Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 10 (1916)
- Issue
- 17 (28.4.1916)
- Date
- 1916-04-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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o Mit Beilage -JÜDISCHES ORGAN „DER JÜDISCHE NATIONALFONDS“ ■ Ersehend wöchentlich. — Redaktion, Administration und Imerateaaufnahme: Wien, II., Zirkuagane Nr. 33. — Sprach»tundeo £ _ täglich von 11—12 Uhr vormittags und 4—5 Uhr nachmittags. — Manuskripte werden nicht zurfickgestellt. — Aboonemenstspreise: Für Oester- _ ■ reich-Ungams Ganzjähr. K 10.—, taalbjähr. K 5.—, Vierteljahr. K 3.—. Für Deutschland: Ganzjäbr. Mk. 10.—, halbjähr. Mk. 5.—, vlerteljähr. ™ | Mk. 3.—. Für das übrige Ausland: Ganzjähr. Frcs. 15.—. Einzelexemplare 20 h. — Postsparkassenkonto 133.404. — Telephon 45.325. ■ Nr. 17 Wien, Freitag, den 28. April 1916 -r 25. Nissan 5676 X. Jahrgang. Hn unsere Geseri Unser heutiger Leitartikel aus der Feder deS Dr. Leon Reich ist von der Zensur vollständig beschlagnahmt worden. Um den übermässig großen Raum, den dieser Aufsatz einenommen, wenigstens teilweise auszüfüllen, haen wir in allerletzter Stunde einen __ anderen Artikel einschalten lassen. Die Redaktion. Die genoKensdnttlidKn SieOInngen In Palästina. , Eine im Haag Ende März stattgefundene Jahresversammlung der „Erez-Israel'^-Siedhmgs- Gesellschaft m. b.H. hat sich1 durch die Teilnahme einer Reihe hervorragender Zionisten und durch Berichte über die Lage und Aussichten der genossenschaftlichen Siedlungen besonders interessant gestaltet. In der Versammlung waren anwesend die Herren Jusrtizrat Dr. M. J. Bodenheim er, Köln, Vorsitzender, Dr. Franz Oppenheimer, Berlin, 2. Vorsitzender, Mitglieder des Aufsichtsrates: Ing. S. Kap lau - sky, Den Haag, A. Simons, Den Haag, Professor Dr. O. Warburg, Berlin; Anteilscheinhrhnber: Jean Fischer, derzeit Scheveningen, Dr. Hans Gideon Hey mann, Berlin, Julius Simon, Heidelberg; N. Gnosis. .Den Haag, Geschäftsführer. Herr Justizrat Dr. Bodenheimer eröffhete die Sitzung mit einem Nachruf auf David Wolffsohn als Mitglied des Aufsichtsrates der Gesellschaft und gedachte ferner des verstorbenen Gesellschafters, Herrn Anton Bettelheim'. Die Anwesenden erhoben sich zu Ehren der Verewigten von ihren Sitzen. Die Aufgaben des .Genossenschaftsfonds. Der Bericht der Geschäftsführung verweist auf den 1 beim letzten Zionistenkongreß gefaßten Beschluß, - durch eine Propagandaaktion den Genossenschaftsfonds so zu erweitern, daß er in der Lage sei, nicht nur die bereits auf dem Boden des Jüdischen Nationalfonds bestehenden Ackerbau- und PflanzungSgenössenschaften Merchawjah^ Daganiah, Gan Schmuei etc. auszugestalten, sondern auch Okkupation?- und Pacht-Genossenschaften verschiedener Art zu finanzieren. In Ausführung der von den Generalversammlungen des JNF und der Siedlungsgesellschaft einverständlich gefaßten Beschlüsse ist eine umfassende Propagandaaktion pi Wort und Schrift zur Aufbringung neuer Mittel für die obigen Zlwecke eingeleitet worden. Herr Dr. Oppenheimer unternahm im Frühjahr 1914 eine Agitationstour durch1 die Vereinigten Staaten, und es erschienen seine beiden Schriften: „Merchawjah“, sowie „Genossenschaftliche Kolonisation in Palä - stina“. Durch den Ausbruch des Krieges konnte leider die auf Grund der Reden und Schriften einzusetzende Sammelarbeit nicht zur Ausnutzung gelangen. Viele Mühe und Kosten sind auf diese Weise vergeblich geblieben.’ Nichtsdestoweniger ist die Geschäftsführung der Meinung, daß die Agitation für den Genosfsensehaftsfonds keine dauernde Unterbrechung erfahren darf. Im Gegenteil, infolge der Kriegsereignisse ist von einer Reihe von Vertrauensmännern, besonders in den überseeischen Ländern, das Verlangen gestellt worden, es möchte im Hinblick auf die zu erwartenden kolonisatorischen Aufgaben nach- Friedenslsdhluß schon jetzt eine verstärkte Agitation zur Aufbringung großer Kapitalien aufgenommen werden. Die für den JNF während des Krieges eingehenden Beträge reichen - kaum aus, um die Farmbetriebe aufrecht zu erhalten und gewisse Notstandsarbeiten auszuführen. Es müßte rechtzeitig dafür gesorgt werden, daß der JNF und der Genosbenschaftsfonds nach Friedensschluß aktionsbereit dastehen. An verschiedenen Orten schließen sich junge Leute zu Pioniergruppen zusammen, um nach Friedensschluß nach Palästina auszuwandem. Eine reale Grundlage würden diese von der Kraft des zionistischen Ideals zeugenden Bestrebungen aber nur dann erhalten, wenn bei Erwerb von Neuland, besonders jenseits des Jordans, die Pioniertruppen durch den Genos-