Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 10 (1916)
- Issue
- 25 (23.6.1916)
- Date
- 1916-06-23
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHE ZEITUNG Nh 25 herigen Teile in dem natürlich nodi unfertigen System des J. N. F. für die Konsolidierung, für die Judaisierimg des Gesamtwerkes klar .zu machen. Böhm wird damit vielleicht, Wie zu wünschen wäre, den Sammlungen für den J. N. F. in Zukunft eine andere Basis und Richtung geben. Grade der Gesinnungsgenosse unterschätze diese Broschüre nicht und lasse sich durch den Titel „Der Jüdische Nationalfonds“ nicht verleiten, zu glauben, hier könne ihm nichts Neues geboten werden.' Jeder wird wohl darin Neues finden in interessanter - Darstellung, und wenn sein Interesse an unseren Fragen .ein nur halbwegs ernstliches, manche Anregung zu weiterem Nachdenken, zu weiterem Studium des Problems. Hinzugefügt sei schließlich noch, daß die dankenswerte Arbeit -Böhms in würdiger Ausstattung und mit einer Reihe interessanter gut wiedergegebener Illustrationen herausgebracht worden ist. Es wäre sehr zu wünschen, daß unsere Freunde ihr zu der weiten Verbreitung verhelfen, die sie verdient. Deren Wirkung wird dannsicher nicht ausbleiben. Hugo Schachtel. (tos Ser jüdisdien Nell. Die Assimilationsjuden haben nichts gelernt. Die Warschauer iüdischen Blätter berichten, daß in der „Familie“ (gemeint ist die einflußreiche jüdisdie Bankiersfamilie Nathanson) eine große Beratung der Assimilatoren über die Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung stattgefunden hat. Hauptgegenstand der .Beratungen war die Frage, ob die Assimilatoren eine besondere jüdische Wahlliste zusammen mit anderen jüdischen. Gruppen aufstellen oder ob sie nach der bisherigen Taktik mit den Polen gehen sollen. Nach kurzen- Beratungen und nach Ansprachen der Herren Natansohn und Wasserzug wurde beschlossen, keine besondere jüdische Wahlliste aufzustellen, sondern die Stimmen für die Listen der Polen abzugeben. Es wurde auch beschlossen, die Chas-. sidim der jüdischen Gemeinde für die Assimilatoren zu gewinnen. Ein jüdisches Wahlkomitee in Warschau. Den Warschauer 'Zeitungen zufolge haben ach die dortigen jüdischen Gruppen vereinigt und., ein gemeinsames Jüdisches Wahlkomitee gebildet, das Aron der Deutschen Verwaltung bereits bestätigt Wurde. In diesem Komitee, dessen Vorsitzender Dr. G o 1 d f 1 a in ist, sitzen fünf Vertreter der Zionisten und Nationalisten (H. F a r b s t e i n, Adv Seidemann, Adv. Olschwanger, Dr Grodzinski und M. J. Freud), vier Vertreter der Orthodoxen, drei Vertreter der Neo- Assimilatoren und vier Vertreter der Parteilosen. Ausweisung eines verwundeten Soldaten. Der „Frankfurter Zeitung“ wird alte Haparanda telegraphiert: Abraham Sokular bat den Dumaabgeordneten Friedmann, sich für ihn zu verwenden. Sokular, der Seit Beginn im russischen Heere dient, zweimal verwundet und mit dem Georgs-Kreuz ausgezeichnet worden ist, wohnte während eines, Erholungsurlaubes bei seinem Bruder in der Nähe von Moskau. Obwohl seine Heimat von den Deutschen besetzt ist* wurde der verwundete Soldat, da er als Jude auf dem Lande kein Wohnrecht hat, ausgewiesen'. Auflösung der amerikanischen Sektion in Warschau. Die aus den Vertretern der Warschauer Zionisten und Orthodoxen zur Verteilung der aus Amerika fließenden Gelder bestimmte Kommission, die als Sektion an der Verwaltung der jüdischen Gemeinde tätig war, stellte am 1. Mai ihre Tätigkeit lein, da die eijigetroffenen Summen verteilt sind. ' Die Einstellung der Tätigkeit dieser Sek-- tion bedeutet für eine ganze Reihe jüdischer Anstalten, wie die billigen Küchen, Arbeiteiheime, Kinderheime, Krankenhäuser, Gemeindevenvaltungen, Schulen iusw., eine schwere Bedrohung ihrer Existenz. Kongreßbewegung und A. J. C. Das American Jevish Committes, als Vertretung der (assimilatorischen jüdischen Plu-; tokratie der Vereinigten Staaten, hat bei der: letzten Jahreskonferenz, labgehalten im Hotei Nev-york, am 14. Mai, mit der Bewegung für einen allgemeinen jüdischen Kongreß Amerikas auf demokratischer Grundlage, zw-ecks Stellungnahme zu den jüdischen Problemen anläßlich der bevorstehenden Friedensverhandlungen, anscheinend endgültig gebrochen. Es hat nämlich: beschlossen; alle jüdischen Organisationen des Landes zu einer Gesamtkonferenz für Juni einzuladen. Die .feindselige Haltung des A. J. C. gegenüber der Kongreßbewegung ist keine neue Tatsache. Es ist anzunehmen, daß die meisten: uria größten Organisationen der Einladung nicht Folge leisten werden. Juden in hohen Beamtenstellen in der Schweiz. Der Züricher Kantonsrat hat kürzlich den HandebgcrichtSsekretär Dr. Arthur Marnelok als . Nachfolger des verstorbenen HandelsgerichtSpräsidenten Prof. Dr Wächter zum Mitglied des Obergerichtes, des höchsten Gerichtshofes des Kantons gewählt. Vor wenigen Jahren wählte das Volk des Bezirkes Winterthur den Dr. jur Biedermann zum Bezirksänwalt (Untersuchungsrichter). In Baselland ist gegenwärtig Dr. jur V.eith Landespräsident, in St. Gallen der Schulpräsident der politischen Gemeinde Dr;. med. Reichenbach Großratepräsident. Anzeigen und. . . IL. Kreis Wesitösterreich der Jüdischen Turners l&chaft. Der II. Kreis Westösterreich der jüdischen Turnerschaft veranstaltet (Dienstag, den 27. d. MtS. genau 8 Uhr abends im Tumsaale“**des I. Wiener jüdischen Turnvereines, Wien, IX.,. Liechtensteinstraße 20, seinen zweiten Vortragsabend, Tb. und Gg Dr. E. Tisch wird über den jüngst verstorbenen jüdischen Diditer Schalem A1 e j che m'sprechen. Das bewährte Mitglied der Residenzbühne Herr Josef Torcz yner hat hiezu in liebenswürdiger Weise die Vorlesung ausgewälilter Dichtungen Schalom Alejchems übernommen; Regiebeitrag 10 Heller." Die Mitglieder der Wiener jüdischen Turnvereine (werden ersucht, vollzählig zu erscheinen.' Gäste willkommen. Pünktliches Erscheinen erforderlich, da nach Beginn des Vortrages kein .Einlaß. -»V * ~ Wien. Hafchijah. Sonntag, 25. d. ein Vereinsausflug : Neuwaldegg—Hameau—Weidlingbach— Sievering. Zusammenkunft um 3/42 Uhr. Augartenbrücke. Gäste willkommen. * Wien. Der nächste Vereinsabend des jüdischen Mädchenvereines „Moriah“ (IX. Servitengasse 10), findet Mittwoch, den 28. d. M. statt Herr Doktor Wilhelm -Stein wird seinen Vortrag über „Autoemanzipation“ fortsetzen. □□□□ flaiffiasa □□□□ □ IfepP1 □ □ Echt Silber-Ring □ □ -O Q . - - amtlich punziert Q q per Stüch Kronen 3.— g O Bei grösserer Bestellung Rabatt,! Q □ □ □ Alleinverkauf M.Toch □ □ □ Q Uhrmacher' q Wien, IX. Spitalgasse Nr. la □□□□□□□□□□□□□□□□ Der Jude Eine Monatsschrift Herausgegeben von Martin Buber Vierteljährlich K 3.50. Aus den Urteilen der Presse: „Die ungemeine Lebhaftigkeit und Unerschrockenheit der Verfasser macht die Lesung dieses Heftes zu einer genußreichen . . .“ Monsignore Dr. Paul Baumgarten in der Germania. * „Nie ist über das so schwer zugängliche Judenproblem eindringlicher, verständnisreicher, schonungsloser, liebevoller und vorurteilsfreier von deutschen Juden geschrieben worden.“ Straßburger Post. * „Keine einseitigen Parteiphrasen öden uns an, nicht abstrakte tote Ideologien für und wider das Judentum, sondern „lebendige Kräfte“ zeigen sich und gestalten aktuelle brennende Probleme.“ Prager Tagblatt. * „Die Person des Herausgeber? und die verheißungsvolle Liste der Mitarbeiter berechtigt zu der Hoffnung, daß die neue Zeitschrift zu einer Stelle ernsthafter und vielseitiger Erörterung werden kann.“ Frankfurter Zeitung. * „Es ist weder ein ausgesprochen wissenschaftliches, noch ein tendenziöspolitisches, auch kein „kulturträgerisches“ Organ, ohne auch nur auf einer Seite die Elemente wissenschaftlichen Ernstes und politischer Reife vermissen zu lassen, und es hat Kultur“. Jüdische Rundschau. Mit dem Juliheft beginnt ein neues Vierteljahr. Abonnement - Anmeldung umgehend erbeten an den R. Löwit-Verlag {AM.„flBr Jude“) Wien, I. Wollzeile 6. Cafe „Marienbrücke .ila L, Rotenturmstraße 31. r RENDEZVOUS DER ZIONISTEN Cafe Jägerhof (Weiss) IX., Porzellangasse 22. Jj Vornehmes Familien-Cafe ■ modernst eingerichtet J gut ventilierte Spielsäle. ■ Zentral-Lokal der Zion. Ferialverbindungen. ■ Sämtliche in- und. ausländischen Zeitungen ■ sowie alle Zion. Blätter liegen auf. ■ ZIVNOSTENSKÄ Wechselstuben in Wien: I.. Graben 15, L, Herreng. 12, IL, Praterstr. 24, III., Land ctraße Hauptstr. 88, IV., Favoritenstr. 4, V., Margaretenstr. 71, VI., Gumpendorferstr. 100, VII., Mariahilferstr. 84, VIII., Josefstädterstr. 103, IX., Porzellangasse 9, X., Favoritenstr. 95, XII. Meidlinger Hauptstr. 15, _XXL, Am Spitz 15. Kulante Besorgung aller Bank* und Börsentransaktionen. BANKA FILIALE WIEN ■» Herrengasse 12 Aktienkapital u. Reserven: über K 103 Millionen. 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