Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 12 (1918)
- Issue
- 10 (8.3.1918)
- Date
- 1918-03-08
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 10 7" politisches, ökonomisches und kulturelles Referat zu stellen- Die gründliche Vorbereitung, dieser vielleicht wichtigsten Konferenz in unserem Parteileben wurde der Lemberger Parteileitung übertragen, welche auch mit größter Umsicht und Energie alles Nötige zur. Durchführung der gefaßten Beschlüsse'treffen wird. An alle zionistischen Organisationen und Vertrauensmänner ergebt die Aufforderung zur tatkräftigen Mitarbeit Die zionistischen Vertrauensmänner Wcstgaliziens werden ersucht ihre genauen Adressen dem Krakauer zionistischen Lokhlkomitee (per Doktor Wahrhaftig, Krakau, Grodzka26/11) umgehend mitzutellen behufs Verständigung in allen Angelegenheiten der einzuberufenden zionistischen Landeskonferenz. In jenen Ortschaften, wo keine zionistische Organisation oder Verein derzeit besteht, eventuell auch keine Vertrauensmänner vorhanden . sind, ist es Pflicht des Nationalfonds- Kommissärs oder jedes einzelnen Zionisten, der in dem betreffenden Orte wohnt, seine Adresse dem zionistischen Lokalkömitee” in'Krakaü sofort arizugeben. — Für die westgalizischo Zionisten-Organäsation: Dr. Wahrhaftig. ... Berichte und Korrespondenzen Wage» Raummangel bitten wir um kurze Berichte. Wien. Der Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina (Sektion Wien) veranstaltete am Samstag, den 9. Februar Im Saale der Flüchtlingsbibliothek einen Vortragsabend, bei welchem Frau Paula Arnald über das Thema „Die Neubesiedlung Palästinas und die Frauen“ sprach. — Frau Arnold erörterte die Mängel und Schwierigkeiten unter denen laut Darstellung der maßgebenden Faktoren die jüdischen Kolonien bisher durch das Fehlen eines richtigen Typus einer jüdischen Bäuerin zu leiden hatten. Diesem empfindlichen Mangel abzuhelfen, sei die vornehmste Pfiicht des Frauenverbandes, welcher schon' vor dem Kriege infolge der Initiative der rühmlichst bekannten Frau Dr. MeiSel nach Ueberwindung unsäglicher Schwierigkeiten und Widerstände die erste Mädchenfarm in Kinereth gegründet hat. Frau Dr. Arnold bespricht die Geschichte dieser, Gründung, welche im Jahre 1911 erfolgte. Die Leiterin der Mädchen^ farm; Frau Dr. Meisel, hatte ungeheure Schwierigkeiten zu überwinden, da die Mittel, deren sie zur Leitung der Farm bedurfte,1 niemals hinreichend waren. Es bedurfte eines währen Heldentums seitens der Leiterin und der Zöglinge, um unter dieses Verhältnissen dnrchzuhalten. Trotzdem ist e§ gelungen, einen Stab tüchtiger Bäuerinnen auszubilden,: welche schon jetzt in ganz Palästina wichtige Aufgaben erfüllen und unersetzlich geworden sind. Diesen Pionieren der Frauenarbeit ist es za verdanken, daß für die Zeit nach , dem Kriege. ein großzügiges Programm ausgearbeitet Vjirde, dessen Unterstützung sowohl die Verwaltung des Jüd; Nationalfonds' als aüch das Palästinaamt zugesagt haben. Vorläufig müßte die Mädchenfarm in Kinereth infolge der abnormalen Verhältnisse in der Kriegszeit geschlossen werden, fis' klang schier'unglaublich und war für,alle Anwesenden beschämend, als sie aus dem Munde der Referentin erfuhren, um welche verhältnismäßig geringen Summen es sich bei der Gründung und Leitung der Mädchenfarm in Kinereth gehandelt hat uiid wie ein Jahresbeitrag von einigen tausend Franken mehr diesen Vorkämpferinnen die Arbeit und das Durchhalten unendlich leichter hätten machen können. Als die Referentin am Schlüsse ihrer Ausführungen die Hoffnung äussprach, daß nunmehr die Fraüenorganisationen für die Zwecke des Frauenverbandes reichliche Mittel zur Verfügung stellen werden, so gab sie damit der tiefsten Ueberzeugung aller Anwesenden Ausdruck, Sofort nach dem Vorträge haben auch mehrere Personen den Beitritt zum Verbände an- gemeldet Weitere Anmeldungen nimmt Frau Paula- Arnold, Wien, I. Auersperggasse 2, entgegen. - . Wien. Am 2. März veranstaltete die .Barjrai-Gruppe der Lese- und Redehalle ifid. Hochschüler eine Tsch lenow-Gedenkfeiej. Herr Oberkantör Morgenstern sang, .begleitet von Prof. Storch,-das „El male rachamim“. Darauf hielt Herr Adolf Stand die Ge- •denkrede, in der er das Leben und die Bedeutung des großen Führers mit außerordentlicher; Wärme und Lebendigkeit schilderte. Seine Rede, reich an geistvollen Ideen, machte auf die versammelte Gemeinde den tiefsten Eindruck. Wien. Die Bukowiner jüd. akad. Landsmannschaft „Jordania“ hat, ihre Tätigkeit wieder ausgenommen und ersucht, sämtliche Zuschriften an Herrn Jur. Oswald M e n s c h e I, Wien III., Neu- Hnggasse 24/14 zu richten. Salzburg. Man darf es als ein Zeichen der Zeit betrachten, daß dieser Tage die erste zionistische. Versammlung hier stattgefunden hat.. Fast alle jüdischen Familien Salzburgs waren dort vertreten. Die Einladungen waren erfolgt durch Herrn V' , JÜDISCHE ZEITUNG__ Oberrechnungsrat Poltak und Herrn Siegmund Bernheim. . Die Versammlung wurde von Erstgenanntem mit sympathischen und ernsten Worten eröffnet und geschlossen. Den Ausführungen des Redners Dr. E1L a's T i s c h über das Thema „Der Weltkrieg unddasittdische Volk“ folgte die ansehnliche Versafriifdang mit sichtlichem Interesse. Auch der Präsident der Kultusgemeinde sprach dem Redner persönlich seinen Dauk aus. iS'eben den bereits genannten Persönlichkeiten hat besonders Frau Dora Schwarz das größte Verdienst am Zustandekommen der Veranstaltung. Innerhalb den.nationalistisch-klerikalen Bevölkerung Salzburgs ..ist die bürgerliche Stellung der Juden hier so eigenartig, daß das Interesse an jüdischen Problemen auch aus dieser Richtung einigen Anstoß erfährt. Man hofft dieses Interesse zu erhalten durch Förderung der jüdischen Jugend, in dem vor kurzem hier — ebenfalls infolge der eifrigen Tätigkeit der Frau Schwarz — begründeten „Jüdischen Wanderbund“. Bei einer Gesamtzahl von 65. ansäßigen jüdischen Familien zählt der Wanderbund bereits zirka 30 Wanderer, gewiß ein schöner Beweis für die allgemeine Sympathie, dessen er sicii erfreut! Dr. R. St Innsbruck. Am 17. Februar L J. hielt unser eifriger Gg. Herr Paul S t e i n aus Liifz hier einen Vortrag über „Die jüdische: Frage — ein Weltproblcm“. Es war dies die’ erste Veranstaltung dieser Art in Innsbruck. Der Redner rief unter der Zuhörerschaft, die vom Nationaljudentum bis jetzt fast gar nichts wußte, eine Begeisterung wach, die selbst die größten Optimisten nicht erwartet hatten. Auf Aufforderung des Herrn Otto Deutsch entspann sich eine lebhafte Debatte, in der sich alle Anwesenden zugunsten unserer Bewegung aussprachen. Dieser Abend berechtigt zu der Hoffnung, daß wir Jn . Kürze ein gut organisiertes jüdisch-nationales (bezw. zionistisches Leben der Innsbrucker Judenheit erwarten dürfen. Herr Ing. Berger hat sic^t uns in selbstlosester Weise zur Verfügung gestellt, die Leitung der Jugendorganisationzu übernehmen. Frohen Mutes seiien wir der Zukunft entgegen.' ■ Dr. A. Steyr, Am .7. Februar sprach der Vorsitzende der in Gründung begriffenen Ortsgruppe,. Herr Siegfried Web er über;„den moralischen Einfluß der Assimilation auf das. Judentum“. Der für die hiesigen Verhältnisse gut besuchte Vertrag wurde mit Beifall entgegengenommen. Graz. Hier w.urde vor einiger. Zeit ein .Jüdischer Nationalverein für die Alpen- und Küstenländer Oesterreichs“ .ins Leben» gerufen. Vereinsadresse: Graz, Auenbruggergasse 32 (Tel. 1083). Ankündtgungr-n 9. März. S Ubr abends -hn Kasino Zögernitz, .XIX., Hauptstraße-76,' Versammlung der Sektion Döbling des „Zionistischen Zentralvereihes“, bei welcher'’ die Herren Staatsbahnrat Ing. Robert Stricker ’unckDr. Tisch über das Thema: „Die Juden -im Weltkriege“ sprechen werden. - - - -• . 9. März, Samstkg, um'.7S Uhr'abends, findet in der Hatchijah eine asefa pnimith statt Sämtliche Chawerim und Hospitanten werden um bestimmtes und pünktliches .'Erscheinen gebeten. 9. März; 715 Uhr, spricht im akad. Verein jüd. Frauen im Saal? der Lese- und Redehalle jüd. Hochschiiler, . Türkenstraße ,9, . Cand.. med. Rosa Mayer übet das Thema:. „Ein Weg zur jüdischen Gemeinschaft. Zur Frage der geschlechtlichen Beziehungen*;. — Gäste willkommen.’ 9. März, Samtag, um, halb 8 Uhr findet im Allgem. Jüdischen Arbeiterverein (Poale-Zion), II. Stefahiestraße 2, Tür;34, eine Mädchen- Agitations-Versammlung statt mit der Tagesordnung: „Die Aufgaben der jücL Arbeiterinnen“. —; Referentin: Genossin M.*Schorr. 10. März. Vortrag des Herrn Prof. Ballod hn großen Konzerthaussaal: Beginn 7 Ubr. (Siehe Inserat.) 10. März, Sonntag, findet um halb 8 Uhr abends im Festsaar' des Hotel Continental ein, Konzert-Vortragsabend unter Mitwirkung hervorragender Künstler statt Karten in der Buchhandlung Löwit I. Rotenturmstraße 22, und bei der Abendkassa, Hotel Continerttal, IL Taborstraße 4. Wir verweisen auf das Inserat.' 10. März, Sonntag, J*I0 Uhr vormittags, findet im Lokal der Mediziner, IX. Alserstraße 7, die Sitzung der Zionstischen Gruppe des jüd. akadem. Juristenvereihes statt Tagesordnung: 1. Wochenbericht; 2. Einleitung in die jüd. Geschichte; 3. Vorlesung aus jüd. Literatur. Alle Mitglieder werden aufgefordert, pünktlich zu erscheinen. Gäste willkommen! Der Leiter: H. Süßkind. Zur Beachtung? Unterbrechung in der Zusendung des Blattes tritt ein« wenn das Abonnement nicht rechtzeitig erneuert wird. Wir bitten daher, unsere geehrten Bezieher, deren Abonnement abläuft oder abgelaufen ist die Gebühr ehestens anweisen zu wollen. Seite 5 Nissan—März (s*3 snn wi Neumondtag J!» Dr. LI PA EIGENFELD DORA EIGENFELDgeb. ALMER Vermählte Stanislau, im Feber 1918. II »?aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa & 3 3 3 Festsaal Hotel Continental II., Taborstrasse 4 Konzert:, Arien:, Heins nii VntngssiUeni Sonntag, den 10. März 1918 V*8 Uhr Abend Mitwirkende; Fräulein Sidonia Schwarz, Opernsängerin, Herr Julius Zabinski, Opernsänger, Herr Mischa Stiefelband, Sevcik-Schiller, Violinvirtuose, Herr Rudolf Kiimpa, Komiker, Milgl. d. k. k. priv. Carltheaters. Zum Vortrag gelangen Opernarien v. kubinstein, Halevy, Meyerbeer etc. Ferner jüdische Lieder. Am Flügel Herr Fritz Blum. Karlen bei Löwit, Buchhandlung I, Rolenturmstr. 22 und Cate „Marianbrllcke“ 1., Roienturmstrasse 3t und» an der Abend'*- saa ab 3 Uhr. h ►' ► ►> >' t ► ► ► MnTTTWifTTttiTTnmwfwmä UlFH ^af6 „Marienbrücke“ WILD L, Rotenturmstraße 3t RENDEZVOUS DER ZIONISTEN -;-B* * Armen-Ambulatorium des Zionistischen Zentralkomitees für Kriegsfllichtiinge Wien, II. Taborstraße 20 A Unentgeltliche ärztliche Behandlung von mittellosen . Kriegsflüchtlingen ohne Unterschied der Nationalität oo oder. Konfession oo Ordination täglich. — Sonn» % und Feiertage ausgenommen # Jüdischer Sport D. F. C. — Hakoab 7:1 (5:1). Nach dem Resultat zu schließen, eine ver-\ nichtendc Niederlage! Dem ist aber nicht so. Nur unter den größten Schwierigkeiten gelang es der Haknalt, infolge des Verbotes für M'liiärpersonen, Wien zu verlassen, Samstag nacht"- in Prag anzukommen Mit drei Ersatzleuten. kam die JVIaim-'’ schaft. vollkommen ermüdet durch die Reise, auf den Platz Ein gänzlich unfähiger Schiedsrichter benachteiligte die Hakoahncr. Bcienkt man noch, daß der Prager D F. C. die oestii österreichische Fußballmannschaft ist, so findet das Resultat hin-, längliche Erklärung. . * An unsere Abonnenten! Der heutigen Provinzanllage liegen Erlagscheine bei. Diejenigen unserer Abonnenten, die die am 1. Jänner fällig gewesene Bezugsgeb ähr noch nicht entrichtet haben, wollen dies postwendend besorgen, da sonst die weitere Zoste Jung der „Jüdischen Zeitung“ unterbleiben müßtet. Abonnementgebühr der „Jüdischen Zeitung: Vierteljährlich ..K 4— Halbjährlich.K 7.— Ganzjäbrlich.K 14— Wechselstuben in Wien: 1., Graben 15,1., Herreng. 12, Praterstr. 24, HL, Landstraße Hauptstr. 88, IV., Favonlenstr. 4, V., Margaretenstr. 71, VI.. Gumpendoriersfcraße 100, VII., Mariahilferstr. 84, VIII., Josefstädterstraße 103, IX., Porzeilangasse 9, X., Favoritenstr. 95, XII., Meidiinger Hauptstr. 15, XXL, Am Spi$ 15. Aktienkapital und Reserven: über 103 Miß t!2 au? Büchst Kuteate Besorgung aller Bank- und Börsentransaktionen. i.g Herrengasse 12 Zentrale in Prag, gegründet: 1868. Filialen: BrUnn. Budweis. Frieiek-Mistek.lglau. Karlsbad, Klattau, Königgräl), Krakau, Lemberg, Melnik, OlmUtj, Mahrisch-Osirau, Pardubiß, Pilsen, Pisek, Prossnitj, Reichenberg, Tabor, Triest. Stahlkammer mit vernfetbaren Sales Abonnement von 7.-feSnt^s Herausgeber Alexander Geller,'verantwortlicher Redakteur Darid Nebenzahl. — Druck von Ignag 5pi^ & Üöhue, Wien U., Robertgasse 2 1 'sgfSJa 0