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Jüdische Zeitung · 1916-08-11 · 32 (11.8.1916) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
10 (1916)
Issue
32 (11.8.1916)
Date
1916-08-11
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 32 JÜDISCHE ZEITUNG beue 5 Bus der jüöista S?M. Ein Gedanklaj In verschiedenen neutrale.! Ländern fanden am 1. August dem 2. Jahrestage des Ausbruches des Weltkriege?, Kundgebungen zugunsten seiner Beendigung statt. Vertreter der sozialdemokratischen Parteien der neutralen Länder fanden sieh am 3L Juli im Haag zusammen'. Die jüdische sozialistische Arbe'terorgan'sation „Poale z.ion“ brachte bei der Konferenz den Antrag zur Verhandiun-, daß den jüdischen Minderheiten n allen Ländern Selbstbcstimmungsrecht gesichert werde, ir. besondere sollen i’bezug ,auf die Steflung der luden i ii Po i'en rechtliche Cürgschaften für die Entwicklung ihres na'nnalen und kulturellen Leb.u: ver’angt werden. Die Juden in Palästi na sollen die Erlaub: t: zur En- Wanderung und festen Ansiedlung erhalten. Em Hebräertag Ln Amerika. Die Zionistische Organ sation riet im Verein mit der hebräischen Föderation auf den 4. Juli, an welchem Tage die Konferenz der Zionistischen Föderalen n Philadelphia tagen wird, einen „Hebrüeriag“ ein. Diene n Amerika erste Veranstaltung dieser Art, die als große Dev monstration für die hebräische Sprache in Amerika gedacht ist, sali dazu beitragen, die hebrärchen Kräfte des Landes mobil zu machen. Die Zionistische Leitung w rd auf diesem Tag durch das Mitglied des E. A. C. Dr. Schern arja Lew>y vertreten sein.. A.'s Vorsitzender st Professor H Malter und als Festredner sind Dr. Sch. Lewin, Dr. B. Mossiisoln, Dr. S. M. Melamed und K. Wei'man in sicht genommen. Am selben Tag werden auch in vielen anderen Städten Amerikas Massenversammlungen zur Propaganda der hebräischen Sache abgehalten werde ■. Prof. Dr. Martin Pfäfipprc:’, der erst vor kurzem seinen 70. Geburtstag erlebt hatte, ist am 2. d. vormittags eurem längeren Leiden erlegen, nachdem er Schon lange durch 'dauernde Krankheit gefährdet war. Er war Professor der Geschichte in Bonn und Brüssel und lebte r-eil 1hQl in Berlin. Er hat ctie Füße bedeutender historischer Werke fce .anders auch aus der preußischen Ges l’ich!e gen h'heben. Ais Sohn der- Rabbiners Dr . Ludwin P'"i! ppson stand er den gei digen Bewegungen deJudentums sehr nahe, lange Jahre als Vorsitzendeden Deutsch- 1 r. Gemeindebunde?, des' Verbanden der Vereine für jüdnehe Geschichte und Literatur und b s zuletzt noCh bet der Gesellschaft für die Förderung der Wi eennchaft des Judentums, die ihm zu sei,: n 70. Geburis'. eine-. wertvolle Festschrift mit wissenschafti chen Beiträgen hervorragender Gelehrter gewidme1 halte. Das moderne Judentum konnte seine Tendenzen und Ausführungen j ich! bi ige \ wa e st neid'ch, ge'ege" t ich der Auslassung!n Ph. zur Ostjude’frage dcut'ich zu Tage getreten ldt. Ei l Bruder des Verstorbenen i t der Geograph Prof. Alfred Pliihppson ,'n Bonn1. Orthodoxe Schülern. Der gegenwärtig im Hornel weilende Rabbiner aus Wilna Oh. O. Gro'ze :skv erhielt aus Amerika 100.000 Rubel zwecks Gründung von Schulen für jüdische Flüchtlinge. Eine aus den Führern (der jüdischen Orthodoxie in Rußland zusammengesetzte Kommission, begann unter Mitwirkung des Petersburger Rabbiners Dr. M. Eisenstadt den Lehrplan, dieser Schulen auszuarbeiten und die Orte zu bestimmen, wo diese Schulen gegründet werden sollen. Anzeigen und Korrespondenzen. Wolbrom (Polen). Am 20. Tamus fand hier die - durch die zion'st sehe Jugend veranstaltete Herzlfeier statt. Vormittags wurde im Lokale des Hilfskomitee: die „Mas karah“ gemacht, dann sang der Chor: „A i moi Herz I“ und „H a sc hexe ii a “ Weber die Bedeutung Herzls und seines Werkes für das jüdische Volk sprachen dieHerren Abraham Sla rk (jüdisch) und Oxvadia Gott lieb (hebr.': ch). Die Versammlung beschloß, auf den N'amra de: Wolbromer „Agudath Hazionim“ einen Cn r Sen m Herzlwalde (100 Bäumej zu stiften. Die n: .-t ei igele tete Sammlung ergab .einen zur Stifang von 25 Bäumen genügenden Betrag. Die überaus wirkungsvolle Feier fand mit der Absingung der „Hat kwah“ ihren Abschluß. Daten üb r gefallene jüdische Soldaten erbeten! Der diesjähiige Wiener jüdische Volkskalendtr enthält eine Abteilung: Ehienlafel der gefallenen jüd. Soldaten. Es wird um frnindl. Bekanntgabe von Name, Rer f, Charg-, O t und Tag des Tod. s der Gefallenen, an Herrn Hickl, Wien. VIII.. Lerchengasse Ca, erbeten. An dem diesjährigen Kalender arbeiten unter andern mit: Felurabb. Dr. Frankfurter, Rabb. Dr. M. G;unxvald. Malvine Giünwa’d. akad. Maler Daxv. Kohn, I Krauss Prof. Dr. Kurein, Anhta Müller. Friedr. Porges, Dr. Marek Scherlag, Ku tusvorsteher Dr. Schreiber, Genuinderat Dr. Schwaiz-Hiller, Adolf Stand, Bernhard u. v. a. Eingesendet. Die jüd fachen Kultusbeamten und der Ki?':. Wir erhalten folgende Zuschrift: Sehr geehrte Redaktion! Zu den bemitleidenswertesten Aleisciien unter den öffentlichen Beamten gehören entschieden die jüdischen Kuitusb.'amten in den evakuierten Gebieten. Was soll mit den betreffenden Beamten, die Hab und Gut zurückla Sen und in die Fremde wandern mußte", geschehen? Sollen die-e bedauernswerten Existenzen am Ende auch der öffentlichen Mildtätigkeit zur Last fallen? Al’e anderen Beamtenkntegoriei sind ungleich besser dran. Von den Staatsangestellten niciit zu reden. Die Landes- und Gemeindebeamten wenden sich einfach an den betreffenden Lande ausschuß. Wem soll der jüdische Kult’.nbeamte sein Leid klagen? Die jüdische Kultuegemeinde ist doch nicht unter die versch edenan Vereine einzureihen, deren Existenz ephemer ist und die daher nach dieser Richtung keine besonderen VerpfiichUmen haben. Fs handelt rieh da um die einzige staatl ch anerka inte Institution einer Konfession, deren Stellung n einem Gesetz geregelt ist. Nun entbehrt diese Ormni'a1 ion einer autonomen Zentralster". Die Kultu behörden — wenn man so sagen darf — ■■■ind einander koordiniert und n hrem Wirkungsbereich von einander unabhängig. Bringen d e eiuze’nen Kultusvorsände gegenwärtig den materie’lcn Verhältnissen ihrer Beamten kern Entere se entgegen, dann kaum dagegen nicht remonstriert werden. Es sei denn beim „MF steri’im des Innern. Als der obersten Verwalt”-"rsbebörde. Das wäre aber die ultima ratio. W:>re es vielleicht nicht angezeigt, daß d e Wiener r-rneliMsche Kultuscemeinde, als de erste!udenvemeinde des Reiches, in dieser Sache d e Initiative ergreift? Das wäre doch auch vom sozialen Gesichtspunkte eine anerkennungswerte Tat. Dm Wiener israelitische Kultusvorstand könnte die Präsidenten der in Betracht kommenden Gemeinde", di? mit der rechtzeit'e erfolgten „Ber""'n'r“ ihrer werten Per önlichkeit für sich und für den Staat etwas Besonderes getan zu haben glaube1, zu einer Konferenz eihladen und diese An^eleoenhei1 eingehend erörtern. Fs wird sich b' sü'mmf ein Modus fin',ni lasse", d e Existenz der erwähnten Angestellten bis zur Wiederkehr normaler Zustände nrox-isorisch zu sichern. Allerdings muß sich der Wiener Vorstand den bekannten S.Vz vor Asr’en halten: Bis dat, riui cito dat. — Mit b"rten Dank und dem Ausdrucke vorzüglicher Hochachtung Einer für Viele. Reiferer Mann grosser Talmudist, beherrscht einige Spra chen, sucht Beschäftigung oder Schreibarbeit. Gefl. Zuschr. erb. unter: A. J., Wien, II., Kl. Schiffg. 20/20. Jüdische KFlegsnaisen 1905-1910 geboren, können durch ihre Mütter oder Vormünder wegen Vormerkung zur eventuellen Unterbringung in ein Heim im Monate / ugust jeden Dienstag oder Mittwoch Vormittag im „Wohltatigkeitsamte der isr. Kultusgemeinbe“, Wien, I., Seitenstettengasse 2, Tür 22, persönlich angemeldet werden. NatlonalOüdischz Buchhandlung R. Eöwit, Wien I. Rotenturmstr. 22 Heue jüflisdie SAriHen. Der Jude Heft 4. Eine Monatschrift Herausgegeben von Martin Buber Beiträge von: Hermann Glenn, Moritz Bileski, Jakob Leszczynski, J. Oettinger, Elias Auerbach, S. Dubnow, Arno Nadel u. a. m. Abonnemempreis für das Vierteljahr K 3.50. Das Einzelheft kostet K 1.40 Prof. C. Ballod Das Ostjudenproblem und die Frage seiner Lösung durch den Zionismus. Preis 75 h. Or. Nathan Birnbaum Den Osljuden ihr Recht. Preis 80 h. Was sind Ostjuden? Preis 30 h. Prot. Or. I. Hirsch Krieg und Ethik Preis K 1.13 Hermann Cohen Religion und Zionismus Preis 45 h Das Leben Dr. Theodor Herzls von Adolf Friedmann. Vorzugs-Ausgabe auf echtem Bülten in grün Ganzkalbleder. Preis K 15.— Prof. Or. S. Kalischer Die Lage des jüdischen Volkes ia Rußland. Preis K 1.20 Or. Josef Meisl Die Juden im Zartum Polen. Preis K 2.70. Matthias Mieses Die Entstehungsursache der jüdischen Dialekte. Preis K 4.— Abraham Schwadron Mauschel-Predigt eines Fanatikers. Preis 80 h. 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