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Jüdische Zeitung · 1918-06-14 · 24 (14.6.1918) · p. Seite 1

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
12 (1918)
Issue
24 (14.6.1918)
Date
1918-06-14
Page
Seite 1 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 24 Beilage zur JÜDISCHEN ZEITUNG Nummer 24 DER JÜDISCHE NATIONALFOND 14./VI_19» Mitteilungen des Vereines „KEREN KAJEMETH LEJISRAEL“ SAMMELSTELLE FÜR ÖSTERREICH Herausgegeben inj Aufträge der öst. Kommission des Jüdischen Nationalfonds, ll/u Zirkusgasse 33 Erscheint wöchentlich mit dem Ausweise der aus Oesterreich eingelangten Nationalfonds-Spenden Redaktionsschluß vorangehenden Freitag. Später einlaufende Spenden werden erst im nächsten Ausweis veröffentlicht. Tel. 45-3-25. Postsp.-Kto.100.208 WIEN II/,, ZIRKUSGASSE NR. 33 Der „Jüdische Nationalfonds“ ist dazu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes zu erwerben. Vom V. Zionistenkongreil (1901) gestiftet, hat er jetzt schon 8 Millionen Kronen Vermögen, bei stetigem Zuwachs, der im letzten Jahre (1917) zweieinhalb Millionen Kronen betrug. Aus der Korrespondenz des Hauptbüros des J. NF. Unter den Auspizien der Jüdischen Nationalionds-Kommission für England ist kürzlich zu Ehren des Herrn Ing. Agr. Oettinger. des Vertreters des J. N. F„ in dem City Central Restaurant in London eine Feier unter dem Vorsitz des Herrn N. S o k o 1 o w veranstaltet worden. Es waren eine Anzahl hervorragender Zionisten zugegen und eine Reihe von Begrüßungsschreiben von zionistischen Organisationen wurde verlesen. Herr S o k o 1 o w erklärte in seiner Ansprache, daß Herr Oettinger während der relativ kurzen Zeit seines Aufenthaltes in London sehr wertvolle Dienste unserer Sache geleistet hat. Herr Oettinger zieht nun heim, nach unserer wirklichen Heimat, und die Wünsche für eine glückliche und angenehme Reise begleiten ihn. Herr Oettinger, mit langanhaltendem Beifall begrüßt, nahm hierauf das Wort und führte folgendes aus: „Als ich auf Veranlassungdes ödessaer Komitees vor etwa 15 Jahren nach Palästina kam, fand ich die Lage sehr entmutigend. Infolge Abwesenheit von jungen Leuten war die Arbeit nichts weniger als erfolgreich. Als ich zum zweiten Male, 6 bis 7 Monate vor Kriegsausbruch, nach Palästina kam, war eine vollständige Aenderung vor sich gegangen. Ueberall sah man neues Leben erwachen. Neue Arbeiter pflegten den Boden, neue kulturelle Institutionen entstanden. In jeder Kolonie gab es Arbeiter-Organisationen und die hebräische Sprache klang lebendig aus dem Munde von Jung und Alt. Jedes Schiff brachte eine Schar neuer Ansiedler. In allen Farmen des Jüdischen Nationalronds, die ich besuchte, waren die Arbeiter von Enthusiasmus für die Kolonisation auf genossenschaftlicher Grundlage erfüllt. Merhaviah und Daganiah zeigten bedeutende Fortschritte dank der Ergebenheit ihrer jüdischen Arbeiter. Den stärksten Eindruck machte auf mich die Popularität und das Ansehen, das der.Jüdische Nationalfonds in Palästina genoß, und die großen Hoffnungen, welche auf ihn gesetzt wurden, in der Erwartung, daß er die führende Rolle in der Kolonisation Palästinas auf nationaler Basis haben werde. Nach Ausbruch des Krieges haben die Arbeiter durch Organisierung der* Bebauung von Parzellen zur Deckung des Bedarfes an Nahrungsmitteln zweifellos viel zur Bannung der Hungersnot im Lande beigetragen. Nun ist die Zeit dafür gekommen, besondere Maßnahmen zu ergreifen, die die Ansiedlung von jüdischen Arbeitern auf dem Lande in Palästina ermöglichen.“ Herr Oettinger legt sodann im einzelnen die hohe soziale Bedeutung der Prinzipien des Jüdischen Nationalionds dar und weist nachdrücklich darauf hin, daß letztere eine sehr wichtige Rolle bei Schaffung der nationalen Heimstätte und vielleicht in der sozialen Entwicklung der Menschheit zu spielen haben werden. Der Jüdische Nationalfond hat bekanntlich beschlossen, gemeinsam mit anderen Institutionen unmittelbar nach dem Kriege eine Anzahl von Kolonien auf nationaler Basis ins Leben zu rufen. Jede Kolonie wird aus mindestens 100 Familien bestehen. Das Land soll an die Kolonisten durch den Nationalfonds unter günstigen Bedingungen verpachtet werden. Angesichts der geänderten Verhältnisse muß der Nationalfonds zu seinem ursprünglichen Zwecke —dem Erwerb von Land — zurückkehren und demzufolge bedarf er der Unterstützung jedes Juden, dem das Wohl seines Volkes am Herzen liegt. Nach wie vor soll auch der so populär gewordene Gedanke der Aufforstung des Landes durch die Baumspende gefördert werden, der in der erfolgreichen Sammlung für den Herzlwald seinen populären Ausdruck gefunden hat Damit im Zusammenhang steht, auch die „Jahrzeitstiftung“. Im Vordergründe der Agitation steht jetzt die „Nachlah“-Spende in der Höhe von 5000 Frcs. für 100 Dünam, die als durchschnittlicher Bodenbedarr zur Ansiedlung einer Kolonistenfamilie in Palästina angenommen wird. Herr Oettinger hebt weiters die Wichtigkeit des Pionierbeitrages für die jüdische Arbeiterschaft hervor und appelliert an die Poale-Zion, für diesen Zweck zusammen mit dem Jüdischen Nationalfonds ohne jeden Aufschub Sammelaktionen zu organisieren. Die Hechaluz-Bewegung, die jetzt in vielen Ländern< erstarkt, sollte Okkupationsgruppen organisieren. Jede Gruppe hätte aus 20 bis 25 Mitgliedern zu bestehen, die zirka 25.000 Frcs. benötigen wird. Dieser Betrag wird ihnen vom Genossenschafts-Fonds des J. N. F. für die Zwecke des Erwerbs des erforderlichen Inventars geliehen werden. Dem Jüdischen Nationaliorids sollten zu diesem Zwecke Einheiten von 25.000 Frcs. zufließen und es ist zu hoffen, daß die jüdische Arbeiterschaft die Wichtigkeit des Pionierbeitrages jetzt erkennen und mithelfen wird, das Ziel „Jüdische Arbeit auf jüdischem Grunde“ zu verwirklichen. Ein großer Strom von Einwanderern wird nach dem Kriege sich vor allem aus Rußland nach Palästina ergießen und es wird die Aufgabe des Jüdischen Nationalfonds sein, das erforderliche Land zu beschaffen.. Zur Ehrung des Andenkens des verstorbenen Dr. Tschlenow ist beschlossen worden, eine Kolonie aui seinen Namen zu begründen, und die Vorbereitungen zur Aufbringung der erforderlichen Summe sind bereits in den meisten Ländern im Gange. Die Ödessaer jüdische Gemeinde hat ebenfalls beschlossen, eine Million Rubel für die Begründung einer genossenschaftlichen Kolonie in Palästina aufzubringen. An Mrs. Fels, deren verstorbener Gatte ein bekannter Förderer der Single-Tax war. ist der Nationalionds mit einem entsprechenden Kolonisationsplan herangetreten und es besteht die Wahrscheinlichkeit, daß sie den Betrag von einer Million Pfund für eine Kolonie in Palästina stiften werde. Vor dem Kriege besaß der J. N. F. 20.000 Dunam Land aus den 40.000 Dunam, die Juden in Palästina gehören. Es ist bemerkenswert, daß auiden Besitzungen des J. N. F. nahezu 25 Prozent aller jüdischen Arbeiter in Palästina beschäftigt waren. Der in Volkseigentum befindliche Boden muß mit größter Beschleunigung und so viel als - möglich vermehrt werden. Bis .jetzt war die Propaganda bloß auf die Massen beschränkt. Nunmehr ist die Zeit gekommen, wo die wohlhabenderen Juden bei der Aufrichtung der nationalen Heimstätte in Palästina entsprechend ihrem Vermögen beitragen. In Galiläa nimmt die Not unter den Flüchtlingen erschreckende Formen an. Man zahlt für ein Kilogramm Getreide einen Goldiranc. Die dortigen Farmen des J. N. F. Merhawjah und Kinereth vermögen für die etwa 4000 Flüchtlinge nureinen Teil des Getreidebedarfes zu decken. Das Fliichtlingskomiiee verlangt vom Jüdischen Nationalfonds für die arbeitsfähigen Flüchtlinge die energische Fortsetzung der Notstandsarbeiten. Wiederum ist dem jüdischen Nationalfonds eine ansehnlche Hinterlassenschaft zugefallen: Der am 23. Februar d. J. in Lausanne verstorbene Herr Aron Bregstein aus Warschau hat dem J. N. F. ein Vermächtnis von 25.000 Rubel testiert. Hiervon sind 15.000 Rubel zur Anpflanzung und Pflege eines Waldes bestimmt, während die übrigen 10.000 Rubel für den Bau und Unterhalt von Arbeiterheimstätten und Krankenstuben Verwendung finden sollen. — Leutnant Dr. Adolf Jacobsohn aus Lüneberg hat dem J. N. F. ein Vermächtnis von 10.000 Mark hinterlassen, Herr B. Clingmann in Capetown den Betrag von 200 Pfund. Besteuerung zu Gunsten des J. NF. Wir erhielten von unseren Gg. aus Kielce (Polen) folgendes Schreiben: „Die Kielcer Zionisten haben, um die Einnahmen des Jüd. Nationalionds zi vergrößern, beschlossen, bei der dortigen gesamten jüdischen Kaufmannschaft zu wirken, daß beim Verkauie von Waren bis K 10.000.— 1 pro mill, bei Verkäufen über K 1P.00C.— Vi pro mill zugunsten des J. N. F. dem Käufer zuzurechnen. Die ersten Resultate waren glänzend. In zwei Wochen wurden hiedurch nach Abzug der Spesen für Propaganda und Quittungsbücher dem N. F. K 1200.— zugeführt. Bei der weiteren Organisierung hoffen wir bedeutende Beträge für unseren Volksschatz zu erzielen.“ — Die Sammelstelle gratuliert aui diesem Wege den Kielcer Freunden zu ihrer Idee und Erfolgen und hofft, daß dieses Beispiel überall Nachahmung finden wird. Dep Ausweis der Spenden aus Polen erscheint gleichzeitig im „L u b 1 i n e r T a gb 1 a 11“. Die Zusammenstellung dieser Spenden in der „Jüd. Zeitung“ erfolgt im nächsten Ausweise. Anläßlich dep bevorstehenden Henzlfeier sandten wir unseren im Felde stehenden Gg. und Freunden ,unser Flugblatt Nr. 2 über ■ „Die nächsten Aufgaben des Jüd. Nationalfonds“ mit einem Aufruf und Sammelbogen zur Sammlung für den Herzlwald. Wir hoffen zuversichtlich, daß unser Appell großen Anklang finden wird und unsere Soldaten werden beweisen, daß sie trotz der Widerstände unserer heiligen Idee nicht abtrünnig wurden. Die Heidenhaine sollen dessen beste Beweise sein. Wer unsere Sendung nicht erhält und eine Sammlung zu veranstalten gedenkt, wolle sich an uns wenden. Unsen Materialienlager Die Herzlmarke in der neuen Auflage ist schon erschienen und bei uns erhältlich. Preis eines Heftes K 2.—. Die alten Telegrammblankette sind vorübergehend vergriffen. Neue Auflage demnächst. Herzlgrababzeichen finden reißenden Absatz. Nur umgehende Bestllungen werden noch rechtzeitig ausgeführt. — Illuminationsbilder sind vergriffen. Palästina-Lichtbilder (nicht Film) stellen wir unseren Vertrauensmännern zur Verfügung. Diesbezügliche Zuschriften müssen das Datum der Aufführung der Bilder bezeichnen, wie auch den event. Erfolg. Geldeingang vom 31 Mai bis 7. Juni 1918. Galizien G.:. K 6^71.20 Innerösterreich IOe.:. 3.909.75 Böhmen B.:. 2.112.70 Aus dem Felde:. 1.902.19 Mähren-Schlesien M. S.:. f( 1.619.19 Bukowina B.:. 1.038.90 Summe. K 17.5333)3 Summe d. NF.-Spenden im Jahre 1918 » 370.110.53 Nachlahspende Linz IOe.: Durch NFK.r Oblt. Fr. Frank: Slg. unter jüd. Offiizeren im Säbelchargenkurs 90.— Misslitz M. S.: Durch Rabb. Diamant: J. Kramer, G. Neumann je 20.—; Lt. Bauer, Frührenberg, Jokl, Oblt. Grünbaum je 10.—; zus. 80.— Summe . . 17(L— Tschlenow-Kolonie Aktion der Arbeitsgruppe d. Jüd. Studentenschaft. Aus dem Felde und den Garnisonen: Ges. d. E.-F. Zugsf. A. L. Bursztyu unter d. Bekannten in Odessa: Ch. Korzuszman, L. Burda je 20.—; Trachtenbrod, Bernstein, Korzuszmann, Reichenbach, Steinhauer je 10.—; Bursztyn, Engler je S.—; Korzuszmann, Nisis je 6.—; Falk, Korzuszmann je 5.—; N. N., Dreikurs, N. N. je 2.—; zus. 134.—; d. Gefr. L. Blumenberg: Geir. Schächter 5.—; Reischer 4.—; Korp. Lauier, Feldw. Schinding je 3.—; Klugmann, Schabt, Kreitner, Gasten, die Zgsf. Läufer, Pistiner, Seidenbaum, Bergmann je 2.—; div. 4.—; zus. 35.—; Ges. d. Feldw. Abr. Heller: E.-F. Bitter 4.—; Korp. Wenkert, Uni., RUO. Grün, Seidmann, Fldw. Heller je 2.—; zus. 16.—; Slg. d. Oblt. Siegfr. Beer: Oblt. Lustig, Fhr. Grätzer, Beer, die Kdtt.-Asp. Schlesinger, Wiesner, Oblt. Beer, Uni., Lt. Heller, Lt. Dr. Rudner. Zuckermann. Uni. je 10.—; zus. 110.—; Durch Lt. SchuLim Barenblüth 62.—; Ges. d. Schurberg— Horowitz anl. Lagbomer: Horowitz 5.—; Akz. Stellv. Dr. Weissmann, Fldw. Reich, Korp. Weiser, E.-F. Korp. Falk, Gfr. Krauthamer. Horowitz, Kritzer, Schurberg, Rechnitzer, Herzog. Knie je 2.—; Zgl. Holz, Korp. Stolz, Gfr. Horn, Grünbaum, E.-F. Zgf. Gelbart, Korp. Breuer, Gtr. Weiler. Müller, Braun. E.-F. Korp. Lang. Korp. Mergler, Spiner, Goldberg, Katz, Weinstein, Landau, Weiss, Rawer je 1.—; zus. 45.—; Slg. d. Lt. Rf. Samuel Brandwein: R. A. Dr. Lichtgarn, O. A. Lanes, Ltrir. Brandwein, Ass. Löffler. Griinbaum je 10.—; RUO. Kurz 5.—: Brumet 4.—; Adolf, Reiss, Budraka je 3.—; Zgf. Silbermann, Fichtenholz, Erdmann, Spett, Spielvogel, Schreiber je 2.—; div. 3.—; zus. 83.—; Ges. d. E.-F. Zgf. Meier Hammer: Oblt. Sinaiberger, Vgs. Off. Loecht, Lt. Schembeck, E.-F. Zgf. Hammer, Hochberg, Reder, Fam. Agid, Spiegelglas je 10.—; Zgi. Deutsch. Bram, Fldw. Mayer, E.-F. Arpod, Fhr. Weinreb je 6.—; Korp. Berger, Gir. Heublum, Osten, Gfr. Halpern, E.-F. Knebel. Korp. Platzek, Stock je 5.—; Ehrlich. Korp. Wien je 4.—; Mann, Mantel. Reisner je 3.—; Korp. Rosner. Gfr. Dawid, E.-F. Gronich, Gtr. Freibrunn je 2.—; zus. 170.—; 655.— Aussig B.: Lt. „Selbstwehr“, Nr. 21 50.— Andrychau G.: Laut „LembeFger Tagblatt“, Ausweis 6 180.— Bolechow G.: Lt. „Lemberger Tagblatt“, Ausweis 6 50.— Budweis B.: Lt. „Selbstwehr“ Nr. 21 121.— Brünn M. S.: NFK. f. Fähnchen 100.— Czernowitz Bu.: Slg. von Kollegen d. VI. KL d. Sophiengymn. a. N. Maximilian Aron Gastor: A. Zipper 400.—; Markus Aron 100.—; VII. Klasse 33.—; IV. KL 19.—; Friedländer, Hermann, Honigs-

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