Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 11 (1917)
- Issue
- 16 (20.4.1917)
- Date
- 1917-04-20
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 4 Sonntagsruhe in Warschau. 'Einer Verordnung des Chefs der Miliz' vom- 7. März L J. zufolge, ■ dürfen alle Geschälte am Sonntag und ah 'den christlichen Feiertagen nicht wie bisher bis 3 Uhr, sondern bis 5 Uhr abends geöffnet bleiben. Die Presse bringt diese Verordnung in; Verbindung mit den Bemühungen der jüdischen Oeffentlichkeit, den Sonntagshandel für die Juden zu gestatten. ' “ Dein Bericht der Sektion der Jüdischen Volksküchen. in Warschau, die am' 11. März 101.6 gegründet wurde, entnehmen wir folgende inter- ' csrarten Zahlen: Im Verlauf der zehn Monate (März-Dezember) wurden 8,549.736 billige -Mittagessen verteilt,' darunter 2,730.675 völlig un-- entgeltljch- Die Zahl ider Küchen beträgt * 24, darunter 3 Arbeiter- und 2 Schulküchen.’ Im Interesse der. besseren Organisierung wurde: beschlossen, bezahlte Bedienung anzustellen.;. An ■ difesen Küchen sind nunmehr 352 Personen mit einem monatlichen Gehaltsbudget von 5000;Rubel angestellt. An der Spitze dieser Sektion für Indische Volksküchen steht der Zionist Selig Weitz mann. Eine Warschauer Konferenz der orthodoxen ■ Organisation wurde am 12. März l.J. abgehalten. Die--Tagesordnung-der- Konferenz war: 1- Organisierung der Orthodoxie in Polen; 2. Untersuchungsarbeit über die Kriegsschäden der Juden und die Mittel der Wiederherstellung: 3. . die Wahlen in die Gemeindeverwa’tungen und den Oberrat. An der Konferenz -nahmen ‘5 Rabbiner und 60 Privatpersonen, zumeist aus Warschau, teil. Die Vertreter'der jürfischea Presse wurden zur Sitzung nicht zugelassen. ’ Vom „politischen Ko’lem'um“ der russischen Juden. Das gemeinsam mit den jüdischen Dumaabgeordneten arbeitende „politische KoMe<tiuur“, - dem alle Parteien, die demokratische, die Volksparfei, die Nationalisten, und die Zionistische Organisation angehöfen, hat in einer Plenarsi- Dung beschlossen, an den Ministerpräsidenten, Fürst Lwow, und an den ..Rat der Arbeiter¬ und Soldaten-Depufierten" . eDe Begrüßung zu schicken, in der die Sicherheit -ausgesprochen wird, daß die provisorische Regierung und der “Arbeiter- und Soldatenrat“ 'alles tun werden, . um der Rechtlosigkeit ein Ende zu machen. . Das ' irdische Volk; im "Besitze seiner vollen menschlichen und bürger’ichen Rechte, werde'alle seine Kräfte dafür einsetzen, 'an der Schaffung eines freien, demokratischen Rußlands mitzuarbeiten. Zum Schlüsse wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, 'daß die bevorstehende Nationalversammlung die Bedingungen Schaffen wird, die das Glück und das' Aufblühen' aller Völker Rußlands garantieren. ' Ein VernrVhtuig- 'Die ■ Erben <les 'vrir-'kurzem in Petrograd verstorbenen Tihaiim ,K a h ji n halben beschlösse-, dem' Wißen des Dahingeschiedenen gemäß 750.000 RubeT für jüdische Zwecke . .zu spenden. Die Hälfte . dieser Summe wurde zur . Wiederherstelluncr der jüdischen Wirtschaft in Palästina nach Beendigung des Krieges' bestimmt. Von der änderen Hälfte werden 100.000 Rubel zugunsten der’ indischen Woh'tätigkeitsinsfitute in Petrograd verwendet. Professor Sloudiz in Amerika. Professor Nahum Sloushz von der Sorbonne, Paris, kam' Mitte Februar nach Amerika, wo er im1 Dronsie College, Philadelphia, einen Zyklus von Vorlesungen über die luden in 'Afrika hält. Er beabsichtigt ferner, ein hebräisches Buch über die Juden in Marokko heräuszugeben. Dokumente der Zeit „Deutscher Sdiulverein. Zur Förderung der Bestrebungen des Deutschen Schulvereines, widmete die israelitische Kultusgemeinde der Landeshauptstadt Brünn der Schulvereinsortsgruppe der deutschfreisinnigen Studentenschaft eine Kriegsspende von 40 K.“ (TageSboid' für Mähren und Schlesien, Brünn, 10. April.) Zionistische Bewegung Fine Organisatkmsversaimrfu'g der „Volkspartei“ fand am 11.- März 1. J. statt, an der, wie der „Haint“ mitteilt, 300 Personen teilnahmen. Die Redner waren die Herren IN. Prilutzki, H. Nomberg, u'nd Hillel Zeit’iu. Es wurde beschlossen, für die nächsten' 3 Monate einen „Rat“ aus 15 Personen per Akklamation zu wählen. In diesen Rat sind gewählt Worden: N. Pri’utzki, Von der Engiish Zionist Federation. >uf einer. Vorstands-Sitzung der Englischen Zionisten- Föderation, bei ider Or. W e i z m a n n präsidierte, wurde Herr Josef Co wen einstimmig zum Schatzmeister gewählt Ferner wurden Unter-* Komitees eingesetzt, die sich mit der Leitung der Propaganda in London und der Provinz zu beschäftigen haben.. Ihnen sollen auch die Kontrolle der Pfessenachriditen und die Enunziationen der Föderation obliegen, sie sollen die Palästina- Arbeiten fördern und idic Finanzen der Föderation ordnen und ausbauen. Es wurde beschlossen, eine Monatsschrift zu publizieren, die eine innigere Verbindung der verschiedenen Vereine bezweckt. Der Vorstand (Council) erließ ein vom Präsidenten Dr. Weizmann gezeichnetes ManijUDiiscnt; zEi i uinu fest, dem wir folgendes entnehmen: „Wir machen jetzt eine folgenschwere Krisis im Leben unseres Volkes ~und in der Geschichte; unserer Bewegung durch. Ohne uns der Versuchung hinzugeben, einen übermäßigen Optimismus wegen der Zukunft zu nähren, — eine Versuchung, die umso stärker ist, je mehr man sich die schrecklichen Prüfungenvergegenwärtigt, die jetzt die Masse unseres Volkes .zu überwinden hat, haben. Wir doch (das Recht, Ku sagen, daß sich die Dinge jetzt günstiger als je zuvor für die Erfüllung unserer .nationalen Ziele gestalten. Der Vorstand fühlt die außergewöhnliche Schwere seiner Aufgabe und ist sich seiner drückenden Verantwortung bewußt. Aber ohne Furcht sieht er der Zukunft entgegen und hegt die Hoffnung, daß die Mitarbeit aller organisierten Zionisten dieses Landes es ihm ermöglichen wird, seine Verpflichtungen zu erfüllen.“' Vom Order of Ancient Mac'cabeans. Bei einer Sitzung am P- März teilte der Vorsitzende des Exekutiv-Komitees des Ordens mit, daß Herr J. Mo s e r, Bradford,' dem Kopenhagener Büro der Zionistischen Organisation wiederum 200 L für den Palästina-Hilfs-Fonds als Teil der Sammlung der Maccabeans überwiesen hat Dr. Benzion Moss'nsah's zionistische Propaganda-Tournee durch Amerika. Die Propagandareise, die Herr Dr. Mossinsohn, Direktor des hebräischen Gymnasiums in Jaffa, auf Veranlassung, des Provisorischen Exekutiv-Komitees im’ Oktober 1916 begonnen hat, hat sehr gute' Resultategezeitigt. Zuerst bereiste Dr. Mossinsohn Canada, dann die Küste des Stillen- Ozeans und endlich Texas. Dr. Mossinsohn hielt Vorträge über Paläftina und dank seiner besonderen Kenntnis der dortigen Verhältnisse war er imstande, auch außerhalb des Zionismus stehenden Juden ein lebendiges Bi’d vom pa^rtHensischen Leben zu -entwerfen und sie für die jüdische Kolonisafionsarbeit zu interessieren.' 'Besonders erfreulich ist es, daß es Dr. Mosrinsohn gelang,' ruch die jüngeren1 Elemente in der jüdischen Reformbewegung für den Zionismus zu gewinnen. Die finanziellen Erfolge sind sehr zufriedenstellend. Abgesehen von FinzeTspenden haben sich . eine Reihe von Städten zu größeren Beiträgen' verpflichtet, die dem Pa'äsHnä-Notstands-Fonds des . PEC zugute kommen soBen. So hat die Stadt Los Angeles 5000 Dollars übernonVinen, Portland 2000: außerdem hat sich Herr Ben Sel- 1 i n g in port'and vernFirtifef, während 10 lahre Je 1000 Dollars für das laffaer Hebrä:sche Gymnasium zu überweisen. In San FranciS-m wurden von Hefrrn I. W HelNaim 20.000 Do"ars, von Herrn Ot‘o Irving W i« e 5000 Dollars1 für den Pal.ärtma-Fonds gezeichnet,, während sich die tüdjsche Gemeinde zu- Aufbringungvon 15.000 Dpl’ia'rs S’erpfljrhte.te. IF' .*»asb. Texas, übernahm 1^00 i>ölW*s.!tt Fou'tnn, Texas. i<*F auf renugg des Richters D a n v es h a u tri ein .Zehntausend Dollars Kfub“ ge'rrü-i'fef wö-den, dessen 100 Mitgliedeein. lahreskog^ingent von je 100 ndHars entrichten werden. Diese Gelder po^-t, der Jüdischen Uriivemtät zur Verfügung gestellt werden. ' Zur 11.' lahreskcnterenz des ..Zionist Council of Greater Newvork“, 'die 'am 16. Februar in Newyork rtaftfand, waren 88 Delegierte erschienen, die 30 Vereine ren-ä=<wtierten. Die Konferenz begann mit einem1 Volks-Meeting, bei dom Dr. Sr.hmarja Le'»in der Hauptredner war. Er behandelte „Die Krvv'entraf'odes' Zionistischen Gedankens“ und ü3brte aus, nicht die Zahl der Anhänger, sondern die Intensität, mit der sie an ihVem d^eäl arbeiten, r*ie Stärke des Zjnnis'mhs .beginnt Nach ihm bleFen Rabbi Wol'f und Päbbi Gold im Namen dp« Misracbj Ansnrachen; Prof. Gottheil imd Herr F'oracns o n sprachen namens des Provi-o-ischen Exekutiv-Komitees und He-r Mo-ris Rnfhenhere hie't ah Vorsitzender '’es ..Zionist Council“ ehe Rede. Ein Brief, den Oberrichter Louis D. Brandeis an den Vertuenden .gerichtet, hatte,, wurde unter großem Pei'alT verlesen. Am1 Sonntag begannen die Sifzuagen des Councils, die durch den Tätigkeit Bericht vom Vorsitzenden Herrn Morris Rothenberg eingeHitet wu-den. Er behandelte das Wachstum' des Councils während des letzten lahres, berichtete über die Vorträge, die der Council angeregt und selbst arrangiert hatte,- über die Blumen!-1 und Flaggentage, die •zum' Besten des JNF veranstaltet wurden, über die- Volks-Meetings. dje die stattliche Zahl von 130 erreichten. Außerdem wurde der Anteil der Zionisten an de allgemeinen Hdfsarbeit und1 ihre Tätigkeit für -die hebräischen Schulen behandelt.' Herr Fdward Spiegel erstattete dann den Bericht über den „Indischen Nationalfonds“. Die Sammlungen betru~en' ungefähr 15.500 Dollars. Herr R. L e w i p - F r> s t e i n, berichtete namens des* Fpanz-Komitees daR der Council einen Ueberschuß von 817.69 Dollar« habe, die eingegängenen - Betr.äge beliefen , -sich auf 2000- Dollars1, ln der darauf folgenden Diskussion echbig Herr Goldenberg vor. den «seit längerer Zeit behandelten Plan der Gründung feiner Zionistischen R e dh e V - Sc h u I e' ietzt zur Ausführung zu bringen, um: die zionistischen Redner zu veranlassen, sich eine (gründliche theoreritische Vorbildung anzueignen. Die zweite. Sitzung wurde durch ein Referat von Herrn M. S ch e i n k i n eingele'tef, der über- „Zionistisches Vorbereitetsein“ sn-ach. Der Redner behandelte die Frage der Palästina-Immigration nach dem Kriege.’ die er mit der Frage der „aufbaue'nden“ Hilfeleistung verband. Er verlangte, daß inan die Möglichkeiten zur Errichtung von linmigra: tenltäusern schaffe - und die Arbeitsaussichten untersuche. Er Schlug vor, daß die amerikanischen Zionisten jährlich 500.000 Dollars Tür die Arbeit des Provisorischen Zionistischen Komitees aufbringen sollten. Die Neuwahlen ergaben folgendes Resu’tat: Morris Rothenberg, Vorsitzender; Dr. S. M. M.elamed, Vize-Vorsitzender; E. Abbarbanel, S. Blitz, I. Carmel, S. Go’jdenberg, M. Margolis, A. Spicehandier, E. Spiege1, Leo Woifson und S. Wiesen, Zionisten im Felde Folgende A. H. A. H. def 7. F. D. „Hasfnonäa“, Brünn, im Kartell 'Z. T. V., wurden zu Leutnants i. d. R. ernannt: Fhr. i. d. R.-Otto Breda, Sa m u e I S t e i e r und V i k t o r Hannak. ^us diesem Anlaß verpflichteten sie sich, bei Erha’t ihrer ersten Leutnantsgage je. einen Dunam Palärtinaland zu spenden. — VerpFegs1akzessist Otto H o stowsk i, A. H. der Z. F. D. „Hasmo“äa“ .Brimn, erhie’t das go’dene Verzdienrtkreuz am Bande 'der TanferkeitsVn^edaille. Kadett-Asp. Me;na ehern' Ka s wa n,.‘'41. IR., dzt. Kriegsspital Grinzing, wurde zum Fähnrich ernannt — Korn.W.Hochberg wurde mit dem eisernen Verdienstkreuz ausgezeichnet. - — Gg. Fhr. Pinkas F 1 e ck p r der an der persischen Expedition tei'genöm'men hat. wurdemit dem türkischen eisernen Halbmond am'- roten Bande ausgezeichnet. v A. H. Zupnik Am 8. d. M. ist A. H. Zupnik' in Wieuj. '.wohin, er vor derru««icchen Invasion gePüchtet istversTiiedew Die mdipche Oeffent'ichkeit verliert in ihm einen der regsamsten Geister, der das lebhafteste Interesse für das Judentum' und alle Bestrebun"en zur Besserung der Lage der Juden hatte. Er ist in der Haskaläh-Bewegung aufgewachsen, imd hat Isie auch in.unse-er modem-nationaler Zeit reprä«entipri. In diesem Smce war in ihm ein Stück jüdischer Geistes- und Kul- turgeschichte verkörpert. Mit inniger liebe pflegte er die hebräische Sprache und aus' diesen Wurzeln entstammte auch seine Teilnahme an den ko'onisatorischen Begehungen der „Chowevve Zion“ in Palästina. Er begrilndete mit anderen die „Ahawat Zion“ in Tarnow und W'ar Obmann des Zionvereins, in Drohobvcz. "Mit dem- Auftreten der po’itisch-zionistis'chen Bewegung ergaben sich KonFikfe: das Streben des: Verewigten war, die' sich feindlich gegenü,berstehend»n Gruppen (Herzt und. S a I z) zu -vereinigen-. Er korrespondierte' auch mit dem' großen Führer und spVach immer enthusiastisch über ri'en zweT- Kongreß in Basel, dem er als Delegierter beigewohnt hatte. Bis in die letzten Tage bewahrte er das Interesse für, das öffentliche Leben, insbesondere für die politische Situation in Oesterreich und Galizien. Personalnachricht Frl." Irma Spitz, Präsidentin des zionistischen Mädchenbundes „Mirjam“ Brünn, hat sich mit Herrn Paul Engländer, vom „Makkahi“, Prag; verlobt. Ankündigungen Das ’ Meisterschaftsspiel Hakoah -Vienna kommt neuerlich zur Austragung, Die Unseligen werden alles daran setzen den seinerzeit' errungenen Sieg zu wiederholen. — Das Spiel findet aut dem Hakoahplätze in Floridsdorf statt und beginnt um1 i/»6 Uhr. Vorher die Reserven. Alter Herrenverband. Nächste Zusammenkunft Mittwoch, den 25. April, abends 8 Uhr im Cafd Marienbrücke. Berichte und Korrespondenzen 21. Tätigkeitsbericht des Armen-Ambulatoriums des Zionistischen Zentralkomitees für Kriegs-, flüchtiinge, II., Taborstraße 20a. In der Besuchszeit vom 1.' bis 31. März 1917 wurden behandelt in der Ambulanz für: Augen 212, .Chirurgie 2132, Frauenkrankheiten 308, Haut- und Gesdilechtskrankheiten 90, Interne I 1300, Interne II 135,-Interne III 374, Interne-IV 281, Kinder I 55, .Kinder II 47,. Nase und Kehlkopf 66,. Nerven I4.81), Ohrenkrankheiteh. 41, Orthopädie^) —; Zahnheilkunde3) 141, zus. 2330 Patienten, seit . Bestand des /Ambulatoriums 88.776 Patienten. Brünn. Der jüdische Turnverein „Makkabi“ schreibt -uns: Am 4. d. machte ein Volltreffer in den Unterstand demarbeitsfreudigen' Leben unseres I. Tb. Lucl- Löiv, Korporal in einem Artillerie-Regiment ein Ende. In dem neuen Opfer, das unser Verein'mit diesem Tode dem 4) Infolge militärischer Einberufung des Ordinarius Dr. Alfred .A d Ie r - supliert durch Dr. J~. Sternberg. .2). Entfällt infolge militärischer .Einberufung des Ordinarius Dr. S. S t e iner. 3) Ordinarius der 11. zahnärztlichen Abteilung Dr. B. ' O s t i 11 e r militärisch einberufen.