Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 10 (1916)
- Issue
- 38 (7.9.1916)
- Date
- 1916-09-07
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2438141-2438572-2438609--4973-2444902- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 4 JÜDISCHE ZEITUNG Nh 38 Hierhin erklärt er sich aufs entschiedenste geg n Vorgehen, „daß verbündete Ausländer überhaupt von der Heerespflicht befreit bleiben sollten, während ihre Geschäftskonkurrenten dem Militärzwangunterliegen. Lord „Sheffield dagegen bekämpft im „Manchester Guardian“ die Absicht des Mr.. Samuel, Seiner Meinung nach gibt es kein anderes Mittel, die russischen Juden zum Heeresdienste zu zwingen, als ihre Einbürgerung in England. Nur aus Gründen der Ruhe und Ordnung können Fremde aus England ausgewiesen werden; der Minister des Innern aber wolle dieses Recht als eine Drohung gegen friedliche und arbeitsame Menschen verwenden. Es ist überraschend, daß ein englischer Minister so bandeln darf, ein englisches Kabinett es billigt und ein englisches Parlament diese Handlungsweise nicht zurückweisen sollte. Jeder Jude der aus Rußland geflohen ist und nicht dorthin »zurückkehren will, ist ein Flüchtling und man sollte nicht von Gerichtshöfen sprechen, die das Recht solcher Menschen, sich als Flüchtlinge zu betrachten, zu untersuchen haben. Lord Sheffield glaubt, daß viele russische Juden sich als Freiwillige melden werden, wenn sie naturalisiert werden. Es müssen seiner Ansicht nach alle Freunde des Gesetzes und der Freiheit erklären daß sie nicht für administrative Zwangsmittel sind, durch welche man eine Pflicht dekretiert, wo das Gesetz keine solche kennt. Spe- zielle Fragen erheben sich hinsichtlich der Russen, die von Belgien und Frankreich hergekommen sind und dorthin zurückkehren möchten. Vorläufig seien wir zufrieden, daß Mr. Samuel gezwungen werden wird, einen Rückzug anzutreten, daß” die ganze Frage im Parlament erörtert und entschieden . werden wird. Sowohl der Redakteur als auch der Verleger und das Setzerpersonal der Jüdischen Zeitung „The Workers Friend“ in London wurden wegen Veröffentlichung eines die Truppenanwerbung ungünstig beeinflußenden Artikels. zu Gefängnisstrafen verurteilt Kulturarbeit im Osten. ln Wilna wurde am 31. Juni die unter dem Protektorate des Generalobersten v. Eichhorn stehende Ausstellung Wilnaer ATbeitsstuben in feierlicher Weise eröffnet In den jüdischen Stuben and Arbeiten des praktischen Bedarfs zu sehen: Schlosserwerke und regelrechte Schneiderarbeiten, Weißnäherei und Stickerei, von der einfachen Wäsche bis zur Tempeltracht der Thoradecke. Ein anderer Saal führt weder Kunst und Kunstgewerbe vor: Arbeiten einer von dem verstorbenen berühmten Bildhauer Antokolski gegründeten Skulpturschule. Amerikanische Hilfstätigkeit. Der Direktor der United States Bank in Newyork, G. Markus, ist wie der „Przeglad Poranny“ erfährt, in Warschau eingetroffen. Er überbringt Schecks über 600.000 Mark, die von 5000 Personen in Amerika bei der genannten Bank zur Weiterverteilung an Verwandte in Polen eingezahlt wurden. Herr Markus hat sich mit dem Zionistischen Bureau 'in Verbindung gesetzt, das die Gelder den betreffenden Angehörigen aushändigen soll. Eröffnung eines hebräischen technischen Institutes in New-York. . Aus Newyork wird geschrieben: Die Einweihung des neuen hebräischen technischen Instituts, das durch die Familien Loeb und Bloemingdale zu Ehren der verstorbenen Professoren Dr. Morris Löeb und Joseph Bloemingdale mit einem Kostenaufwande von 175000 Dollars errichtet wurde, hat slattgpfundeh. Das Institut bezweckt die Heranbildung jüdischer Techniker. Es besteht seit dem Jahre 1884 und hat bereits 1300 junge Leute nach Beendigung ihrer Studien entlassen, von denen 75 Prozent lohnende Stellungen in ihrem Beruf bekleiden. Jüdische Kuriosität aus1 Spanien. Seit 424 Jahren fand zum erslen Mal auf spanischen Boden in Barcelona eine jüdische Trauung statt, die von dem Professor der orientalischen' Sprachen an der Universität Madrid, Dr. Yahuda, vorgenommen wurde. ZfoBisfisdie Bewegung. Holland. In den Tagen vom 20. bis 25. August haben Gruppen von Propagandisten, insbesondere Studenten und junge Kaufleute, die verschiedenen Provinzen der Niederlande bereist und fast in allen Städten mit jüdischer Bevöl-; kerung zionistische Versammlungen abgehalten, nachdem vorher die Bewohner des Ortes durch Hausbesuch dazu eingeladen worden .waren. Die anläßlich dieser Veranstaltungen herausgegebene Fe Id Zugnum m er des „Joodschen Wächter“ wurde in einer Auflage von 20.000 Exemplaren in allen jüdischen Kreisen verbreitet. Das ideelle und materielle Ergebnis des .Feldzuges ist recht befriedigend. Eine Reihe Mitglieder wurden gewonnen, und: die gesammelten Spenden: erreichten nahezu 5000'Mark, wovon der größte Teil für den Geno ss:enschmftsf on d bestimfnt ist. , In Amsterdam wurde unter dem Namen B’nei Kedem ein -zionistischer Verein ostjüdischer Flüchtlinge mit einer (Anfkngsmitgliederzahl von 100 Personen gegründet. Dieser1 Verein will einen Volkslesesaal eröffnen. Kurse für Hebräisch, Jüdische, Geschichte und Literatur soll abgehalten werden. Griechenlan d . Der 12. Todestag T h e o do r Herz, s vereinigte in Saloniki mehr als .800 Zionisten zu einer eindrucksvollen Gedenkfeier des großen (Volksführers. — Am Tischo b’Av hatten die . drei ungemein rührigen zio-i nistischen Vereine in Saloniki, „Bene-Sion et Nordau“, „Kadima“ und „Makkabi“ eine große nationale Trauerfeier »organisiert, die unter dem Vorsitze des Groß-Rabbiners in dem Großen Tempel" der Jüdischen Gemeinde „Talmud Thora“ in Anwesenheit von mehr als 2500 Personen stattfand. Die Feier, der auch So’daten u.'ti Offiziere der alliierten Arm'een beiwohnten, manifestierte in großartiger Weise den, zionistischen Gedanken in Saloniki. Einer der Zuhöhrer, der ungenannt bleiben will, snendete 500 Francs für die Propagierung der Zionistischen Idee. * Aegypten. A I ie x an d r i a. Die von Fräulein Landau geleitete Schule für die Kinder der palästinensichen Flüchtlinge hat in weiten Kreisen größtes Interesse und durch die Unterstützung der Lady Mahon, der Gattin des High Commissioner tatkräftige Unterstützung gefunden. Außer dieser einen Schule sind jetzt Schwesterinstitute ins Leben gerufen worden, sowie Arbeitsstätten für die Herstellung von Verbandsachen etc. etc. Ca.ro. In dem1-großen Tempel zu Cairo fand in diesem Jahre zum ersten Mal am Todestage Theodor H e r.z 1 s eine imposante Trauerfeier statt. Herr jaques Mosseri hatte die Feier Iorganisiert, der alle Notabein der Jüdischen Gemeinde in» Cairo beiwohnten. Auf seinen Appell wurden 80 Bäume in „Herzl-Wald“ gestiftet Tunis. In Tunis sind für das laufende Schekeljahr bisher 318 Schekel gezahlt worden. Es wird eine eifrige Propaganda getrieben, um die Zahl der organisierten Zionisten dort zu vergrößern. China. Der Vorsitzende (der zionistischen Vereinigung in Shanghai, Herrn N. B. Ezra, teilt mit, daß bisher ,200 Schekel für das Jahr 1916 gezahlt worden sind. — » Südafrika. Ueber das zionistische Leben In' den Ortsgruppen Her „South African Zionist Federation“ entnehmen wir dem „Zionist' Reco r d“ folgende Mitteilungen: 1 Capetown. Die Ergebnisse der zionistischen Konferenz und die Frage des Jüdischen Kongresses wurden auf einer Zusammenkunft des Vereines „Bnoth Zion“ erörtert. Johannesbu-g. Die „Zionist Women League“, die sowohl, bei der Arbeit für die Schekelkampagne wie bei den Sammlungen für die durch den Krieg betroffenen Juden wertvolle Mitarbeit geleistet hat, hielt jetzt ihre zweite Generalversammlung ab; die Liga weist eine Mitgliedschaft von 200 Frauen auf. Sie hatte sowohl zum Kongreß wie zur Konferenz Delegierte geschickt. 'Oermistown und Georgetown. .Die dortigen Ortsgruppen Veranstalteten Palästina-Abende. LSt. 15 'sind dem1 Palästina-Fonds überwiesen worden. Bulawayo (Rhödesia). Herr M. I. Cohen leitet hier zionistische Arbeit und bearbeitet ganz Rhödesia; es ist,ihm' gelungen, Lst. 3000 für die vom' Kriege betroffenen Juden zu sammeln, wovon 15 Prozent für Palästina bestimmt wurden. Herr B en zio n S. Hers ch bat eine ganze Reihe kleinerer Städte besucht und dort zionistische Vorträge gehalten; , er hät alte Ortsgruppen bei dieser Gelegenheit, reorganisiert und in Orten, wo noch keine zionistischen Vereine bestanden, neue Ortsgrupcn gegründet. Herr Hersch machte dabei P-opaganda für den Palästinafonds und hat recht beträchtliche Summen erzielen können. Unter anderen besuchte er Koffvfontein. Ladvbrand, Reitz, TF.aba, Nchu, Priska, Ladysänith. » ~ Die Delegierten der sflä-afrikanischen Städte erstatteten jetzt ihre Berichte über die zionistische Konferenz und den Süd-Afrikanischen lüdischen Kongreß. So in Bethal, Oudtshöorn, Queenstown usw. In Wo.rcester hielt Rev. Hertzkovitz, der zusammen mit Mr. GoTdberg die Worcester Zionisten bei der Konferenz und dem' Kongreß vertreten und einen mit Begeisterung .aufgenommenen Bericht erstattet hatte, die Gedenkrede für Scholem Gleichem. Die „Zionist and Lite-ary Society“ in R ob e r t s o n gedachte bei ihrer Generalversammlung ebenfalls des (verstclrbenen Dichters. Die Witbank Zionist Sociatv wu-de im' Tuli von der Sekretärin der South-Af-ican Zionist Federation. Miß H, B. Levin besucht, die in einer gut besuchten Versammlung über die Notwendigkeit der Agitation sprach. Besonders eingehend behandelte sie' dann /den Palästina-Notfonds, zu dessen Gunsten namhafte Beträge gezeichnet wurden. ■ „ - Zionisten im Feite. Von den »Mitgliedern der ,.H i sjta d r,u th Z e r e i Zion“ Kolomea sind die Kadettaspiranten: Moritz Bli tz, ETi a s Borten, Eisig Brettler, Elias Frisch während der Juni- und Augustkämpfe auf dem italienischen Kriegsschauplätze gefallen. Fähnriche: David Bergmann, Marek G/merf, Mfchae/Grünberg sind in rus- V/ERKAUFS-WAUSER.1 IV. RUNERPtATZ L ROTENTURM5TR. 12 VL MARUHnAERSIR« (X. ALSE FISTRASSE-6 3C REPLERPlATZ 13’ OL NUSSOORFERSTHV« I. IABOHSTRASSC.il VtLNeUBAUGASSe. 20 um <&s%Z33r:& •'.'«jSSSÄ sS$Kl WiWS t » 1 I 1