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Jüdische Zeitung · 1917-01-26 · 4 (26.1.1917) · p. Seite 12

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
11 (1917)
Issue
4 (26.1.1917)
Date
1917-01-26
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 4 Gedenken wir unserer Helden, so dürfen wir in erster Linie unseres Vizepräsidenten Fähnrich Dr. David Weinberger nicht vergessen, der als leuchtendes Beispiel jüdischer Opferfreudigkeit fiel. Er war mit der silbernen Tapferkeits-Medaille I. Klasse und der bronzenen Tapferkeits-Medaille ausgezeichnet. Hervorragende Waffentaten vollbrachten Oblt. Arthur Kolisch und Lt. Franz Rudolfen In der Schlacht bei Gorlice, die die russische Front aufrollte, war das Baon, dem er angehörte das erste, das die gegnerischen Stellungen durchbrach. Sämtliche Kompagniekommandanten und auch der Maschinengewehrkommandant waren Juden. Lt. Kolisch führte eine Kompagnie und Fähnrich Franz Rudolfer befehligte die Maschinen-Gewehr-Abteilung. Ersterer bekam das Militär-Verdienstkreuz 111. Klasse (mittlerweile erhielt er noch das Signum laudis) letzterer die Silberne I. Klasse. Der Leiter der Fußballsektion Lt Eugen Eisler ging im Juli 1914 an die Front. Im Februar 1915 wurde er gefangen. In dieser kurzen Zeit erhielt er die Silberne I. Klasse, des Signum laudis und das Eiserne Kreuz II. Klasse. San.-Fähnr. Josef Krenberger mußte im Jahre 1914 mit einem Choleraspital Zurückbleiben. 20 Monate befand er sich in russischer Kriegsgefangenschaft. In Tomsk war er 4 Wochen mit Lt. Eisler zusammen. Groß waren seine Leiden, bis man ihn-als Mediziner austauschte. Kaum zurückgekehrt, geht er schon wieder an die Front ab. Krenberger ist Besitzer der Silbernen II. Klasse. Auch unseres jüngsten Helden E.-Fr.-Kpl. Fritz Hirsch dürfen wir nicht vergessen, der als kaum neunzehn Jähriger den Heldentod fand. Ein Kamerad blieb leicht am Fuße verwundet vor den österreichischen Stellungen liegen. Hirsch schleppte ihn, trotz des heftigsten feindlichen Feuers, zurück. Eine Kugel durchbohrte ihm dabei die Brust. Der Kamerad war gerettet. Von Hakoahnern mit bekannten Sportsnamen tragen viele Auszeichnungen. So die Ausschußmitglieder : I. Vize-Präsident Ober-Arzt Dr. J. H. Körner (Goldenes Verdienstkreuz mit der Krone). Leiter der Schwimmsektion: LL Fritz Engel (Goldenes Verdienstkreuz mit der Krone). Lt. Moritz Szilagyi (Silberne II. Klasse und Signum laudis). Fähnr. Jakob Katz (Silberne -II. Klasse). Oblt. Baltinester (Signum laudis und Bronzene Tapferkeits-Medaille). . . Lt. Oskar Pollak (Silberne I. Klasse). Fußballsektion: Fähnr. Robert Glasl (Silberne II. Klasse und Bronzene). LL' Heinrich Rosenthal (Silberne I. Klasse). Oblt Siegfried Kolisch (Signum laudis). Zgsf. Paul Munk (Silberne I. und II. Klasse). Lt. Oskar Burian (Silberne I. Klasse). R.-U.-O. Bernhard Präger (Silbernes Verdienstkreuz mit der Krone). Kpl. Armin Biedermann (Silberne I. u. II. Kl. Lt. Wilhelm Pollak (Silberne I. und II. Klasse. Gef. Max Gansl (Silberne II. KI. u. Bronzene). Kpl. Ludwig Hirsch (Silberne II. Klasse). Lt. Edmund Bergtraun (Silberne I. Klasse). Leichtathletiksektion: Fähnr. Walter Hilfreich (Silberne II. Klasse). Kpl. Hermann Schlittner (Silberne I. u. II. Kl). Lt. Norbert Hochstimm (Silberne II. Klasse und Bronzene). Inf. Leo Hirschler (Silberne II. Kl. u. Bronzene). Schwimmsektion: Fähnr. Samu Werlheimer (Silberne II. Klasse). Lt. Oskar Ultmann (Goldenes Verdienstkreuz mit der Krone). Lt. Erwin Landesmann (Bronzene Tapferkeits- Medaille. San.-Fähnr. Arthur Jakobowicz (Goldenes Verdienstkreiz und Silberne II. Klasse). Gefr. Teodor Littner (Silberne II. Kl. u. Bronz.) Kpl. Siegfried Littner (Bronzene). R.-U.-O. Josef Hönigsberg (Silbernes Verdienstkreuz mit der Krone). Hokeysektion: Fähnr. Fritz Kohn (Bronzene Tapferkeits-Med.). Fähnr. Erich Spiegler (Silberne II. Klasse). Lt. Wilhelm Rosental (Signum laudis). Schwerathletiksektion: Oblt. Franz Guttmann (Signum laudis). Feldwebel Belä Weiss (Silberne II. Klasse). Kpl. Siegfried Glück (Bronzene). Leider hat die Hakoah auch 20 Tote zu beklagen. Vom Ausschuß fielen: Neben Dr. Weinberger noch E.-Fr.-Kpl. Fritz Wagner. Von der Fußballsektion: Der langjährige linke Half Oskar Mehler und der brave Rechtsinnenstürmer Otto Reis (Kongo). Beide aus der Friedensersten des Vereines. Außerdem noch aus der Reservemannschaft: E.-Fr.-Kpl. Josef. Blaustein, Wachtmeister Albin Kandl, Kpl. Oskar Kohn, E.-Fr.-Kpl. Fritz Hirsch und Inf. Oskar Schlesinger. Von der Leichtathletiksekt io n: Der vorzügliche Mittelstreckenläufer Julius Kraus und Kdtt. G. Löwy. Vom Heldentode wurden noch ereilt: Der Hokeyspieler Bierer und der Wintersportler Paul Mütz. Von den übrigen gefallenen Mitgliedern wollen wir nur Oblt. Sylvius Frischler (Besitzer des Militär- Verdienstkreuzes III. Klasse und beider Signum laudis) nennen. Wir erwähnten anfangs, daß drei Viertel der Mitglieder gleich bei Ausbruch des Krieges einrückten. Kein Mitglied des Klubvorstandes oder der Sektionsausschüsse blieb zurück. So mußte ein Stillstand im Sporfleben eintreten. Jetzt zeigte sich die große, innere Kraft der Hakoah, die durch die treue Gesinnung bedingt ist. Die jüngsten und allerjüngsten Hakoahner griffen kraftvoll in die Speichen des stehen gebliebenen Rades und es gelang ihnen, ihm wieder den gewohnten Trieb zu geben. Wenn auch die geleistete Arbeit nicht immer die Zweckentsprechendste war, so heiligte doch der Wille die Tat. Als dann dem tüchtigen Nachwuchs der Führer in dem, aus dem Felde zurückgekehrten Friedenssektionsleiter der Fußballriege Arthur Baar, erstand, war der Bestand des Klubs gesichert. Ja das Innenleben des Vereines nahm einen derartigen Aufschwung, wie er vielleicht nicht einmal in Friedenszeiten zu verzeichnen war. Die erste Arbeit galt der Sportplatzerhaltung, was auch zur Zufriedenheit gelöst wurde. Dann ging es an die Sichtung der ausübenden Mitglieder, um die blau-weißen Farben auch nach Außen hin würdig zu vertreten. Durch richtige sportliche Führung gelang es bald wieder vier komplette Fußballmannschaften aufzustellen. Nachdem das sportliche Gedeihen gesichert war, bemühte sich der Vorstand des Vereines mit sämtlichen Hakoahnern im Felde in schriftlichen Verkehr zu treten. Da es unmöglich war, die zu leistende Schreibarbeit zu bewältigen, gab er Hakoahnachrichten heraus, die den in der Ferne Weilenden Aufschluß über die Hakoah und ihre Mitglieder im Felde geben sollten. Die Institution hat sich glänzend bewährt. Allwöchentlich geht eine Hakoahnachricht ins Feld, die jetzt schon in einer Auflage von 200 Exemplaren erscheint. Eine wichtige Zukunftsarbeit wurde mit der Anlegung des Hakoaharchivs geleistet, das nicht nur sämtliche Pressestimmen über die Hakoah enthält, sondern auch über den Anteil der Hakoahner am Weltkrieg Aufschluß gibt. Trotz der mühevollen, zu leistenden Arbeit wurde auf die geistige Erziehung der Jugend nicht vergesssen. Im Vorjahre wurde von einem Klubmitglied ein -zionistisches Seminar geleitet und auch in diesem Winter wurden namhafte zionistische Führer zur Abhaltung von Vorträgen gewonnen. — Eine in jeder Weise gelungene Liebesgabenaktion wurde anläßlich des Chanukafestes duichgeführt. .Dank der Opferwilligkeit der Mitglieder die außer bedeutenden Materialspenden auch K 700.— aufbrachten, war es möglich den im Felde stehenden Hakoahnern recht umfangreiche und schöne Liebesgabensendungen zukommen zu lassen. Wenn der Ausschuß heute am Ende der Saison die geleistete Arbeit überblickt, so kann er mit dem .Erfolg zufrieden sein. Gefestigt durch die Gesinnung, begeistert von Idealen und dürchglüht von Opferfreudigkeit blickt der ganze Verein zuversichtlich in die Zukunft, sehnsüchtig die Zeit herbeiwünschend, wo man das treu gehütete Vermächtnis den Würdigeren, den aus dem Felde Heimkehrenden, wieder übergeben kann, F. B. Adressen unserer Vereine und Korrespondenten Aussig, Arnold Mayer, Lederhandlung Banjaluka, Dr. De Majo Bielitz, Dr. Julius Werner Boskowitz, Grete Schwarz, Doubrawitzergasse Brünn, Ilona Gyulai, Franziskanerg. 2 Budapest, Vivo es atl, klub, VI., Kiraly u. 36 Dobrisch, Marie Windt Dombrau-Orlau, Ferdinand Brenner Göding, Ing. Siegfried Steinitz Graz, Karl Schwarz, Brückenkopfg. 7 Holleschau, Paula Haas Iglau, Ob. St. R, Glaser Kremsier, Erna Brand Linz, Paul Stein, Süddeutsche D. D. Lundenburg, Ing. Max Schwoner M.-Ostrau, Siegfried Hahn Mislitz, Rabb. Bela Diamant Nikolsburg, Max Fehl Olmütz, Ing. Paul Brammer, Staatsbahn-Direktion Pilsen, Oskar Kürschner, Stadtplatz 7 Prag, Makkabi, Else Singer, Smichov Kralovska ul. Prag, Hagibor, Otto Bruckner, VIII., Koschinka Preßburg, I. Kalmar Pribram, Jakob Held Proßnitz, Dr. Viktor Weißmann Sarajewo, Dr. Otto Schwarz, Zahnarzt, Kosevo ul. 1 Teschen, Vilma Spitzer Triest, Dr. David Grünspecht, Wien, I, Tegethoffstr. 7 Riunione. Troppau, Sekr. Schlesinger U.-Hradisch, Prof. Lieben Zagreb, Zid. gomb. Druzstvo Znaim, Robert Weiner I.Wr. Jüd.T.-V., IX, Liechtensteinstr. 20 Wien II, Leopoldsgasse 15 Wien X, S. Insel, Südbahnviadukt Wien XV, Herklotzgasse 21 Wien XVII, Rötzergasse 9—11 Wien XIX, Hugo Rechnitzer, D. Andrassystraße Hakoah, Cafe City, I., Werdertorg. 3. Adresse des Verbandes: Berlin, Jüdische Turnerscheft, W 15, Bleibtreustraße 25.

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