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Jüdische Zeitung · 1917-09-14 · 37 (14.9.1917) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
11 (1917)
Issue
37 (14.9.1917)
Date
1917-09-14
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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äeire h JÜDISCHE ZEITUNÜ Nt. 37 Das feigste jüöisdie . Gesdienkbudi HUGO ZUCKE RHA N N GEDICHTE Herausgegeben von OTTO ABEL ES 6—10 Tausend ln schönem Pappband: K 3.60 Zwei Urteile: Der bekannte ^Wiener Verlag hat sich mit dieser Ausgabe ein bleibendes Verdienst erworben. Zuckermann, als Held für sein Vaterland in den Tod gegangen, wird unvergeßlich bleiben, seuie Lieder werden Nationaleigentum seines Volkes werden. Handwerk u. Gewerbe, Berlin Vornehmer Druck dieser starken Lyrik.' Löwits Neudrucke jüdischer Dichtungen, zu denen diese Ausgabe gehört, scheinen inhaltlich und äußerlich ein Unternehmen zu werden, das alle Bücherfreunde Interesse vet dient. Der Zwiebelfisch, München. solche Weise zu begraben.. Sie werden natürlich Mangel an Leinwand Torschützen und die Zustimmung der Warschauer Rabbinen vTird sie \x>n jeder Rücksicht entheben. Die Provinzler verlangen daher mit Recht, entweder eine einheitliche Norm in dieser Richtung, die für arm und reich gelten soll öder da dies undurchführbar ist eine Zurücknahme der erteilten Bewilligung. Kein jüdisches RegimSenl in England, Der Vorsitzende der Schutzkom'missjon der ausländischen Juden in England Sam'uei Joseph hat gegen die Bildung ejnes jüdischen Regimentesbei der englischen Regierung Protest erhobene „Die Bildung einer besonderen jüdischen' Käm'pftruppe unter den Zeichen des^ Schildes Davids ist eine beispiellose Grausamkeit und eine Verletzung der Zivilisation- Sie (bedeutet den Brudermord- Wenn die Juden als Angehörige der englischen Armee einen jüdischen Gegjnier in der feindlichen Armee töten, so ist dies eine nationale! Pflichterfüllung. Aber ein Jude, der unter 'jüdischer Fahne einen anderen Juden tötet, begeht eine Sünde dem' Judentum gegenüber und ladet die Schuld Kains auf sich.“ Lord Derby hat nunmehr den Plan, ein jüdisches Regiment zu bilden, aufgegeben. Eine italienische Stimme tür den Zionismus. Die italienische „Associazjone non Israel i ti ca per la dife.sa'dei d iritti ebraici“ hat einen Aufruf erlassen, aus? welchem wir folgende Stellen entnehmen: Die feierliche Stunde, da die Völker die Grundlagen einer neuen internationalen: Lebensordnung festlegen werden, rückt immer näher heran. Dag veranlaßt uns. unsere Propaganda zu' Gunsten' des jüdischen Volkes, welche» Während zweier Jahrtausende unterdrückt und verfolgt wurde, zu verstärken. Die russische Revolution hat bei; vielen den Eindruck erweckt, als Sei durch', sie die Judenfrage gelöst worden. Wir (aber .vertreten einen anderen Standpunkt. Die Juden erstreben ihre völlige Gleichberechtigung jn allen Ländern, sie erstreben aber audh! die Freiheit der Kolonisation in Palästina mit autonomer jüdischer Verwaltung unter dem höhen Protektorate der Mächte. Kein Zeitjfünkt war So geeignet'für die Verwirklichung ihrer Bestrebungen als gerade der gegenwärtige. Die militärischen Operationen im Orient lenken die Aufmerksamkeit auf Palästina. welches mit den jüdischen Rechten enge, verknüpft-ist. Die alliierten "Mächte sollen es sich zur ehrenden Aufgabe machen, die Bestrebungen eines Volkes zu unterstützen, welches einen so großen Anteil am menschlichen Fortschritt hatte und gegen welches die Menschheit sich' arg verschuldete.“ Der Aufruf ist Unterzeichner von Prof. Bonfante und elf weitem Mitgliedern des Oc-schäftsausschusses der genannten Gesellschaft. Jerusalem als unfruchtbarer Boden für die evangelische Mission- Der Leiter des deutschen evangelischen Instituts für Altertumswissenschaften des heiligen Landes. Prof. D. Gustaf DaTmärai schreibt in e-nem "Aufsatz im Palästinajahrbuch des Institus: „Ein Achtel der Bevölkerung Jerusalems dürfte Christen sein, sieben Achtel sind Juden und Moslem's. Die Moslems haben die nächste Beziehung zur "Landesregierung, ihnen gehört der Platz vor "Saloknös TTemnel. Aber die Juden bilden (mit ihren '40.000 bis 50.000 Seelen dje weitüberwiegende Mehrheit in der Bevölkerung- Ihre Sabbatdrähte rjngS umdie ganze Stadt bezeichnen sje als einen_ Bezirk talmudischer Gesetzübung. Ihr Handel und Handwerk durchsetzt 'alle Straßen der Altstadt, ihre Kolonien umlagern sie von außen. Ein jüdischer Triumphbogen mit hebräischer Inschrift war das erste, was unsem 'Kaiser begrüßte, als er in Jerusalem einritt- Als .ich' nach Jerusalem kam. stand das Mjethaus unseres Instituts in durchaus christlicher Umgebung-. Jetzt sind wir von den Juden eingeschlossen. Tag und Nacht umtont uns das jüdische Nationallied. In 'einem' am 'Studiertisch erfundenen neuen HebräiSch plaudern die Schulkinder auf der Straße. Nicht ein; neuer Tempel, sondern eine jüdische Universität soll neben dem Hospitz der Deutschen Kaiserin als der Von den "Zionisten erstrebte Mittelpunkt des neuen Israels aui der Oelbergkette erstehen- In einer Stadt, wo neben einem reichen Maß von Aberglauben aus der Urzeit der Menschheit der Islam Tegiert, und weniger das Judentum als die. JudenheR nach der Herrschaft strebt, ist d;e Kirche Jesu Christi wenn irgendwo eine ecClesia pressa“. (Unserer Ansicht nach eine überflüssige Furcht. D. R.) Zionisten im Felde Gg. Dr. Isidor Mar gulies, "Mitgl. des Zionistischen Zentral-Komitees, ist zum Leutnant befördert worden. — Feldw. Heinrich Hermann, 19. Inf.-Rgt., seit Kriegsbeginn im Felde, Besitzer “der bronz. u. silb. Tapf.-Med. II. Kl., wurde nach der 11. Isonzo-Schlacht mit der silb. Tapf.-Med. I. Kl. u. d. Karl Truppen-Kreuz ausgezeichnet. — Zugsführer Karl Donath1 („Makkabi“ - Brünn) wurde mit d. eisernen Verdienstkreuz a. B. d. Tapf.-Med. ausgezeichnet — Lt. Maximilian Altbach („Veritas“- Brünn, „Hatikwah“ - Lündenburg) Wurde zum Oberleutnant befördert. — Feuerw. Kdt.-Asp. Bruno Altbach („Hatikwah“-Lundenburg) erhielt für tapferes Verhalten in den Kämpfen in Rumänien als Aufklärer eines Geb.-Kan.-Rgts. die große silberne Tapf.-Med. — Oberarzt Dr. Isaak Glücker (A. H. d. Vbdg. „Judäa“, Lemberg) wurde mit dem Signum laudis ausgezeichnet. Berichte und Korrespondenzen . Wien. In der Börsekammer haben die Herren Börsenräte Leopold Langer, der bekanntlich Rultusvorsteher ist, und Gustav Sobotka den Antrag gestellt, am Jom Kippur den Börsenverkehr wie an den hohen christlichen Feiertagen, einzustellen. Der Antrag wurde einstimmig ''angenommen. So iereigndt sich seit dem Bestand der Wiener Börse zum erstenmal der Fall, daß gebührende Rücksicht audh auf ihre -jüdischen Besucher genommen Wird. Es herrscht darüber umso mehr Befriedigung, als die "dahingehenden jahrelangen "Bemühungen bisher nur durch die — Gleichgültigkeit „jüdischer“ Börsenmitglieder gestört worden Waren. Die diesjährige Aktion fand die Förderung Vieler christlicher Börsenräte nicht nur grundsätzlich, sondern’ auch deshalb, Weil ein Börsenverkehr am Jom Kippur durch die Abwesenheit der meisten Juden überhaupt kaum1 stattfinden kann. Wien. Obwohl die „Jüd. Ztg.“ wöchentlich an tausend Freiexemplare ins Feld sendet, gibt esnoch immer sehr viele Soldaten,'deren Wunsch' nach "der Lektüre unseres Blattes unerfüllt bleiben muß. Wir stellen daher an unsere Leser das höfliche Ersuchen, die ' gelesenen 'Nummern dem' Expedit der Wiener israel. Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, zu übergeben, das gerne die Weiterbeförderung an unsere Soldaten im Felde 'übernimmt. Sicherlich werden viele unserer T5g. Gg. sich bereit finden, sich' den herzlichen Dank unserer" Krieger zu erwerben. Adra. der »Jüd. Ztg“. Wien. 26. Tätigkeitsbericht des Armenamh.ula.torlu'ms des Zionistibchen (Zentralkomitees für Kriegsiflüchtlinge, II. Taborstr. 20a. In der Besuchszeit vom 1.—31. August 1917 wurden behandelt in der Ambulanz "für: Augen 272, Chirurgie 354, Frauenkrankheiten 803, Haut- und "Geschlechtskrankheiten 62, Interne III 527, Interne IV 499, Kinder I 106, Kinder II 68, Nase und Kehlkopf 290, Ohrenkrankheiten 121, zusammen 3102 Patienten. Seit Bestand des Ambulatoriums 103.232 Patienten. Prag. Sitzung'ÄJes D. K. 'am 2. Sept. 1917. 1. Die provisorische Anstellung des Herrn Emil W a 1 d s t e i n als Büroleiter wird genehmigt.! 2. Die Antworten einiger Vereine auf das Rundschreiben des D. K. werden besprochen und zur Kenntnis genommen. '3. Jüdisches "Kriegsarchiv. Die gewünschten Daten werden “die Vereine „Blau -Weiß“, „"Hagibor“, Turnverein „Makkabi“ aufnehmen. 4. Nationalfond. Die N. F. - Kommission versendet ein Rundschreiben wegen NeujahrwuTtsch- und Seelenlicäitablösungsspenden zugunsten des N. F. 5. Das Anerbieten des Klubs jüdischer Frauen und Mädchen in Prag, die Gründung und Organisierung von Frauen- und Mädchen vereinen in der Provinz zu (unterstützen, wird ‘den Vereinen 'fall-, weise übermittelt werden. 6. Die Prager "Vereine werden aufgefordert, die Versammlung ‘des Vereines („Poale ,'Zjon“ am 9. September zu (besuchen. Nächste Sitzung Dienstag, den 11. ds. Mts. Brünn. Am 6. d. Mts, fand im Lokal der Mädchenvereine „Mirjam“ und „Deborah“ eine Versammlung statt, än der Herr J u I \ u s Schuld 1 e r über die deutsch-tschechische Frage und die Von Iden Juden "ihr gegenüber (einzunehmenüe Haftung sprach. Er wies "darauf hin, Wie sich die Juden (durch Parteinahme für die Seine oder (ändere Nation in einzelnen Orten, zwischen 'zwei Stühle gesetzt hatten, und erklärte, daß der Ausgleich nur dann ohne katastrophale Folgen für die jüdische Bevölkerung bleiben könne, wenn' sie sich ■ entschlösse, eine eigene nationale Politik zu treiben. Die Ausführungen "des Referenten, von den Herren H aii'n alk und Keßler ergänzt, fanden den (ungeteilten"Beifall der allerdings nicht zu zahlreichen Zuhörer. Die nächste und wichtigste Aufgabe des Jüdisch en Nationalvereins muß es sein, durch Entsendung von Emissären die politische Abstinenz jenes Kreises zu beheben, die, obwohl auf dem Standpunkt eines jüdisch-nationalen Programmes stehendv dennoch in konkreten Fällen eine unbesiegbar scheinende Interesselosigkeit zur Schau trägt. Brünn. .Ortsgruppe des Jüdischen Handlungsgehilfen -Verbandes. Der Monat August stand im Zeichen reger Vereinstätigkeit. Am 4. fand die Generalversammlung statt, über die bereits berichtet wurde. "Am 11. war eine, feierliche Lökaleinweihung, bei der Herr Ober-Kantor Fischer durch Vertrag einiger klassischer Lieder und Frl. Czuczka mit der Wiedergabe eines stimmungsvollen Prologes den lebhaftesten Beifall der zahlreichen Anwesenden auslösten. Am 18. gab. Kollege Strauß eine Vorlesung eigener Gedichte und Skizzen, die gleichzeitig sein Abschiedsabend war, da er (demnächst jns Feld abgeht. Der jüberaus Stjaike Besuch zeigte von "dem tiefen Interesse, das unsere Bestrebungen in Brünn finden. Am' 25. hielt Herr Ing. Fried mann einen Palästina- Lichtbildervortrag, dessen gediegener Inhalt allgemeinen Beifall fand. — Der Lesesaal wurde eingerichtet und ist täglich von 7—y29 Uhr geöffnet. — Vorträge finden im' September Samstag, den 1., 15., 22. und 29. jeweils um 8 Uhr im Vereinslokal statt. Gäste willkommen. Unterrichtskurse in Englisch für Anfänger und Fortgeschrittene, Stenographie und Buchhaltung beginnen am 1, Oktober. ^Sport Die „Hakoah“ bei den böhmischen Meisterschaften, Am1 8. und 9. ds. Mts. nahm die „Hakoah“ mit den. sechs Besten ihrer Leichtathleten an den böhmischen Meisterschaften in Prag teil. Sie traten mit den besten tschechischen Athleten in Konkurrenz und erwiesen “sich als durchaus ebenbürtig. .16 Ehrenpreise, darunter zwei Meisterschaften, konnten die Hakoahner mit heimbringen. Die Wiener wurden von ihrem Prager Bruderverein „Hagibor“ auf das herzlichste aufgenommen. Nachstehend die Resultate: Meisterschaften: 100 m': Friedmann II, 11.5 Sek. 800 m: Revay III, 2 Min. 15 Sek. Weitspringen: "Karpal II, 5 m 44 cm. — Stab- Hochspringen: Friedmann (Sieger) 2 m 90 cm. Hirschler jl; 2 m 90 'Cm;. — Hochspringen: Hirschler (Sieger) 1 m' 63 cm. — Kugelstoßen: Friedmann II, 10 mi 12 cm. — Stafette 4X100 m: „Hakoah“ II, Stafette 4X200 m: „Hakoah" II. — Außerdem' außerhalb der Meisterschaft: Standweitsnrung: Friedmann (Sieger) 2 nr 91V® cm. Standhochsprung: Friedmann II. 1 m 25 ein. 100 m Junioren: Großmann (Sieger) 12.1 Sek.; Weiß II, Friedmann III. 200 m Junioren: Groß- (manfn I, 25 .Sek. Weiß III. Ankündigungen Wien. E inschreibungen in die hebräische Schule d^s Vereines für hebräische Sprache lind Kultur werden täglich von i/27 bis V29 Uhr abends im Schullokale II., Gr. Mohreng. 16, Tür 22 in Wien unter Leitung des1 Herrn Moses Rath (entgegengenommen. NeueKurse für Anfänger wie auch für Fortgeschrittene. Wien. Univ.-Dozent Dr. Hugo G r o t h e aus Leipzig spricht in der Urania am 21. ds. Mts. über „Die Völker des osmanischen 'Reiches“, am1 25. (über „Das Wirtschaftsleben der Türkei“. Am' selben Tage hält S. Exz. Geh. Rat Baernr e i t h e r einen Vortrag „Ober Jugendfürsorge“. Wichtig! Schuld an u bestellbaren Sendungen tragen oft die unleserlichen Airessangaben Schreibt jedeit Buchstaben deutlich! Kriegsbeiträge 1. Ausweis. Ing. F. Ackermann '(monatlicher Beitrag K 5.—) einm. Zuwendung K 5.—; Rudolf Alt, Troppau K 3.—; D. M. Andermann K 5.—; Ludwig Bato (monatl. Beitrag K 3.—) einmalige Zuwendung K 5.—; Dr. Wilhelm Beige! einm Zuwdg. K 3.—; Dr. OSkar Berger z. Z, Hadres einm. Zuwdg. K 5.—; Dr. Paul Berger (monatl. Beitrag K 10.—) einm. Zuwdg; K 10.—; Adolf Böhm (monatl. Beitrag K 10.—) einm’. Zuwdg. K 30.—; Moritz Böhm, einm. Zuwdg. K 3.—; E.-Fr. Brettschneider einm. Zuwdg. K 3.—; Ing. Friedrich Czeczowiczka (monatl. Beitrag K 10.—) einm. Zuwdg. :K 20.—; Rabbiner Bela Diamant, Mißlitz, einm. Zuwdg. K 10.—K, Dr. Hugo Fisther i. F. einm. Zuwdg. K 4.—; Dr. Arnold Friedmann einm. Zuwdg. K 3.—; Alex Geller einm. Zuwdg. K 3.—; Fhr. Grünbaum' i. F. einm. Zuwdg. K 3.—; Lt. A. Grünberg einm'. Zuwdg. K 3.—; Robert Guttmann einm. Zuwdg. K 3.—; Dr. Georg Halpem. (monatl. Beitrag K 25.—); Dr. W. Herzberg einm. Zuwdg. K 3.—; Artur Hirsthler einm. Zuwdg. K 5.—; M. Hochmann einm" Zuwdg. K 3.—; Feldw. O. Huber einm1. Zuwdg. K 3.-; Dr. Artur Imtnerglück (monatl. Beitrag K 5.—; Gustav ‘Jakob einm. Zuwdg. K 3.—; Dr. Siegfried Kantor (m'ona'tl. Beitrag K 5.—) einth. Zuwdg. K 6.—; Siegmund Kauders eintii. Zuwdg. K 8.—; Elias Koch einm. Zuwdg. K 3.—;

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