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Jüdische Zeitung · 1916-12-01 · 47 (1.12.1916) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
10 (1916)
Issue
47 (1.12.1916)
Date
1916-12-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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iSeite-4 JÜDISCHE ZEITUNG Nh 47. a Armen - Ambulatorium 5 des Zionistischen Zentralkomitees ■ , für Kriegsflüchtlinge ■ Wien, II. Taborstraße 20 A ■ Unentgeltliche ärztliche Be ■ handlung von mittellosen! Kriegstlüchtlingen ohne Un- ■ terschied der Nationalität ■ oder Konfession. 5 ■' Ordination täglich \ Sonn- und Feiertage ausge- S nommen. \ städtischen Polizei, Miliz genannt, hat man, nachdem Bezahlung eingeführt worden ist, die meisten Juden entfernt und von den verbliebenen wird niemand befördert. Bei der Einrichtung städtischer Schulen hat man den Juden nur eine ganz geringe Anzahl von Klassen zugestanden. Trotzdem vfon der jüdischen Bevölkerung etwa die Hälfte der städtischen Steuern aufgebracht wird, wurde den jüdischen Volksküchen, in denen die Aermsten ein Mittagessen erhalten, jede städtische Zuwendung verweigert; in derselben Sitzung aber wurde beschlossen, für die polnischen Volksküchen eine lialt-e Million Rubel bereitzustellen. In den städtischen Markthallen sind die Juden von allen besseren Plätzen vertrieben und aus den Reiben der polnischen Händler abgesondert worden. Bei der «Einrichtung des in den letzten Tagen vorgesehenen Staatsrates undeines Landtages wurden bei dem durch die Verordnung des Generalgouvernements vorgesehenen Wahlverfahren die Juden im1 Staatsrat ohne Vertretung -bleiben, trotzdem siefünfzehn Prozent der gesamten Bevölkerung ausmadhen, und im1 Landtag werden sie, wenn es gut kommt, in Lodz einen, in .Warschau zwei Vertreter erlangen können. Das wird bedeuten, daß sie audi bei der. Regelung der Landesangelegenh'eiten den Polen auf Gnade und Ungnade .ausgeliefert sind. Aus der jüdischen Welt Die Liga der FremUvö'ker Rußlands richtet folgenden Aufruf an das polnische Volk: Unser Hilferuf im' Mai an den Präsidenten der Vereinigten Staaten ist ungehört verklungen. Vergebens werteten wir aut Antwort Aber von anderer Seite ist soeben bewiesen worden, daß unter den Weltmächten Menschlichkeit und -Gerechtigkeit noch leben, daß der Grundsatz nationaler Freiheit trotz Krieg und Elend auf’ Erden nidit verschwunden ist. An Dir, polnisches Volk, hat sich zuerst erwiesen, daß Treue gegen sich selbst, daß unentwegtes Festhalten am nationalen Recht Frücrue trägt. Unerschüttert durch die Unterdrückung eines Jahrhunderts hast Du Dich offen von Rußland losgesagt Du hast die besten Deiner Söhne zu Legionen vereinigt, um selbst für Deine Befreiung zu kämpfen. Ihr Blut ist -nicht vergeblich geflossen, und vor Dir liegt die Zukunft freier und edler nationaler Entwicklung. — Nimm unsere Wünsche entgegen zu diesem Ereignis, welches den Boden bildet für das Gedeihen Deiner kommenden Geschlechter, ln Deinem Staate soll Gerechtigkeit regieren, und wir vertrauen, daS Du nach schweren Erfahrungen am’eigenen Körper Andersstämmige und Andersgläubige achten und gleiches Recht allen geben wirst. (Von uns gesperrt. D. Red.) Setze! (den mutigen Kampf gegen Deinen Unterdrücker fort, polnisches Volk, und erinnere Dich 3,’r deini Ru!., [der Jan den Präsidenten. unserer Liga, Michel Lempicki, auf dem Kongreß der Nationalitäten in Lausanne gerichtet wurde: „Polen voran! Wir folgen nach!“ Hundertjähriger Adel . der FamüEe Rotsdcüd. Die „Wiener Zeitung“ von Mitte Oktober 1816 veröffentlichte folgende Mitteilung: „Se. Majestät der Kaiser hat die Brüder Mayer Amsdhel Rothschild -und Salomon Mayer Rothschild, welche an der Spitze des diesen Namen führenden .Wechselhauses zu Frankfurt am Main stehen ,in Rücksicht auf die Verdienste, welche dieselben sich um die kaiserlich österreichischen Finanzen erworben haben, in den österreichischen Adelstand erhöben.“ Gegen den erzwungenen Heeresdienst der russischen Juden in England protestierte eine Versammlung, die durch das „National Workmen’s Comittee of Jewisb ^Rigths“ in London abgchalten wurde. Es' sprachen H i 11 q u i t, Shiplakoff, der Deputierte Mever. London, Dr. Henry Moskowitz, Präsident dec Municipal Civil Service Commission. Die Versammlung sandle ein, Telegramm an den Minister des Innern, in dem es u. a. hieß: „.Es Von der gesamten indischen Presse glänzend beurteilt . wmrde der JiiOitdie NalionalltalenOer 5677 redigiert von Otto Abeies und Ludwig Batö. Gediegenes zionistisches Jahrbuch von bleibendem Werte. Preis: K 2.80 M. 2.—, Porto 20 h zu beziehen: Durch den Verlag: „jüdische Zeitung“ Wien, II., Zirkusgasse 33 und durch alle Buchhandlungen. wäre ein großes Unglück für .die Sache der Menschlichkeit, -wenn England, das traditionelle Land der Freiheit und deS Demokratismus, sich den Kräften, die die Juden unterdrücken, anschließen sollte.“ Auch in Board of Deputies wurde diese Frage behandelt. Die Abgeordneten L a s k y Und Srauß rieten zur Einbürgerung der russischen Juden in England, während Mr. Hcnrikus her vorhob, daß die Regierung die Naturalisationsgesetze nicht ändern könne. Montef iore meinte, daß die Judenleiden würden, wenn sie der englischen Armee nicht beiträten. Am 22. Oktober fand ein von den russischen sozialistischen Gruppen und den jüdischen sozialdemokratischen Organisationen in England einberufe ’.es Meeting statt. Es wurde eine Resolution angenommen, daß die Politik der Regierung gegen die Rechte tder Fremden sei und dat. sie die Vernichtung des Asylrechts zum Ziel habe; diese Politik sei ein schwerer Schlag für die internationa'-e Arbeiterbewegung und1 dahör fühlten sie sidt verpflichtet/jeden Kompromiß zu bekämpfen und zusammen mit dem' internationalen Proletariat einen KamRf gegen die allweltliche Reaktion zu führen. Sn- Lionei RolschLd hat sich, im' Gegensatz zum englisch'« 1 (Staatssekretär Samuel, warmherzig der Zum1 Heeresdienst gezwungenen russischen Juden in England angenommen, ln einem Aufsatz in einer Tageszeiing -weist er nach, daß die Juden Englands im Verhältnis, zu ihrer Zahl, der englischen Armee mehr Menschengeliefert haben als die Engländer selbst. .Mehr als 20.000 Juden dienen im -englischen Heere. Die Auswanderung rass-iscSfer Flüchtlinge) die über Japan nach Amerika fuhren, hat aufgehört, weil die Behörden keine Auslandspässe mehr ausstelien. Nu-- Frauen, die nach weisen können, daß sich ihre Männer schon Vor dem Kriege in Amerika ■ befanden, erhalten noch Pässe zur Ueb erfahrt. Eine Föderation jüdischer Wo'hät .ötigkeitsanstaiten (Federation of Jewish Gharifies) wmrde in Newyork gegründet, die die Funktionen einer Zentrale und einer Art Abrechnungsstelle für alle jüdischen Wohlt.ndgkeits vereise in Newyork erfüllen soll und in der alle Friedens- oder Hilfsaktionen zusammenberufen - werden. Alle Wohltätigkeitsinstiiutionen sollen als Zweigvercine der Föderation beitreten, die si.lt verpflichtet, jedem dieser Vereine jährlich eite Summe Geldes zur Verteilung zu geben, die dem Betrage der Einkünfte des Jahres 1915 entspricht. Für das Jahr 1917 wird ein Befrag von 2,000.000 Doll, aufgebracht werden, die" die Föderation Wohltätigkeitszwecken widmet, Wobei das ganze Werk der finanziellen Hilfeleistung für -die Kriegsopfer in der Hanjd der Föderation konzentriert bleibt, um die aus den Eir.zelaktionen derWobltäiigkeitsvereine resultierende Verschwendung von Zeit und GeijJ z.i vermeiden. Anderseits sollen die einzelnen Spender durch Beiträge, 3i: sie als Mitgliedsbeiirä-ge einmal an die Föderation leisten, von andern WohltätigkeFsvereinen, oder Komitees nicht mehr angegangen und so zu mehrfachen Leistungen für denselben Zweck nicht (wenn audi nur moralisch) gezwungen werden. An der Spitze der Föderation stehen bekannte Newyorker Persönlichkeiten, deren Bemühungen es gelungen ist, einen solchen Erfolg zu erzielen, daß die Aufbringung des Minimums von zwei Millionen Dollar vor, dem 1. Dezember 1. J. keinem Zweifel 'mehrt unterliegt. Nachrichtenvermittlung aus der Gefangenschaft Gg. Feldwebel Fieiwel L a u t er b a ch’ist mit einem1 Transport jm San.-Austausdiwege aus der russisdten Kriegsgefangenschaft heimgekehrt Er begrüßt durdb uns alle seine Freunde und die ihm bekannten Gesinnungsgenossen und sendet uns eine Liste seiner Kameraden, die gerne bereit sind, Angehörigen und Freunden von Soldaten, die in russische Gefangenschaft geraten sind, mit persönlichen Auskünften zu dienen. I - Wir veröffentlichen 'die Liste, indem1 wir der Reihe nach den Namen der ZUrückgekehrten, sein russisches Internierungslager und seine Urlaubsadresse (voraussichtlich bis 31. Dez. 1916) anführen. Feldw. Feiwe! Laulerbach1, TasChkent (Turkestan, Zentral-Asien), dz. Wien, VIII., Strozzigasse 15/16. Feldw. Schmer! Sa.nd'haüs, Taschkent (Turkestan, Zentral-Asien), dz. Droh'obycz, Galizien. Feldw. Dr. Ignatz Glück, Taschkent (Turkestan, Zentral-Asien), dz. Sambor, Galizien. Feldw. Marko Thau, Taschkent (Turkestan, Zentral-Asien), dz. Stockerau, Hauptsfr. 12. Feldw. Joachim Rubin, Taschkent (Turkestan, Zentral-Asien), dz. Wien, XV., Mariahilfergürte! 29. Zgsf. Eerman Korn, Taschkent (Turkestan, Zentral-Asien), dz. Wien, XX., Heinzelmangasse 17/4. Feldw. Hermann Blindner, Taschkent (Turkestan, Zentral-Asien), dz. Chödoraw, Galizien. Feldw. Qustav L a n g r o c k, Taschkent (Turkestan, Zentral--■ sien), dz. Berlin, SW. 19, Kommandantenstr. 11. Korp. Gustav Deutscher, Orenburg. — Nowo-Nikolaiewsk u. in Berczowka, dz. bei Sigmund Ball, Wien. II.. Gr. Mohrengasse 37. ,Körp. Josef Schm ul. Tomsk (Sibirien) u. in Nikolsk-ussurski, dz. Wien, XX., Rauscherstraße 12. Feldw. H. Kessler, Niznyj-Udinsk, dz. Lemberg. Lw. Jana 4. Zgsf. Juda Rotstein, Berczowka zabajk. (Sibirien), dz. Lemberg- Kazmierzowsku 33_ Zgsf. Israel K1 a r f e I d, Pereczowka zabajk. (Sibirien), dz. Lemberg. Zrodlana 23. Zgsf. Moritz Meller. Omsk, dz. Pforzheim' in Baden, Deutschland. Inf. Sigf. Schiff res, Wien, XIIL, Maul Iergasse 4. Zgsf. Karl Lichten. Tomsk und Kansk. (Sibirien), dz. Wien, II., Leopol'dsgasse 39/10. Feldw Simon Seidenwurm! Niko!sk-us: surski ^Sibirien) und in Kaschira (Rußland), dz. Wien. 11.. Tabrirstraße 45/40. Feldw. Mendel Himmel, Tockoe Lager u. in Kaschira, przemva'. Kotedrolno 6 Feldw. Leon Klein. Berczowka zabaik. kSib'rien), dz. Kcmsrwody, Kömitaf Veszorem, Ungarn. . Kern. Baruch1 Leinwand, Berczowka za- ^sik. u. in lOsc-Tn-a (Rußland), dz. Wien, II., Wchlmuthstr. 19/41. Gefr. Markus Ast, Tockoe-Lager u. in Kaschira. Hz. Polchow. Galizien. ■ Pe’Hw. Jakob Winter. Tockoe-Lager u. in Kaschira. dz. Przemvsb GrunwaMska 74. Korp. Dawid Schiff, Tockoe-Lager u. in Kaschira. dz Prze'mvsl, FranciSzkanska 15. . „ . Fe'dw. Adolf Sta'nger, Samarkand Asch'ai-nd <T«irkes‘*n> nzeTi3:ew<zmv‘’m, Zentra’-As. dz. Wien XX.. Bäuerlgasse 22/3. Korn. Sinde1 Ebner, Aschabad (Turkestan i Czernaiew-Czimkcnt, Zentral-Asien u. Samarkand, dz. Budapest, VIII., Aggkte’ekigasse 18/19. FHdw. Moritz Reiter, Tockoe-Lager, dz. Wien. IX.. Hahn,rasse 6/14. . Zgpf. Josef Ehr mann; Tockoe-Lager, dz. Sambor. Galizien. Korn. Hermann Schorr, IrktHsk ISibir.), dz. bei Leon' Müller, Wien, 111., Erdbergasse 14/17. Zgsf. Leonokb Langer, Rozdolnoje bei W!ad:'ves>ok. dz. Nowy Tar^. Galizien. ZcrSf. Bernard B a elf, Nirnyj Udinsk, dz. Räwn ruska. ' y ,• . Koro. Wilhelm' Wiesel, Omsk, dz: Sajomezö. Kohtitat Marmöros'ch, Ungarn. Korn. Morite Deutsch', Dauo'a (Sibirien), dz. W:°n. ji.. ,Qr Mohrengasse 35. Feldw. Frnö Ci a r r a i. Pisdhbsehanka 1. (Sibirien), dz. «Budanesi, Ontczu 40.

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