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Jüdische Zeitung · 1917-07-20 · 29 (20.7.1917) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
11 (1917)
Issue
29 (20.7.1917)
Date
1917-07-20
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 29 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 bei der wirklichen Durchführung der jüdischen Gleichberechtigung innerhalb der Armee zu beseitigen sein werden, .geht beispielsweise aus der Meldung Petersburger Zeitungen hervor, wonach (Jie Offiziere eines gewissen Regiments in* Hinblick auf die bevorstehende Bewerbung jüdischer Offiziersaspiranten den Beschluß gefaßt haben, keine jüdischen Offiziere in ihr Regiment aufzunehmen. Verständigung zwischen Juden 'Und Karäern* Es Scheint, daß die russischen Karäer ihre Stellung gegenüber den Juden, geändert haben. Kürzlich wurde eine Karäer-Konferenz in Eupatoria abgehalten, bei der man zu der Ueberzeugung kam,' daß einer Verständigung mit den Juden nichts mehr Kn Wege stehe, seitdem diesen die Gleichberechtigung gewährt worden ist und die Karäer nicht mehr zu fürchten brauchen, daß man die für die Juden geltenden Ausnahmegesetze greichfalls auf die Karäer ’anwertden werde. Es wurde ferner beschlossen, 'den karäischen Oberrabbiner, der bisher die gesetzlichen Rechte der Sekte wahrgenommen hat, aßzusetzen, was umso oemdrkenswerfer ist, als dieser eine ausgesprochen 'judenfeindliche Haltung einnahm1. Zionisten im Felde Von den Mitgliedern des akad. zion. Vbg. „1 u d a ä - Lemberg wurden Fhnr. Moritz Menkes (wiederholt) und San.-Fhnr. Hernran Hammer mit der silb. Tapferkeitsmedaille II. KI. dekoriert. — Beim I. R 55 wurden nach der 10. Isonzoschlacht ausgezeichnet: Korp. N. Bese n mit der silb. Tapferkeitsmedaille I. KI., die Infanteristen J akob Safran, Leiser Seid, Anczel Glaser mit der silb. Tapferkeitsmedaille II. KL, die Infanteristen Markus Giczes und Israel Schmerler mit der bronz. Tapferkeitsmedaille. — Gg. Lt. Ernst U1 m a n n fiel nach geglückter Unternehmung am 19. Juni in Südtirol. Er wurde zu einer hohen Auszeichnung eingegeben. — Fhr. Jul. St iassny erhielt für hervorragend tapferes Verhalten in der 10. Isonzoschlacht die große silb. Tapferkeitsmedaille; er ist bereits mit der kleinen silb. und. der bronz. dekoriert. — Fhr. E. Müller des k. u. k. J. R, Nr. 3 erhielt die bronzene^ kleine silb., große silb. Tapferkeitsmedaille und die deutsche Kriegerverdienstmedaille. — Ing. Lt. Paul Zobek A. H. der Z. G. V. (Hasmonäa Brünn im K. Z. T. V. erhielt däS gold, Verdienstkreuz. — Fhr. Johann Libesny, Besitzer der großen und kleinen silb. Tapferkeitsmedaille ist im Juni in 'der 10. Isonzoschlacht gefallen. — Lt. Bruno Elsner („Emunah“-Bie- Iitz), (ausgezeichnet mit der silb. Tapferkeitsmedaille II. Kl.) erhielt das Signum laudis mit Schwertern. — Dr. Otto Brief, Assistenzarzt bei einem Jägerbaon erhielt die silb. Tapferkeitsmedaille, für die er bereits nach den Kämpfen bei Luck im Jahre 1915 eingegeben worden war. — Gg. San. Lt. Josef weidenfeld (Lese- und Redehalle Wien), wurde mit dem goldenen Verdienstkreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. — Gg. Feldwebel Heinrich tierman beim 59. I. Brig. KmcL, Besitzer der silb. Tapferkeitsmedaille II. Kl. wurde nach der 10. Isonzoschlacht abermals mit derselben ausgezeichnet. — In einem Militärspital in Hermannstadt starb am 27. Nissan 5677 (21. April 1. J.) Gg. Isidor Alkalay aus Sarajevo, an Bauchtyphus. Der Verewigte war ein eifriger Zionist und ein guter Mensch. Seine Kameraden, welche seinen Heimgang tief betrauern, haben ihn ins Goldene Buch des J. N. F. eingetragen und kauften auf seinen Namen 2 Dunam Land. Persönliche Nachrichten Unser Gg. Herr Fhnr. Hersch Einer („Theod. Herzl“) wird am 20. Juli s/i 10 Uhr vorm, im großen Festsaale der Wiener Universität zum Doktor der Rechte promoviert werden. Es dürfte viele Gg. interessieren, daß Herr Zwi Kohn aus Jaffa, vor 3 Wochen aus Palästina kommend, hier verweilt (II. Gr. Sperlg. 31. 11. Stodk 25). Briefkasten Wir seftpn uns .gezwüngen, um unsern geschätzten Og. H a n n a k in 'Brünn vor den ”FoIgen Von Mißverständnissen zu schützen, die unsere Briefkastennotiz in der vorigen Nummer gezeitigt hat, den sie verursachenden Tatsachenbestand vorzulegen. Herr Hannak hatte die Freundlichkeit, uns für unsere Herzlnummer ein Gedicht „Theodor H erz 1“ im Namen des angeblichen Verfassers Otto Sonnenfeld einzuschicken, das sich sehr bald als dasjenige, das von Edm. Wengraf verfaßt und im' Jahre 1910 im Almanach Barkochba S. 167 erschienen war, entpuppte. Herr Otto Sonnenfeld war offenbar ‘der Meinuiig gewesen, daß es an der Zeit sei, das geschickte Feuilletonpoem Wengrafs der V ergessenheit zu entreißen, nur glaubte er es allzusehr mit dem Gras der Vergessenheit überwachsen und schätzte seine Wiederentdeckung einer Neugeburt gleich. Daher er seinen Namen an Stelle Wengrafs setzte und als Datum der Entstehung den 28. Juni 1917. — Herr Hannak, dem verständlicherweise der Inhalt des vor Jahren erschienenen Almanachs nicht gegenwärtig war, hatte es in liebenswürdiger Weise übernommen, uns das Gedicht übermitteln und glaubte damit, der Redaktion und dem Dichter einen Dienst zu erweisen. Wir bedauern es lebhaft, ihn nun in diese unsympatische Affäre gezogen zu sehen. D. Red. Mitteilung der Jüdischen Zeitung Eine große Reihe von Anfragen veranlaßt uns zur Feststellung, daß der zweirarbige Drufck der letzten Nummer ohne Wissen und Willen von Redaktion und Geschäftsstelle erfolgt ist. ßericnte und Korrespondenzen Wien. Samstag, den 14. Juli fand im Saale des Hotels „Bayrischer Hof“ die Herzlfeier statt. Die Feier leitete mit einer kurzen liebräischen Ansprache Herr Ludwig Bato ein. In einigen Sätzen betonte Herr Batö die Wichtfgkei Herzls für unsere Bewegung. Nach ihm ergriff das Wort Herr Dr. Otto A b e I e s zu seiner Festrede. Sie stand technisch auf der Höhe und war auch inhaltlich gelungen. Herr Dr. Abeies würdigte in längeren Ausführungen die Persönlichkeit Theodor Herzls. Er sprach jiber den Künstler, über den Dichter, über den Politiker und Organisator. Einen speziellen Teil seiner Ausführungen widmete er dem jetzigen fiistor'ischen Augenblick der schweren Krise, die das Judentum infolge des Krieges 'durchmacht und wies auf die leuchtende Gestalt unseres Führers hin, der wenn auch physisch tot, so doch in seinen Taten und Werken stark und ermunternd auf unsere Generation wirkt. Die Worte Dr. Abeies, der mit Rührung und Wärme sprach, machten auf die Anwesenden einen starken Eindruck. — In schlichten einfachen Worten sprach einer unserer ältesten Gesinnungsgenossen, Herr Löbl Taubes. Er hielt seinen Vortrag in jidischer Sprache. Er sprach über die Bedeutung unserer Trauertage und sagte, daß auch der 20. Taraus ein Trauertag der jüdischen Nation ist. Anschließend daran zeigte er in kräftigen, markanten Worten, Welchen Einfluß Theodor Herzl auf seine Generation geübt hat’und wie mächtig noch die Spuren seiner unvergänglichen Arbeit bis auf den heutigen Tag geblieben sind. Mit entsprechenden Zitaten aus unseren Schriften ermunterte Herr Taubes die gläubige Jugendschaft zum Anschlüße an die HerzFschen Ideen. — Unter dem starken Eindrücke, den alle 3 Reden machten, verließen die Versammelten um 10 Uhr den Saal. Bei der Herzlfeier wurden auch ansehnliche Summen für unsere armen "Evakuierten, in Palästina gesammelt. S. Lemberg. Die „Neue Lemberger Zeitung“, die als das offizielle Organ unserer Regierung gilt und in Ostgalizien insbesondere unter Soldaten der österröchisch-ungarischen und der deutschen Armee einen ausgedehnten Leserkreis hat, brachte in ihrer Nummer vom 10. Juli 1917 einen Aufsatz zum Todestage Herzls von einem Zionisten. Spende: Unser Gesinnungsgenosse M. Kossowski aus Kowel, der dieser Tage hier weilte, besuchte unter anderen Institutionen auch das Ambulatorium des Zion-Zentralkomitees. Die Einrichtungen desselben erregten seine besondere Bewunderung. Als kleinen Zoll der Anerkennung spendete er dem Ambulatorium K 20.—. Brünn. Am1 16. Juni d. J. hielt der jüdische Volksverein „Theodor Herzl“ seinen efsten 'Diskussionsabend. Der Obmann, Herr Ing. 'Spitz referierte über den im „Juden“ seinerzeit erschienenen'Artikel von Klatzkin „die Grundlagen des National-Judentums“. An seine Ausfüllungen knüpfte sich eine überaus angeregte Diskussion, die in den zahlreichen Anwesenden den'Wunsch nach Wiederholung sörcher Veranstaltungen weckte. Dieselben werden auch am ersten Samstag eines jeden Monates im Damensalon des Cafe Margaretenhoff stattfinden. Wegen Raummangel mußten verschiedene Berichte für die nächste Nummer zurückgestellt werden. Armen - Ambulatorium des Zionistischen Zentralkomitees für Kriegsflüchtlinge Wien, II. Taborstraße 20 A Unentgeltliche ärztliche Behandlung von mittellosen Kriegsflüchtlingen ohne Unterschied der Nationalität oder Konfession. Ordination täglich Sonn- und Feiertage ausgenommen. •eiatcmacnteiseistcnteiseei!)« Tüchtiger hebräischer Qefirer oder Gztoin für 8jähr. Buben gesucht. Auskunft beim Jiid. N. F. Wien, II., Cirkusgasse 33 •easacisaciaaeBaemeciaeeiacaDs Cafe „Marienbrücke“ I, s-: I., Rotenturmstraße 31. RENDEZVOUS DER ZIONISTEN Soeben erschienen Neue vielfach verbesserte und vermehrte Auflage des •oop natf Lehrbuch der hebräischen Sprache für Schul- und Selbstunterricht mit Wörterverzeichnis und Schlüssel von Moses Rath. Das einzig praktische Lehrbuch mit deutscher Unterrichtssprache zur völligen Erlernung der hebräischen Sprache in Wort und Schrift auch ohne Lehrer. Einführung in die Literatur. Die gesamte Fach- und Tagespresse, sowie die „Histadruth Ibrith“ in Berlin und Lemberg hat dieses Buch als bestes und für den Selbstunterricht geeignetstes anerkannt Preis eines schön ausgestatteten, gebundenen Exemplares (400 Seiten stark) K 6.—, mit Schlüssel K 7.— Porto bei direkter Zustellung 40 Heller, rekommandiert 65 Heller, Nachnahme K 1.— •dös? nw nur hebräisch nach der Methode „Jwrith b’iwrith». Preis gebunden K 3.50. Porto 20 Heller, rekom. 45, Nachnahme 80 Heller. Zu bestellen bei M. Rath, Wien I. Poitgaue fl und in allen Buchhandlungen. Ocularlimi Ita. l ftiüntiy. flm lavai lei i lata« n Untersuchung der Augen und Voroidnung passender Augengläser täglich von 9 Uhr bis 7 Uhr abends kostenlos unter Leitung d. Augenarztes Hrn. Dr. Poborski. Brillen und Zwicker von K 3.— fraiaafeaal Telephon Nr. 8636. L abs:»! 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