Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 10 (1916)
- Issue
- 46 (24.11.1916)
- Date
- 1916-11-24
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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X Nr.^46 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 „Die Kriegslarf9!spende“ C, (Sondernummer der -Mitteilungen des JNF. ijErez Israel“. Wien 1916; 8°. 38 S. Für Interessenten-gratis.) . ... . Im Aufträge des . Jüdischen Nationalfonds im Haag hat die Sammelstelle für Oesterreich eine Sondernummer von „Erez Israel“ der Kriegslandspende gewidmet. Es geschah aus dem Gründe, weil die Idee der Kriegslandspende; die Anfang; 1915 von—-dem besonders durch1 seine Verdienste um das Gymnasium - in Jeru a’.em bekannten Gg. Dr. Gerson, Zipp e r ausgegangen war, in Oesterreichzuerst Tatsache wer-' den sollte. . / . Alle Teilnehmer’ der Vertrauensmännerversammlung vom 13. April . 1915 waren sich der Dringlichkeit bewußt, daß für die durch den Krieg am schwersten getroffenen Juden etwas geschehen, und daß, wenn die Arbeit für sieüberhaupt einen Erfolg haben sollte, sofort mit Energie begonnen werden müsse. Es war ihnen auch außer jedem1 Zweitel, daß die Aktion im Rahmen des- JNF. und in Palästina zu erfolgen habe. DJe Judenheit -Oesterreichs schien jedoch ursprünglich nicht; die . Ansicht der Initiatoren 4u teilen, denn nur, sehr spärlich flössendie Spenden ein und erst unsere tapfere Jugend an der Front, die nicht nur ihr Blut, für ihr Vaterland, sondern auch1 noch ihr. Gut für ihr altes Heimatland herzugebetf weiß, mußte die jüdische Allgemeinheit Jan ihre Pflicht zu erinnern. Heute--weist der- Spen'deneingang mehr als K 160.000.— aus-Oesterreich au; und wir wollen hoffen, daß der Wunsch Dr. Egon M. Zweigs, der eine flottgeschriebene Arbeit in der Sondernummer der fCriegsfandspende in Oesterreich -Widmet, in Erfüllung geht, die. diesjährigen Sammlungen mögen K 200.000.— übersteigen. ' ' - ln welcher Form1 den durch den Krieg Betroffenen Hilfe gebracht werden soll und welcher Kreis von Personen hiefür in Betracht zu kommen hat, darüber sucht Herr Ing'. Agronom. J. O e 11 in g er inseiner Abhandlung „Ueber die Aufgaben der Landspende“ K'arheit zu - schaffen. Diese Besprechung kann keine Kritikseiner Darlegungen, , welche zum ersten Male ein wissenschaftlich wohlfundiertes Programm der Kriegslandspende darstellen, vornehmen. Wir möchten deshalb nur das 'Resultat anführen, zu dem der Autor gelangt. Es besteht in nachfolgenden drei Thesen: — '/'■ .1. Leute ohne nötige Erfahrung in der Landwirtschaft dürfen nicht angesiedelt wer-; den, sondern sollen höchstens in der ersten . Periode als Lohnarbeiter in Verwendung kommen; ... | )- 2. langjährige oder ewige Pacht soll bei :v. den zu schaffenden, Kleinbetrieben den* -Eigen-r turne vorgezögen werden und 3. die neubegründeten -Kleinbetriebe dürften nicht mit den Rückzahlurigsneträgen für den Bodenkauf belastet werden. Mit einer äußerst feinen Arbeit über „Bodenreform', Judentum' und Friedensgedanke“, die in . der vorigen .'Nummer wiedergegeben war, hat sich unser Präger Gg. Dr. Max Brod enge-, stellt. Sie zeigt ihn als gediegenen Kenner aut dem Gebiete der politischen Oekonomie. Dr. Simön Lajo.s berichte: in-seinem1 Aufsatze „Die Kriegslandspende in Ungarn“,' daß gerade dadurch die Judenheit Ungarns mit dem JNF. vertraut gemacht wurde; er verspricht sich davon sehr viel für die Zukunft. Erwähnt sei .noch der aus der Zeitschrift „Der Jude“ bekannte Beitrag Adolf Böhms ,(Zionistische Arbeit in Palästina“, welcher fm: „Anhang“ des Sonderheftes erwünschte statistische Belege findet, sowie die sehr lehrreichen statistischen Ausweise über" die Eingänge für die Kriegslandspende. * :/-’. Wir hoffen, daß das sehr interessante, mit schönen palästinensischen Landschaftsbildern unct dein für uns neueif Herzlporträc geschmückte Heft der Kriegslandspende neue Freunde werben wird. — Dr. L. G. Personalnachricht - •’ » \ - Der Präsident..,des Exekutivkomitees der Zionisten Oesterreichs, Herr Adolf Stand und unser Gg. Karl Stand, sind in tiefe Trauer versetzt worden. Ihr Bruder, J u fi u s S t a nd, Hausbesitzer aus ^eimbergj ist, vergangenen DienStag im -Alter von 54 Jahren nach langem und schwerem Leiden verschieden. Die provisorische Beisetzung des Verstorbenen fand unter zahlreicher Beteiligung Donnerstag auf dem Zen- - tralfriedhofe -statt. .Wir sprechen unseren verehrten Gesinnungsgenossen und ihrer Familie zu dem' schweren Verluste unser innigstes Beileid aus. . Zionisten im Felde . ___ , «*. ■' ‘Unser Gg. Oskar Asch ermann, Oblt. im Luv ,10, erhielt das-Militärverdienstkreuz .-3. Klasse init der Kriegsdekoration, seine fünfte -Auszeichnung. Sein Bruder' Dr. Oustav Aschermann, A. H. des Bar Kochba und Th. Herzl in Prag, l.-R. .15, erhielt das bronzene signum laudis. E.-Fr. Zgsf. iMo rd e chrai ' Alb r.ec'iit (Prigioniero di Guerra) in; Padula in Italien, provincia Salerno, 5. Reparto, sendet uns eine vom 1. Oktober 1916 datierte Postkarte, mit der er uns um) Veröffentlichung .folgender Mitteilung bittet:. Die Kriegsgef. E.-Fr. Zgf. Mordechai A I brecht, Baruch Grün b e r g, Isidor Reiner, Adolf Zim1 ring, Bernhard Sande!, Friedrich' Saß und E.-Fr. Mendel Mayer sämtliche aus ,der , Bukowina, wünschen allen Freunden, Bekannten und Gesinnungsgenossen fröhliche Feiertage* und en.bieten ihnen herzlichere Zionsgfuße. Wir sind wohlauf und erwarten so rasch1 als möglich schriftliche Mitteilungen. , .; Das Landeshilfskomitee für jüdische Flüchtlinge io Linz teilt uns mit: Es suchen Joset Römer, Kaufmann aus Kossow bei Kolom'ea Seine Geschwister Morddhe-fcichtenau, 64 Jahre, imd Rosa Lichtenau, 32 Jahre, aus Sniatyn; Rafuel Salimonder, derzeit Austerlitz in Mähren bei der Russenbewathrng , (Zuckerfabrik) seine * Gattin S-chöny Rachel Salhncnier mit drei Kindern aus Sereth; Chaje Rifka Halpern, derzeit Austerlitz ihren patten Mendel Singer aus Rus-Moldawitza in der Bukowina; Gusta Teitier ihre Mutter Rifka Schor und Tochter Toni’Sc'-or aus Czer, linza, Bez. Horodenka; Dora Sch uldien,er, der2eit St. Thomas am Blackenstein, Oberösterreich, ihre Tochter Freida Fircbs; Mita ’ Ehemann; derzeit Edenradt Nr. 2 (Post Eggerding), Bez. Schärding, Oherösterreich, ihre Grpßmutter Beiie' Ra* CheJ Eifennann, 71 Jahre, aus Pazenizen; Markus - Donnenfeld, derzeit Res.-Spitat Versorgungshaus in Linz, seine Gattin Mina Bcaqnenfeld mit 6 Knaben und 4 Mädchen aus Barsod in L’jigarn; Frieda Schiller, derzeit Grenzspital Nr. 128, Oberösterreich, ihre Schwägerin Jetti Schiller mit 4 'Kindern aus, Horodenka; Jose' Toel Dan bei, derzeit Gewitsch in Mähren, sucht Ckaje Loihar Dauber aus Berhomil(, Abraham Fleischer aus Stermezenka, Lure Iwa'ner aus .Berbonath, Ba'zie Lux aus Willawcze, David Hirsch aus Rws.- Banilla. . Vermißte ■ H e r s ch I* n d i g aus S't r a z ä‘, Bez. Radautz, derzeit in Prejedor, Bosnien sucht ’ M a j e r S a n d b e rg aus Radautz und; Kä I m a n- R u d i c h aus Straza, Bukowina. Samuel. Neufeld, derzeit kriegsgefangen in Krasnonfimsk (Gouv. Perm) sucht seine Mutter Bassi Neufeld aus Jä|slowice bei Buczacz und seine Frau Klara Neufeld aus Suchawar,?. Mitteilungen nimmt -entgegen Marie £ ch o 111 ätider, JX.‘, Glasergasse 5, Tür 6. Anzeigen und Korrespondenzen Lese- und Reithalle jüdischer Hochschüler, Wien; IX., Türkenstr. 9. Im‘ Rahmen der von der „Le«- unjd Redehähe“ dröffneten „Jüdischen- Kriegsvorträge“ spricht Mittwoch, den- 29. November, 8 Uhr abenjds, Herr Dr. Siegtned Bernf eId über ,,D er j üdische Student und sei ne N a t ion“. Eintritt frei. Gäste Willkommen. Der Zionische Ve band ehemaliger Hochschüler gibt bekannt, däß die nächste Zusammenkunft Mittwoch, den 29. November im , Doiw-Cafe, I., Singerstraße, 1. Stock, Damensalon, um ba3b 9 Uhr stattfindet. Der Verband, der von nun an Seine Mittwoch-Abende aufnimmt, heißt Freunde und Gäste herzlich willkommen. Die Zionistische Mädckeavereanigung „Moriah“, IX., Serviteng. 10, veranstaltet ihren nächsten Veremsabend Donnerstag, den 30. d.. M., präzise halb 8 Uhr abends. Es wird Herr Abraham Sonne sprechen. Gäste willkommen. Wiener BrockensaaiHrihmg für jüdische Arme. (Verteilungslokal, Alsersiraße 42.) Die flachfrage nach Wintersachen steigt von Tag zu Tag. Alterschwache Greise bitten tim warme Kleidung, arme .Reservistenfrauen um Schühzeug für ihre Kinder, die frierend, mit zerfetzten Stiefeln'den oft recht weiten Weg zur Schale-zurüdefegen müssen. Wir bitten, was irgendwie entbehrlich, an unser Verteilungslökal, Alserstr. Nr. 42, 'gelangen zu lassen, eyv uns durch! eine Karte zu verständigen, wann die Sachen abgeholt Werden können. Der Vorstand. Den. Leitern der jüdischen Lab:station in T Krakau,/die vor kurzem durch die deutsche Rote-, Kreuzmedaille III; Klasse ausgezeichnet wurden, wurden/nun auch vom österr., Verein vom Roten KretK§Auszeichnungen verliehen. 1. Zionistischer Frauenvereiir. Im Saale des Wissenschaftlichen Klubs, VL Getreidemarkt Nr. 7 (Eingang Dreihufeisengasse 1), findet Mittwoch, am 29. November 1916, präz. 7 Uhr abends, ein Vortrag Seiner Ehrwürden des Herrn Dr. D. Feuchtwang - über die „Ostiudenffrage** statt Briefkasten der Redaktion Dr. F. in MaSar. Ostrau. Ihr Beitrag würde von der Zensur nicht treigegeiben.. Schemrirn Sambor. infolge des Krieges ist die Ange^egrnhzit noch unentschieden. Es sind jedoch die testen Aussichten für eine Erledigung vorhanden. S. St. in He.nzeudorf. Zuverlässige Antwort .aluf die beiden Fragen wird eines der in den -Adressbüchern verzeichneten konzessionierten Militärbureaus in Prag oder Wien. geben können. zu Chanukah i9t6 (Mitte Dezember) » erscheint das Herausgeber: Joseph Marftus, Breslau Ein starker Band elegant gebunden Mk. 2.20 K 3.30 Subskriptionspreis bis 10. Dezember 1916. Mk. 1.95 K. 3.— Aus dem Inhalt: Kalendarium m\t Meiksprüchen aus der Bibel Joseph Marcus, Unser Tagebuch Heinrich Glanz. Der jüdische Kalender Albert Baer, Sabbathe und Feste Joseph Marcus, Blau-Weiss Artur Engländer» Die öaten eichische Wanderbewegung Jacob Färber, Im Felde Moses Calvary,. Wanderbilder aus Judäa Erste Hilfe, — Leibesübungen, — Übersicht über Leibesübungen Lieder: Maienglöckchen, — Reiterlied, — Variante auf Engländers Reiierli§ti für Klavierbegleitung Dieses Buch ist von der jüdischen Jugend für die jüdische Jugend geschaffen. Der neue .Geist, der neue LebensstU unserer Wanderer spricht aus ihm und gibt beredtes, Zeugnis von der grossen Wandlung, me sieb in den „Judenjungen“ vorzubereiten beginnt. Wer an die Zukunft des jüdischen Volkes glaubt, wird sich aus diesen Buche neue Begeisterung und glühendere Zuversicht holen. Zu unseren Soldaten hinaus Ins Feld, In den Rucksackunserer jungen * Wanderer, In die B bliothek unserer Getreuen daheim, gehört dieses lebendigste, stolzeste, zukunftsfroheste jüdische Buch. Bestellungen erbittet sofoit: R. LÖWIT Verlag Wien, I. Wollzeile 6—8 oder: Jede bessere Buchhandlung. Juden, zeichnet die Fünfte Oesterr. Kriegsanleihe!