Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitung · 1917-01-12 · 2 (12.1.1917) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitung
Volume
11 (1917)
Issue
2 (12.1.1917)
Date
1917-01-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2438141-2438623-2438625--5111-2445054
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

' Nr. 2 Nr. 2 Beilage zur JÜDISCHEN ZEITUNG NUMMER 2 MITTEILUNGEN JÜDISCHEN NATIONALFONDS SAMMELSTELLE FÜR ÖSTERREICH Der .Jüdische Nationalfonds“ ist dazu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes zu erwerben. Vom V. Zionistenkongreß (1901) gestiftet, ' hat er jetzt schon 6 Millionen Kronen Vermögen, bei stetigem Zuwachs, der im letzten Friedensjahre (1913) eine Million Kronen betrug K WIEN. 2. BEZIRK, ZIRKUSGASSE 33 Herausgegeben im Aufträge der österr. Kommission des Jüdischen Nationalfonds, II'i, Zirkusg; 33 Erscheint wöchen.lich mit dem Ausweise der aus Oesterreich eingelangten Nationalfonds - Spenden Telephon 45325 — Postspark.-Konto 100.208 Im nachstehenden Wochenausweis werden nur die bis längstens Sonntag vormittag eingelaufenen Spenden veröffentlicht N. F. Statistik 1916 Die Statistik ist keine Zahlenspielerei, sondern für jeden, der sich belehren lassen 'will, eine vortreffliche Lehrmeisterin. Darum - haben wir, die wir im Dienste unseres Volksschatzes stehen und nach Selbsterkenntnis streben, die NF.-Statistik stets gepflegt. Auch diesmal beeilen üvir uns, die Ergebnisse der Zählung für das. verflossene Jahr 1916 .festzustellen und aufzuzeigen. Es War wieder ein Kriegsj'ahr, das dritte schon, und jeder, der nicht die Kraft der zionistischen Idee, die Zähigkeit und Wetterfestigkeit unsrer NF.-Organisation kennt, hätte es beschworen und gewettet, daß der Niederbruch von der stolzen Spendenhöhe des letzten Friedensjahres 1913 von 81 1.000 M. über die Endziffern 1914 und 1915 von 5 9 6.000 M. uno 5 09.000 M. sich auch diesmal fortsetzen werde. Wie aucn anders, da dodi von den vier seit jeher beitragstärksten Ländern: Nordamerika, Rußland, Oesterreich-Ungarn und Deutschland, die drei letzteren im Ringen auf Leben und Tod verstrickt waren, da doch die Zahl unsrer unter die Fahnen gerufenen, leider auch der in Heldengräber gesargten Genossen ' stets größer worden und das wirtschaftliche Leben in aller Welt in Unordnung gebracht und alle Aufmerksamkeit aut den Krieg abgelenkt war. Nun denn, die Eingeweihten wußten es besser! Wenn das 2. Semester 1914 mit .fünf Kriegsmonaten, dem ersten Schrecken hingegegeben, naturgemäß ein förmliches Versiegen der NF.-Spenden gebracht hatte, so zeigten sich schon im11. Semester 1915 Zeichen (der Besserung, die auch im 2. Semester anhielt, wenngleich das Sinken der Jahressumme 1915 gegen das Vorjahr nicht mehr zu 'hindern 'war. Und nun schließt das Jahr 1916 mit einem Ertrag Von voraussichtlich 6 5 0.0 0 0 M., das heißt miteinem Mehr von 140.000 M. .gegenüber dem Vorjahr" ab. Wer nicht am Augenblick haftet, sondern um die Linie der .Entwicklung unsres Volksschatzes zu erfassen, den Blick (bis zu seinen Anfängen zurückgleiten läßt, darf erleichtert äufatmen, denn es wurde ihm offenbar, dab die Schwankungen nach abwärts nur vorübergehende Störungen im unaufhalfsamen. Drang nach a u f w ä r t s sind. Vergleichen wir nun in der oberen Kurve des nebenstehenden Diagramms die für 1902/03, das erste Sammeljahr, welches unter Herzls Aegide und Kremenezkys NF.-Verwaltung stand, ermittelte Summe von 26 0.000 M. mit jener für «das Kriegsjahr 1916 von 6 5 0.000 M., so können wir .uns einer Steigerung auf das Zweieinhalbfache erfreuen. An der Steigerung während des letzten Jahres haben bis auf Nordamerika, welches durch anderes Hilfswerk für Pa'ästina beansprucht war, — alle großen Länder ihr redlich Teil, darunter auch unser Oesterreich. Wir sind hier von 1913 aul 1914 von 1 4 4.000 M. auf 91.000 abgestürzt und bis 1915 noch tiefer auf S 6.0 0 0 M., doch 1916 sind wir wieder •‘zur alten Höhe des letzten und für uns ergiebigsten Friedensjahres, ja weit darüber hinaus, bis 1 9 0.0 0 0 M. emporgestiegen. Und wenn man aut die Anfänge zurückgeht, sehen wir uns darüber belehrt, daß wir Epigonen heuer in Oesterreich das' 1 7 f a c h e der unter Herzl und Kremenezky erzielten Jahressiumme 1902 mit ganzen 11.000 M. aufgebracht haben. Was könnte ein Herzt heute mit einer derart gestärkten Organisation leisten! Und obgleich, wie oben gezeigt, auch der Weltertrag an NF.-Spenden bedeutend gestiegen ist, hat Oesterreich die Quote seiner Beteiligung am Welterfrag allmählich von. 4 % auf 29 verbessert. Wir, die in Wien und draußen in der Provinz iseit Jahr und Tag an der Arbeit sind, jubeln über diese Ziffern nicht. Dazu ist auch wahrlich kein Anlaß! Klein, jämmerlich klein sind diese Ziffern' in Hinblick auf "die Not unsres Volkes, aut die Riesengröße unsrer Aufgaben in Altneuland und nicht zuletzt auf die Opfer, welche vor unsem Augen andre Völker für ihren Bestand, ja auch nur für ihre Ausbreitung bringen. Manch ein Kriegsgewinner mag von dem Gipfel seiner Millionen spöttisch unsre' Errungenschaften belächeln. Aber wir freuen uns, dab es vorwärts geht, daß wir uns am rechten Weg befinden, dadurch angespornt, künftig iumso rüstiger auszuschreiten, und wir freuen uns, den Kfeinmütigen unter uns "Zionisten, deren Parteitätigkeit sich daraut beschränkt, jahraus jahrein über die Stagnation, ja über den Verfall der Partei zu raunzen, beweisen zu können, daß ihr Geraunze grundlos ist — und den Erfolg unsrer Arbeit nicht einmal wesentlich stört. Denn Arbeit, ehrliche, beständige, unverdrossene Arbeit war nötig, um dem Volksschatz wenigstens diese Erfolge zu sichern. Es ist nichts von selbst zugeflogen! Darüber lasse man sich ja nicht von der Geräuschlosigkeit des Sammelapparates hinwegtäuschen. Gingen doch, um nur eine Ziffer zu nennen, von der Landessammelstelle Oesterreich 1916 allein 46.600 Post-: Stüdce hinaus, — die ins Feld geschickten Gratisnummern der „Jüdischen Zeitung“ noch nicht mitgezählt! Und es war eine harmonische Arbeit im vertrauensvof'cn Zusammenwirken von Leitung und Vertrauensmännern. Wie diese stetsdarauf rechnen können, iür ihre Wünsche und Anregungen bei der Leitung williges Gehör zu finden, weil) die Leitung, daß jede ihrer Weisungen allerorten von den Vertrauensmännern prompt ausgeführt wird und daß so keine Parole ins Leere fällt. Und noch eins! So bedauerlich es ist, dies testzustellen. Es gibt Gesinnungsgenossen, die sien aut andern Arbeitsfeldern der Partei betätigen und die Erfolge des JNF. nicht mit dem Gefühl freudiger Erhebung, eher mit Neid und Mißgunst betrachten. Das dart und soll uns, die Garde des Volksschatzes, keineswegs in dem Bewußtsein beirren, daß der JNF. nicht Selbstzweck, sondern nur eines der Mittel zum Zweck ist, nämlich zur Verwirklichung der zionistischen Idee, und nicht beirren in dem Bewußtsein, daß wir NF.-Lcute den Genossen ein anfeuerndes Beispiel ' gegeben haben wollen, auf daß . sie ihre Arbeitsfelder ebenso planmäßig und unverdrossen bebauen, wie wir es auf unsrem Platz seit nun 15 Jahren tun. Dr. E g o 0- Z w e i g. Geldeingang von 1. Jänner 1917 bis 6. Jänner 1917 aus: Galizien Gal: .. 2685.81 Polen P. 1134.22 Innerösterreich 10 . 839.69 Mähren-Schlesien MS. 813.79 Aus dem Felde ... ... 797.50 Südslavische Länder S. S1. 111.51 Bukowina Bu.. . 57.- Böhmen B . K 5.57 Summe .. K 6445 09 NF-Spenden. 6425.09 Diverse andere Spenden Summe der NF.-Spenden im Jahre 20.— 1917. . . ... . . K 6425.09 Spezifikation. Dnnamspenöe. Aus dem Felde und aus den Garnisonen: E.-Fr. Schernuel Rattner, IR. 30, derzeit ZainoSc 10.—; Arje Kommer 1.—; zus. 11.— Lt. Ernst Lerner 20.—; Durch Ing. Lt. Dr. 'Reiner: Fhr. A. Scheyer 10.—; Kdtt.-Asp. Vita Kajon, Kdtt.-Asp. Dr. L. Wertheimer je 5.—; Fhr. Otto Engländer 4.—; E.-Fr. Dr. A. Fischer 2.—; zus. 26.— Durch Oberjäger Oskar Goldenberg zu Ehren der gef. Juden des Feldjäger-Baons 30: Gruber, Ochs, Vogel je 10.—; Weiser, Baumann, Zirler, Arnold, Schnee je 5.—; Chanes, Weißbehl je 4.—; Sternberg, Katz, Gotfried, Wagner, Ostersetzer je 2.—; zus. 73.— E.-Fr. Josef Brandes Rest für 1 D. zum Andenken s. sei. Vaters Moses Brandes: Halpern 5.—; E.-Fr. Brüll 2.20; Klein 1.20; Schnitzer Glasberg, Klinger, Rosenthal, Kirschner, Schächter, Schneebalg, Wassermann, Weininger, Thau. Landmann, Linder, Zank, Hübner, Schalter, Schall, Birnbaum, Geller, Ti.linger, Feder, EUenberg, Hacker, Kreisler, Lorber, Dr. Ostercr, Pasternak, Wohl je 1.—; div. —.50; zus. 35.90 Durch 'M. Thau;u. Schönberg 1 Rate für 1 D. a. N. der auf dem Felde der Ehre gef. Gg. Fhr. Frisch und ^rettler: Korp. Schönberg, E.-Fr. Thau je 4.—; Riesel 3.—; Preiser, Wurmberg, Podhorzer .je 2.—; {Czatzkes, Jmbermann, Schuber je 1.—; zus. 20.—; Samuel Schwarz 3.— 188.90 Belgrad: Frafi Marici Demaje durch Ing. Lt. Dr. deiner 10.— Boryslaw Gal: Ges. durch Josef Neugott 55.47 Czernowitz Bu: Durch Dr. Rozia Singer: Bukowinaer Lahdeskomitee a. N. der verewigten Frau Sophie Weißeiberger, Mutter des Herrn Dr. Theodor Weißeiberger 50.—; Bruno Rabinowitz kondoliert Dr. Weißeiberger 5.—; Ing. P. Goldwasser (Krakau) für ein jüdisches Lied, gesungen von Frl. Mathilde Weidenfeld 2.—; zus." 57.— Pzialoszyce P: Kaarothsammluhg am Vorabend „Jom Kipur“: durch H. Herschlewitz, D. Skura und H. Karmiol: Majtefc, Schermann, Burstein, Wdowinski, Seidmann, Feinmann, Kochon, Maltz, Rok, Huppert, Miller, VRabb. Staschewski, Ryba, Schall, Banäch, Pickärz, Spin-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.