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Jüdische Zeitung · 1916-08-18 · 33 (18.8.1916) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
10 (1916)
Issue
33 (18.8.1916)
Date
1916-08-18
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 ien vollkommene Gleichberechtigung der Juden und betonten die Notwendigkeit, daß der Religionsunterricht so zu ordnen sei, daß er die gläu-i bige Bevölkerung befriedige. Was den Unterricht ahbetrifft, so wurde am Anfang die deutsche Sprache vorgeschrieben; jedoch nach späteren Erläuterungen und in der Praxis unterrichtete man in Jiddisch. Wegen dieser Frage ist an die Okkupationsbehörden ein Memoriai ‘eingereicht worden und die 'Erörterungen darüber berechtigen zu den besten Hoffnungen. Charakteristisch1 ist, daß in dem Gesuch die kleinbürgerlichen!' Schichten Hand in Hand mit den Proletariern unter der Führung der jüdisch-Sozialen ■ Organisation gehen. Ais den Juden die Schulbildung io ihrer Muttersprache zugänglich gemacht wurde, ließen, die Okkupation«behörden eine genügende Zahl Lehrer gründlich ausbilden. Die Unterrichtskurse, die durch den Kaiserlich Deutschen Polizeipräsidenten geschaffen wurden, haben auch für die Juden großen Nutzen gehabt Als Lektoren sind . die besten Pädagogen nationaler Wie zionistischer . Richtung, die Unterricht im Jiddisth und Hebräisch erteilten, tätig. Der Erfolg ihrer Anbeit, war, daß Tausend gut vorbereitete Lehrer den Unterricht in den Schulen aufnehmen konnten, um unter der Masse> jüdische und allgemeine Bildung zuverbreiten. Der letzte große Akt für Polen ist die Selbstverwaltung, die Warschau auf Grund von Wahlen erhalten hat. Hierbei waren die Juden nicht allein gleichberechtigt, sondern durch das’ proportionale Svmtem war ihnen die Möglichkeit gegeben, ihr R-'cht wfek'i'-h a usz.rmtzen, ohne befürchten zu mürsen, durch die Mehrheit besiegt zu werden. Uns Juden steht noch ein großer Kampf bevor, um wirklich unfeer Recht behaupten zu können, dafe uns zuerkannt ist ln dieser Hinsicht ist der 5. August ein wichtiger Wendepunkt . und als so’cher nr'ß er in der Geschichte der . polnischen Juden mit goldenen Lebern verzeichnet werden.“ Die Unfcrridrtssiiraiiic ln Den jSOisdien Sifiulen in GoOz. Der kais. Deutsche Polizeipräsident in Lodz 1 hat in Sachen der UnterriCht'-ferirache in den - dortigen jüdischen Schuten folgende Anordnung erlassien.: ' < -r; „Laut Weisung des Chefs der Zivi'verwal-; ' tung beim. Generalgouvernement in' Warschau ordne idh an: 1. ln einem Tei'e der ncen jüdischen Schulen, die im Jahre 1916 eröffnet werden sollen, stoll — nach Maßgab“ des Bedarfes — die Unterrichtssprache das Jid ische sein. Betreffs der Zähl dieser Schulen muß die Schulde'egation 'ihren Vorschlag einbringen. 2. Die SChuldelegation kann einen Teil der neuen po/'ni~ch e n Schulen-für diejenigen iüdixhen Kinder bestimmen, deren Muttersprache polnisch ist. 3. In denjenigen iüdi=idhö'n Schulen, die zu Ende des verflossenen 'Schuljahres existieren und deren Zahl nicht verringert werden darf, bleibt Deutsch' die Unterrichtssprache.“ Zlonisfistbe Beuequng. Bulgarien. Nachdem in den ersten Kriegsmonaten auch un zionistischen Leben Bulgariens cm Stillstand zu verzeichnen war, ist letzt d'e jüdisch-nationale A.rbeit m Bulgarien wieder aufgebläht und zeitigt gute Erfolge. Die bulgarische Abteilung der Histadr"th für hebräische Sprache und Kultur, eine weitverzweigte Organisation mit dem Sitz in Ph liDDone*, hat begonnen, ihre Tätigkeit wieder aufzunehmen. . Allwöchentlich werden in den der Histadrufh anges'chlossenen Vereinen Vorträge übe-indische Fragen und Literatur gehalten, von Zeit zu Zeit finden junndüdfe-cke Abende Statt, deren Reinertrag für die krie'>"'-'notIeidende jüdische Bevölkerung verwendet wird. Tn Sofia z. B. erbrachte ein iüdischer Abend der Hisfadruth 2500 Levas. ln RustSChuk bereitet die Histadruth em jungjüdisches Sammelbuch in bulgarischer Sprache vor, das Aufsätze über alle aktuellen jüdisdhen Fragen enthalten wird. Vor einiger Zeit wurde ’n Bulgarien em Jom-HasChekei und Jom-Haibrim feierlich' bedangen. Es' würden Reden über „Unser nationates Idea‘, unsere Stärke una unsere Arbeit“ una über Palästina gehalten. Ueberali in Bulgarien manifesrtierte das natonaie Judentum an diesem Tage seine Hingebung an die zionistische Idee und seine Sofdarität mit allen Zionisten der Wett nnd insbesondere mit dem neuen Jischub in Palästina. Ls steht zu hoffen, dai. die Zahl der gesammelten Schekel sehr grob sein wird. Das Organ der Zionisten :n Sofja „HamisChpat“, das bei Ausbruch des Krieges sein Erscheinen eingestellt hatte, wird w’eder regelmäßig herausgegeben. JÜDISCHE ZEITUNO• , Nh .-33 England. Die English Zionist Federat'on ’nat von einem Anonymus .eine Spende von 25 Pfund Sterling erhalten, dieaut Vorschlag von Herrn Paul G o o d m a im zum Grundstock für einen Publikätionsfonds bestimmt wurden: Der Schekeltag .der.E. Z. F-. ifet. für dieses jahr auf Sonnta -, iden 23. juh testgesetzt worden. . Die West-London Zionist AsSociat'on veranstaltete am 6. Juli eine öffentliche Versammlung unter dem Vorsitzihres Präsidenten1, Herrn Raul Goodman-.Mr.- Israel Cohen, der ehemalige Sekretär -der Englfh1 Zionist Federat on, hielt einen Vortrag über seine Erlebnisse in deutscher Gefangenschaft. - . . Die zionistische Ortsgruppe fl Newcastle veranstaltete am 9. Juli einen- Vortragsabend, . bei dem Herr Reverend J. RaftalowitsCh aus Liverpool über die palästinensischen Kolonien sprach. Nach dem .Vortrage j Wurden Lichtbilder gezeigt. Am 21. Juli 1916 (20. Tamus) fand eine große Herzl-Gedenkfeier veranstaltet von der English Zionist Federation in der Philpot Street Synagoge zu London statt. Am Selben Tage veranstaltete der Order o'f Ancient Maccabaens’ einen Trauergottesdienst in der Stok Newmgton Synagoge unter dem Vorsitz von Herrn Herbert BentwiCh. Die Gedenkrede hielt Herr Nahun <5okolow. Es wurden Sammlungen für den Zionistischen Zentralfonds und den Jüdischen Nation alfonds mit gutem Ergebnis durchgeführt. In der Sammlung zionistischer Broschüren,, die von den Herren Sacher, Simon' u,nd Landmann - in London, herausgegeben Wird,: ist jetzt als Nr io eine kleine Sehrt ft von Herrn S. Landmann ,',Der Zionismus, seine Organisation und Institutionen“ erschienen, die eine wertvolle Bereicherung der zionistischen Pronagandaliteratur in englischer Sprache darstellt. einigten Staaten ln der Türkei, ernannt worden. ■ierr Elkus, einer der bekanntesten Rechtsanwälte" von Newyork spielt auch im Jüdischen Leben, Amerikas eine 'große Rolle. Er ist u. a. Präsident der .^Jüdischen Technischen Schule für Mädchen“ in Newyork. Ein jüdirdhes Milizregiment in Amerka. Da die Newyorker- Nationalgarde den Rekruten jüdischer Abstammung den Eintritt möglichst zu verwehren sucht, hat sich, dem' Am'erican Israe’ite zufolge, ein Newyorker jüdisches Milizregimeht gebildet, das den Namen „Erstes Newyorker Freiwilligenregiment“ führt. Uebrigens gibt es Im stehenden Heer Amerikas genug Juden. 'Und der erste amerikanische Soldat, der in den jüngsten Kämpfen gegen Mexiko fiel, war ein Jude, Was von den Newyorker Blättern sensationell genug besprochen wurde. , Em fiebrärrsCh'er Vorbfnd ln Amerika. Die hebräischen- K1"bs und Vereine ln Newyork haben sich kürzlich zu einem Verband zusammen,geschlossen, der die Absicht hat, m'it alien hebräischen Klubs in den Vereinigten Staaten in Verbindung; zu 'treten und überall,. wo noch keine hebräischen Vereine bestehen, solche ins Leben zu rufen. Der Ve-baud betrachtet es als eine Hauptaufgabe, die Erlernung des Hebräischen durch HerauSgahe geejgreter Literatur und Zeitschriften zu fördern. Sen Programm umfaß1 auch die Errichtung-hebräischer. Schulen und Kindergärten, eines hebräischen Seminars. die Einrichtung von hebräischen Kursen für iiiditehe Studenten und Studentinnen usW. 'Bis zur Abhaltung einer allgemeinen hebräischen Konferenz wird der Verband von einem Aktion'ko-, mitee geleitet, das aus "Vertretern derienigen Vereine besteht, die den Verband gegründet haben. Amerika. Herr Louis D. Brandeis ist zum Ehrenvorsitzenden des Provisional Executive Z'oraist Committee in'Newyork ernannt Worden. Herr Stephen S. Wr-r, bisher stellvertretender Vorsitzender,; ist Vorsitzender des Komitees geworden-. D-. Schmc'jn Leven aln Redakteur dcsl , Hateren“. Der American Jewph. Chronlcle teilt mit, da-, Herr Dr. Scbiua-ia LeHn die nö’itpche Redaktion der 1iebrärte-,en Zcife-hrift- „Hatoren“ übernommen hat. Der liWa-feche Teil wird auch weiterhin von J. Berkowifz redigiert. ' Australien. Am 13. Mai fand unter Vorsitz des Herrn J. Kisfeelhoff die erste Jahresversammlung der Young Men’s Zionjst Association in "Sydney statt. In seinem Tätigkeitsbericht wies der Vorsitzende a*uf 'die guten Ergebnisse hin, welche die zionistische .Arbeit, sowie die Arbeit für? Jüdische. Hilfsfonds während des letzten-Jahres. e“geben hat. Der Verein hat 22 Vortragsabende, ‘außerdem zwei große öffentliche: ’V.ersäm'mltin'rene veranstaltet. Für. .den Jüdischen Hilfsfond hat der Verein mehr als 10.000 FrahCS aufgebracht.. He-r Pprcv I. Marks, der Vorsitzende der Svdnev Zionist Association, der in der Generalversammlung das Wort ergriff, widmete der Tätigkeit' des jungen'Vereines ^orte warmer Anerkennung.- Bei der-Neuwahl-'des Vorstandes wurden die Herren 'J. Kisfeelhoff zum Vorsitzenden' und Herr S. PeChter zu'-m Schatzmeister wiedergewählt. Sekretär in Ehrenamt wurde Herr 1. K. Sampson; außerdem gehören dem Vorstande neun weitere Mitglieder an. Zionisten im Felde. Fähnrich L»o Sch ö n e r des Lir. 19, a. b. der. „fvria“. ..W»<*n, über dessen Aüszeichüiing mu der kleinen Si'b“rii“n vv'r neulich berichteten,;wpyde soeben mjt-d#r’ feCh erneh!/Tapferkeitsine- ‘äaiUe' 1. 'Kfasse ' aüsgdzeiclinet:' /j" ■■ ri ri-rc-ite! Leutnant i. d. Rfet Kan Eis. IteV, cWrinf.-. Rfior. Nr.'9er- T. .a. B. der Tud. äkad\Verbindung ..Ivria“ in Wien, wurde fü" vorzü^'tehe Diehstfcvrtuncr Vor ‘dem Feinde mit dem S'gnum fäüdis dekoriert. . -i-.-,.'’ Gtr. San.-Fähnr. Josef Fas sie r des -Lir. 19 . erhielt das1 goldene Verdienstkreuz. Gg. Dr. Nathan Czaczkes tLembergl wurde zum Chefarzt deC schweren F.-Ä.j-Reg. 17 ernannt. G". Samuel Ter ner. Mitgl. des I. W. J. T. -wurde mi* dem eiternen Ve-djensrtkreuz am Baude der Tanferkeits'medai"e ausgezeichnet una Rus ier judfsdien Ein Jude Ritter des Ordess „Pour le mürite“. Dem jüdischen Flieger Wilhelm Frankl, der für seine zahl und siegreichen. Luftkämpte außertourlioh' zum Leutant ernannt und mit dem Eisernen Kreuz "dekoriert wurde, wurde seitens deS Kaisers" Wilhelm der O-den -,.Pour le mente“, die höchste mi’l+äriSche Auszeichnung, verliehen. Frankl ist mit seinen '2l Jahren der jüjngste Ritter dieses Ordens. 1 i; Die Sprachenfrage in Wilna. . „Polen“ zufolge., verfügte das Lokalkommando in WiJna, die Amtssprache sei deuts ch, die V e rk eh r s's p räch e litauisch, polnisch, lettisch, weißrussisch und Jidjsch. zum Zugsführer, befördert. Die bronzene Tapferkeitsmedaihe eriiielterr unsere G“'. Vormeifeter Leon Sand und Kanonier Markus!. Sto fzb.erg. - Unser um,. di° zionistische - B“.we<nmon Zloczow sehr verdiente- 0er. D< David W e rt e i. der seit Kriegsbeginn im Felde -steht; iinü bereife verwundet War und ietzt a’s Oberieutn. Auditor der Feldtransn. Leitung in Przemvsl zugeteilt-ist, wurde durch Verleihung des Signum laudiS am Bande des Militärverdienstkreuzes ausgezeichnet. Kdtt. Io~ef G o t t 1 i e b, Mitgl der ,.Makkahäa“ in I "uberu, 'der seit Kriegsausbruch im1 Felde stan-' und vor kurzem mit der . großen s:,b“rnen T-'-'ferkej‘smedailIe ars'rezeich'ret wurde, ist jm 1’b", 22 fahre alt, an der italienischen Front gefaV.en. ■ Die Rückkehr der Leiriberger Geiseln. Vorigen Freitag-trafen die im Austauschwege befreiten drei Geiseln der Stadt Lemberg u. zw. der Prorektor - der Lemberger Univensität Dr. Beck, der Vizepräsident der Stadt Lemberg Dr. Sch Ie'icher und der Direktor der Ukrainischen Versicherungsgesellschaft „Dnjestr“ Dr. Fed ak in Wienein, Während die Ersteren nur von ihren Familienangehörigen erwartet wurden, fanden sich zur Begrüßung des Letzteren zahlreiche ruthenische Politiker mit dem Obmanne des Ukrainischen Nationalrates Dr. Lewicky an der Spitze am. Bahnhofe ein. Dr. Beck und Dr. Schleicher sind Juden1... Der neue amerikäniödhe Botschafter, ln Kon- (stantfeopel. Laut einem Telegramm des 'Jewish' Chrolücle 'ist Herr 'Abram I. Elkuss. nunmehr vom1 Präsident«! Wilson zum Botschafter der Ver- Hnzeigen an9 Rorresponöenzen. Wien. Der Vw-Mn „T h e o I o g Y a“ hat beschlossen. in diesem Jahre auch während der Ferien die Abhaltung der Voriräg“ fortzusetzen und zwar findet jeden zweiten Mithvodh um 6 Uhr abends im Vereinslokale ein Vortragsabeno statt. Als erster spricht Mitikvoch. den' 23. August 1916, Kolli Dr. N. S e i d m ahn über: ..Die Benennungen der hebräischen Sprache.“ (Eine an unser heutiges Snrächenproblem anknüpfende wissenschaftliche Betrachtung).“ * Der nächste . Vereinsabend der zionistischen Mädchenvereinigung „Moria“ findet Mithvodh, den 23. d. Mts.’ (IX., Servitengas'se 10) um punkt T/o8 Uhr abends-statt. Es wird Herr -Dr. Wilhelm Berkelhammer über Arnold Zweigs1 „Ritualmord in Ungarn“ sprechen. Gäste will-,, kommen!

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