Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitung · 1918-03-01 · 9 (1.3.1918) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitung
Volume
12 (1918)
Issue
9 (1.3.1918)
Date
1918-03-01
Page
Seite 2 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2438141-2438675-2438684--5669-2445669
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

9 jrH Der Jüdische Nationalfoods Seite 2 Sache stellte. Krakau soll ein Beispiel für alle diejenigen, lokalen und weitere» zionistischen Organisationen 'sein, die immer' die Palästina-Arbeit als ersten Punkt ihres Programtnes atrfstellen, in der Durchführung aber in der Regel lokalen und politischen Augenbücksarbeiten den Vorrang geben, die Tätigkeit für den J. N. F. .und die-Palästina* iisstitntionen aber bestenfalls den Jugendorganisationen übertragen. So kommt es, daß Krakau beinahe das Dreifache an N. F.-Eingängen zu verzeichnen hat als Lemberg, dessen jüdische Einwohnerschaft an Zahl und ökonomischer Stärke derjenigen Krakaus weit überlegen ist. Wenn wir auch der Lemberger N. F. K. für ihre opfervolle Arbeit uneingeschränktes Lob schulden, so können wir audfcrerseits der Lemberger, Parteileitung und insbesonders den einflußreichen Gg. Og. in Lemberg den Vorwurf nicht ersparen, daß sie sich um die Palästina-Arbeit sehr wenig oder gar hiebt kümmern. Angesichts der geänderten Sachlage wird aber sicherlich hier wie überall Wandel geschaffen werden. Besonders lobende Anerkennung verdient cSe'R F. K. in S t r y j, wo die gleichen Gründe wie in Krakau ein mächtiges AnschweUen der Spenden zur Folge gehabt haben Die Stryjer N. F. K. hat eine besonders rührige Tätigkeit entwickelt! und war vor altem bemüht, die jüdische OeifentSchkeit ihrer Stadt über die Vorgänge im jüdischen Leben zhi informieren, um sie auf die Bedeutung des J. N. F. aufmerksam zu machen und za größerer Opferfreodigkeit zu veranlassen. Oer Erfelg hat sich auch eingestellt. •, Die altbewährten N. F.-Kommissionen in Prxeraysl, Tarnow, Rzeszow, Jaroslau, Sanok, Sambor und Bo 1 echow haben auch in diesem Jahre vorzügliche Arbeit geleistet und schöne Ergebnisse aufzuweisen. Die Arbeit dies« Kommissionen ist umso höher etazuschätzen, als sie sich größtenteils aus den Jugendorganisationen rekrutieren, deren Reihen durch den Krieg sehr stark gelichtet wurden. Sehr beachtenswerte Erfolge, die wir vielen westlichen Städten als Beispiel stellen möchten, haben die vom Kriege hart mitgenommenen Städte Turka, Gorlice, Nowy-Targ, Zloczow, Bocbnia,Jaworzno, Oswiecim, Chrzanow, Mielec, Grodek-Jagiellonskl, Jaslo und Glinlany zu verzeichnen und diese Städte bilden den Beweis, wieviel unter schwierigsten Umständen für die Palästinasache .geleistet werden kann, wenn einige begeisterte opferfreudige Gg. Gg. die Arbeit in ihre Hände nehmen. Die Büchsenstatistik Galiziens bietet keine sicheren Anhaltspunkte. Die meisten Büchsen die vor dem Kriege in den galizischen Städten .verteilt waren, existieren heute nicht mehr und die 1900 Büchsen, welche im verlaufenen Jahre m Galizien geleert wurden, sind zum allergrößten Teile seit der Befreiung Galiziens neu verteilt werden. Wir sind bemüht, auf Grund der alten Büchsenkarthoteken. die aus der Friedenszeit eventuell noch verbliebenen Büchsen wieder in Evidenz zu nehmen und werden schon im ersten Halbjahre 1918 in der Lage sein, auch bezüglich Galiziens genaue Daten über Büchsenleerungen anzugeben. Die Büchsenleerungen sind in der Regel befriedigend gewesen und wurden in manchen Orten wie Przemysl, Tarnow nnd Rzeszow sogar dreimal durchgeführt. Leider bietet die Neuanschaffung von Büchsen sehr bedeutende Schwierigkeiten, sodaß wir nicht in der Lage stad die Büchsensammlungen so auszustatten, wie es die Verhältnisse jetzt gestatten würden. Wenn wir von Pole-n sprechen, so meinen wsr darunter oatürlsch nur den von Oesterreich okkupierten Teil das ist das General-Gouvernement Lublin. Auch hier wurde in diesem Jahre überaB die Arbeit mit Eifer ia Angriff genommen, obwohl auch hier däe Verhältnisse sehr ungünstig liegen. Die materielle Lage der jüdischen Bevölkerung verschlechtert sich von Tag zu Tag und obwohl hier wie in Galizien meistens die Jugend sieb der Palästina-Arbeit widmen konnte, während die eäaifrtfyeichen Gg. durch die politischen Kämpfe voll ft» Anspruch genommen waren, konnte eine hühsche Einnahme und ein bedeutender Fortschritt erzielt werden. Von: alfen Vertrauensmännern und N* F. K. wurde soviel Elfer und Hingabe an die Sache an den Tag gelegt, daß wir, wenn wir düe 'Verdienste einzelner Städte Üervorheben wollten, alte in der statistischen Tabelle enthaltenen Namen nochmals aufzählen müßten. Gegenüber 1916 verzeichnen alle Städte einen Fortschritt Ein Rückschlag ist nirgends eängetreten. Das Gesamterfirägnis bat. sich auch gegenüber" 1916 verfünffacht, ein Fortschritt wie wir ihn auch für die Zukunft und für sämtliche Landesorgantsationen «rwfmschen. Bemerkenswert ist daß nur 9 ganz kleine Ortsgruppen weniger afs K 50 beigetragen haben. Von den 1872 in Polen verteilten N. F.-Büchaen worden 1130 erst hn Laufe des Jahres 1917 verteilt Sämtliche verteilte Büchsen worden zumindest einmal geleert mit Ausnahme von zirka "400. deren Verteilung erst gegen Ende des Jahres erfolgte. Unter den wesfösterreichischea Distrikten ■nimmt Jönerösterreich wieder den ersten Platz ein und lat auch gegenüber dem Vorjahre einen bedeutenden Fortschritt zu verzeichnen, so daß sich cKe Spenden beinahe verdoppelt haben. Die Spendeneingänge aus Wien haben die ' Höhe von zirka K 100.000 erreicht doch ist es anaanehmen, daß sie sich im Laufe dieses Jahres •och vervielfachen werden, so daß Wien endlich. den Rangein nimmt der ihm nach der Anzahl und der Kapitalskraft der jüdischen Bevölkerung Mkommeo würde. Forizcizung. Ga i iz ien Fortlaufende Zahl Ortsgru ppe ■ll® hS« (Q N StB BUchsenertrag K Durchschnitt pro celserte BUchse 1917 t. s erneuter K 1917 in. Semester X 1917 Gesamtsumme K 1916 Gesamt-1 summe! K! PWnee - X 59 . Siary Sambor 17 40.80 2-40 113 114 227 224 i r 3 GO Zabörnia? 126-20? - 211 211 — -fr 211 61 Biecz 5 35-60 7-12 201 201 — + 201 62 Szydiowice ... — — 199 — 199 — 19» 63 Rudki — — — 109 70 179 58 -4- 121 64/ Radymno 23 93-08 4‘04 12! 53 174 182 . — 8 65 K$ty — — — — 150 150 — + 15» 66 Alt Sandez — - — — — 148 148 108 4- 40 67 Krosno -. — — 129 129 8 4- 121 68 Lisko — — — 14 113 127 — 4- 127 69 Przeworsk — — — -. 127 127 5 + 122 70 Zolynia — — — _ 123 123 *_ 4- 123 71 Zöltance 1 5-— 5"— — 120 120 — + 120 72 Rymanöw — ■ - ■- -- 116 116 — -fr 116 73 Dynöw — — — 27 87 114 — 4- 114 74 Podgörae — — — 30 77 107 10 -4 97 75 . Strusdw — - — — 100 100 — -fr 100 76 Lacko 12 33-30 5-55 86 6 92 13 19 77 Tyrawa-Woloska 1 10-30 10-30 3 89 92 — + 92 78 Zölkiew — — — 19 63 82 — 4- 32 79 Rawa Ruska — - — — 70 70 102 — 32 80 Oleszyce t 9-- 9-- 22 46 68 8 + 60 81 Zakopane 4 14- 3-50 — 66 66 50 4- 16 8> Kalusz — — — 15 50 65 — + 65 83 Doiina — — — — 58 58 35 + 3 84 Bircza — — — — 56 , 56 — + 56 85 Gryböw — — — — 67 67 100 — 33 86 Uhrynöw — - - — — 53 53 — + 53 87 Werhrato 1 17-- 17- 21 30 51 — -4 5» 88 Brzeiany — — — — 51 51 — + 51 89 Zölanka — — — — 50 50 — 50 90 Klasno - — — — 50 — 50 — + 90 90-124 34 Orte mit Einnahmen unter 50 K 2 39-33 19-67 — ■ — 345 339 4* 106 Summen: 1895 15337-32 8-19 64303 104.791 169394 37.848 -4 1331446 Orte mit Einnahmen unter 50 K: Baranow, Bobrka, Dobromil, Horodenka, Jabkmow. Jamaica. Komamo, Kolomea. Krzeszowice. Krystynopol, Lawoczue, Lubkowce, Lutowiska» Maköw. Malcowiska, Mikolajow, Milatyn, Neu-Zagörz Sporysz-Zabfocfe, Sucfta, Szczensec. Ufaaov. Zablotow. Zaitor. Nisko. OreJec. Ottynä, Fodb«b Pruchnik. Rudnlk, Ropczyce. SnfaUyn, Soiotwia* Sosnowfec. Inner-Österreich Portlaufende Zahl Ortsgruppe Zahl der verteilten itUchien bsS SP Bttdiaen- Brtrag K Durchschnitt pro geleerte UUjhaen K 1917 CSem. X 1917 11. Sem. X 1 Wien 1737 957 6248-76 6.52 24769 73550 2 Trieat 171 47 54911 11-68 1791 4974 3 Linz 88 88 901-78 10-25 2211 2802 4 Graz 85 59 749-23 1270 £22 1207 5 Amstetten — — - . — ^74 119 6 Krems a./D. 7 7 313— 44-71 361 330 7 Slockerau 23 15 180-72 124» 122 352 8 Klosterneuburg 24 20 10257 512 193 95 9 Wiener-Neustadl 2 — — _ 194 80 10 Innsbruck 36 15 132-92 8-86 55 198 11 Audorf — — — — 159 12 Alland 1 1 8-20 3-20 124 32 13 Salzburg 4 4 82-— 20-50 13 131 14 Markl — — — — 15 107 15 Hohenau 16 12 100-- 8-33 120 16 Blumau — — — — 111 17 St. Pölten 4 1 15-- 15-— 40 67 18 Bad-Hall 4 4 94-64 23-66 10 95 19 Sieyr 4 4 3350 8-37 28 74 20 Bagusa — — — - . 100 21 Marchtrenk 5 5 39-32 7-86 45 30 22 Grimmenstein —a. '- — — 65 23 Baden 3 — — — _ 51 24 Atzgersdorf 14 — — — _ 50 25 Laibach 5 — , - — 30 20 26 wieselberg 2 — — — 50 27-60 33 Orte mit Einnahmen unterK50.— 36 18 98-64 5-48 — Summe 2282 1257 9.650-— 7-67 31850 85040 1917 Gesamt* Summe K 1916 Gesamt* Summe X Dllhnx X 98319 55297 -f-43022 6.765 1308 + 5457 5.013 2956 -fr 2057 1329 488 + 134t 893 259 63t 691 467 + 224 474 373 + 10t 289 510 221 274 64 + 219 253 158 + 96 159 — 15» 136 62 + 9« 144 13 -fr. 13t 122 + 122 12Q 116 -fr. 4 111 — -fr 111 107 259 — 152 105 20 .+ 85 102 42 60 100 — + 100 75 11 64 65 125 60 5t 185 - — 134 50 35 + 15 50 58 8 50 — + 50 497 706 — 209£ 116390 64660 +5223» Orte mit Einnahmen aater 50 K: Abbazta. Aigen-Schlögl, Angern, Bruck a. L-. Bruckmühl, Castetauovo-Ostro, Eggerding, Fiume, Geras, Gonobitz. Gmunden. Hadres, Hohenstadt. Kirchberg, Kleinrnüncben.x Knsttelfeld, Lassee. Leoben. Leopoldsdorf. Maria-Enzersdorf, Mödling (im Jabra 1916: 300 K. im Jahre 1917: 130 K), Oberhoüabrunn. Persenbeug, Ried. Rohrbacft. St Georgetn Strobl. Traisen; Tomitz. Thomasroit Vösendörf, Wagna. Waidhofen. Wörgh Einen sehr bedeutenden Spendenzuwachs verzeichnet -Triest wo sich die Arbeit unserer Gg -Gg. immer mehr trotz der ganz abnormalen Verhältnisse geltend macht Mustergültige Arbeit hat die N. F. K. in Linz gehütet was im Laufe des Jahres mehrmals hier und an anderer Stelle bereits hervorgehoben wurde. Durch Herausgabe von Mitteilungen, Flugblättern und dergleichen, durch Veranstaltungen von Vorträgen und Diskussionen, in Wort und Schrift arbeitet diese Kommission wie vielleicht keine zweite in Oesterreich. an der Popularisierung unseres Volksschatzes unter Juden, die vor wenigen Jahren dem Judeotuxne noch ganz entfremdet waren. Der Er* folg dieser Arbeit, der sich in der Ziffer vm K 5000 aosdrückt, wird auch von uns wie voa allen anderen Gg. Gg. gebührend hoch eiagpschätzt >* Auch in allen anderen Städten Inhertsterredchs mit Ausnahme von Baden und K1 ostarnenbnrg läßt sich ein Spendenzowachs feststellen. Allerdings ist im den meisten mit Aas* nähme derjenigen, die von der Linzer N. F. K. verwaltet wird, noch keine organisierte N. P.-Propaganda zn verzeichnen. Von den 2200 Büchsen sind zu 95 Präsent te Wien plaziert. Von diesen -ist allertbag» etm großer Teil im Besitze von Fersooeiv welche de* i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.