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Jüdische Zeitung · 1918-06-28 · 26 (28.6.1918) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
12 (1918)
Issue
26 (28.6.1918)
Date
1918-06-28
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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JÜDISCHE ZEITUNG Seite 7 Nr. 26 Afrika * Wegen der Regierungserklärungen der Ententeslraaten iiir den Zionismus, landen jüngst auch in Algier und Tunis größere jüdische Versammlungen stellt, bei denen Red'en in hebräischer und französischer Sprache gehallten wunden und Kundgebungen, In dienen iden Regierungen der Eaiitentelän'der für llhne Halitung ‘ der Dank ausgeproahen wird, beschlossen wurden. Amerika * Die Jüdische Arbeiterschaft Amerikas und der Friedenskongreß. N e w - Y o r k. Ein New- Yorker Kabel des Jüdischen Korrespondenzbureaus im Haag meldet: Die vereinigten jüdischen Fachorganisationen New-Yorks, die mehr als 200.000 Mitglieder zählen, nahmen Resolutionen an, in welchen sie für die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina eintreten und fordern, daß der Friedenskongreß den Juden völlige Gleichberechtigung in allen Ländern, nationale Autonomie in den Ländern jüdischer Massenansiedlung und freie Kolonisation in Palästina mit dem Endziel eines unabhängigen Judenstaates sichere. Zionistische Bewegung Kriegsbeitrag 1918. Der erste Ausweis soll am 15. Juli abgeschlossen und sodann veröffentlicht werden. Wir ersuchen alle Gesinnungsgenossen, bis dahin ihren Kriegsbeitrag einzusenden, damit das Ergebnis des ersten Abschlusses ein befriedigendes ist. Der Kriegsbeitrag ist der Grundpfeiler, auf dem unser Budget steht. Jeder Parteigenosse muß die Notwendigkeit dieser Steuer einsehen und mit allen Kräften beitragen, damit die Arbeit der Leitung nicht durch materielle Schwierigkeiten beeinträchtigt sei. Zion. Zentraibureau, Wien, II. Zirkusgasse 33. Zionistische Treffpunkte an der Südwestfront: Udine: Oblt. Dr. Bergmann, Heeresbahn- . kommando, Juridische Gruppe, Telephon. Latisana: Feldrabb. Dr. Tauber, Feldräbbinat der Isonzoarmee. Promaggiore: Oblt. Dr. Reiner, Brückenhebedetachement (Telephon, Bahnhofkommando). Portogruero: Fähnrich Erich Juhn, Moniurfassungsstelle des 23. Korps. Theater -Verstellung. Der zionistische Zentralverein (Sektion II) veranstaltet am Dienstag-, den 2. Juli 1918, um halb 8 Uhr abends im Bayrischen Hof, II. Taborslraße 39 eine Theatervorstellung zugunsten des J. NP. Von Kräften der jüdischen BUhne wird aufgefUhrt: Die Schchita von GORDON. Karten von K 3.— bis K 10.— im Vorverkauf erhältlich bei B. Löwit, t. RotenturmstraOe 22. Wiener Nachrichten Abschluß der Jüdisch-Pädagogischen Kurse. Die jüdisch-pädagogischen Kurse haben ihr erstes Schuljahr beendet und mit einer Abschiedsfeier. welche am 22. d. M. in den Institutionen der Frau Anita Müller stattfand, geschlossen. Anwesend waren: vom Kuratorium die Herren Prof. Dr. Ehrmann, Frau Anita Müller, Frau P a t z ä k und Herr Adolf S t a u d, seitens der Vortragenden die Herren Prof. Dr. Aptowitzer, Dr. B e r n f e 1 d, A, Böhm, Prof. Dr. Krau s, Dr. Obermann, M. Rath', Dr. Wilh. Stein, Doz. Dr. Torczyner, Prof. Dr. Zappert. Eröffnet wurde die Feier durch Frl. Epstein, worauf Frl. K o h n eine Ansprache hielt, in welcher sie mit herzicihen Worten sowohl der Dozentenschaft als auch dem Kuratorium den Dank aussprach für ihr aufopferndes Wirken in der Einrichtung und Erhaltung der Kurse, ebenso für alles, was hier an Wissen übermittelt worden. Sie dankte zugleich Frau Anita Müller, welche in bereitwilliger Weise die Lokale ihrer Institutionen für das ganze Schuljahr zur Verfügung gestellt. In ähnlichem Sinne sprach hierauf Frl. Kann er i in hebräischer Sprache. — Als Mitglied des Kura- | toriums ergriff das Wort Herr Prof. Dr. E h ri mann. Er beleuchtete Wert und Bedeutung eines jüdischen Schulwesens und betonte, daß alle Kreise weit mehr als bisher diese Bestrebungen zu fördern verpflichtet sind. Den Leistungen der Kurse zollte er volle Anerkennung. In den darauffolgenden kurzen Ansprachen der Herren Dr. B e r n f e 1 d. Doz. Dr. Torczyner und Adolf S t a u d wurde den Hörern Lob und Anerkennung zuteil für ihre Anteilnahme am Gedeihen der Kurse und dem Bemühen. möglichst viel aus ihnen zu schöpfen. Aus der allgemeinen Stimmung konnte man ersehen, daß hier die ehrlichsten Absichten für ein Mitbauen an der neuen jüdischen Schule bestehen, welche nun allen zum. innersten Bedürfnis geworden ist. — Zum Schluß wies Frl. Epstein darauf hin. daß dasjenige, was die Hörer der Kurse hier gewonnen, nicht allein ivt dem bestünde, was sie an Kenntnissen sich angeeignet, sondern vor allem darin, daß ihr Verhältnis zum Judentum erweitert und vertieft worden sei. Sie sprach im Namen der Hörer den Wunsch aus. im nächsten Schuljahr die jüdisch-pädagogischen Kurse fortgesetzt und womöglich ein vollständiges jüdisches Pädagogium errichtet zu sehen. Als Spende für Zwecke dieses zu schaffenden Pädagogiums wmde der von den Hörern der Kurse gesammelte Betrag von K 620.— übergeben. „Zirei Israel“. Sonntag, den 30. d. M„ 5 Uhr nachm, findet die erste Mitgliederversammlung in unserem eigenen Lokale, II. Obere Donaustraße 91/20, statt. Auf der 'I agesordnung stehen wichtige Vcrtinsangelegenhciten. — Anmeldungen für die Kurse" werden noch entgegengenommen. Theatervorstellung. Die Sektion II des Zion. Zentr.-Vereines veranstaltet Dienstag, den 2. Juli, halb 8 Uhr abends, eine Theatervorstellung im Bayrischen Hof, Taborstraße 39. Zur Aufführung kommt „Die Sch'chita“ von üordin. Karten: Buchhandlung Löwit. Näheres im Inseratenteil. Die hebr. Kurse für Anfänger und Vorgeschrittene der Frauengruppe der Sekt. II fangen Donnerstag, am 4. Juli um 8 Uhr abends im jüd. Pädagogium, II, Praterstraße 17, an. Auch Nichtmitglieder können an dem Unterricht teilnehmen. Schriftliche Anmeldungen sind zu richten an Frl. Rachel Schuber, XX. Wintergasse 14/24. Berichte und Korrespondenzen Budweis. In einer fortlaufenden Reihe von Veranstaltungen des jüdischen Volksvereines Zion in Budweis kam am 19. d. M. die zweite zur Durchführung. Nach Eröffnung der ansehnlichen Versammlung durch den derzeitigen Obmann des Volksvereines Dr. J. Freund sprach Se. Ehrwiirden Rab. Prof. Dr. Karl Thieberger über „Gegenwartsprobleme des Judentums“. Die Ausführungen des Redners gaben ein Bild der Entwicklung und Zuspitzung der Judenfrage durch den Krieg. Besonders beleuchtet wurde die Rolle, die der Judenheit als politischem Faktor in der Gegenwart zu spielen zukommt und die Auswertung eines nationalen Zentrums in Palästina lind nationale Autonomie in den Ländern der Diaspora könnten einzig die Lösung der Judentrage verbürgen und Wehr gegen die kommende Hochflut des Antisemitismus sein. Nach dem mit iebhaitem Beifall begrüßten Vortrage entspann sich eine Debatte darüber, was die Juden Westösterreichs, im speziellen die Judenschaft von Budweis, zu tun hätte. Die Herren Prof. Dr. Thieberger, Prof. Dr. Straß, Dr. Klempfner und Vogl traten für die Schaffung eines fakultativen jüdischen Katasters ein, der den national Denkenden Möglichkeit nationalen Bekennens, nationaler Arbeit und nationaler Forderungen gebe. Demgegenüber betonte Kultusvorsteher Dr. Loebl die Ablehnung, die die Forderungen der jüdischen Nationalen bei der bekannten Tagung der Kultusgemeinde-Vertreter in Wien gefunden haben. Man dürfe nicht alle Errungenschaften seit Mendelsohn mit einem Schlage preisgeben. In Budweis speziell sei die Wahrung der jüdischen Rechte durch die große Zahl der jüdischen Mitglieder des Gemeindeausschusses gesichert. Die Herren Vogel und Dr. Klempfner erwiderten darauf, daß die Budweiser Judenschaft es nicht bei nationaler Duldung durch die Deutschen, die ihrer bedürfe, bewenden lassen könne und daß sie sich Achtung ihrer Eigenart nur durch freies Bekennen ihrer Nationalität erringen werde. Zur Durchsetzung der jüdischen Forderungen aber sei die organisatorische Zusammenfassung der Gesamtheit der österreichischen Juden erforderlich. Mit Dankesworten an die Redner schloß Herr Dr. Freund die Versammlung. E. K. Oderberg. Am 11. Juni fand im Lokale cts Herrn AL* Safier die sechste ordentliche Generalversammlung des jüdischen Volksvereines „Zion“ statt. Der Obmann Herr Josef Zänker eröifnet die Sitzung und bringt die im verflossenen Vereinsjahre geleistete Arbeit zur Sprache. Es wurden an den Jüdischen Nationalfonds K 404.59 und an die Aktion Kriegsspitalshilfe für Palästina K 223.—, demnach im ganzen K 627.59 abgesendet. Ueber Antrag des Herrn Dr. Silbiger wird dem Obmanne Herrn Josef Zänker, sowie dem NFK. Herrn Robert Safier Dank und Vertrauen ausgesprochen. Herr Zänker dankt allen Spendern und Mitarbeitern für die geleistete Arbeit und ersucht, von seiner eventuellen Wiederwahl abzusehen. Mit lebhaftem Bedauern nimmt die Generalversammlung diesen Schritt des Herrn Zänker zur Kenntnis. Der nächste Redner Herr Dr. Simon Nichtberger fordert zur intensiveren Arbeit auf und erwähnt besonders die Gründung einer jüdischen Lesehalle mit Bibliothek, sowie des Wanderbundes Blau-Weiß und erntete für seine Ausführungen lebhaften Beifall. Im Laufe der Debatte sprachen sich die einzelnen Redner für eine intensivere Arbeit aus und besonders die Herren Josef Tobias und Hermann Immefglück ersuchtem das Hauptgewicht auf die Erziehung der Jugend zu legen. Herr Revident der k. k. St.-B. Engel übernimmt die Organisation und Leitung des Chores. Die nun per Akklamation vorgenommene Wahl in den Ausschuß ergab folgendes Resultat: Obmann Herr Dr. Simon Nichtberger, Obmannstellvertreter Herr Josef Tobias, Kassier Herr Wolf Wellisch, Schriftführer Herr Dr. Arnold Silbiger, NFK. Herr Robert Safier, Chormeister Herr Revident Engel, Bibliothekar Herr Dr. Heinrich Hescheles. Weitere Ausschußmitglieder erschienen als gewählt: Herr Oberkantor Jonas Goldmann, Herr Josef Zänker, Herr. Leopold Ferber, Herr Leopold Wiener und Herr Weinfeld. — Dem Vorstande der hiesigen israelitischen Kultugemeinde gebührt aufrichtiger Dank, denn er überläßt uns kostenlos den Sitzungssaal, subventioniert den Chor und gestattet, daß in den Kultusräumen die Bibliothek aufgestellt wird. Der Kultusvorstand bewilligte auch, daß der zur Thora Gerufene für den J. N. F. spenden kann. Ueber Anregung des Herrn Dr. Simon Nichtberger ist es gelungen, hier einen Wanderbund Blau-Weiß ins Leben zu rufen. Demselben gehören schon zirka 100 Mitglieder an. Dank des Entgegenkommens des Herrn W. Wellisch wird es uns trotz der bestehenden Wohnungsnot ermöglicht, ein Lokal in nächster Zeit zu beziehen, wo sodann der Treffpunkt des Blau-Weißbundes sein wird. Mit der Schekelsammlung wurde bereits begonnen und verspricht dieselbe ein erfreuliches Resultat. Sämtliche Zuschriften sind an Herrn Dr. Simon Nichtberger, Oderberg-Stadt, zu richten. Sprechsaal Josef Unser und sein Biograph. Aus einer von geschätzter Seite an uns gelangten Zuschrift, die auf einen in unserem Blatt vor mehreren Monaten veröffentlichten Aufsatz Bezug nimmt, geben wir, dem Wunsche des Einsenders entgegenkommend, nachstehende Teile wieder „Vor einiger Zeit erschien in der Jüdischen Zeitung eine mit Dr. A. F. gezeichnete Besprechung der Biographie Josef Ungers. die gegen deren Autor Reg.-Rat Dr. S. Frankfurter heftige Angriffe richtet, die durchaus ungerechtfertigt erscheinen. Der Kritiker erhebt gegen den Autor heftige Vorwürfe. Was die sachlichen Angriffe anbelangt, so behauptet der Kritiker, daß Reg.-Rat Dr. Fr. sich bemüht habe, eine Apologetik des Uebertrittes Josef Ungers zur katholischen Kirche zu liefern. Dr. Frankfurters Ansicht, der Uebertritt Ungers erkläre sich aus seiner damaligen religiösen Denkungsart, mag richtig oder falsch sein, doch bleibt es unerklärlich, warum der Kritiker, der die Beweisführung mitzuteilen scheint, das wichtigste Argument verschweigt, die Tatsache nämlich, daß, seit Unger 10 Jahre zählte, ein streng katholischer Mann im Hause lebte und den größten Einfluß auf sein jugendliches Gemüt gewann, der sein Lehrer, Erzieher und Erhalter war, der später seine verwitwete Mutter heiratete und sein Stiefvater wurde. Sehr bedauerlich ist auch die Tatsache, daß der Kritiker das Buch, gegen das er so scharfe Angriffe richtet, nur überaus flüchtig durchgeblättert hat. Beweis dafür seine Behauptung, daß Unger seine .... Vorlesungen über das bürgerliche Recht sowohl aus römischen und deutschen als auch hebräischen Rechtsquellen ableite. Ein Blick ins Buch belehrt uns aber, daß an jener Stelle (S. 4, Sperrdruck) nicht vom hebräischen, sondern vom altösterreichischen Rechte die Rede ist. Paul Josef Diamant. Letzte Nachrichten Die englische Regierung zur rumänischen Judenfrage. (Telegramm des Wiener Zionistischen Büros.) Das Zionistische Büro in Kopenhagen teilt mit: Das Mitglied des engeren Aktionskomitees Nahum S o k o 1 o w erhielt vom britischen Aussenminister B a 1 f o u r folgendes Schreiben: „Seiner Majestät Regierung vergegenwärtigt sich völlig, daß die den Juden in Rumänien versprochene Befreiung weniger liberal in dem neuen Traktat ist als das. wozu die frühere rumänische Regierung sich selbst öffentlich verpflichtet hat. Seine Majestät ergreift diese Gelegenheit. Ihrer Organisation zu versichern, daß sie außerordentlich darauf bedacht ist. alles, was in ihrer Macht steht, zu tun. um eine gerechte und dauernde Ordnung der jüdischen Frage in jenem Lande zu sichern.“ Jüdische Bücher für Soldaten Frl. Malvine Grünwald, Schriftstellerin in Wien III, ersucht uns um Abdruck der folgenden Zuschrift der Isr. Militär-Seelsorge der k. u. k. Isonzo-Armee: An Frl. Malvine G r ii n w a 1 d, Feldpost 487. 13, 6 1918 Wien. Es wird der Empiang von 30 Gebetbüchern dankend bestätigt, welche als Liebesgabe an jüd. Soldaten im Felde verteilt werden. Die Soldaten verlangen gute jüdische Lektüre; es wird höil. ersucht, mir, wenn möglich, moderne hebr. und jüdische (Jargon) Le.kttire zuschicken zu wollen. Auf meine Anregung haben die Feldrabbiner Büchereien angelegt jind überlassen den Soldaten leihweise die Bücher, welche von den Soldaten mit der den Juden eigenen Wißbegier gelesen werden. Wo die Verhältnisse es gestatten, wurden Lesezimmer eingerichtet, wo sielt die dienstfreie Mannschait zu Gebet und Lektüre versammelt. Wer die Freude dieser Juden sieht, daß sie einige Stunden vereint im jüdischen Geiste verbringen können, wird keine Opfer scheuen, um diese Institutionen nach Kräften zu unterstützen. Unter den Förderern ist Ihr Name bereits rühmlich bekannt. Indem ich um weitere Unterstützung bitte, zeichne mit vorzüglicher Hochachtung Dr. Meier Tauber, Feldrabb. Für die Evakuierten in Palästina Bisheriges Gesamtergebnis K 104.40029. XV. Ausweis. Eingang seit 18. März 1918. A) Eingegangen beim Zionistischen Zentralkomitee für VVestösterreich: K 900.— Jüd.-naf. Org. Kadimah d. Sam. Jak. Druckmann. Radautz; -K 500.— Komitee zur Verteilung d. amerikaniscJ^jj; Hilfsgelder: K 450.— Hiltskommission K 305.— Mil.-Arb. Sal. Spitz, k. u. k. Pulver

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