Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 11 (1917)
- Issue
- 5 (2.2.1917)
- Date
- 1917-02-02
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 5 polnischen und jüdischen HandelsanGestellten. Im Projekte, das der Magistrat der Gemischten Kommission als Unterlage unterbreitet hat. ist die wichtige Bestimmung enthalten, dah Werkstätten uid Handelsbetriebe, die Juden gehören, am Samstag und an jüdischen Feiertagen geschlossen sein müssen, dafür aber vonder Arbeitsruhe am Sonntag und an christlichen FeiertaGen vollständig zu befreien sind. Es ist zu hoffen, daß dieser noch genau zu präzisierende Vo'schlag die Genehmigung aller Instanzen findet und zum endgültigen Gesetze wird. IMerstätzu-’g Ft jüdische Schulen. Der Warschauer Verband o'tho 'o'-er Juden heabsiehti gt, das E’emenla-schu'wesen •,üu berpi‘tePe Juden auf breiter Grundlage zu o-ganisieren. Zu diesem Zwecke ersuchte der Verband den MaGistrat, ihm aus Mitteln der Stadt 20.000 Rubel für diese Schu’en zur Verfügung zu stellen. Zahlreiche j mge luden aus Warschaudie, wie der ..Warschauer Tau“ meldet, die iü'üschen Schu'en in Palästina besuchen, sind in Offiziersschulen in Konstanti-opel enfretreten und sind nun, nach Absolvierung derselben, an die Front beordert worden. Pie J-h'esversaTuulu-g der Jew'sT Colo-irntion Assoziation fand in London am 15. Dezember 1916 unter dem Vorsitz von Claude G. Montcfiore statt. Der Präsident führte a”S, dab man mit Rücksicht auf die durch den Krieg geschaffene Lage alle Energie auf die außerhalb der KrieGszonen liegenden Kolonien verwandt hat. ■ Er teilte mit, daß die Ko'onisation in ArGentHen gut fortschreite und bald finanziell unabh.änGig sein dürfte. Die Zahl der argentinischen Kolonisten betr.ÜGt 21.000. Die Ko'onien der JCA. in der Vereini gten Staaten u-d Kanada befinden sich o-leichfa'l's in einem betrie^iGenden Zustand. Die Wahlen ergaben die Wiederwahl von Leonard L. Cohen, H. G L o u s a d a u~>d Salonton Rein ach für die nächsten 5 Jahre. Ein Vorstan^smitGlied, das Untertan einer feindlichen Macht ist, \vnrde nicht wiedergewählt, da der Beschluß gefaßt wurde, während des KrieGes die Leit"nG nussch'ieß'Fh in französischen und englischen Hä-dcn zu 'assen. An Stel'e des verstorbenen Nartissc Levon, des Präsidenten der ..Al'iance Isr. Universel'c“, trat Prof. Albert Wahl in den Vo-stand ein. JÜDISCHE ZEITUNG Das Dezemberheft des Juden Es sei Insbesondere auf den zweiten Teil der „Grundlagen des Naüonaliudentums“ von J. K1 a t z k i n aufmerksam gemacht. .Mit K'arheit und lückenloser Fo'gerichtigkeit des gedanklichen Aufbaus führt der Verfasser aus, daß nicht der „Geist des ludeitums“, sondern die Religionsverfassu-’g da; Judentum vo- Auflösung und Untergang bewahrt habe. - Max Rosenfeld, von dem indessen auch eine Broschüre über „Polen und Juden“ (R. Löwit, Ve-leGer) erschienen ist, spricht über „Die neue jüdische Gemeindeverfas=unG in Po'en“. Da die Juden nun einmal rieht als nationa’e G-unpe. sondern als Re- Iigionsgecellschaft o-ga-Fiert wurden, so fordert er, daß die neue OemeFde als Organisation der Juden schlechthin, als die nationale legitime Vertreterin der gesamten jüdischen Intteressen funGiere. — N. M. Gelber kommt in seinem Aufsatz ,,Die historischen Voraussetzungen der Judenfrage in Polen“ auf Grund geschichtlicher Untersuchungen zu dem Errrebüs, daß der Pole nur dann dem Juden befreundet war. wenn si"h ein Nutzen für die noHsch-natio-’a’e Sache daraus eru-ab. zu den Zeiten, da er seiner nicht bedu-fp, aber ein Antisemit war. — M. I. Bodenheim e r s Aufsatz „Das indische Volk und «ei-,e Parteien“ ist ehe Variation des Themas „Ewigkeit macht sta-k". Samuel Krauß stellt „Mesopotamien, das Laad der Zukunft“ als erstrebenswertes Ziel jüdischer Siedlung unter türkischer Herrschaft da-, Ei -e a-cchcuFFe Da-stellung „Vom Gemeinschaftsleben der Chasü'ini“ Gibt S. A. H o r o d e z k v. — B e n - A m i veröffentlicht interessante „E-ln-e-unGen an Leo Pins-, ker“, in de ’en er die Entwicklung des Ver-| fas=e-s der ..Atitoema~zinntion“ andeu‘et. Wenn wir noch auf die tanfere G’osse Markus R e iners „Das Recht auf den Verb-eche-“ und auf die unter der RuVik „Paten u-d Mate-ia'ien“ enthd'tene-' Da-stelünn über „i^ie ' Organisation des iüJis''ben Vo"-sk-edits in Ruß'and“ hin-leisen. so Gja-ben wiaeiuacan ge-ant zu ha*,en, daß auchr'ieses Heft des ..lu-'e"“ i'e-lem Leser reiche Anregung und Belehrung bietet. Brief aus Palästina Seite 5 den Chor des hebräische i Gymnasiums schloß die Trauerandacht. Petach-Tikwa, 5. Dezembe’ 1916. J. Ben-Aron. Das Hilfswerk für Palästina Zu dem so benannten Unternehmen haben sich bekanntlich kurz nach Kriegsausbruch a-ht Organisationen, deren Tätigkeitsfeld in Pa'ästina liegt, zusammengeschlossen: Beza'el, Esra, Gesellschaft für Pa'ästna'orschung, Gesellschaft für sanitäre Interessen. Verband jüdischer Frauen, Breslauer Pa'ästinakomitee, Verein zur Förderrung jüdischer Acke bau'-o’o-ien in Köln- und die Z. V. f. D. Zum zweiten Mal über"eben sie der Oeffent'ichkeit einen Rechenschaftsbericht, den ihnen Herr Dr. Jakob Thon in Jaffa erstattet hat. Wie traurig der Anlaß des Eing-eifens, wie betrübend und schmerzerweckend die Mate-ie an sich ist. so viel Befriedigung empfindet man über die Durchführung de- Aktion. Die Grundsätzen von denen sich unser bestbewährter Gg. Dr. Thon leiten läßt, sind durchaus modern sozialpolitisch und -pädagogisch. Ueber die Form der Hilfe schreibt er: „Wir waren stets darauf bedacht, das Selbstbewußtsein und den Stolz derieniGen, die aut uns als die Verwaltu -gsstel'e der Hi'fsGelder angewiesen waren, mit ä-ißerste' Schonung zu behandeln. Ob es Ko’o-isten, Han'Hve-ker, Kauf'eute. Lehrer oder andere waren, wir durften ihnen niemals An'aß »eben, sich zu-ückgesetzt zu fühlen. Aus diesem 0-u--de haben widie in’ivr’ue’le Wohltä‘i 'keitspf'ege nach Mö"lichkeit ausgescha'tet. dage"en mit aner K-aft jeden or’a Pa‘o-Pchen Zu a-nmenschluß zum Zwecke gegenseitiger Hilfeleistung gefördert.“ Der lebende GesPhtspu~kt für die Verwendung der Gekler. wel-he die von dem amerikanischen Hilfsfonds und Da-detien ge’asseuen Lücken ausfüllen sollten, war ihm: „Unterstützung und Erhaltung der in ih-e- . Lefjens- und Arbebsmö-dichkeit bedrohten Existenzen.“ Die Hilfstätigkeit ecstreckte sich hauntsäch- Iich aut die iü'üschen Kopien und Jaffa, weil diese Ansier,iu -gspunkte am schwe-s*en von der Krise beFoffen wurden. Es ist durchaus erfreulich, daß de" überwieGe-de Teil de- SammlunG als Da-!ehen zumeist für D-odu'-tive Arbeit vecausGabt wurde. sodaß die MÖGlichkeit eFer pcrtie'Ien Rük'ahlunG offen bleibt, wodu-ch eine doppelte Fruchtbarkeit der Spenden einigermaßen gewähr'eistet wird. Von den bis zum 39. Juni 1916 ausgegebenen 102.410.69 Francs sind Darlehen 83.°21.05 Francs oder 81,26®-» Unterstützungen 19.186,64 Francs oder 18,74°’» Bis zum 1. Dezember 1916 wurden nach Jaffa etwa 209.000 Mark überwiesen. Was im EinzePen ge'eistet wurde, anzuführen, dürfte an dieser Ste'Ie zu weit füh-en! Das Bureau des „Hilf Werkes“ wird gewiß gerne jedem Interes^e-ten r\ n Rechenschaftsberi"ht zugehen lassen. (Daß in ihm weder Adressen noch Zahlstel'en angeführt sind, ist nicht sehr geschickt zu nennen.) Der Notstand dauert notdi an und wird auch leider wie bei uns nach Frie'iensschluß nicht allzubald geord-eten wirtschaft'ichen Verh.ä'tnissen weichen. Wedie Ueberzeu-ning hat, daß das palästinensische Sied’unGswerk ohne a’Izu großen Schaden aus dem Weltk-ieg hervo-gehen wrd — und das wü-schen wir alle, die die tapfere Haltung unserer Pioniere bewundern —, der wird sien bemühen, selbst und auch Freundeskreisen einer so vernünftig geleiteten Aktion neue Mittel zuzuführen. Fü° Oesterreich sind sämtliche Sendungen zu richten an das „P a 1 äst i na h i I fswerk für die jüdischen Kolonie n“, Wien, XVIII., Hasenauerstr. 43. Bei Einzahlungen mittels Posterlagscheines schreibe man unter Angabe des besonderen Zweckes: Verband „Zion“, Nr. 47115. Personalnachrichten Montag, den 5. Februar t. J., werden die Herren Phöbus T utnauer aus Suczawa, A. H. d. Tikwah-Suczawa und Jordania-Wien, und Mordko Schapira aus Radautz, A. H. d. Jordania-Wien, an der Wiener Universität zu Doktoren der gesamten Heilkunde promoviert. Gedenkblatt für Josef Stein In der letzten Nummer der „Jüdischen Zeitung“ wurde bereits kurz berichtet, daß der frühere Präses des „Herzlk!ub“, Fähnrich Josef Stein, am 21. Dezember 1916 im Felde den Tod gefunden hat. Trotzdem schon unzählige, der Blüte und Hoffnung unseres Volkes Angehörenden in diesem Kriege dahin gesunken, findet dennoch jeder einzelne Verlust schmerzlichsten Wiederhol! in unseren Herzen, .der sich bis Die in FFston ve-scnrnelte na‘'on Ia K°ntcenz des VoIkshTs*‘OGute''S erk'ä-t: „Die vo n jüdischen Volke in defi neuFa'en Ländern gesammelten f-glfsGeHer snd keineswegs a's A'mo-en, Woh'fäÜGi-eit o''e- Phi’a-th-onie zu beFa-hten; es ist nicht ehe von einem einzelnen erleilte Unterstützung, sondern 'de nafü-liche u-d'.o'"a--- rische Anst-enGunG eines Teils des iü’rchen Volkes für den zweiten, eine A n;tren"uuG für die histo-ische Se'bste-ha'ittng und den Restand der ganzen jüdischen Nation. Die nationale Konvention erklärt ferne-, daß die für das ür'is'-he Volk in den K-ieGs’ändern gesammelten Hi'fsgelder nicht nuzur E-haltunz der physischen Existenz, so-de-n -urdi zu" Re-Hitr' des Geintes des rui"ierten Volkes bestimmt sind: zur Erhaltung der jüdischen Kultur, zur Schaffung de- Mittel, die dem leidenden Vo’ke die MÖG'ichkmt geben so"en. die he-anwarhsen'le Jugend nach den Wünschen der Juden der verschiedenen Länder zu erziehen. Die nationale Konvention erklärt ferner, daß die Hilfsaktion fir die Ju-'en in den KrieGsländern keine zeitwei'Pe, so-d-rn eine dauernde sein muß. Sie muß dem ruinierten Volke sowohl in den .alten als auch in den neuen Sied'uoGen den Wiederaufbau serncfrüheren ökonomischen , Positionen ermöglichen und so die Notwendinkeit der Hilfe ausscha’ten. Die nationale Konvention wendet sich mit dieser feierlichen Aufforderung an aße fir'en Amerikas und erinnert sie an ihre Pflicht, sich mit »anzem Herzen der Hilfsa'-beit zu widmen, für dieselbe Geld, Kraft und Begeisterung zu opfern. Insbesondere fordert die Konvention die jüdische luneni Amerikas auf, in dieser Zeit nationalen Unnlücks und nationaler Gefahr ebenso wie die funen l anderer Nationen ihre Pflicht Gegenüber ihrem Volke zu eriüllen. Juden Amerikas! Seid einqredenk des geo-enwärtigen Moments! Seid eingedenk eu^er gegenwärtiGen histo-ischen Pf'icht! Die Würde der amerikanischen Juden und die Tragik des gegenwärtigen Augenblicks verkan-zen von uns die größten Opfer und feste EinFacht für die Setbsterhaltung und Erneuerung unseres Volkes.“ / Aus der jüdischen Presse Zum Verhältnis der Polen zu den Juden. In Heft 7 der „Neuen Jüdischen Monatshefte“ findet sich ein Beitrag unseres Gg. Dr. Leon Reich, derzeit in Gnz, über „Die WiederaufrichtunG Polens und die FrcihciFbestrebungen der Juden“. Der Aufsatz stel’t sich als ein Appell dar, die Po’en möchten, „wenn nicht schon aus Gründen der politischen Mora', so au? Gründen politischer Zweckmäßikelt“ ihre HältunG geGengber den Juden revidieren. Denn sie selbst wüßten am besten, daß sich der Freiheitsdrang niemals „mit aus russischem Arsenal.’ entliehenen Waffen ausrötten“ lasse. (Von unserem BeTch*e"statte-.1 Auf de° TaGeso-d~u "f* sfehf ’e‘zt r,ie G*-an- Gea-K'iltu". '’ic -’ee-s'en Platz n 'e ' Ga'ä-'i e-- si«-hen PFa-z”nGen ei-ni—mt u-d ''er pin- '■ü-fte »uf Mi'lio-en "eaGhüFt ''-e-deG. Sie ist letzt FfrßGe dgr u-Gü-i«*icren Evoor've-*’ä'fnia=e zum b<-enrien',en P-ol',em ge’>o-''en. Das vorjo-e [-h'- \vadu ch '’ie HeusGh-e'-ke-n’aGe fast ur,Fuchtbar. dieses Iah1da-re~e. reich ggceG-et mit 0-a”Gen- und Zit-o~e f-ü"hfea u-d d;e Ko’oaisten hofften au1 ein sTiürea piGVo~,me-'. Nun siad aber die Ge~e-t'värtiGen Verhä’tnjsse so unGüGetiG für den Exno-t. dab sie in eire verzweifele Lage geraten sind. Sie haben sich z'var zu eFeu S”n',i,"at fiir den Lfkalma-kt vcei-iGt. a^e* dieses kn-n schwerlich zur Lö-u-g de- F-a~e ke‘f-a-ve-._ r>are-ea ist die L-v*e in Gali’äa eine viel bef-ip'M- «■ende-e u-d v'e'e Ko'oaisten haben sogar schöne Ersparnisse machen können. Die Leitnng der laadwirts-hafflicben Mitfelschnle in Petach-Tikwa hat ponu'ä-e laadwirtschaftliche Abendkurse für Erva-h'e’e einGerichtet: die Ktrse we—len von 39 Srhü’e-innen be-u-ht, (’ic sämflich r'er La"d virtschaft "ahestehen u-d zur Vervö'IkommnunG in de- Landwirtschaft streben; es wird üue' fo'Ge-de Ge- Genstä-de vo-fretra-en: Gemüseun-’ Pt'anzcnhau, Bodenkunde, Viehzucht und Gef'ÜGe’zucht. Vor kurzem kam der deutsche Konsul aus Jaffa in die Ko’oaie Petach-Tikwa. Er Feuchte sämtliche Anstalten der Kolon’e das Pe"’ässerucgs-Institut ...Has h' aha“, die versch’edencn Ahnflanzumren de- Ko'onie, d;e Schulen. Er interessierte sich für die landwirtschaf*'iche Mittelschule und ließ sich von dem Direktor der Schule. Herrn Dr. Pi'ckholz, über al'e; genau informieren. Dieser Tage erschien unter der Redaktion des Herrn Agr. Wilkansky eine neue landwirtschaftliche SammelscKrift namecs „Me'chek- Bet-Haikar“. die unter aederen folgende Beiträge enthält: die häuslic'e Wirtschaft des Kolo-isten von Agr. Wilknnskv, Gemüsebau in der Wirtschaft von Agr. K r » u s s e, die Milch in de- Landwirtschaft v. Agr. W i! k a n s k v, Rienenzucht in der Wirtschaft von Landwirt S. Kohn- Lipschitz. Geflügelzucht von Lew in, die rr>e-s''h’iche E-näbnn r in den ge~envä-tiGeu Verhältnissen von Direktor Dr. Pick holz. Die trau-ige Nachricht vom HinscheFei Sr. Mai. Kaiser Franz Jocefs [. hat hier eFen sehr tiefen Fi-d-u"k gemacht. Die öster-eichische jüdische Kolonie in Jaffa ve-anstal'e e Sonntar, den 4. Dezec’be ia Newei-S-haJom, eine Große T-a'ie-andacht. bei der sämtliche ReGie-tFgsbeamten. au-h sämt’iche Kcr>su’ate ve'tre’en wa-en. Per •Cha~ham-r’ascbi e-öff-e*e die T-aue-andacht. Dann sprach der Schriftsteller J. F e 1 d m a n n.?Mit dem Absingen des El-malc-rachaipiw durch.