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Jüdische Zeitung · 1916-02-25 · 8 (25.2.1916) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
10 (1916)
Issue
8 (25.2.1916)
Date
1916-02-25
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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beite 4 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 8 WINTER-ULSTER K 42. Winterrock K 48. Winteranzug K 36. Jacob Rothberger, k. u. k. Hoflieferant, Wien, I. Stephansplatz 9. „Geschäft ist Geschäft“, könnte als Motto über der arabisch - jüdischen Schule und ihrer Gemeinde prangen. Während für sie reiche arabische Juden protzige Feste feiern, sie für jüdische Wohltätigkeit ausgeben und an ihren Profit nicht vergessen, verkommen hunderte Kinder armer arabischer Juden in Schmutz und Unwissenheit, geht neuerdings eine Generation dem großen Regenerationswerk, das in unserem ganzen Volke (mit kräftigem Schwünge eingesetzt hat, auf Jahrzehnte hinaus verloren. Rudolf Nassau. (Aus „Jung-Juda.) Bus der jödisdien Hell. Wir berichteten kürzlich über die Zustimmung des Präsidenten Wilson zur Festsetzung eines „Judentages“, an welchem in ganz Amerika Sammlungen zugunsten der jüdischen Kriegsopfer veranstaltet werden sollen. In einer diesbezüglichen Proklamation führt der Präsident den Wortlaut der Senatsresolution an, der darauf hinweist, daß von den 9 Millionen Juden, die sich gegenwärtig in den kriegführenden Ländern befinden, der größte Teil Hunger und!Not preisgegeben sei, daß Millionen aus ihrer Heimat vertrieben wurden und fährt fort: „Da ich das sichere Empfinden habe, daß das amerikanische Volk gern den Kriegsopfern einer Rasse Hilfe bringen wird, die den Vereinigten Staaten so viele würdige Bürger geschenkt hat, fühle ich, Woodrow Wilson, Präsident der Vereinigten Staaten, mich bewogen, in Uebereinstimmung mit dem Antrag des Seenats den 27. Jänner 1916 als einen Tag zu proklamieren, an dem die Bürger der Vereinigten Staaten nach Neigung Beiträge leisten sollen, um den imglücklichen Juden Hilfe zu bringen. Spenden können an das „Amerikanische Rote Kreuz“ in Washington gerichtet werden, das darauf achten wird, daß das Geld dem richtigen Zwecke zugeführt werde. Gegeben in Washington, 18. Dezember 1915. Woodrow Wilson.“ * Soeben trifft die Nachricht ein, daß das Re-i sultat der Sammlungen des amerikanischen „Judentags“ sich auf 2,000.000 Dollars beläuft. So erfreulich dieses Ergebnis auch an sich ist, so bedeutet es doch angesichts der ungeheuren Not, in der sich die Juden des östlichen Kriegsgebietes befinden, nicht allzuviel. * In letzter Zeit ging durch die jüdische Presse die Nachricht betreffs persönlicher Bemühungen des Barons Edmund Rothschild in Paris bei den Juden in Saloniki, um sie für die Entente zu gewinnen. Manche Zeitungen, darunter auch österreichische, waren sogar in der Lage, über diese Intervention Einzelheiten zu berichten, so z. B. daß Rothschild in Saloniki große Reden gehalten hat u. dgl. Wir können nun auf Grund eines authentischen Berichtes mitteilen, daß diese sensationellen Meldungen den Tatsachen nicht entsprechen. Soweit etwas Wahres an der Geschichte ist, ist es nicht der Rede w'ert, indem allerdings ein Angehöriger dieser Familie, keinesfalls aber der Baron Edmund als Soldat in Saloniki bemerkt worden ist * Wir erhalten aus Newyork die Nachridit, daß an der Columbia-Universität, eine der größten Hochschulen Amerikas, demnächst ein spezieller Kursus für die jiddische Sprache errichtet wird. AIS Dozent für diesen Gegenstand beriet die Universität den Dr. E. Margulies, der aus Rußland stammt und früher Reform- Rabbiner war. Aus dem Bericht der „Chovewe Sfat Ew’er‘“ entnehmen wir, daß die Gesellschaft auch während des Krieges eine reiche Tätigkeit entfaltete, hauptsächlich auf dem Gebiete der Erziehung. In Petersburg wurden die unter der Lei-) tung des Rabbiners Dr. Eisenstadt befindlichen! Kurse für Hebräisch und jüdische Geschichtei fortgesetzt und eine neue hebräische „Reform-, schule“ gegründet. In Moskau wurden dreimal wöchentlich systematische Vorlesungen über Hebräisch und Geschichte abgehalten, die von SO Personen, meistens Studenten, besucht wurden. Dort wurde auch ein hebräisches Kinderheim für 150 Flüchtlingskinder gegründet. Solche hebräische Kinderheime für Flüchtlinge sind auch in Saratow (110 Kinder), Nischni-Nowgorod (100 Kinder) und Jelez (84 Kinder) eröffnet worden. Die Gesellschaft gründete auch hebräische Kindergärten (in Saratow' und Njschni-Nowgorod), Chadarim (in Bogorodzk und Jelez), Bibliotheken (Saratow) usw. In Petersburg und Moskau eröffnete die Gesellschaft Informationsbüros für hebräische Lehrer und Lehrerinnen. Zu Beginn dieses Schuljahres versandte die Gesellschaft an sämtliche Lehrer ausführliche Fragebogen über den gegenwärtigen Stand des Schulwesens.!§emaw*£] Bestes Obst in der bekömmlichsten Form Frei von allen künstlichen Zusätzen. Ebenso wurde Herr Taussig provisorisch zum Vorsitzenden-Stellvertreter de9 Exekutivkomitees der österreichischen Zionisten gewählt. Vom Bädiertisrii. Das neueste Heft (5) der Blau-Weiß- Blätter (Monatsschrift für jüdisches Jugendw'andern) zeigt, wie ernst und tief die Führer dieser Bewegung ihre Aufgabe erfassen. Es überrascht geradezu durch den echtest jüdischen, w'eil hebräischen Geist, von dem es erfüllt ist. Schon die Titel der Aufsätze sagen es — deren Inhalt noch mehr. M. Rosenblüth fordert anknüpfend an Chamischah asar b’schwat die jungen Blauweißen und ihre Führer auf, unserem argbedrängten Palästinawerk durch eifriges Sammeln für das Hilfswerk zu Hilfe zu kommen. „Nehmt von Eurem Taschengelde, was ihr bisher zu Eurem Vergnügen ausgegeben habt, w'endet Euch an Eure Eltern und Geschwister, sammelt unter Euren Bekannten .... Bedarf es weiterer Worte? Ich denke nein.“ — — Die Titei der weiteren Artikel lauten: „Wie lernt man Hebräisch?“, „Saul Tschernichow'sky“ (mit dem idealistisch-optimistischen Gedichte: „Ani mamin“ im hebräischen Original.); „Hugo Zuckermanns Gedichte“, „Chanukah-Wanderung“ und viele Wanderberichte und Briefe über Errichtung von hebräischen Kursen usw. Ich glaube, die Lektüre dieser Hefte ist für unsere Alten zumindest so wichtig, wie für die Jungen. A. Sch. * Ostjuden ist der Titel des soeben erschienenen Februarhefts der Süddeutschen Monatshefte (Preis eine Mark fünfzig, Verlag Leipzig und München), das fünfunddreißig Beiträge verschiedener Autoren enthält. Unter anderem finden wir darin Aufsätze von Dr. Oppenheimer, Dr. Bodenheimer, Dr. Friedemann, Nachum Goldmann, Dr. Heinrich Löwe, Kaplun Kogan, A. Eliasberg und Dr. S. M. Melamed. Cafe „Marienbriicke“ Ha I., Rotenturmstraße 31. RENDEZVOUS DER ZIONISTEN. Der ungarische Staatssekretär Leopold V adasz, ein Jude, W'urde vom Kaiser mit der Verleihung des Großkreuzes des Leopoldsordens, der höchsten Ordensauszeichnung, die einen ungarischen Juden schmückt, geehrt. Diese Tatsache verdient schon darum ins helle Licht gerückt zu werden, W'eil dieser Staatsmann auch als Jude sich betätigte und stets mit stolzem! Stammesbew'ußtsein sein Judentum1 hervorkehrte. * Die Reichsgetreidestelle hat dem israelitischen Konsistorium des Unter-Elsaß _ für die jüdischen Peßachfeiertage die notwendigen Mehlmengen zur Mazzothbereitung bereitge - stellt. Jeder bekommt soviel- Mazzoth als er braucht. Im Vertrauen auf die Gewissenhaftigkeit der jüdischen Bürger werden vorläufig; behördliche oder polizeiliche Vorschriften nidht getroffen. Parteinadiridifen. Der Präsident des Zionistischen Zentralkomitees für Westösterreich, Herr Dr. Karl Pollak, ist zur Kriegsdienstlejstung nach Eperjes einberufen w'orden. Das Z. K. hat daher in seiner letzten Sit-, zung den Herrn Reichsratsrevisor Rudolf Taussig mit der provisorischen Leitung betraut. ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ ■ 1EO ■ -RESTAURATION- ■ „zur rumänildien Küthe“ ■ ■ Ch. Weiß vo™. Korn ■ ■ Wien, II., Hammerpurgstallg. 3. ■ Anerkannt vorzügliche polnische u. rumänische Küche. : Cafe Jägerhof (Weiss) ■ IX., Porzellangasse 22. | Vornehmes Familien-Cafe ■ modemst eingerichtet ■ gut ventilierte Spielsäle. ■ Zentral-Lokal der Zion. Ferialverbindungen. ■ Sämtliche in- und ausländischen Zeitungen ■ - sowie alle Zion. Blätter liegen auf. ZIVNOSTENSKÄ BANKA FILIALE WIEN Wechselstuben in Wien: I., Graben 15, I., Herreng. 12, II., Praterstr. 24, III., Landstraße Hauptstr. 88, IV., Favoritenstr. 4, V., Maigaretenstr. 71, VI-, Gumpendorferstr. 100, VII., Mariahilferstr. 84, VIII., Josefstädterstr. 103, IX., Porzellangasse 9, X., Favoritenstr. 95, XII. Meidlinger Hauptstr. 15, _XXI., Am Spitz 15. Kulante Besorgung aller Bank» und Börsentransaktionen. 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