Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 11 (1917)
- Issue
- 46 (16.11.1917)
- Date
- 1917-11-16
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 - -- JÜDISCHE ZEITUNG Nr7 46 ’ ) ' T 4 ■ V;! \U;■* fj v$; j .i -f i Vorlesung Max Brod Dr. MAX BROD hat fßr seine am 18. November um It Uhr vorm, in den Wiener Kammerspielen stattfindende Vorlesung nachfolgendes: Programm bestimmt: 1. Aus „Tychos Brahes Weg zu Gott“ 2. Aus dem unveröffentlichten Roman „Der Freistaat des Doktor Askonas“ 3. Aus dem unveröffentlichten Drama „Eine Königin Esther“ Ailg. Jüd. Arbeiterrerein (Poale Zion) Wien Samstag, den 24. d. M , V,8 Uhr, hält im Hotel Post, Wien, I., Fleischmarkt 23, Gen. Redakteur Mendel Singer einen Vortrag über „Die sozialistische Friedensaktion und unsere Forderungen“. rum. Front als Verwundeter zurück (I.-R. 24). — Einj.-Freiw. Korn. Abraham Zwionnenschein. Mitei. d. jüd. Pfadfinderbundes ..Schomrim“ in Wien und Führer desselben, wie auch des jüd. Wanderbundes „Blau-Weiß“ in Bielitz, kehrte nach der 10. Isonzo-Schlacht verwundet zurück und erhielt die silb. T.-M. I. Kl. (I--R- 55). — Einj.Freiw. Korp. Ludwig Großfeld, Führer d. „Schomrim” in Lemberg. erhielt die silb. T.-M- II. IG. und kehrte als Verwundeter nach der 10. Isonzo-Schlacht zurück (Sch.-B. 36). — Fähnrich Chaim Rosmarin. Besitzer der silb. T.-M. I. u. II. Kl., wurde zum Leutn. i. d. R. ernannt (I.-R. 55). — Kdtt-Asp. Josef Th im an, Besitzer der silb. T.-M. II. Kl.. Führer d. „Schomrim“. wurde zum Fähnrich L <L R. ernannt (I.-R. 30). — Leutn. i. d. R. Isidor Fuchs („Makkabea“, Lemberg), Besitzer der silb. T.-M. I. u. II. KI. erhielt d. bi onz. Signum laudis (I.-R. 55). — Leutn. Nathan M e 1 z e r erhielt das gold. Verd.-Kreuz mit der Krone a. Bde. d. T.-M. m. Schwertern (I.-R. Nr. 55). — Fähnrich Elias Schmuck, Mitglied der Vereinigung „Zirej Zion“ in Stanislau, erlitt in der 10. Isonzo-Schlacht den Heldentod (I.-R. Nr. 55). — Fähnrich N. Laks aus Brzezany, Bes. d. bronz. T.-M., erhielt für tapferes Verhalten vor dem Feinde in der 10. Isonzo-Sclacht die silb. T.-M. I. u. II. KI. (I.-R. 55). — Korp. Benjamin Locker. Mitgl. d. „Schomrim“ in Lemberg, wurde nach der 10. Isonzo-Schlacht zum Zugsf. befördert und erhielt die bronz. T.-M. (I.-R. 55). Persönliche Nachrichten Fräulein Paula Grosser aus Mähr.-Ostrau hat'sich mit Herrn Ing.-Artur Steiner, k. k. Bauoberkommissär der mähr. Statthalterci, aus Brünn verlobt. Berichte und Korrespondenzen Linz. Der von seiner Herzlgedcnkrede des Vorjahres noch in bester Erinnerung stehende Herr Dr. Wilhelm Stein -unternahm die schwierige Aufgabe, Sonntag, den 4. November 1. J. einen Vortrag „Vom Wesen des Judentums“ zu halten. Das Thema, das bedeutende Anforderungenan wissenschaftliche Durchbildung stellt, wurde von Genanntem in. geradezu glänzender Weise eriaßt. Einleitend vom Wesenssinne der Völker ausgehend, verbreitete er sich über den des Judentumes im besonderen. Er sprach von den zerstörenden Arbeiten des 17. Jahrhunderts, wo es protestantische Theologen unternommen hatten, die Einheit der Bibel zu stören und aus ihr ein Wustwerk von Geboten und Verordnungen zu machen. Indem er vorher noch den Orientalismus besprochen hatte,' zeigte-'Redner, daß wir uns unseres orientalischen Zusammenhanges nicht zu schämen brauchen, denn die größte Weisheit, das tiefste Denken, die hehrste Spekulation wurde immer vom Orient ausgestrahlt. An ihr erwärmte sich die vielgepriesene Kultur Europas. Uebergehend in die Zeit, in der wir leben, gab der Redner zu bedenken, daß wir nicht auf dem Boden einer Glaubensgenossenschaft, sondern eines immer mehr gesundenden Volkstumes stehen. An uns liegt es allein, die wichtige Stunde des Erkennens zu erfassen, denn das Judentum will auch innerlich gefunden sein. Seine tiefdurchdachten Ausführungen fanden stürmischen Beifall im überfüllten Saale. Hieran schloß sich eine Vorbesprechung zur Gründung eines zionistischen Volksvereines, die ebenso stark besucht war. Der zionistische Gedanke bat in unserer Stadt schon derart begeisterte Aufnahme gefunden, daß selbst die Schwierigkeiten, die sich einer Gründung entgegenstellen, überwunden werden konnten. Nach den ungemein informierenden Darlegungen des Herrn Dr. Stein, der über die allgemeine Lage der Bewegung referierte, schloß sich eine. Diskussion, bei der Herr Kultusvorsteher Schwager den Standpunkt der Kultusgemeinde präzisierte und dem neuerstandenen Vereine das Wohlwollen und die wärmste Förderung zusicherte. Eine zirku-, lierende Liste zeigte, daß die Bewegung in Linz auf fruchtbaren Boden gefallen ist, da alle Anwesenden sieb Unterzeichneten. Graz. Der Verein „Zion“ in Graz hielt am 13. Oktober im Saale des Kaufmannsüauses nach .längerer, durch die Kriegsverhältnisse geschaffenen Pause eine Generalversammlung ab. Der Obmann Herr Ignaz H au s e r hielt den gefallenen Mitgliedern einen warmen Nachruf. Hierauf erstattete er den Bericht über die abgelaufene Vereinsperiode, der von der Generalversammlung genehmigt wurde. Herr Dr. Jakob Weiß aus Graz hielt sodann einen'Vortrag über „Die zionistische Lage in der Gegenwart“. Er besprach die Verhältnisse der Juden in den Ländern der Entente, beleuchtete die Bestrebungen, die auf die Erwerbung der Sympathien der Judenschaft' in diesen Ländern ausgehen und ging zur Besprechung der Verhältnisse in den Zentralstaaten über. Reicher Beifall lohnte die trefflichen Ausführungen. Die Neuwahlen wurden per Akklamation vorgenommen und ergaben folgendes Ergebnis: Obmann: Ignaz Hauser. 1. Obmann- Stellvertreter: Dr. Jakob Weiß. 2. Obmann- Stellvertreter: Julius Grüner. Schriftführer: Julius S f e i n e r,?. Frl. Adele Rosenberger. Kassier: Josef Be-ndiner. Ausschußmitglieder: Frau Herma Feuerstein, Dr. Leopold Lemb e r g e r, Ignaz Osmianer, J osef Reich, Karl Rosenberger, Karl Schwär z. Zum Nationalfondskommissär wurde Frau Feuersteivi gewählt. Die Nationalfondssammlung ergab 125 K. Lemberg. Sonntag, am 28. v. M„ fand der Inaugurationsabend der akademischen Verbindung „Herzliali“ statt. Den Abend eröffnete Herr .1. Freund in hebräischer und polnischer Sprache, indem er die Grundideen der Verbindung klarlegte. Es folgte ein geistreiches Referat des Universitätsprofessors Dr. M. S c li o r r über Heinrich Grätz, das viele originelle Gedanken enthielt. Dem Referate schloß sich eine Reihe von Gesangsvorträgen an, die auf einer sehr hohen künstlerischen Stufe standen. Der bekannte jüdische Dichter S. J. Iinber fas unter Beifall des Publikums, das aus hervorragendsten jüdischen Persönlichkeiten bestand, einen- Teil seiner noch nicht erschienenen Epopöe vor. Den zweiten Teil des Abends eröffnete Herr Landowski, ein begabter und vielversprechender junger Violinspieler mit Chopins Nokturno II., C-moll, worauf Fräulein L. Spinner Bialiks Gedicht „Das letzte Wort“ unter Klavierbegleitung vortrug. Der schöne Vortrag erregte allgemeinen Beifall. Lobend hervorzuheben ist das Klavierspiel von Fräulein M. Weitzmann, in deren Händen auch die. verantwortungsvolle Begleitung lag. Stürmischen Beifall erregte der herrliche, Tenor der Lemberger Stadtoper Herr I. Mann. Das Publikum verließ unter Klängen der „Hatikwah“ diesen selten gelungenen Abend. Opoczno (Polen). Die neueröffnete Gesellschaft „Tarbuth'-Kultur“- zählt schon 100 Mitglieder, deren Mehrheit gute Zionisten sind. Bei der Einrichtung der Gesellschaft richteten wir uns nach dem Muster der Zionistischen Gesellschaft „Tarbuth“ in Petrikau. Die Mitglieder haben sich durch lobenswerte Freigiebigkeit ausgezeichnet; von den Spendern.sind zu erwähnen: Tob. Noskowicz K 100.-—. und Bureauutensilien von gleichem Wert; Mdses F r ö rri e r K 100.—, Baumarder K SO.— u. v. a. Außerdem wurden zirka 300 Bücher gespendet. Am 3. Oktober fand ein literarisch-dramatischer Abend statt zugunsten der Bibliothek, der sich eines guten Erfolges erfreute. Es blieben nämlich K 500.— Reingewinn. Die Seele des Abends war unser begabter Vizepräses Herr Abr. Balsam, der besonders den „verrückten Batlen“ von L. J. Perez meisterhaft vorstellte. Während den Feiertagen veranstalteten wir eine Vorlesung, des. Gg. Herrn Szymon Fiz y s k i aus Tomaschow über ..Allgemeine und jüdische Kultur“. Inskurzem wird die Gesellschaft mit einer umfangreichen Bibliothek, einem Lesesaal, Abendkursen ffir. Erwachsene und einer Teehalle den Mitgliedern dienen können. Der Zionismus findet hier allmählich immer mehr Anhänger. Auf der Versammlung der Schekelzahler wurde Herr T. Noskowfcz einstimmig als Repräsentant auf den Zionistenkongreß in Warschau am 29. Oktober entsandt. Eisig Hillerowicz. Wien. Die am 28. v. M. in den Festsälen des „Bayerischen Hof“ vom humanitären Unterstützungsverein der Kolomeaer in Wien zugunsten heimkehrender Flüchtlinge veranstaltete Wohltätigkeitsakademie nahm in jeder Richtung hin einen glänzenden Verlauf. Unter Leitung des bekannten Schriftstellers Josco Schubert vereinigten sich namhafte Kunstkräfte der Wiener Theater und ernteten für ihre vorzüglichen Darbietungen stürmische Beifallssalven. Eröffnet wurde der Abend mit einer formvollendeten. Ansprache des Vorstandes der Anglo-Oesterreichischen Bank Herrn Jakob Lachs, der in warmen Worten der Tätigkeit der Leiter der Flüchtlingszentralen Herrn Dr. Ritter v. Schwarz- Hill e r und Frau Anita. Müller in Dankbarkeit gedachte und auch namens des Vereines die Versicherung gab. fernerhin im Interesse der Flüchtlinge unermüdlich bemüht zu bleiben. Der Schluß des Abends gestaltete sich zu einer Ovation für unseren glorreichen Monarchen und das Heer, als Obmann des Vereines Herr Siegmund Haber in einem schwungvollen patriotischen Schlußworte jener Zeit gedachte, in der das Monarchenpaar in- Kolonien lebte. Mit der Verlesung eines* an die Kubiiiectskanzlei ubzuseiideuden Hiildiguiigstelegrammes schloß die Akademie. Für die Evakuierten in Palästina Bisheriges Gesamtergebnis: K 58.335.66. X. Ausweis. A. Eingegangen beim Zionistischen Zentralkomitee iiir Westösterreich: K 214.58 Sammlung Josias Goldschmidii!, Wien (Spez. s. unten); K 145.— Sammlung Ob Arzt. Dr. Natlian Czaczkes („Judäa“. Lemberg) im Felde (Spez. s. unten): 7. Kriegsanleihe KAV Kein Bargeld nötig. Kriegsanleihe -Versicherung mit' kostenlosem Einschluss des Kriegsrisikos u. äusserst - billigen Prämien. —--' Zahlbar nach 12 Jahren oder sofort bei früherem Ableben. Keine Zuschläge! Keine Gebühren! Keine ärztliche Unter- ' suchung! — ■■ Auch für im Felde stehende - Personen. .. — - Wegen Auskünften unö Prospekten wende man sich an die Geschäftsstelle fiir Kriegsanleihe- Versicherungen des „ANKER“ Wien, II., Zirkusgasse 33 (Zionistisches Zentralbüro). Telephon 45.325. Für Subagenten günstige Verdienstgelegenheit -p ie Kriegsanleiheversicherung ist die vorteilhafteste Verbindung von Kriegsanlcihezeichnung mit einer kurzfristigen Versicherung auf den Ab- und Erlebensfall, die es Jederm inn ermöglicht, eine dringende Pflicht gegen sich selbst und seine Anirehörigen zu erfüllen und gleichzeitig dom Staate zu dienen. Die basonderenVorteiie dieser Einrichtung sind; Eine ärztliche Untersuchung' ist bei einer Kriegsanleihezeichnung bis K 5000 — nicht nötig, falls die zu versichernde Person nicht vor deni 1. Mai 18fi2 geboren ist, also das 55. Lebensjahr noch nicht überschritten hat. Eine Anzahlung ist nicht zu entrichten, vielmehr, sind nur laufende Prämien in ganz-, halb-, vierteljährlichen oder monatlichen Raten zu bezahlen. Empfohleu wird' nach- Tunlichkeit halbjährliche Zahlung. Die Versicherung gilt vom ersten Tage an ohne jede Einschränkung, also insbesondere für den Fall des Todes im Kriege, gleichviel ob sich die zu versichernde Person im Hinterlande, in der Etappe oder an der Front befindet. Neben der Prämie sind während der Laufzeit der Versicherung keine Nebengebühren, insbesondere auch keine Zuschläge für Unanfechtbarkeit oder Kriegsgefahr zu entrichten. Die 2 prozentige staatliche Versicherungsgebühr (Stempel) trägt der „Anker“. Auch Kinder sind versiebetungsfäliig mit der Massgabe, dass bei deren Tod vor Vollendung des 14. Lebensjahres an Stelle der versicherten Kriegsanleihe die eingezali’ten Prämien rückvergütet werden, Auf das Leben eingerückter Personen kann die Versicheiung auch von der Ehegattin oder anderen nahen Verwandten eingegangen werden ooo Die Prämien (abzüglich Zinsenüberschuss aus der Kriegsanleihe) betragen für je K 1000.— Nominale versicherter Kriegsanleihe falls sie. bezahlt werden: jährlich halbjährlich vierteljährlich monatlich_ K 66 — K3K5d K 17.20 K 6.— Aus diesen kurzen Ausführungen geht hervor, wie sehr die Kriegsanleihe-Versicherung es ermöglicht, ohne Anzahlung mit kleinsten Raten Kriegsanleihe zu zeichnen, damit dem Staate zu dienen und überdies unter den günstigsten und hequemsten Bedingungen eine Versicherung-auf den Ab- und: Erlebensfall abzuschließen. — Juden Österreichs! ^Zeichnet Kriegsanleihe!