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Jüdische Zeitung · 1918-03-01 · 9 (1.3.1918) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
12 (1918)
Issue
9 (1.3.1918)
Date
1918-03-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 9 JÜDISCHE. ZEITUNG Seite 5 Vertrauensmännertagung der Wiener Zionisten (Fortsetzung.) Der erste Berichterstatter bei der Vertrauensnmimeriagung der Wiener Zionisten, die das Zionistische Zentralkomitee für West-Oesterreich iür den. 31. v. M. und 13. d. M. einberuien hatte, stellvertr. Präsident des Zentralkomitees k. k. Reichsratsrevisor Rudolf Taussig führte nach seiner Mitteilung über die Tätigkeit der beiden Kommissionen, die die Flüchtlingslager besucht hatten, weiter aus: Auch auf den übrigen Gebieten der Fürsorgetäfigkeit arbeitete das Z. K. in intensivster Weise. So insbesondere in der Kleidersammelstelle, welche es unter der vortrefflichen Leitung von Frau Erna Patak im ersten Jahre errichtete und die gegen 1U.0QQ Personen mit der notwendigsten Kleidung versah. Auch die vom „Zionistischen Frauenverein“ inaugurierte Kartoffelverteilung erwies sich als eine überaus segensreich wirkende Institution, wie nicht minder die Brotverteilung, welche das zionistische Hilisbureau im Jahre 1916 vornahm. Als .ein besonders segensreich wirkendes Amt muß das „Rechtsschutzbureau“ angesehen werden, in welchem früher 66 Advokaten ihre Tätigkeit den Hilfsbedürftigen widmeten. Das Rechtsschutzbureau, welches anfangs unter der Leitung unseres Gg. Dr. Max Bernhardt stand, und gegenwärtig Gg. Dr. Ernst Schubert zum Chef'hat, hat bisher in 16.000 Fällen interveniert. Besondere Verdienste darum erwarb sich k. k. Richter Isidor Kotlar, der während seiner Flüchtlingszeit hier außerordentlich viel geleistet hat. Außerdem sind aber noch andere Flerren zu nennen, die sich um die Institution sehr verdient gemacht haben, wie Dr. Hermann Ebner, Dr. Michael Finkler, Dr. N. K i n s b r u nner, Dr. Schärf, Dr. Simon Holdengräber und Dr. Heinrich Schiffmann. Auch das Schadenerhebungsbureau, das während des Sekretariats von Herrn Dr. Fischei W a s c h i t z ins Leben gerufen wurde, hat durch die Erhebung der Schäden in 20.000 Fällen, die durch den Krieg entstanden sind, segensreich gewirkt. Mit besonderem Stolze wies Herr Rev. Taussig auf eine spezielle Schöpfung der Zionistischen Hilfsaktion, auf das' „A r m e n -A m b ulatorium des Zionistischen Zentralkomitees für Kriegsflüchtlinge“ him Er führte aus. daß trotz der teilweisen Repatriierung der Flüchtlinge die Frequenz an Patienten im Dezember v. J. noch immer die Höhe von 1.749 erreicht habe. Die Gesamtsumme der bis Ende vorigen Jahres im Ambulatorium behandelten Fälle beträgt 112.687. Neben der ärztlichen Behandlung wurde den Hilfe suchenden Flüchtlingen noch eine: reiche Fülle Von anderen Unterstützungen zuteil, wofür der Referent für das Jahr 1917 einige statistische. Daten anführte: Milch, Butter, Marmelade, Kakao usw. wurde an die kranken Kinder in einem Betrage von K 12.664.— gratis verabreicht. An Unterstützungen für Köstaufbesserung wurden K 11.970.— ausgegeben, für Bäder K 6639.—. Der Referent hob rühmend die aufopfernde und hingebungsvolle Tätigkeit der im Ambulatorium tätigen Aerzte und Pflegeschwestern hervor, welche sich sämtlich ihrem schweren und ver- . antwortungsvollen Dienste ohne jegliche Entschädigung widmen. Ein Palästina- Hilfswerk wurde von Seiten des Z. K. ins Leben gerufen, als aus dem Heiligen Lande Hiobsposten in Wien einliefen. Im März 1917 wurde ein Komitee gegründet, an dessen Spitze sich Frau Erna Patak. und die Herren Ludwig B a t ö und Dr. Wilhelm Stein stellten. Ihm schloß sich die „Arbeitsgruppe der jüdischen Studentenschaft“ in Oesterreich unter der Führung der Herren Zwi K.toretz, N. Koff 1 er, Horowitz und Aron Wiznitzer an, das viele Erfolge zu verzeichnen hat Bis zum Tage der Vertrauensmännerversammlung wurden K 126.125.— für das Palästinahilfswerk gesammelt, wovon K 79.783.— - beim Bankhaus S. M. von Rothschild deponiert wurden. Zur Vereinheitlichung des Palästinahilfswerkes wurde ein gemeinsames Komitee mit der Israelitischen Kultusgemeinde, der B. B.-Löge und der Israelitischen Allianz gegründet. Eingeleitete Schritte zu einer 'Vereinigung mit der „Hilfskommission 1915“ blieben erfolglos. An die sich in Wien befindlichen Evakuierten aus Palästina wurde bereits die Summe von über K 3000.— zur Verteilung gebracht. Auch auf dem Gebiete der Vermittlung zwischen Familienmitgliedern in Amerika und Mitteleuropa wurde eine reiche, an die Arbeitskraft des Hilfsbureaus große Anforderungen stellende Tätigkeit entfaltet. Mit Unterstützung des Gg. Herrn Ing. Johann Kremenezky wurden bisher K 135.469.— den Adressaten, deren Auffindung häufig unendlich schwer war, zugeführt. Welchen Ansehens sich die Tätigkeit des Wiener Bureaus auch im Ausland erfreute, geht daraus hervor, daß das Skandinavische Zentralkomitee sich der Mitarbeiterschaft unseres Bureaus zur Verteilung von Hilfsgeldern im bisherigen Betrage von K 111.000.— für die Gebiete von Petrikau, Lublin, Radom und Kieke bediente. (fö.-isetsang folgt.) Judenhetze in Siryzöw Man schreibt uns: Wie in allen Städten Westgaliziens fand auch bei uns in Strzyzöw anläßlich der Chelmer Afiaire eine Trauer-Andacht, begleitet von Demonstrationen und'Reden, statt. Uns Juden wurde seitens des Komitees verboten, an sämtlichen Manifestationen Anteil zu nehmen. Eine Menge von Abertausenden zog von der Kirche aus bis zum polnischen Sokolsaal. Der Pfarrer aus Lubcza hielt eine Rede, in der er zuerst die Deutschen- und Oesterreicher bedachte: am Schlüsse aber verfehlte er nicht zu bemerken: „Unsere Feide sind nicht nur die Oesterreicher und Deutschen, sondern auch die heimtückischen und gefährlichen-Juden“. Er forderte von den Anwesenden einen Eid, die Deutschen. -Oesterreicher und mehr noch die Juden mit sämtlichen Waffen, die ihnen zu Diensten stehen, zu bekämpfen. Das Volk stimmte ein und begab sich tatsächlich in die Stadt, wo es zu gefährlichen Exzessen kam. Die Juden waren, zwar hinter verschlossenen Türen und Fenstern, trotzdem wurden sämtliche jüdischen Häuser mit Steinen bombardiert. Es war ein regelrechter Pogrom. Strzyzöw, im. Februar 1.918. . Spectator. Ankündigungen 2. März, Samstag. Der jüdisch-akad. Philosophenverein veranstaltet im Cafe Pucher, I. Kohlmarkt 10, einen Purimabend mit reichem Programm. Gäste wülkommen. 3. .März, Sonntag, veranstaltet die Zionistische Sektion,des jüd.-akad. Juristenvereines im Lokal der Lese- und Redehalle IX. Türkengasse 9, einen Vortrag über „Die Ideologie des Zionismus seit Herzl“. Referent: Kollege H. Süßkind. Diskussion. Anfang präzis üll Uhr vormittag. Gäste willkommen! 3. März. J43 Uhr nachmittags. Wiener Kammerspiele I. Rotenturmstraße 20. Wohltätigkeitsvorstellung zugunsten des J. N. F. Einakter-Zyklus in jiddischer Sprache. 3. März. Sonntag, Akademie des Akad. Vereins. Jüd. Mediziner. 7 Uhr abends, Hotel Continental, II. Taborstraße. 3. März, Sonntag, um 7 Uhr abends, spricht Herr Prof. Dr. Samuel Krauß in der Hatchij a h über „Kiddusch hachomoth“ im Saale Praterstraße 9. Hebräisch sprechende Gäste willkommen! 3. März (Sonntag) findet im mittleren Saale des Ingenieur- und Architektenvereines, I. Eschenbachgasse 9, ein Autoren-Abend statt, den der Hochschülerklub „Massadah“ veranstaltet Lesen werden: Dr. Otto Abel es lind Eugen Hoeflich aus eigenen Schriften. Frl. Pia Merwin wird Gedichte sprechen. Beginn pünktlich 7 Uhr. Karten zu 5, 3, 2 und 1 K in den Buchhandlungen Löwit, I. Rötenturmstraße 22, und Lanyi, I. Kärntnerstraße 44. 3. März. Im Verband Jüdischer Frauen iür Kulturarbeit in Palästina liest Felix Salten zugunsten der Mädchenfarm Kinereth im kleinen Konzerthaussaal aus eigenen Dichtungen eine Reihenfolge kurzer humoristischer Novellen. Beginn 7 Uhr. Karten von K 1.— bis K 15.— bei Kehlendorfer, an der Konzerthauskasse, Buchhandlung Schlesinger, Seitenstettengasse, Löwit, Rotenturmstraße 22. 7. März, Donnerstag. Bezirksversammlung IX. im Cafe City. Redner: Adolf Stand: Die Juden und der Weltkrieg. 10. März. Auf vielseitiges Verlangen veranstaltet eine Gruppe jüdischer erstklassiger Künstler im Festsaal des Hotel Continental einen Konzert-Vortragsabend unter Mitwirkung hervorragender Kräfte. Steyr. Am Sonntag, den 3. März, findet Bismärkstraße 5 eine Purimfeier mit nationalem Programm statt. Beginn halb 8 Uhr abends. Jüdischer Sport W. A. C.—Hakoah 7:5 (3:2). Sonntag, den 24. d. M., standen sich obige Gegner gegenüber und lieferten sich einen interessanten, sportlich hochstehenden Kampf. W. A. C.. hatte eine hervorragende Mannschaft herausgebracht, die in der jetzigen Zusammenstellung sicherlich keinen Gegner zu fürchten hat. Die Hakoah wat ihrem berühmten Gegner vollkommen gleichwert. Sie hatte sogar mehr vom Spiele. Leistungen, wie die des Egon Juhn, Horowitz und Gymes, haben wir schon lange nicht bei der Hakoah gesehen. Man darf gespannt sein, wie unser jüdischer Verein nächsten Sonntag gegen den besten österreichischen Fußballklub, den Prager D. F. C., in Prag abschneiden wird. F. B. 1 1918 M Adar-März || 5678 % s ta’ 19 3 M 3 20 4 D K3 21 5 M 33 22 6 % D 33 23 7 F ns 24 8 n"3ö,mpsi?npn W »ns 25 9 Btuutotüitföm Aufforderungen Alle jene Gg. Gg., die vor dem Kriege Mitglieder der Organisation ,JBnei Zion“ in Czernowitz (Bukowina) gewesen sind, wollen ihren Aufenthalt und Adresse dem „Einj.-Frw.-Kpl. Hersch Brauner, dzt Rechnungskontrollabteilung der 2. Isonzoarmee in Laibach 1“ mittels (grauer) Feldpostkarte bekanntgeben. Alle A. H. A. H. und Bb. Bb. der Vereinigung jüdischer Hochschüler „Techijah“ in Brody wollen ihre Adressen an Einj.-Frw.-Korp. Rauch Hermann, V. K. I. R. 80, Rimaszombat, Ungarn, bekanntgeben. Caf6 „Marienbrücke“ I., Rotenturmstraße 31 RENDEZVOUS DER ZIONISTEN * Armen - Ambulatorium* des Zionistischen Zentralkomitees für KriegsflUchllinge Wien, II. Taborstraße 20 A Unentgeltliche ärztliche Behandlung von mittellosen Kriegsflüchtlingen ohne Untersdned der Nationalität oo oder Konfession oo Ordination füglich. — Sonn- und Feiertage ausgenommen — —■+ Der „Akad. Verein iüd. Mediziner“ veranstaltet am 5. März um 3/t7 Uhr abends im Hotel Continental II., Taboratraße eine AKADEMIE mit reichhaltigem Programm. Ihre Mitwirkung haben' zugesagt: Oberkantor Hasser, Dr. A. Juris, Else Kord, Mitglied der Volksoper, Prof. H. Geiger, Solo^Cellist der Volksoper; Fischler von der Volksoper, Ferd. Onno, Mitglied der Wr. Kammerspiele. Karten von K 1.— bis K 5.— in der Buchhandlung R. Löwit, I., Rotenturmstraße und im Vereinslokale VHI,, Alserstraße 7. «Ml VERSAMMLUNG 5 des Zionistischen Zentralvereines Im IX. Bezirk. * Donnerstag, 7, März um 8 Uhr abends 5 onpieht i n Ain/S9 R i „b^. ,rt.f. m^ © © 6 © § « spricht in einer Bezirksversammlung im Csfe City» Ecke Be'rggasse und Porzellangasse ’==== HERR ADOLF STAND über das Thema _ „Die Juden und der Weltkrieg“ $ S Cs ergeht an die Gg. des IX. und I. Bezirkes die S dringende Aufforderung zu dieser Versammlung zahl- 0 reich zu erscheinen.. _ aeeaeaogeeeaQoaeeooqstgKBeaeoeeco i! s 20jähr. intelligenter Zionist wünscht mit gleichaltrigen Zionisten und Zionistinnen in deutscher oder polnischer Sorache za korrespondieren. Zuschriften an Eisig Hillerowicz, Opoczno, Küiigorska 25, Polen. Ein im Feide stehender Zionist sucht Gedankenaustausch mit einem jungen, gleichgesinnten Mädchen. Znschriften unter „S. S.“ an die Administration des Blattes. Beschallen wesen nidMaitenBP Hunnsepn befördert die Post portofrei in offenem Kuvert mit der Aufschrift: „Zeitungsreklamatioruen! ZIVNOSTBNSKA BANKA FILIALE WIEN I., Herrengasse12 Wechselstuben in Wien: l., Graben 15,1., Herreng. 12, Aktienkapital und Reserven: über 103 Mill. K Zentrale in Prag, gegründet 1868. 11-, Praferslr.24, III.,LandstraßeHauptsfr.88, IV., Favo- J . ... , . , , _ , riienstr. 4, V., Margaretenstr. 71, V!., Gumpendorfer- BEllaNAgt ^11 (1| MüdenrBrUnn.Budweis,Friedek-Mistek,Iglau, Karlsstraße 100, VH., Mariahilferstr. 84, VIII., Josefstädter- SfllllCI SSfSIl K<«| Ul bad, Klattau, Königgrap, Krakau. Lemberg, Melmk, straße 103, IX., Porzellangasse 9, X., Favoritenstr. 95, „..“T » aJ 19 fl Olmtlß, Mahnsch-Ostrau, Pardubiß, Pilsen, Pisek, XU., Meidlinger Hauptstr. 15, XXL, Am Spiß 15. 3VIT BÜCItSl |M |ll Prossmfc, Reichenberg, Tabor, Triest. Kulante Besorgung aller Bank- und Börsentransaktionen. Stahlkammer mit vernletbareii Safes Abonnement von 7.— an. Herausgeber Alexander Geller» verantwortlicher Redakteur David Nebenzahl. — Druck von Ignaß Spiß & Söhne, Wien LL, Robertgasse 2

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