Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 10 (1916)
- Issue
- 30 (28.7.1916)
- Date
- 1916-07-28
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 30 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 Juden Wilnas! sehr viel getan. Sein letztes und bedeutendstes Werk war die Schöpfung und Leitung eines hebräischen Gymnasiums in Wilna, aes ersten in Rußland und vielleicht, mit Ausnahme der palästinensischen, des ersten überhaupt. Noch auf dem Sterbebett beschäftigte er sich' mit der Gründung einer neuen hebräischen Mädchenschule. Wie sehr er von der Jugend und von den ärmeren Schichten der Wilnaer jüdischen Bevölkerung geliebt war, bezeugte die Menschenmenge, die seiner Beerdigung auf dem Friedhof und im Tempel „Toroth Hakodesch“ beiwohnte, wo Rechtsanwalt Dr. S. Rosenbaum, Dr. Schabad, der Vorsitzende der Wilnaer „Mefize Haskalah“ und Lehrer Lewin durch warme Worte sein Andenken feierten. Zionisten im Eelöe. Gg. tand. iur. Wolf Sc hmorak,;Leutn. des Inf.-Reg. (Mitglied der akad. Verb. „Judäa“ in Lemberg) ist am 2S. v. M. in den Kämpfen bet Kirlibaba jm 24. Lebensjahre gefallen. Er rückte bei Kriegsausbruch ein, machte den Feldzug von Gorlice und die Wiedereroberung Przemysls mit, wo er verwundet wurde und die Tapferkeitsmedaille 2. Klasse erhielt. Im Frühherbst 1915 ging er wieder ins Feld, wo er als! Leutn'ant und Bataillonsadjutant bis zu. seinem Heldentode in den vordersten Reihen kämpfte. Die Gg. Einj.-Freiw. Zugsf. Saio Seidner, Czernowitz und Einj.-Freiw. Korp. Tudiwer aus Wiznitz sind am 16 . Juni 1916 an der .italienischen Front gefallen. Gg. Leopold Bleiberg, Leutn. des ’ der seit Kriegsbeginn im Felde stand und für tapferes Verhalten vor dem Feinde während der Karpathenkämpfe die große silberne Tapferkeitsmedaille erhielt, fand bei der Eroberung des Monte Lemerle den Heldentod. Die Mitglieder der Verbindung „Agudath Herzl“, Przemysl, Fähnr. Luft und Rad. Dr. Ludwig Münz, wurden in allerhöchster Gnade zu Leutnants i. Ruhestand ernannt. Oberleutnant i. d. Reserve, J. U. C. Richard Ko ch, i. a. Bursch der „Ivria“, welcher bereits zum drittenmal im Felde steht, wurde für tapferes Verhalten vor dem Feinde mit dem silbernen Signum Iaudis am Bande 'des 'Milit. Verd. Kreuzes ausgezeichnet. Gg. San. Fähnr. Isäk Gold schlag wurde mit dem goldenen Verdiehstkreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Anzeigen unö. (Theologia.) Anläßlich des 70 jährigen Jubiläums des Rektors der isr. theol. Lehranstalt in Wien, Prof. Dr. A. Schwarz veranstaltete der Verein „Theologia“ Sanrrfag, den 8. d. M. einen Festgottesdienst. Als der Jubilar zur Thora aufgerufen wurde, richtete Prof. Dr. S. Kraus an ihn eine Ansprache, in der er seine hervorragenden Verdienste hervorhob und ihn beglückwünschte. Die Festpredigt hielt der derzeitige Präses der „Theologia“ Dr. A. J. Mar k', in der er, anknünfend an ein Bibelwort des WochenabSchnittes, über den Wert der Thora, über die Bedeutung des LehrhauSes uhd über die Aufgabe des Lehrers sprach. Dienstag, den 11. d. M., bei der letzten Vorlesung in diesem Semester, überreichte Dr. A. J. Mark nach einer kurzen Ansprache dem Jubilar eine reich ausgeschmückte Adresse im Namen der Mitglieder der „Theologia“. A. H> der Theo'ogia, Prof. Dr. V. Aptowitzer, überreichte hierauf dem Jubilar die Statuten und das 'Vermögen der zu Ehren des Jubilars von den Vereinsmitgliedem ins Leben gerufenen Stiftung, die den Namen des! Jubilars führt. Tief gerührt dankte der Jubilar. Von sonstigen Feierlichkeiten wurde auf Wunsch des Jubilars, {mit Rücksicht auf den Emjst der Zeit, Abstand genommen. » Der nächste Vereinsabend der jüdischen Mädchenvereinigung „Moriah“ findet Mittwoch, den 2. August um %8 Uhr abends (9. Bez., Servitengasse 10) statt. Vortrag des Herrn Stand über „Der Zionismus“. Gäste willkommen. * Petrikau Am 18. Juli fand die Gründung einer N.-F.-tKommission statt. Es wurden gewählt: Gg. Moses Feinkind zum 1. Vorsitzenden; Gg. P .Baron "zum 2. Vorsitzenden; Gg. Abraham Hammer als Nationalfondskommissär und Gg. J. Krakowski als Kassier. * Krems ja. d. D. Bei der letzten Generalversammlung des Einzelvereines „Zion“ in Krems wurde folgender Ausschuß gewählt: Obmann: Ignaz Rephan, ObmannsteMvertreter und Kassier: Samuel Kolb; I. Schriftführer und N. F.-Kommissär: Karl Sachs; II. Schriftführer: Robert Kolb. Sanok. In Folgeleistung des Aufrufes der Wiener N: F.-Sammelstelle wurde hier dank den Bemühungen des Frl. Schönbach eine „Kriegs- Iandspenden-Woche“ festgesetzt, die für diesen Zweck (gegen K 250.— einbrachte. An diesen Arbeiten betätigten sich eifrigst außer der Genannten auch die Gg. Kraminer und Rosenfeld. Die hebräische Schule zählt bereits über1 150 Schüler und entwickelt sich zufriedenstellend. Es Wirken dort als Lehrkräfte Herr Abt und' Fräulein Bieni. Tamow. Sonntag, den 9. Juli, feierten die Tarnower Zionisten das 25 jährige Jubiläum des jetzigen größten hebräischen Dichters Ch. N. Bialik. Der Saal des Vereines „Mirjam“ war bis auf den letzten Platz gefüllt. Nach kurzer Eröffnungsrede des Herrn Arje Fries, in welcher derselbe die Anwesenden aufforderte, den Dichter nicht bloß durch „Abende“ zu ehren, sondern auch Hebräisch zu lernen, um Bialik verstehen und Schätzen zu können, sprach Herr Wachskerz über das Schaffen Bialiks. Hierauf folgte eine glänzende Deklamation des bekannten Gedichtes „El Hazipor“ seitens Herrn Holländers. Herr Rand. jur. Leibei beleuchtete in einer mehr als eins'ündigen Rede die gewaltige Persönlichkeit des Jubilars. Dje anfeuernden Worte wurden mit großem Enthusiasmus aufgenommen. Dann folgte eine zweite Deklamation des Frl. Wascerlauf. ,.,Hachniseni“, gesungen von Herrn Holzer aus Gorlice beendete die würdige Feier. Es war ein wahrhaft jüdischer dabei sehr genußreicher Abend. Uom BBMab. Dieser Tage erschien die ungarische Uebersetzunp des Herzischen Romans „A 11 n e u - land“ (.JÖsi föld — uj honl“), dfe Otto Kohn, ein junger Gesinnungsgenosse, der jetzt als Pionierkadett an der italienischen Front steht, besorgt hat. Bis auf einige kleine sprachliche Unebenheiten (stellt die Uebersetzung eine gelungene und würdige Wiedergabe des Urtextes dar, 'die der Verbreitung des zionistischen Gedankens! in Ungarns zweifelsohne gute Dienste leisten wird. Bei der Armut der ungaristehsprachigen jungjüdischen Literatur kamt der Wert einer solchen Arbeit nicht hoch genug einges'cbätzt werden. Zum (vierten Mal erscheint jetzt das Jahrbuch der zionistischen Hochschuljugend in HoT land („Vier de zionistisch Studentenjaa rboek“). Der vornehmen Ausstattung entspricht vollkommen der Inhalt des Buches, das von durchweg eifriger, ernster zionistischer Arbeit Zeugnis ablegt. Bemerkenswert ist die dortige, für unsere Verhältnisse sehr zahlreiche Beteiligung von Hochschülerinnen an der zionistischen Arbeit. L. B. Hebräische Grabsteine aus dem 13.—15. Jahrhundert in Wien und Umgebung, von Dr. Bernhard Wachstein. (Sitzungsberichteder kais. Akademie d. Wissenschaften in Wien. Mjt sieben Textabbildungen und vier Tafeln.) Dr -Wach st ein, der bekannte jüdische Bibliograph, und Epitaphienforsche-, dessen „Inschriften des alten Judenfriedhofes in Wien“ und „Jüdische Privatbriefe aus dem Jahre 1619“, zwar genug bekannt, aber leider zu Wenig gelesen wurden, veröffentlichte nun durch die Akademie der Wissenschaften das vorliegende Heftchen, das 17 alte Grabsteine behandelt. Daß an die Feststellung und Erklärung der fragmentarischen, abgebildeten Texte mit gründlichem wissenschaftlichen Apparat herangegangen wird, ist bei diesem Gelehrten selbstverständlich. Er charakterisiert diese Arbeit mjt folgenden Worten: „Monumentale Denkmäler aus so alter Zeit bieten, wenn sie auch nicht neue Gesichtspunkte über das Epitaphienwesen der Juden eröffnen, willkommene Details in lokalgeschichtlicher, kulturhistorischer und ganz besonders in paläographfecher Hinsicht.“ Von allgemeinen Details wird vielleicht den Laien interessieren, daß einige dieser Grabsteine seinerzeit aus den jüdischen Friedhöfen herausgerissen und, teils gebrochen', teils behauen, in die Grundmauern des Schweizerhofes der Hofburg, andere in das Schwarzenbergpalais eingemauert wurden. Das war eine häufig und mit Selbstverständlichkeit geübte Praxis . . . A. S. Der Krieg hat aus unseren Reihen schon wieder ein schmerzliches Opfer gefordert. Wir beklagen den Verlust unseres lieben Bb. Lt. i. d. R. WOLF SCHMORAK welcher am 28. Juni d. J. bei Kirlibaba in der Bukowina den Heldentod fand. Wir werden seiner stets ehrend gedenken. Akad. Verb. „Judäa“, Lemberg i. A. Dr. Karl Meiseis. Hebräischer Dichter erteilt einige Stunden in Sprache und' Literatur. — Zuschriften an die Expert, unter „Schnellerfolg“. BUCHHALTER bilanzfähig, militärfrei, mit mehrjähriger Praxis in größerem Betrieb, wünscht ebensolchen Posten oder eventuell Abendstunden, womöglich bei arbeitsfreiem Samstag. Auftrag erbeten an B.Traubici, Wien, IX. Müllnergasse 35/9. ■ ■■■■■■■■■!>■■■■■■■ ■■■■■■ ■ 5 ■ RESTAURATION ■ ■ „zur rumänildien Küche““ ■ : Ch. Weiß v.™. Korn > ■ Wien, II., Hammerpurgstallg. 3. _ Anerkannt vorzügliche polnische u. rumänische Küche. S Mil Cafe „Marienbrücke“ IHLif. L, Rotenturmstraße 31. RENDEZVOUS DER ZIONISTEN ZIVNOSTENSKA BANKA FILIALE WIEN Wechselstuben in Wien: I.; Graben 15, I., Herreng. 12, IL, Praterstr. 24, III., Land straße Hauptstr. 88, IV., Favoritenstr. 4, V., Margaretenstr. 71, VI., Gumpendorferstr. 100, VII., Mariahilferstr. 84, VIII., Josefstädterstr. 103, IX., Porzellangasse 9, X., Favoritenstr. 95, XII. Meidlinger Hauptstr. 15, _ XXI., Am Spitz 15._ Kulante Besorgung aller Bank» und Börsentransaktionen. Aktienkapital u. Reserven; Ober K 103 Millionen. EINLAGEN WL auf Büchel ¥ “ ™ I., Herrengasse 12 Zentrale in Prag, gegründet 1868. Filialen: Brünn, Budweis, Friedek-Mistek, Iglau, Karlsbad, Klattau, Königgrätz, Krakau, Lern berg, Melnik, Olmütz, Mälirisch-Üstrau, Pardubitz, Pilsen, Pisek, Prossnitz, Reichenberg, Tabor, Triest. Stahlkammer mit vermietbaren Safes Abonnement von K 7.— an. Heraugg. Alexander Geller, verantwort!. Red. David NebenzahL — „Adria“ Druck- und Verlagsgesellschaft m. b. H. (verantw. Karl Karner), Wien, 11. 490