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Jüdische Zeitung · 1917-09-07 · 36 (7.9.1917) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
11 (1917)
Issue
36 (7.9.1917)
Date
1917-09-07
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Dr. Moritz Levi — Mitglied des bosnischen Landtages. Wie uns vor Redaktionsschluß aus Sarajevo telegraphiert wird, wurde unser Gesinnungsgenosse Dr. Moritz Levi von der sefardischen Judengemeinde einstimmig zum Oberrabbiner Bosniens und der Herzegowina gewählt. Bekanntlich hat der bosnische Oberrabbiner Sitz und Stimme l'm bosnischen Landtage. Diese Wahl ist also umso bedeutungsvoller, als nunmehr ein Z i o - n i s t, gestützt auf das Vertrauen aller Wähler, in den Landtag einzieht. Aus der jüdischen Welt Zur Gründung eines jüdisch-politischen Amtes für die Schweiz ruft Dr. M. Bronner in der Nummer 34 des Isr. Wochenbl. f. d. Schweiz auf. Auf einem jüdisch-schweizerischen Kongreß solle die Frage einer derartigen politischen Zentralorganisätion beraten werden. Cie Judenfrage in Rumänien. Der trotz aller offiziellen und offiziösen Versprechungen unveränderte Kurs der rumänischen Machthaber gegenüber der. jüdischen Bevölkerung, die Nachrichten über die Inhaftierung und Hinrichtung vieler Juden auf bloße Verdachtsgründe und die Vergewaltigung jüdischer Frauen haben in Amerika tiefgehende Erregung ausgelöst. Auf Veranlassung des rumänisch-jüdischen Verbandes wird die Lage der rumänischen Juden im amerikanischen Parlament zur Sprache gelangen. .Die jüdische Presse der Vereinigten Staaten zweifelt nicht daran, daß die amerikanische Regierung in offener und entschiedener Weise gegen die Unterdrückung der rumänischen Juden: Einspruch erheben und auch die Alliierten zu der gleichen Sieliungnahme veranlassen wird. Streik in den jüdischen Zeitungen. Am 15. August sind die meisten Warschauer jüdischen Blätter infolge eines Streiks der Mitarbeiter der Redaktionen nicht erschienen. Der „Moment“ vom IC. August, schreibt dazu: „Gestern früh ist die ganze jüdische tägliche Presse in Warschau nicht erschienen. Der Grund war, daß die Mitarbeiter aller jüdischen Redaktionen Forderungen nach einer Honorarerhöhung wegen der Teuerung stellten. Die Herausgeber des „Mo-' ment“' sind in freundlichster Weise den Forderungen ihrer Mitarbeiter entgegengekommeri, und die Angelegenheit ist noch vor dem Streik erledigt worden. In der Redaktion des „Hajnt“ dauert der Streik weiter und. die Zeitung erscheint ohne Hilfe der Mitarbeiter.“ Friedensframdliehkeit der russischen Juden. Aus Amsterdam wird berichtet, daß der . englische Arbeiterführer Thone . der Zeitschrift „justice“ telegraphiert hat, daß die Juden ln Petersburg einstimmig erklärt haben, man könne von ihnen weiterhin . nicht verlangen, daß sie gegen ihre österreichischen und deutschen Brüder kämpfen. Sie verlangen infolgedessen, daß die Interventionen bei der englischen und französischen Regierung für einen schnellen Friedensschluß dringlich wiederholt werden. ' Die russischen Juden in England. Das jüdische Korrespondenzbüro im Haag schreibt uns: Die Fragcder Dienstpflicht der Russen jn England ist entschieden. Ein Abkommen, das die unterschritten des russischen Ministers für auswärtige Angelegenheiten Teresichenkos und des englischen Botschafters Buchanan in Petrograd trägt, verpflichtet die Russen in England (vice versa die englischen Bürger in Rußlianti) zur Erfüllung der Dienstpflicht in aer englischen1 Armee oder zur Rückkehr nach Rußlanld. Am 9. August lief der ‘Termin ab, bis zu dem man sich zur Rückkehr nadt Rußland melden konnte. Die Russen in England sind mit der getroffenen Vereinbarung nicht sonderlich zufrieden, da sie nur den Dienstpflichtigen, aber nicht auch1 ihren Familien die Rückkehr, nach Rußland zugesteht. Tn mehreren Massenversammlungen haben die Russen gegen die Konvention aus diesem' "Grunde entschiedenen Protest erhoben. Die Foreign .Protection Society erklärte in einer Resolution, daß sie gegen die Dienstpflicht der Russen in England so feindlich gesinnt ist, daß man auf einen und entschidenen Widerstand gegen jeden Versuch seitens der englischen Regierung, die Konvention (mit der russischen Regierung) dürchzufühfen, rechnen müsse. Doch erzielte sie nur den Erfolg, daß die Polizei einen Einfall in ihre Büros machte, den Sekretär des Komitees Verhaftete und die Nortbcliffpresse heftige, Angriffe auf die russischen Juden richtete. Auch eine parla1mentarische Aktion Zeigte kejn Ergebnis. 'Auf eine Interpellation des Abgeordneten Josef King erwidert e _ Macpherson .namens des Kriegsministeriums .iiali das Interesse des Landes ihm verbiete Einzelheiten über dje Transportmöglichkeiten nach Rußland mitzutejlen. Die Heftigkeit des Widerstandes der Russen nahm inzwischen bald ab. Die Ueberzeugung, daß die Durchführung der englisch-russischen Konvention nicht zu verhindern sfei. brach s'ich immer mehr Bahn. In ejner Konferenz der Organisationen, welche russische Böiger vertreten, wurde beschlossen, alle Verhandlungen über die mit der Dienstpflicht der Russen in England zusammenhängenden Fragen mit der rüssisthen Regierung zu" führen, sldi an djese behufs Versorgung der in England zurückblejbenden Angehörigen zu wenden und um Verlängerung des Termines einzukommen, das dem russisch-englischen Vertrage Gesetzeskraft gebe. Auch beschloss die Konferenz von der Veranstaltung von Demonstrationen und PrOfestrersammlungen abzusehen, da sie dje Interessen der Russen in England gefährdeten. Man wies in der Konferenz auf die kritische Lage in Rußland, auf. den Streit, den Rußland gegen die Anarchie 'und die drohende Gegenrevolution führe und auf die Notwendigkeit, die "russische Regierung mit aller Macht In ihrem Bestreben zu” unterstützen. Rußland und seine Freiheit zu retten. Eine Deputation “ sprach bei Iden 4 Vertretern des Soviet vor, die jn London1 weilen una erwirkte;ihre* Zusage, dje russische Regierung telegraphisch zu ersuchen, 'die' Heimreise auch der Familie der nach Rußland einrükkenden Dienstpflichtigen zu gestatten. Es ist wenig wahrscheinlich, daß dieser Bitte entsprochen werden wird. Die Frage der Dienstpflicht der russischen Juden hat in 'den letzten beiden Jahren in steigendem Maße die englische Geffentlichkeit beschäftigt. Die große Anzahl dienstfreier rtissischer Juden löste in der englischen Volksmasse und der Northdiffepresse starke antisemitische Stimmungen aus während die . Versuche, sie ohne gesetzlidie Grundlagen, zum Eintritt , in die englische Armee zu veranlassen, an dem entschiedenen Widerstand der Russen und engßscherFr ei - heitsiiiurde wie Lord Sheffield, Israel Zangwill und Josef King scheiterten. Namentlich. Josef King , trat mit seltener Energie für die russische« Juden und das bedrohte englische Asylrecht ein. ' Die russische Revolution bestimmt: vjele russische Juden jn Frankreich, England und Amerika zur freiwilligen. HeimL kehri Nunmehr wirld der Rest durch die neue englisch-russische Miiitärkonvention erfaßt. Die französische Rep jerüng hat ein ähnliches Abkommen mu Rußland. getroVfen. 'Dje Unterhandlungen mit den Veieinigten Staaten stehen kurz vor ihrem Abschluß. Gegen den Antisemitismus. Vor einigen Monaten (wurde der Universität Cambridge ein Fonds im Betrage von 1Q00 Pfund zum Zwecke der Gründung eines Stipendiums für das Studium des Arabischen vermacht, wobei Juden vom Genüsse des Stipendiums ausgeschlossen bleiben so!h.en. Der Senat der Universität häv rie Annahme des Vermächtnisses verweigert. Durch eine Privatsammlung der Londoner „Jewish Chronicle“ wurde nun die Summe von 1000 Pfund aufgebracht, um der genannten Universität de Schaden zu vergüten, der infolge: der Ablehnung des Vermächtnisses für die Üniversität entstand. ‘ Die Kollektanten gaben ihrer- Ueberzeugung Ausdruck, daß sich die Erblasserin nicht von iänem Vorurteil gegen die Juden habe* leiten lassen, sondern einzig unter dem Eindruck handelte, daß die jüdischen Studenten dank ihrer Kenntnis der hebräischen Sprache im Studium des Arabischen anderen Studenten gegenüber im Vorteil seien. Nichtsdestoweniger schätzen die Juden Englands den Schritt derTJniverSität Cambridge sehr hoch Die amerikanischen Juden gegen einen Wirtschaftskrieg. Jacob H. Schiff hat im: Verein mit andern jüdisch-amerikanischen Persönlichkeiten an die englisch-französische Kommission, in der sich bekanntlich Balfour, Viviani a. u. befinden, einen Brief gerichtet, der sich gegen den Wirtschaftskrieg nach dem Kriege wendet. Ein Geistlicher als Preistreiber. Gelegentlich sei die „Reichspost“ und ihresgleichen auf eine Meldung aus Szatm^r aufmerksam gemacht, daß gegen den nicht jüdischen, sondern griechischkatholischen Geistlichen Johann T ernovan das Verfahren wegen Verheimlichung von Getreide eingeleitet wurde. Der Geistliche hat das Getreide in der Gemeinde Olahmedgyes verkauft, u. zw. hoch über den behördlich festgesetzten Maximalpreis. Temovan verteidigte sich damit, daß er das Getreide den Bauern nur geliehen habe. Diese Ausrede nützte ihm jedoch nichts. Er wurde vom Oberstuhlrichter zu drei Monaten Gefängnis und zu tausend Kronen Geldstrafe verurteilt. Zionstische ewe^ung Der „Independent Order Brith Shalom“ eröffnete am 13. Juni seine Jahreskonferenz in New York, zu der mehr als 600 Delegierte erschienen Wären, die über 50.000 Mitglieder jn 100 Städten vertragen. Der „GranÖ Master“_ Leon Sanders eröffn et e die Verhandlungen und begrüßte die Delegierten. Er erteilte dann Dr. Louis S. R u b i nsofin das Wort zu einer Begrüßungsrede. Dr. Rubinsöhn war einer der ersten; die die Idee eines "amerikanisch-jüdischen Kongresses innerhalb seines Ordens " und weiter jüdischer Kreise propagierte. Der prith Shalom finanzierte auch die Vorkonferenz in Philadelphia. Dr. Sch'marja L e v i’n "sprach zu den Delegierten von ihren Pflichten ihrer Nation gegenüber „Erklärungen 'der Liebe und Treue braucht die Zionistische Organisation nicht allein, sondern auch vor ■ allem auch' Schekelzähler. Denn der Sch'ekel bedeutet mehr als die geringe Summe Geldes. Der Spender dokumentiert dadurch,- daß er ein Teil der Jüdischen Nation Ist.“ Nach langen "Diskussionen wurde die folgende Resolution angenommen: „Da der Independent Order of Brith Shalom "die Zionistische Plattform dem Sinne und der Wirklichkeit nach angenommen hat und sich verpflichtet hat, alle die Prinzipien, für die der Zionismus einsteht, zu fördern, wird beschlossen, daß der „Grand Master“ in jedem Jahre einen bestimmten Monat als „Schekel-Monat“ festsetzt, daß ein Schekel Komitee in jeder Stadt eingesetzt werde, dessen Pflicht es sein soll während dieser Zeit eine jede Loge zu besuchen und die Ejnsaminlung der Schekel zu fördern, die von 'den Mitgliedern der verschiedenen Logen zu entrichten sind.“ Mit der Annahme dieser "Resolution schloß die Konferenz, 'die für den Zionismus in Amerika wieder einen wichtigen Fortschritt bedeutet. Die Konferenz von „Jung Judäa“ in Tsleiv York. Am 16. Juni hielten die „Young Judaea“ Klubs ihre Jahreskonferenz in New York ab. Dr. D. de Sola übernahm das Präsidium. Richter W. Mack sprach über den Fortschritt der jungjudäischen Bewegung in Amerika, ihre Aufgaben und Ziele. Dje Organisation umfaßt in New York 5000 Mitglieder.. die in 32 Zentralstellen zusanrmcngeschlossen sind. Außerdem sind der Vereinigung 15 Hebräische Sprachvereine -angeglieidert und eine Union von Knaben-Gemeinden. Die Mitglieder haben nicht nur für ihre Ausbildung gearbeitet, sondern sich auch sehr aktiv mit dem JüdischeirNationalfonds und der Shmmlung für die Erhaltung des Hebräischen Schulwerkes beschäftigt- Die New Yorker Klubs haben mehr, als 3500 Dollars für den Nationalfonds und 12C0 Dollars für den Hebräischen Schulfonds in Palästina gesammelt. Dje 125 anwesenden Delegierten beschlössen, die Tätigkeit Jn den gewohnten Bahnen weiter auszugestalten und die Organisation immer weiter auszu'bauen. Diese .national jüdisch erzogene Jung-Mannschaft wird für. die Amerikanische Zionisten-Föcieration ' ven großer Bedeutung werden. Die „Hamizpah Association“ in New York. Unter den Namen '„Hamizpah Association“ ist eine mit der Förderatiön der Amerikanischen Zionisten verbundene "Zionistische Vereinigung gebildet worden. “Außer der Förderung der allgemeinen zionistischen Ziele hat die Hamizpah eine Sonderaüfgabe: den Standpunkt des t-aditionelleo Judentums innerhalb des zjonistis'chen Judentums zu behaupten in Uebereinstimmung mit dem von Theodor "Herzl festgeregten -Grundsatz, daß „die Rückkehr zum Judentum der Rückkehr ins Judenland vorausgeht“. Die Association beabsichtigt, energisch für die Erhaltung der jüdischen -Traditionen als eines Faktors für die (Regeneration des Jüdischen Volkes zu arbeiten." Unter den Mitgliedern des ExecutiviKomifees der Association sind: Dr. Salom'on T. H. Hurwitz, Präsident; I. L. B r i 1, Sekretär; JDr.M.W.B e d er, Schatzmeister; Rabbiner "Dr. Herbert S. Go Idstein, Dr. Nathan Blech mann, Dr. Henry Keller etc. Eine industrielle Armee für Palästina. Das Executiv-Komitee der „Achboza-Commonwealth“ in dem alle Achoözas der „Jewish Commonwealth“ und 'alle anderen kolonisatorischen .Gesellschaften vereinigt sind, beschäftigte sich in einer kürzlich in New York stattgefundenen Versammlung mit der bereits von den PoaEe-Zionist i bei ihrer' letzten Konferenz behande’ten Fra re der industriellen Eroberung Palästinas. Die ve - sebiedenen Organisationen beschlossen, im kommenden'Jahre alles' zu versuchen um Ihre Mi*- gliederzaht auf 2000 zu bringen, die lO.OOO^Antei" scheine im Gesamtwerte von 1.000.000 Dol%-s besitzen sollen. Dieses Kapital soll die E> t- Wicklung einer industriellen Armee ermöglichen, einer wirklichen "Jüdischen Arbeitermacht, die ii Vereinigung mit den Landeigentümern jn dpn. verschiedenen 'jüdischen Kolonien arbeiten so’l. Der Aufsich’tsrat wunde ermächtigt, ein Info_mafions-Bürö einzurichten "das alle'nötigen‘Daten bezüglich Palästinas sammeln soll, und eine gute Kredit-Basis für den Kauf" von Land lird anderem Besitztum, das durch die Organisation zu erwerben ist, zu schaffen. /ionisten;m Felde Oblt. A f f r e d M a y, der seit Kriegsbeginn ununterbrochen "im Felde steht und bereits das bronz. sig. lajid. mit den Schwertern und das Karl Truppenkreuz besitzt, wurde mit dem silb. / sign. laud. ausgezeichnet- — Fhr. Ernst Haas im Btr. Feldjägerbaon Nr. 6, ehemaliger N. F. Kommissär in Leipnik, wurde gut der silb. Tapf.- Med. II. Kl. und mit dem Karl Truppenkreuz ausgezeichnet- — Fhr. Julius Stiassny beim I. R. 3. A. H der Z: V, Brünn erhiejt die nrol"*- silb.; A. H. Kadettasp. Karl Preis beim i, "R: 3 erh. {die bronz. Tap.f.-Med. M a j e r G 1 a s s, k. k. Kaiserschützen-Reeim. 1,’erh. die kleine silberne Tapferkeits-Medaille und wurde zum "Patrführ. befördert--E.-Fr. Zugsf. KadettaSp. Georg Farkas I. R. 83 A. H. Fogösch „Gamälah“ Wien, wurde mit der silb. Tapf.-Med. II.. Kl. für persönl. mutiges Verhalten in Galizien ausgez. Unfeer leider gefallener Gg. Lt. Bernhard Ro th f e Id wurde nach dem Tode It. Verordnungsblatt f. d. ku. k. Heer vom 13. Augu't Nr. 150 in Anerkennung tapf. Verhaltens v. d. Feind m'. ’d. Militärverdienstkreuz III. Kl', m, Kriegs’dekoratiön ü. ’d. Schwertern ausgz. — Die Mitglieder der akad. Verbdg. „Makkabäa“ Len-

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