt. Fl. X A. H. Erwin Braun MOSES RATH’S Lehrbücher der hebr. Sprache , , a) nat» Lehrbuch der hebr. Sprache für Schul- und Selbstunterricht mit Schlüssel und Wörterverzeichnis. Es ist das einzige praktische Lehrbuch mit deutscher Unterrichssprache zur völligen Erlernung der hebräischen Sprache in Wort u. Schrift. Einführung in die Literatur. 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