Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 12 (1918)
- Issue
- 19 (10.5.1918)
- Date
- 1918-05-10
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2438141-2438675-2438693--5761-2445770- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 6 Nr. 19 JÜDISCHE ZEITUNG Aus italienischer Gefangenschaft. Wir erhalten folgende Zuschrift: Vittoria (Sizilien), 2. März 1918. Löbliche Redaktion! Wir ersuchen um Aufnahme folgender Zeilen: Herzlichste Ostergrüße senden aus italienischer Kriegsgefangenschaft allen Freunden und Gesinnungsgenossen die Einjahrig-Freiwilligen: Albrech Mordechai (Radautz), Freschl Ernst (Ung.-Brod), Grünberg Barucb (Czernowitz), Kolm Simon (Czernowitz), Leitner Josef (Kolomea), Pomeranz Josef (Tarnopol), Plechner Fritz (Wien), Rudel Leib (Stanislau), Reiner Isidor (Sereth), Saß Friedrich (Czernowitz). Scharfstein Meier (Czernowitz), Segal Josef (Bnczacz), Spier er Eisig (Horodenka), Steiner Erich (Pilsen), Zimring Adolf (Czernowitz), Meyer Mendel (Seletin). Linder Salomon (Kolomea) — und bitten um Nachrichten. — Im Namen aller bestens dankend mit Zionsgruß Fritz Plechner. Adresse aller: Vittoria (Sicilia), Baracca 18. Briefkasten der Redaktion Kremser Zeitung. Mit Recht sind Sie empört, über diese Darstellung der Krakauer Vorfälle. Bei derartigen lügnerischen Verhetzungen ist die Zensur nicht so schnell bei der Hand wie zur Unterdrückung der Wahrheit — Apollo. Diese Blasphemie ist eine Beleidigung des Christentums, das sich die Frivolität „Santa Maria di Tonello“ nicht gefallen lassen sollte. Autor und Darsteller sind Christen. Das Judentum hat damit nichts zu tun und verwahrt sich gegen eine Hereinziehung. — Fassler Lemberg. In diesem Fall irren Sie. Die Schuld an der Unterlassung trägt die Zensur. — Zlonl Amaml. Ihre Anregung werden wir berücksichtigen. Berichte und Korrespondenzen Brünn. Am 13. d. M. veranstaltete die rührige Ortsgruppe des hiesigen J. H. V. einen Zuckermann-Abend. Herr Dr. Otto A b e 1 e s leitete den Abend mit einer Würdigung Dr. Zuckermanns als Dichter, Mensch, Jude und Oestierreicher ein. Der heimische Komponist Willy Regenfuss brachte mit Hilfe des Fräuleins Julia Röhler vom Stadttheaer drei Lieder zum Vortrage. Herr Zeisel und Fräulein Garden, beide gleichfalls Solomitglieder des Stadttheaters, trugen Rezitationen bei Herr Zeisel, ein Freund Zuckermanns, las Szenen aus „Eine Nacht auf dem Markte“ und jüdische Gedichte Zuckermanns. Sämtliche Darbietungen standen auf hohem künstlerischem Niveau und fanden lebhaften Beifall. Lemberg. Am 23. März 1. J. hielt der Verein „Zeire Jehuda“ eine außerordentliche Generalversammlung ab, welche .einen feierlichen Charakter trug. -Nach Eröffnung gedachte der Vorsitzende der großen Verluste des jüdischen Volkes im letzten Halbjahr^ durch den’ Tod Mendeles Mocher Sforim unÄTschlenows. Im Rechenschaftsberichte hob der Präsident Herr Vogelfänger die Tätigkeit des Vereines seit der halbjährigen Wiedereröffnung unter seinem Vorsitze auf dem Gebiete des Nationalfonds hervor. Der Verein ist im goldenen Buche eingetragen und der „Zeirei Jehuda-Garten“ mit 100 Bäumen komplettiert. Es wurde auch für die sonstigen Zwecke des Nationalfonds fleißig und mit semgroßem Erfolge gesammelt Die Kulturarbeit des Vereines war sehr erfolgreich und vielseitig. Hebräische Parallelkurse für Anfänger und Fortgeschrittene, Kurse über Zionismus und Palästinakunde sind gut frequentiert und stärken den zion. Gedanken in den Herzen der bürgerlichen Jugend, welche noch vor dem Kriege zmn großen Teile weit abseits vom Zionismus stand. Eine recht ansehnliche Vereinsbibliothek ist geschaffen und eine Lesehalle für jedermann eröffnet worden. Der Verein arrangierte viele Öffentliche Veranstaltungen. Die Diskussion eröffnete Herr Pacht mit einem Generalreferat, in welchem er die Aufgaben und Zieleaer bürgerlichen Jugend und deren Forderungen an das jüdische Volk ausführlich erörterte. Er wies auf die Kongreßbewegung in Oesterreich Mn, auf die bevorstehende Organisierung der jüd. Studentenschaft, welche im kommenden Hochschultag in Wien beredten Ausdruck finden wird, auf die ebenso von wen kommende Anregung eines Jugendtages, auf den Umstand, daß in Ostgalizien schon viele bürgerlich-zjon. Vereine nach dem Muster der „Zeirei Jehuda“ gegründet wurden und vielfach noch Anfragen und Ansuchen über Vereinsstaluten an den Verein gelangen, sich also die Notwendigkeit ergebe, einen Landesverband „Zeirei Jehuda zu schaffen, um die gesamte ostgaliziscbe bürgerliche Jugend unter den Fahnen des Zionismus zu organisieren, mit der Grundtendenz, letzteren zu hebräisieren. Angesichts vieler anderer noch schwebender Fragen, wie der „Hochaluzbewegung“, der Gründung jeiner galizischen Kolonie in Palästina nach FriedensscMuß bezeichnete der Referent die bisherige Vereinstätigkeit als zu lokal gefärbt und enge und forderte einen neu zu wählenden Vollausschuß, der den Auigaben der großen Zeit gewachsen sei. Man einigte sich schließlich in der Diskussion daMn, dem äbtretenden Ausschuß das Absolutorium zu gewähren. Die öffentlich durchgeführte Wahl brachte folgendes Ergebnis: Präses: Vogelfänger; erster Vizepräses: Pacht; zweiter Vizepräses: Parnes, Kassier: Kraindler; Bibliothekar Merkur; Sekretär: Rifka Kurz; Nationalfondskommissär: Kurz; ohne besondere Funktionen: die Damen Feder und Znir und die Herren Habinger, Dolnig, Meta!, Weinstein, Vogel, Hermelin. Von den eingebrachten Interpellationen wurden bei der Abstimmung folgende angenommen: Die Umwandlung des Vereinsstatutes in das eines Landesverbandes, die Förderung der „Hechaluzbewegung“ und das Aufbringen einer Nachlahspende für die Tschlenow- Kolonie seitens des Vereins. Für letzteren Zweck ist schon eine ansehnliche Summe gesammelt worden. Lemberg. Am 31. März l.'J. feierte der Verein „Zeirei Jehuda“ im eigenen Vereinssaale ein Frühlingsfest „Chag awiw“. Der Kinderchor aus der hebräischen Schule Berkowicz eröffnete den Abend. Ein Zyklus von hebräischen und jüdischen FirühlingsÜedem wurde vorgetragen. Frl. Atem gelang es vollkommen, die Schönheit! und die Stärke des hebr. Wortes in der sephardischen Aussprache zum Ausdrucke zu bringen. Herr Artist Zitrig trug ,Frühling“ (Frug) und „Den jüdischen Mai“ (Rosenfeld, melodramatisiert von Zitrig) vor. Frl. Freilich sang sehr gefühlvoll jüdische Volksmelodien. Die- Klavierbegleitung lag in den bewährten Händen des Herrn Prof. Ehrlich. Ein Einakter „Die Ejza“ wurde von den Herren Merkur und Gotfler aufgeführt und rief große Heiterkeit hervor. Um 10 Uhr abends endete der offizielle Teil des Festes. Die Jugend, in fröhlicher Stimmung, blieb zurück und amüsierte sich durch Tanz und Spiel bis nach Mitternacht. Für Nationalfondszwecke ist viel Geld gesammelt worden. Auch spendete das Publikum den Mitwirkenden anstatt Blumen Oelbäume auf deren Namen im „Zeirei Jehuda-Garten“ des Herzlwaldes. Dieses Pessachfest hat dem Vereine „Zeire Jehuda“ viele Anhänger in allen Kreisen der Lemberger Judenheit gebracht. Für die Evakuierten in Palästina XV. Ausweis. (Fortsetzung.) Samml. Inf. Jakob Jubjener und Fri. Gusla Zitrinbaum. Sandomierz: Weinfeld, Rosenzwedg & Kaber je K 20.—; J. Zylberberg K 5.—; A. Tteger K 2.50; Ester Baum, I. Türk, Jegerhorn, Teätelbaum, Rachelä Mühlstein je K 2.—; Balbünä Milstein, Regina Glatt, Sura Weinberg, A. Apfelbaum, Friedmämn, L. Lercz, M. Mühlstein, S. Ofmann, M. Plonka, H. Weinfeldl, P. Wertiieim, R. Blumain, R. Eisenstadt, L. Weäsbrod, B. Golomb, H. Goldmann, A. Rosenberg je K 1.—; zus. K 84.40. Samml. Korp. Seme! Klein. Sandomierz: Heiniräch Jakobi, Klara Zobermann je K 4.—; Sindel BaTanek K 3.—; Rottenberg, B. Münz, Tauba Glas, Rosa Schneider, Uni., Pela Tennenbaum, Ractielal Tahich, Kolina Eisenstadt, Balbina Poluch, Jakob Hausmann, Wolf Birnkraiut, Moses Grob je K 2.—; Heitner, Josef Krämer, H. Zobermann, Abraham Manier, Moritz Dränger, Emil Adler, Abraham Brand, Berl Spaser je K 1.—; div. K 3.—; zus. K 46.—; ges. d. Gfr. Abraham Matzner, Sandomierz: Abraham Matzner, Jakob Jubjaner, Cbarm Wagner, Enrilie Matzner, Samuel Kolm, Jakob Seemann je K 2.—; Samuel Saubermann, Schülern Weizner, Leopold Rosenzweig je K 1.—; zus. K 15.—; Gesamtsumme K 61.—. Samml. Frieda Stäubruch, Sokal: Ges. dhrrch Frieda. Steinbruch und Adele Schütz: Lt, Dr. Felix K 50.—; Lt Wilhelm Grzyb K 20.—; Dr. Tamasz •und Frau, Flusser je K 10.—; Nagelberg Ok., Leon Pass, Zoller, Imber, Sternschuss, Feldw. Reiner, Dr. OehJer je K 5.—; Frau Gestier K 4.—; Frieda Steinbroch, Adele Schütz, Julie Schütz, R. Lorenz, Dr. Barasz, Fhr. Ratoer je K 3.—; Heister, Grober. Weiniger, Reister, Kowler, Deutscher, Risenberg, Dr. Fränkel, Insücbt, Krämm, Schorr, Kühl, Donner, Leon Jugend, Holtemann, LL N. N. te K 2.—; Maoh, Schwarzwald, Wecker, Malz, Boschwitz, Zügmann, Akner, Frostig, Brüh, Schwarz, Kreuzer, Byk, Fuchs, Aptedorf je K 1.—; zus. K 194.—; ges. d. FrL Flachs imd Schargel: Lt Laizar Kraus K 20.—; Tarnoruckä Ok., Leon Pass, Anna Kurz, Schargel je K 5.:—; Josef Akner, Leib Grober, S. Schlager. Etti Kesser je K 4.—; BHma Flachs, Löwenkron, Flecker, Schränska, Linsen, Kormaimr, G. Jugend je K 3.—; Ratz, Glazer.dRetüich, Band; A. Bard, Werber, Regime Zügmann. Sabina Schangel, Katz, Schargel Frieda, B. Schargel, Kranz, Kellner, Landau, Honig, Rothffeisch. Stet Schatz. Bepi Wolfetedn, Baumker, Kahan, Weitz, Schlussmann, Honig, Schildkron je K 2.—; Dachs, Honig, Poster,' Glazer, Grünspan, Horowitz, Rup. Zwerling, FIup. Rebhähe je K 1.—; zus. K 136.—. (Schluß folgt.) 5678 | S Ssiwan—Mai 1918'^ s M D M D F V K 3 J n n i 1 2 3 4 5 6 7 12 13 14 15 16 17 18 Tag^ m W 0mer47 w mh» 48 rtein 49 fflPOCFT 'N nunaen '3 Neumondtag l.Tag.Wochenfesl 2-Tag. (Seelenf.) Mitteilung der Verwaltung Infolge der enormen Schwierigkeiten, die sich der technischen Herstellung des Blattes und der Papierbeschaffung entgegenstellen, infolge der großen Teuerung und Kostenerhöhung, sind wir leider genötigt, den Preis der Zeitung neuerlich zu erhöhen. Die „Jüdische Zeitung“ wird vom 15. Mai an kosten: Vierteljährig 5 Kronen, halbjährig 10 Kronen, ganzjährig 20 Kronen. Einzelnummer 40 Heller. Wir hoffen, daß alle unsere Freunde diese kleine Erhöhung verständnisvoll auinehmen und unserer Zeitung, die gerade ietzt so wichtige Funktionen zu erfüllen hat. das Durchhalten der Kriegszeit ermöglichen werden. Administration der ...I. Z.“? Armen - Ambulatorium^» des Zionistischen Zentralkomitees für Kriegsflüchtlinge Wien, II. Taborstraße 20 A Unentgeltliche ärztliche Behandlung von mittellosen Kriegsflüchtlingen ohne Unterschied der Nationalität oo oder Konfession oo Ordination täglich. — Sonn- ^und Feiertage ausgenommen Am 6. Ssiwan 5678, dem zweiten Jahrestag, da ich von Heim und Ho( ausziehen mußte, wünsche ich allen meinen Freunden und Bekannten baldigst in unsere Geburtsstadt Sofijenka zurUckkehren zu können, um dort’wieder Ruhe und Sicherheit zu finden. Mit Gruß J. Aronski, Sandomierz- 27jähriger Unteroffizier, dzt. im Felde, sucht mit nation. Mädchen in ernsten Briefwechsel zu treten. Spätere Ehe nicht ausgeschlossen. Zoschr. unter „Bild erw.“ an die Administr, d. Bt. Kasierpulver „Ludwfgrin“ Goietzlioh geaohDtzt einzig in der Art, nimmt den atärkuten Bart in einigen Minuten -Ohne M8686l*9 ohne Seife — vom Gesiebte ab. Zn haben iu zwei Stärken. Nr. II tur mittelstarke, Nr.'lII für starke Bärte. V* Kilo K 3.—. lange ausreichend, ln Wien erhältlich in der pro-.etie „SANA'1, Karm&Uterpl&tz ( und Drogerie Jorg!, X?P?.r8*ra®e* Provinz versandt durch die Erzeugung Parfümerie WILH. LUDWIG, SOPRON (Ung ) Siiberg. H*. Wudervrrk. gesockt. ■4 •4 * •4 ■4 •4 1. Donnerstag, 23. Mai, abends 7S8 Uhr spricht Dr. Martin Buber Uber „Die Verwirklichung des Judentums“ Karlen von K 1.50 bis K 12.50 an der Konzertkassa Gutman, Wien I-, Kämterrinjf3 und bei ß. Löwit, Wien t., ßotenturmslraße 22. 2. Sonntag, den 26. Mai, vorm. 11 Uhr, Wiener Kammerspiele, I., ßotenturmslraße Literarische Matinee Dr. M. Buber: „Chassiöische Geschichten Vorlesung aus dem noch unveröffentlichten Werk: »Die Welt der Chaasidim“. Karten von K 1.80 bis K 8.60 an der Kassa der Wiener Kammersplele und bei B. Löwit, Wien I., Kotenturmstraße *2. * VfVVVfVTVffVVVVfVfVVfVVT?VV?V Jos. Schlesingen’s Buchhandlung Wien l.p Seitenslettengasse 5 empfiehlt ihr reiches Lauer altu. neuhebraischer, jüdischer u. Judatca Ltiteratur. Bibel u. rellgtonswissenschaftl. Lltteratur. Zionistisohe Litteratur David Triesch: jüdische Emigration und Kotontsatton K 19.80 Margel: Deutsch-hebräisches Wörterbuch K SO.—. Frost- Miton iwri, hebräisch-polnisch-deutsch K 14.—. Gordon- Holoschon 1., K8.40. Gordon: Holoschon II., K9.—. Gordon- Holoschon 111., K 12.—. Dr. Boruch: Auzer safrus Israel K 15.—. jüdische Noten: Der Fuhrmann — A Briefele d.-r Manien — Der Seiger — Jankele geht In ~chul herein — Die Allef Bejs und viele andere. ZIVNOSTENSKA BANKA FILIALE WIEN I» Herrengasse 12 Wechselstuben ln Wien: 1., Graben 15,1., Herreng. 12, U., Praterstr. 24,1IL, Landstraße Hanptstr. 88,1V„ Favoritenatr. 4, V„ Margareten Straße 71," VEL, Mariahilferstrafe 84, VIDL, Josefstädlerstraße 103, IX., Porzellangasse 9, X., Favorilenstr. 9, XUL, Mddlinger Hanptatraüe 15, XXL, Am Spif 15. Uuil Bessrgius aller-Beekand BlrMBtraenkÜMM. AMleekepital: K 100,000.000.—, Rnarvee. SleheratellUBB*fond: K 40,000.000.—. Einlagen ^L0|n auf BQchel w |2 |0 Zentrale in Prag, gegründet 1868. Filialen: Brünn, Budweia, Friedek-Mistek, Iglanjunsbunzlau, Karlsbad, Klattau, Kolin, Kömggräb, Krakau, Lemberg, Neubaua, Melnik, OlmUO, Mähriach-Ostran, FardubiO, Pilsen, Pisek, ProsanlO, Reichenberg, Tabor, Triest. Stahlkäamgr uit veraietbaran Safe« Abonn. v. 7 K an. Herausgthcr Gdler, verantwortlicher Redakteur David Nebeazahl. — Drude von Igna^ SpiO A Söhne, Wien IL, Robertfasae 2