Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 11 (1917)
- Issue
- 28 (13.7.1917)
- Date
- 1917-07-13
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 28 fjnPISGHg ZEiTJUNQ Seite 5 I.-Baon, wurde mit der Allerhöchsten belobenden 'Anerkennung1 bei gleichzeitiger Verleihung von Schwertern für tapferes Verhalten ausgezeichnet =— Gg. RUO. Julius Weiser wurde das silb. Verdienstkreuz am Bande der Tapferkeitsme- Öajlle verliehen. — RUO. 1. Jakob Hellerer, Besitzer des silb. Verdienstkreuzes mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille und der bronz. Tapferkeitsmed. und RUO. Hermann Brüller erhielten das eiserne Verdienstlireuz mit der Krone am*Bande der Tapferkeitsmed. für besondere Pflichterfüllung vor dem Feinde. — Gg. E.-Fr. Zgsf. des I,-R, 15 Paul Silber, Mitglied der jüd.-akad, Verb. „Kadimäh“, Lemberg, (X, XXX,XX) und Kad.-Asp. des 'I.-R, 30 Adolf Silber, Mitglied der jü<L-akad. Verb. „Kadimah*, Lemberg (XX, XXX) wurden ‘mit der silb. Tapferkeitsmed. II.. Kl. ausgezeichnet. — Gg. Fhr. Moses 'SchiIdle ra uf, derzeit an der russischen Front, wurde für tapferes Verhalten vor dem Feinde mit der bronz. .Tapferkeitsmed. ausgezeichnet. Persönliche Nachrichten ' Unser Gesinnungsgenosse Herr Dr. Heinrich Schiffmann wurde in die Verteidigerliste des k. k. Oberlandesgerichtssprengel Wien eingetragen und hat seine' Kanzlei in Wien VL, Mariahilferstraße 19—21. Sonntag, den 1. Juli, fand im Josefstädter Tempel die Trauung unseres Gg. Privatdozenten Dr. Harry Torczyner mit Frl. M athilde Silberstein statt. Wir gratulieren dem jungen Ehepaare auch an dieser Stelle aufs herzlichste. Ing. Walte r Pollak, E. Fr. Kpl., ersucht, 'den Mitgliedern des Vereins „Theodor Herzl“ Seine neue Adresse bekanntzugeben; sie lautet: 5/3 Pion. Komp.,'Feldpost 294. Ankündigungen Allgem. JUd. Arbeiterverein (Poale Z'on) II. Stefaniestraße 2 III. Stiege 34. Die für Samstag, den 7. d. M. vom Lokalkomitce Poale Zion, Wien elnberufene Versammlung mit der Tagesordnung: Die jüdischen Arbeiter und das Parlament“ wurde von der Polizei untersagt. — Shmsfag, den 14. d. M. um 8 Uhr abends findet in unserem Vereinslokale ein Vortrag des Gen. M. Singer Tiber das Thema: JDie jüdischen 'Arbeiter und die sozialistische Konferenz [n Stockholm“ statt. Gäste willkommen. Der Bethausverein „Emeth VVschdcm“ verunstaltet Sonntag, den 15. d. M., II. Große Schiffgasse 24, um Va 7 Ulir abends eine Herzlandacht. Herr Zwi Kolm aus Jaffa wird über das Thema: „Herzl und die . Palästinafrage“ sprechen. Berichte und Korrespondenzen Wien. Sonntag1, den S. d. M., um 10 Uhr vormittags fand wie üblich der Gang zum Grabe Herzl s statt. In der Nähe der Hochschule für Bodenkultur versammelten sich einige »Tausend Personen. Punkt 10 Uhr formierte sich 'der Zug in musterhafter Ordnung. An der Spitze Schritten Oberkantor Morgenstern, der Reichsratsabgeordnete Dr. Benno Strauch er, 'der Präsident des Zionistischen Exekutivkomitees 'Adolf Stand, sowie die anderen Mitglieder des Exekutivkomitees. (K. k. Reichsratsrevisor »T a u s s i g, der die Vorbereitungen zu den Herzl- Veranstaltungen hoch treffen konnte, ist durch Seine plötzliche Erkrankung an der Teilnahme der Feier verhindert gewesen). Eine große Zahl jüdischer Offiziere und jüdischer Mannschaft, zumeist Verwundete und Rekonvaleszenten, von denen Viele mit den von ihnen im Felde erworbenen Auszeichnungen geschmückt waren, folgten ihnen. Die Korporationen der Schomrim, des „Blau- Weiß“, die Turnvereine mit ihren Fahnen und ein vieltausendköpfiges Publikum schlossen sich an. Der Zug bewegte sich in feierlichem Schritt auf den Friedhof. Am Grabe verrichtete Oberkantor Morgenstern in ergreifender Weise die üblichen Gebete und fügte einige markige Sätze in hebräischer Sprache hinzu, die allen Hohem nahe gingen. Während Oberkantor Morgenstern Sang, 'defilierte langsam der große Zug an dem Grabe vorbei. Unter den Anwesenden waren 'alle Schichten der jüdischen Bevölkerung vertreten. Man sah alte, gebrechliche Greise und kleine Kinder, die von den Eltern auf den Händen getragen wurden. Reden wurden entsprechend einem alten Brauche auch heuer nicht gehalten. Der Gang zum Grabe unseres großen Führers hinferließ allen Teilnehmern den stärksten Eindruck. — Montag, den 9. d. M., fand im Leopoldstädfer Tempel die Jahresandacht für Theod or Herzl statt. Oberkäntor Morgenstern sang in. Begleitung seines vom Chordirigenten Julius Heimann vorzüglich geleiteten Tcmpelchores die hebräischen Gesänge, darunter das El mole rachamin, das einen erschütternden Eindrude auf alle Anwesenden machte. Darauf bestieg Rabbiner Dr. Max G r u n \v a l d die Kanzel Und hielt eine längere, Inhaltlich reiche Ansprache, in der er die historischen Verdienste Theodor Herzls in kräftigen Worten würdigte. Dr. Grunwald plädierte bei dieser Gelegenheit für die Einberufung eines jüdisch-österreichischen Kongresses lind wies auf die Kongrcßbewegung in anderen Ländern hin. Der Andacht im Tempel wohnten die Funktionäre der zionistischen Or-» ganisation, von Seiten der Kultusgemeinde, Kultusrat Schulrat Dr. Spitzer und ein zahlreidies Publikum bei. Linz. War es in Linz ehemals geboten, einer zionistischen oder nationalen Veranstaltung vage Erwartungen entgegenzubringen, so konnte man heuer mit einem beruhigten Blicke der Herzl - Gedenkfeier entgegen sehen. Die Beteiligung war erhebend für jeden, der Herzls Wirken ith Dienste-des 'Judentums erfaßt hat. Außer der Linzer Judensc'häft waren von allen in Linz liegenden Regimentern größere Abordnungen erschienen, von den Kriegsgefangenenlager!! Aschach, Marchfrenk, Maufauscn, Hart bei Amsteten, W e g s c h e i d u. s. \V. kamen viele, aus den o. ö. Flüchtlingslagern folgte eine große Menge der ergangenen Einladung, das feierliche Bild eines gesjnmingsfrcuen Auditoriums, "das für seinen mächtigen Führer Verständnis bekundet. — Im Rahmen des Traucrgottesdienstes, der durch einen Psalm eingeleitet wurde, sprach Se. Ehrwürden, Herr Rabb. Dr. A. f.'Mar k in der seine vortreffliche Persönlichkeit auszeichnenden überzeugenden Art, die Gedenkrede; es gelang ihm, die Anwesenden, auch wenn sie früher dem Lager der Widersacher angehörten, von 'dem Wirken Bes großen Toten zu überzeugen. Zahlreiche Bilder aus der Bibel belebten die überaus festliche Ansprache, welche besonders hervorgehoben zu werden verdient. Herr Oberkäntor B e r n’h a r"d L ö w c n s o h n hatte der zionistischen Bewegung anläßlich der Herzlfeier ein Präludium ziir ,,Hatikwah“ gewidmet, welches den wohlverdienten Beifall der Anwesenden verdiente. Herr big. Max Sonn trug in bewunderungswürdiger Weise mit Orgclbcgleitung, ein Violinsolo vor, trer jüdische Wanderbund „Blau-Weiß“ erfreute durch den Chor der ,Hatikwah“. Die Leistungen des Herrn Oberkäntor Löwcnsohn verdienen volle Bewunderung, gleich seinen. Vorträgen des Psahns und „El mole rachamim“. Eine erhebende Bereicherung erfuhr der Gottesdienst durch eine Ansprache Se. Ehrwürden des Herrn Rabb. M. F r i e d m a n n, in der er die Versammlung in ergreifenden Worten aufforderte, sich voll und ganz der zionistischen Bewegung anzuschließen, und die Jugend, deren Gesinnung er mit warmen Worten der Anerkennung gedachte, zu ungebrochenem Eifer ermutigte Wehmütigen Herzens gab er der Trauer um alle jene Linzer 'Ausdruck, die in ihrem jugendlichen Alter, in der Blüte ihres Lebens, als treue Anhänger der zionistischen Bewegung, auf dem Schlachtfelde ihr Leben ließen. — Zwischen einer Gruppe von Blattpflanzen stand aut einem blauweiß geschmückten Postament das Bild Herzls. Aus einem Nebensaale wurden, wie aus 'weitester Ferne, Yeise Geige'ntöne tler „Hatikwah“ hörbar; Frl. Margit Deutsch sprach arit Abend im Bildersaale des Kaufmännischen Vereinshauses, wirkungsvoll den Prolog (verfaßt von dem am 19. Juni 1917 am' italienischen Kriegsschauplätze gefallenen E. F. Korp. Artur S t c r n s c h c i n), begleitet von verklingenden Weisen der „Hatikwah“. — Der zur Festrede gewönne Herr Ludwig B aT o aus Wien brachte formvollendete Ausführungen über Herzl als Mensch und Volksmann; die umgestaltenden Vorgänge des jüdischen Lebens in den kriegführenden Staaten wurden ausführlich besprochen. Reichlicher Beifall dankte dem' Redner. Vom Publikum stürmisch begrüßt, Herr Dr. Max Präger, welcher bereits in Linz bestens bekannt ist, „Manschet“ und „Menoräh“ von Herzl, die meisterhaft vörgetragen, tiefen Eindruck machten. 'Durch zwei zionistische Lieder „Das Mädchen von Juda“ (Kücken) und „Ich benk aheim (Straub) erfreute uns Herr Oberkantor Bernhard Löwensohn, der, hach 'besonderem Beifall „Die Ehre Gottes“ zu Gehör brachte. Die Anwesenden verliehen ihrem Gefallen an der Leistung des Vortragenden, sowie an der Klavierbegleitung des Frl. Jenny Eibuschütz, stürmischen Ausdruck. Den : Armen - Ambulatorium ■ des Zionistischen Zentralkomitees ■ für Kriegsflüchtlinge ■ Wien, II. Taborstraße 20A * 3 ■ ■ ■ Unentgeltliche ärztliche Bes ■ ■ handlung von mittellosen 3 S Kriegsflüchtlingen ohne Uh- ■ ■ terschied der Nationalität ■ oder Konfession. 3 ■ s ■ Ordination täglich 5 5 Sonn- und Feiertage ausge- 5 ■ nommen. ■ ■ m Caf& „Marienbrücke“ la I-: I., Rotenturmstraße 31. :-j RENDEZVOUS DER ZIONISTEN Ich gratuliere herzlich dem Herrn Or. Oawid Klndler am lokoi dz. Sanitätsleutnant, anläßlich seiner Promotion zum Doktor der gesamten Heilkunde. Möge seine segensreiche Betätigung zum Wohfe der leidenden Menschheit beitragCn. „ Josef FalbcT. Schluß des Abends bildeten jungjüdische Gedichte (Herr Dr. Alax Präger) u. zw. von Otto Abeies, Hugo Zuckermann, Aloriz Rosenfeld. — Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde war zahlreich vertreten, Ferner die jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen durch deren Vorsteher,- die Redaktionen „Tages-Post“ und „Tagblatt“ u. v. a. Nicht zuletzt sei auch des entgegenkommenden Verhaltens des hiesigen Stationskomniandos, sowie der Kommanden der Kriegsgefangen- Inger gedacht, welche durch Befehl alle Truppenkörper in Linz, bezw. die Wachmannschaften verständigten und ihnen die Möglichkeit boten, der Feier beizuwohnen. Wien. I. Wr. jüd. Turnverein. Trotz der durch' den Krieg gerissenen, zahlreichen Lücken wird die Tätigkeit im I. Wiener jüd. Turnverein sowohl im Damen, als auch im Zöglingsturnen in vollem Maße aufrecht erhalten. Die Herrenriegen stehen zur Gänze im Felde. Die Herren Albert Blumi und Friedmann leisten ihr Bestes, um Damen- und Zöglingsturnen aufrecht zu halten. Herr Friedmann hat in letzter Zeit eine Aktion eingeicitet, die im Herbst fortgesetzt werden soll und zu großen Hoffnungen berechtigt. Es wurden von den Herren Dr. Abeies una Dr. Bernstein den Damen während des Turnens kleinere Vorträge über aktuelle jüdische Fragen gehalten, die das regste Interesse erweckten. Die gleichzeitig geschaffene jüdische Bibliothek soll den Mitgliedern Gelegenheit geben, ihr jüdisches Wissen zu erweitern und zu vertiefen. Es wäre zu wünschen, daß jüdisches Turnen bei den jüdischen Knaben und Alädchen größere Verbreitung als bisher finde. H. S. Znaim. Zugunsten der jüdischen Kriegswaisen fand am 27. Juni ein Hugo ZuCkermann- Abend statt, der einen glänznden Verlauf nahm. Der Versuch der Veranstalterin, Fräulein Martha Reich, die sich auch als vorzügliche Interpretin des Dichters erwies, Zuckermann der Znaimcr jüdischen Bevölkerung näherzubringen, gelang durchaus. Fräulein Irma Fischl brachte das Reiterlied mit prächtiger Stimme Zur Geltung. Den gelungene Abend rief den Wunsch bald mehr von jüdischen Dichten und Schaffen zu hören, wach1. Brünn. Der Alakkabi veranstaltet am Sonntag den 15. d. AI. ein Zöglingswetturncn im Vereinskreise, bei dem Preise, teils aus den Dr. Albert Schönhof- und Leo Gottlob-Fond, teils gespendete Preise an die bestturnenden Zöglinge verlegt werden. — Wir versprechen uns von diesem Wetturnen,-dessen Preise die Namen unserer besten gefallenen TOVB. tragen, eineii kräftigen Ansporn für unsere Jugend zum neuen Schaffen im und für den Verein! ZIVNOSTENSKA Wechselstuben in Wien: 1., Graben 15, I., Herreng. 12, II., Praterstr. 24, III., Landstraße Hauptstr. 88, IV., Favoritenstr. 4, IV., Margaretenstr< 71, VI., Gumpendorferstr. 1100, VII., Mariahilferstr> 84, VIII, Josef- •tädterstr. 103, IX:, Porzellangasse 9, X.,Fävoritenstr. 95, XII. Meidlinger Hauptstr. 15, XXL, Am Spitz 15. Kulante Besorgung aller Bank- und Börsentransaktionen. . BANKA FILIALE WIEN Herrengasse 12 Aktienkapital u. Reserven: über K 103 Millionen. EINLAGEN 7 Ul auf Büchel r ” Zentrale in Prag, gegründet 1868. .Filialen: Brünn, Budweis, Friedek-Mistek, Jglal^ Karlsbad, Klattau, Könfggrätz, Krakau« Ecue berg, Melnüc. Olmütz, Mahrisch-Ostr«, Pardubitz, Pilsen, Pisekr, Prossnitz, Reichenberg, Tabor, Triest. Stahlkammer mit vermietbaren Safes Abonnement voa K 7.r=* vu -Mcrsu^gj Alexander Qeller, ycraatvoril, Red. David N&eozabli «Adria“ Druck- und Verligjgeicllscbaft tn. b. ü, (veraatw» Karl KinterJ, U