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Jüdische Zeitung · 1916-05-19 · 20 (19.5.1916) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
10 (1916)
Issue
20 (19.5.1916)
Date
1916-05-19
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 20 JÜDISCHE ZEITUNG Seiip 5 im blauen Heftband erscheinende, mit Zeichnungen und 'Ornamenten reichlich illustrierte, lebhaft redigierte Zeitung. Herausgeber ist die „Bibliothek. Gesellschaft für die jüdischen Kriegsgefangenen in Somorja (Ungarn)“. Ihren Inhalt bilden Gedichte, Feuilleton, Abhandrungen, Kriegsschilderungen, Stimmungsvolle Beschreibungen, Skizzen etc. Die 780 jüdischen Gefangenen bilden mit ihrem KulturStreben eine eigenartige Spezies des 20.000 Personen umfassenden Lagers, und ihre Bewegungsmöglichkeit ist der untrügliche Kulturmesser des österreichisch-ungarischen Staates, der ihnen mit größter Nachsicht begegnet. Sie haben in eigener Verwaltung eine Chewra Kadischa, Synagoge, (Bibliothek, Theater, Literaturverein und Zeitschrift, Gesang, Kunst und Lernen werden von ihnen gepflegt. * Das jüdische Kriegshilfskomitee in K i e w, das sich mit der Unterstützung der Juden des okkupierten Galiziens' befaßte, erhielt die Erlaubnis, ein besonderes Gefängnis, für die durch Kiew nach Zentralrussland verschickten galizischen Juden zu errichten, damit sie nicht in den allgemeinen Zuchthäusern Kiews -untergebracht werden brauchen. Nach der Eingemeindung der Vororte in Warschau wird Groß-Warschau eine Bevölkerung von 948.473 Seelen zählen, darunter 350.412 Juden. Der „Hajnt“ führt in einem längeren Artikel aus, daß diese Einverleibung der Vorstädte in Warschau für die Juden nachteilig sei. Bis-» her waren in Warschau und Praga 42 Prozent Juden, was aber nach Einverleibung der Vorstädte, die, wie bekannt, von Juden nicht stark bewohnt sind, auf 3 6 Prozent zur GesamteinwohnerSchaft sinken wird. Gleichzeitig wira äiich der Prozentsatz der jüdischen Hausbesitzer einen Rückgang erfahren, und zwar hatten die Juden bis jetzt 66 Prozent der Immobilien, nach Einverleibung der Vorstädte werden die Juden in der Minderhejt Sein, was sich bald in den kommunalen Vertretungen, wie überhaupt bei der schon ohnehinschwierigen Wahrung der Rechte und Interessen bemerkbar machen wird. , In Rußland werden jetzt Vorbereitungen getroffen, das 25 jährige Jubiläum des dichterischen Schaffens Chaim Nachman B i a I i k s würdig zu feiern. Das jüdisch-russische Journal „Jewrejskaja Schisn“ widmet dem Jubilar seine Nummer 14, die verschiedene Beiträge aus der Fetter« des Mendele Mocher Sfarim, Bäal-Machascha - wot, Gorki, Dr. Klausner, Rawnicki, Frischmann u. a. enthalten wird. Aus demselben Anlasse veranstaltete der „MerkaS Hazionim“ in' Warschau am 13. d. Mi . einen Bialik->Abend, an dem die Schriftsteller Liachower, Kipnis u. a. mitvvirkten. Der „Jüd. Volksstimme“ zufolge soll Bialik "den Wunsch geäußert haben, man möge in diesem Momente von Ehrungen seiner Person durch Veranstaltung von Feiern absiehen. ■' *■ Unter der Redaktion von W. Medern erscheint Seit etwa drei Monaten in Warschau in jidischer Sprache eine wöchentliche Arbeiterzeitung „Lebensfragen“. Neben Artikeln über theoretische und politische Fragen enthalten die bisher erschienenen Nummern recht interessantes Material aus der Arbeiterbewegung in Warschau, Lodz und anderen Städten Polens und Lithauens. Für den organisatorischen Zu-< sammenschluß der jüdischen Arbeiterschaft m diesen Gebieten dürfte das Blatt von großer Bedeutung sein. * Die Petersburger „Gesellschaft, für jüdische Volksmusik“ hat beschlossen, ein Liederbuch für Kinder herauszugeben, die noch nicht in die Schule gehen. Das Liederbuch wird von Schalit zusammengestellt. Vor einiger Zeit verstarb der Senatsprä- Si'dent am Oberlandesgericht Mü nchen,.Professor Dr. Heinrich Harburger, ein Jude, und dieser Tage ist der Staatsanwalt (Eduard S i Ib e r m a n n, ebenfalls ein Jude, zum Senatspräsidenten ernannt worden. Harburger war eine hervorragende Autorität auf dem Gebiete des Völkerrechts. Im Jahre 1913 wurde er zum Präsidenten des Völkerrechtlichen In- S t l't ut s ’ gewählt. Trotz seiner großen Verdienste hat Harburger wegen seiner jüdischen Herkunft kränkende Zurücksetzungen erdulden müssen. Es ist ihm niemals die Leitung eines Gerichtshofes als Vorstand anvertraut worden. Ebensowenig 'hat er als Universitätsprofessbr ein Ordinariat erhalten. Rnzeigen unfl Korrespondenzen. Wien. II. Kreis „Westösterreich“ der Jüdischen Tumerschaft. Für die Mitglieder der jüdischen Turnvereine, sowie für deren Angehörige veranstaltet der II. Kreis „Westösterreich“ der _ Jüdischen Tumerschaft im Saale des Ersten Wiener Jüdischen Turnvereines, 9., Liechtensteinstraße 20, eine Reihe von Vorträgen über zeitgemäße jüdische Angelegenheiten. Der erste Vortrag findet Freitag, den 26. April, genau 3/t 8 Uhr abends statt. Vortragender Dr. Otto Abe 1 es. Gegenstand: Die Zukunft der Juden. Pünkliches Erscheinen 'erforderlich, da nach Beginn des Vortrages kein Einlaß mehr stattfindet.. Regiebeitrag 10 Heller. Gäste willkommen. * Hatechijafr. Sonntag, Lag bomer, Ausflug nach Sievering. Zusammenkunft um 3/i 1 Uhr nachmittags, I., Schottentor (Haltestelle des Wagens 38). Abfahrt 1 Uhr nachmittags. Hebräisch sprechende Teilnehmer willkommen. « Die Vereinsabende des Mädchenvereines „Moriah“ finden jeden Mittwochum halb 8 Uhr abends im Lokale der „Neure Jehuda“ (9., Servitengasse 10) statt. Gäste willkommen. * Lemberg. Sonntag, den 7. d. M. fand in den Räumen des 'Vereines „Tikwath Zion“ eine von der weiblichen und männlichen studierenden. Jugend veranstaltete Wolffsohn-Akademie statt. Die Eestrede hielt Herr Dr. L. Rosenkranz. Zum Schluß enthüllte der Vorsitzende des Festkomitees feinen „Magen-{David im Eisfen“. * Wizmitz a. cz. Kürzlich fand hier ein „Hebräischer Abend“ statt, dessen schönes Reinerträgnis den Witwen und Waisen nach gefallenen Kriegern ohne Unterschied der Nationalität zufloß. Herr Dr. Josef Zellermayer hielt die Begrüßungsansprache, in der er auchauf die patriotischen Leistungen der Juden hinwies. Die Aufführung des von Herrn Nuchim Drimer verfaßten Stückes „Die Soldatenfamilie“, an der sich Schüler und Schülerinnen der hebräischen Schule beteiligten, sowie die zum Vortrag gebrachten „Kriegswiegen- und Waisenlieder“- und Schließlich die vom Kinderchor gesungene Volkshymne und das KaiSerlied in hebräischer Sprache fanden reichlichen Beifall. * Lublin (Polen). Vor einigen Wochen besuchte unsere Stadt Herr Dr. Hindes aus Warschau, der sich bei dieser Gelegenheit um die Herbeiführung einer Einigung zwischen den älteren Zionisten und der Jugend bemühte, was ihm auch gelungen ist. Auf dessen Anregung bildete sich ein zionistisches Komitee, in dem- Vertreter beider Gruppen Zusammenarbeiten. Hoffentlich wird dieSe Zusammenarbeit gute Früchte zeitigen. Eine Gruppe junger Leute bemüht sich1 jetzt um die Gründung eines jüdischen Kulturvereines. In Anbetracht des bestehenden Verbots der Einfuhr jidischer Zeitungen ist ein solcher Verein direkt eine Notwendigkeit, da die jüdischen Massen, die keine andere Sprache beherrschen, jetzt jeder geistigen Nahrung entbehren müssen. Es wäre auch Sache der maßgebenden jüdischen Kreise, in Oesterreich, für die Sistierung dieses Verbots zu Sorgen. Unter den Institutionen, die seitens der Isr. Allianz subventioniert werden, ist auch die hiesige Talmud-Tora mit einer monatlichen Subvention' von 1000 Kronen zu -nennen. Es wäre wünschenswert, daß die Allianz an die Auszahlung ihrer Unterstützung die Bedingung der Festsetzung emes Unterrichtsplanes knüpfen sollte, in dem nicht nur profane Gegenstände in ge-, nügendem Maße, Sondern auch die hebräischen Gegenstände die gebührende Berücksichtigung finden sollen. In bezug aut die letzteren wären gründliche Reformen, vor allem aber die Einführung eines modernen Lehrsystems nötig. Im hiesigen Magistrate sitzen unter den zwölf Gemeinderäten nur zwei Juden. Daß diese Vertretung die hiesige jüdische Bevölkerung, die fast die Hälfte der Gesamteinwohner bildet, nicht befriedigen kann, ist selbstverständlich. Sie hofft jedoch, daß die österreichische Verwaltung ihr in Zukunft auch nach dieser Richtung hin mehr Rechte wird angedeihen lassen, zumal die österreichischen Juden sich längst der Gleichberechtigung erfreuen. » Petrikau (Polen). Vor kurzem wurde hier die Sammlung für den Jüdischen Nationalfonds wieder aufgenommen. Es gelang, innerhalb einer kurzen Zeit für diesen Zweck 120 Kronen aufzubringen. Auch die Schekelsammlung wird eifrig betrieben. In Anlehnung an die hebFäischen Abendkurse, um die sich die ganze hiesige zionistische Jugend gruppiert, wurde eine Bibliothek gegründet. Hüfsahtion dos Zionisfisdien Zentral; Komitees für die Eiuditlinge aus Galizien und der Bukowina. 22. Ausweis. K. u. k. Hauptmann Bodek, I. - R. 74, derzeit im Felde 20.—, Feldrabbiner Ignaz LewylOO.—, Sophie Reichenbaum 1.—, Hermann Rittei durch Feldrabbiner Dr. M. Tauber 2.—, Friedr. Wiksei für Waisenkinder nach gefallenen jüdischen Kriegern 2.—, Brüder Nowotny, Braunau 25.—, Hersch Günsberg, Lemberg 40.—, Leon Drohobyczer, derzeit im Felde 35.—, W. Engel, Krakau 1.50, Meier Blank 6.—, Georg Neuschiller, k. u. k. Stabswärter S. M. S. „Erzherzog Karl“ 10.—, Frau Heiene Lederer 1.—, Löwy u. Schnitzer 20.—, Med. Dr. F. Hermann 2.—, Hermann Polläk, Iglau 40.—, Sammlung für einen Gesinnungsgenossen 130.—, Prof. Dr. Ludwig Braun 30.—, Emanuet Kohn 3.—, Sigmund Blau 2.—, Eduard von Doctor 100.—, Adolf Nasch, Hol-, leschau 5.—, «Rudolf Briess, Olmütz 30.—, Ing. Joachim Herzig, Oswiecim 3.—, M. Racker5.—, A. Beamts Söhne 20.—, Carl Marx, Hinterbrühl 20.—, Dr. Hermann Gross, Bielitz 4.—, Frau! Ada Schuster und Moritz Breda, Brünn 10.—, Dr. Adolr Kapralik 50.—, I. Gross, Teschen5.—i, Leopold Gottlieb, Graz 5.—, Dr. Henryk Gross, Dzieditz 3.—, Leopold Glaser, Grünburg 2.—^ Adolf Freund 10.—, Max Lederer, Karlsbad 25.—, S. Heller u. Sohn, Neu-Qetting 50.—, S. Bloch jun., Hartmanitz 50.—, Gustav König 20.—, G. Marburg u. Söhne 5.—, Dr. Siegmund Adler 10.— Frau Fen Boschan 2.—, Josef Eisenstädter 5.—, Moritz Ländler, Strassnitz 3.—, Frau Sidonfa Berl 2.—, Frau Rosa Pisk 3.—, Josef Horn 5.—, kais. Rat Leopold Langer 50.—, Michael Schlesinger, Budapest G0.—, Sofie Beer 5.—, Dr*. Wilhelm Pappenheim 10.—, Karl List 10.—, Nordböhmische Kohlenwerksgesellschaft, Brüx 100.—, kais. Rat Dr. Ludwig Stein, Sanatorium Purkersdorf 10.—, Leopold Schlesinger, Eger 2.—, Dr. Josef Königsstein 2.—, Dr. Emil Polin ck 15.—, Dr. Julius Pfeiffer 5.—, Ignaz Reiner 2.—, Markus Seemann 10.—, Therese Kloyber 3.—, Leopold Steiner 20.—, M. dass, Fiume 5.—, Julius Schrötter, derzeit im Felde 10.—, Helene Simon, Teplitz-Schönau 5.—, kais. Rat Leopold Sachs, Prag 100.—, Sammlung durch Regina Sperber: Tonia Sperber, Regina Sperber je —.50, Munio Sperber, Mundrio Silberbusch, Samuel Knipel, Meier Knipei je 1.—, zusammen 5.—, Karl Stiasny 20.—, Dr. Maximilian Stieglitz 10.—, Leutnant Dr. Alexander Haus - mann, derzeit im Felde 10.—, Revident Josef Schläfer aus Czemowitz, derzeit Baden, zugunsten der Bukowinaer Flüchtlinge aus y^nlaß der Wiederkehr des Todestages seiner Mutter Lotte Schläfer 20.—, k. k. Kommerzialrat Eduard Wiener 20.—, kais. Rat Alfred Weinberger, Zinaim 20.—, Albert Stein 15.—, S. Lindner, Bielitz 5.r—, Alfred Wachtl, 'Bielitz 5.—, Julius Weiss 2.—, Karl Anspach 2.—, Hermann Sonnenfeld 2.—, Brüder Winternitz, Pardubitz 25.—, Dr. Heinrich Trietsch 5.—, Julius Winkler 5.—, k. k. Kommerzialrat Otto Kanitz 20.—, Leopold Wagner u. Sohn 5.—, Frau Loni Feitier 10.—, Ungenannt 40.—, Direktor Wilhelm Kux 100.—, Siegmund Aügenfeld 1.—, Dr. Siegmund Silberstein 5.—, Michael Steinberg 10.—, Ludwig Schön und Kreidel 10.—, Wiener Kreditgeseilschaft für Industrie una Handel 300.—, Frau M. yon jWürf, Wien I., 50.—, Dr. Viktor Rosenfeld 100.—, A. Stern u. Sohn 200.—, Brüder Wiener 10.—, Bernhard Stein 10.—, Dr. Rudolf TeUer, Prag 20.—. Summe K 2355.50 Hiezu früherer Ausweis „ 42.687.69 Somit bisher K 45.043.19 Spenden für das Armen-Ambulatorium Wien, II. Taborstraße 20a. Brüder Kohn, Getreidegeschäft 20.—, Frau Karoline Brünn-Rothberger 50.—, k. k. " priv. OelindustrieJGesellschaft 100.—, Brüder Preis 10.—, Hilde Langer für den Jüdischen Wanderbund Bielitz 5.—, Emil Hirsch, Prag 10.—, Viktor von Ephrussi 100.—, Regierungsrat Dr. Heinrich Steger 30.—, Ing. Oskar Diamant, Czerno-. witz 61.—, Theodora T. 5.—, F. Guttmann, Oelfabrikant 5.—, Dr. Karl Przibram 100.—, F. S» 50.—, Eichenextrakt-Fabrik, Zupanja 100.—, Kanonier Mathias Klinghofer (für Milch) 2.—, Rubin u. Komp., Wien VI. 5.,—, Rudolf Gallia, Der Schekel muß von jedem Zionisten bezahlt werden. Die Zionistische Organisation muß erhalten und gestärht werden. —

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