Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitung · 1916-08-01 · 35 (1.8.1916) · p. Seite 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitung
Volume
10 (1916)
Issue
35 (1.8.1916)
Date
1916-08-01
Page
Seite 1 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2438141-2438572-2438606--4947-2444873
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

■•C»b»C®öe<»ro»aHö*CBIO8»C8ra80Jfc(MK>® Nr. 35 Beilage zur JÜDISCHEN ZEITUNG Seite 1 0CK>»exd«eK>»cB3CK>ecata*cK>«ca3«cK>*cH9«cKD«HeK>«cK>«Heaa«eK>«eaa«eK>«csD«caa«eK3«caa«eB3«eK>«eBa«B Nr. 35. MITTEILUNGEN Nr. 35. des Der „Jüdische Nationalfonds“ ist dazu bestimmt, in Palästina Grund und Boden-als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes zu erwerben. — Vom V. Zionistenkongreß im Jahre 1901 gestiftet, hat er jetzt schon 5'4 Millionen Kronen Vermögen, bei einem stetigen .'Zuwachs, der im letzten Friedens- : Jahre 1913 eine Million' betrug : Jiiöisciien Nationalfonös“ Sammelstelle für Oesterreich: Wien, II. Zirkusgasse Nr. 33 TELEPHON NR. 45.325 Postsparkässen«Konto 100.208 ■ ■ ■ ■ Erscheint wöchentlich mit dem Ausweise der aus Oesterreich eingelangten Nationalfonds-Spenden Bei allen lüdischen Veranstaltungen ist es Ehrenpflicht, für den ,J. N. F.‘ zu sammeln Im nachstehenden Wochen-Ausweis werden nur die bis längstens Montag Vormittag eingelaufenen Spenden veröffentlicht Herausgegeben im Aufträge des österreichischen Kommission des .Jüdischen Nationalfonds*, :: Wien, H/i, Zirkusgasse Nr. 33 t: Gedenket am Rosch-Haschanah des JNF. Löset Glückwunschkarten durch NF.-Spenden ab. Verwendet Cüückwunschkarten des JNF. Ehret das Andenken gefallener Helden! Stiftet Bäume für den Heldenhain des Herzlwaldes! Kauft Boden in Palästina auf ihren Namen. Jahpzcit Dawiö UollEsohns. - Glüdtuunfdiablöiung zu Rofdi fiafihanab. - Jatirzeitstiftung. 1. Am 24. Elul (22. September) jährt sich zum zweiten Male der Todestag David Woiff-, sohns. Als wir vor einem Jahre die Aufforderung ergehen ließen, das Andenken von He'rzls Nachfolger durch Spenden für den David und Fanny Wolffsohnfonds zu ehren, hat diese Mahnung hauptsächlich wohl infolge der Kriegsereignisse nicht genügend Widerhall gefunden. Inzwischen durfteiK wir auf Grund erhaltener Berichte und beträchtlicher Spendeneinkünfte konstatieren, daß sich während des letztvergangenen Jahres unsere Organisation in den meisten Ländern erheblich gefestigt hat -und trotz der ungünstigen Zeitverhältnisse sich im allgemeinen den ihr gestellten Aufgaben gewachsen zeigt. Hingegen ist der David und Panny Wolffsohnfonds von unseren Gesinnungsgenossen in ungenügender Weise gefördert \Vor- 'den. Diese Stiftung ist seinerzeit aus Spenden deutscher Zionisten anläßlich der silbernen Hochzeit. des Wolffsohnschen Ehepaares hervorgegangen und wurde von Wolffsohn selbst vornehmlich zur Erbauung von Arbeiterfamilienhäusern bestimmt.; Obwohl man bekennen muß, daß die bis heute erzielte Summe verhältnismäßig viel zu gering ist, wurde aus den : Mitteln des Fondsf-schon Ersprießliches geleistet. Daß Wolffsohn der nach ihm und seiner Gattin benannten Stiftung reges Interesse entgegen? brachte, geht daraus hervor, daß er in seinem Testamente unter verschiedene Legate für zionistische Zwecke auch die Bestimmung aufgenommen hat, daß der David und Fanny Woltfsohnfonds aus seiner Hinterlassensciiaft eine Zuwendung in Höhe des an seinem Todestage erreichten Kapitals empfangen sollte. Die Ge- «amtsuinme stellt sich nunmehr aut zirka 70.000 Mark. Wenn wir Sie heute bitten, bei den Zionisten Ihres Landes anzuregen, zur zweiten jahrzett Wolffsohns seines Fonds zu gedenken, so wünschen wir natürlich nicht, dab kleine Spenden, die sonst für andere Zwecke des JNF gegeben würden, dem Wolffsohnfonds zugeführt werden, sondern möchten damit bewirken, daß alle diejenigen, welche die Verdienste Wolffsohns, des verewigten Präsidenten der zionistischen Organisation zu schätzen wissen, gelegentlich der Wiederkehr seines Todestages durch eine ‘ihrem Vermögen entsprechende Spende ihre Verehrung für Wolffsohn bekunden. 2. Es,erscheint nunmehr an der Zeit, die Vorbereitungen zu treffen, um zum bevorstehenden Neujahrsfeste die Ablösung von Glückwünschen zu Gunsten des Nationalfon ds in allen uns erreichbaren Kreisen durchzuführen. Die NF.-Sammelstelle für Deutschland hat diese Aktion seit mehreren Jahren in großem Maßstabe und mit anerkennenswertem Erfolge ' organisiert, so daß sie ein Spendenergebnis von ungefähr M 10.000 verzeichnen konnte. Soll die Aktion in vollem Umfange gelingen, so bedarf es neben einer Vereinbarung mit dem Ausweisorgan, Rundschreiben und individueller Briefe (mit Beifügung von Posteinzahlungsscheinen) nicht nur an die Vertrauensmänner, sondern auch an zahlreiche ^Einzelpersonen in der Heimat und im Felde. Aber dies allein wird nicht gelingen. Es muss auch ernstlich dafür gesorgt werden, daß an allen Orten von Haus zu Haus Listen zirkulieren, in weichen die Spender sich mit einem Beitrag einzeichnen sollen. Es hat sich gezeigt, daß auch Nichtzionisten häufig geneigt sind, gelegentlich Rösch Haschanah dem NF. eine Spende zu geben. Nach Möglichkeit ist dahin zu streben, daß die vereinnahmten Gelder so frühzeitig an. die Landessammelstelle abgeführt ' werden, daß die Ablösung der Glückwünsche der betreffenden Spender in dem vor Rosch Haschanah erscheinenden Ausweis der zionistischen Zeitung veröffentlicht werden kann. Wenn in diesem Jahre sich alle Länder an der Aktion beteiligen, so wird . das Gesamtresultat, zumal auch die amerikanische Sammelstelle kräftige Anstrengungen unternhemen wird, mindestens M 50.000, vielleicht noch mehr erreichen. 3. ln unserer Broschüre „Der Herzlwald“ und in Veröffentlichungen in der Presse haben wir bereits auf die „Jahrzeitstiftung“ hingewiesen, die bei geschickter Agitation unserer Vertrauensmänner für den NF. eine bedeutende Einnahmequelle werden kann. Gegen eine einmalige Spende von K 500.— übernimmt die Verwaltung der „Baumspende* die Verpflichtung, 70 Jahre hindurch alljährlich einen Baum auf den . Namen -eines Verstorbenen zu pflanzen und zum Jahrzeitstage eine entsprechende Veröffentlichung in dem Ausweisorgan des NF. zu veranlassen. Die Stiftung wird in einem besonderen Register geführt, und dem Stifter soll ein künstlerisch ausgefertigter „Misracb“ überreicht werden, auf dem im Osten bekanntlich die Jahrzeittage Verstorbener verzeichnet zu werden pflegen. Die Jahrzeitsstiftung ist hervorragend geeignet, in stärkerem Maße als bisher die Pfanzungen im Herzlwald zu fördern und hierdurch den Zeitpunkt zu beschleunigen, wo aus den Erträgen der Bäume Schulen und andere kulturelle Institutionen erhalten werden können. Wir hoffen, daß Sie möglichst ohne Verzug beginnen werden, Maßnahmen zu treffen, um die in Vorstehendem dargelegten Sammeigelegenheiten - erschöpfend auszunützen, und bleiben Ihre baldige geschätzte Rückäfcßerung darüber erwartend. Hauptiiureou des Jüdisdisß Nolionilfoods. Große und kleine Spenden. Am jüngsten amerikanischen Zionistentag in Philadelphia wurde unter großem Jubel verkündet, daß Frau Joseph Fels, Mitglied der Parteileitung; eine Million Dollars, das sind 5 Millionen Kronen, gespendet habe, um eine jüdische Kolonie in Palästina zu errichten. Angesichts der Tatsache, daß für unseren Volksschatz, den JNF. trotz angestrengter Arbeit in aller Juden Ländern nach 15 Jahren kaum 6 Millionen Kronen aufgebracht werden konnten, mag man sich freilich über diese großzügige Aufbesserung freuen. ’ Glaube aber ja niemand, daß nun die kleinweisen NF-Spenden überholt sind. Im Gegenteil! Der Opfersinn der vielen tausende kleinen Spender wirkt eben als beständige Mahnung bei uuseren Reichen, auch von ihren Millionen dem Volk zu geben, was dem Volk gebührt. Auch würden die kleinweisen NF-Spenden sich noch ganz anders auf summieren, wenn eben jeder Zjonist hier seine Pflicht täte. So ist gleich nach Gründung des NF vom Kongreß wegen verordnet worden, auf jedem Korrespondenzstück eines Parteigenossen soll als Selbstbesteuerung und wirksamstes Werbemittel eine NF-Marke aufgeklebt werden. Nun, wie viele Zionisten befolgen dies Gebot in Wirklichkeit? Geiz, Bequemlichkeit, Gedankenlosigkeit haben bisher die meisten abgehalten. Und doch, was durch zähe Kleinarbeit selbst Lokalvereine zustandebringen können, das lehrt uns folgende Zeitungsnotiz: „Das im Pensionsfond für die Bfihnenangehörigen Oesterreichs seit 9 Jahren angesammeite Vermögen hat die Höhe von 5 Millionen Kro nen erreicht Es ist durch Heller-Zuschläge zu den Theaterkarten entstanden.“ Zionisten, tut desgleichen! Große und kleine Spenden sind gleich wichtig für unseren Volksschatz. p. D. Gedenket des Jüdischen Nationalfonds!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.