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Jüdische Zeitung · 1916-01-21 · 3 (21.1.1916) · p. Seite 3

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Nr. 3 •ÜDISCHE ZEITUNO Seite 3 führten Sind freilich nur jüdischer Abkunft. Die Red.) Meyerbeer, .Offenbach, Jgnaz Brüll, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Goldmark, Fall, Oskar Straus, Hollaender, Joseph Joachim, Hh. Grünfeld, Gustav Mahler, Siegfried Ochs, Edm. Lassen Angeld Neumann, Jadlowker, Pauline Lucca, Adolf von Sonnenthal, Barnay, Davison, Possart, Ern. Reicher, Schildkraut, Jarno, Jrene Triesch und Max Reinhardt auf dem Gebiete der deutschen Kunst bedeuteten und bedeuten, soll jeder Vortragskünstler, der sich Wirklich' als Künstler fühlt, wissen, und sich auch an die Namen gewisser Größen des Varietes und Kabaretts erinnern! Auf die Bedeutung der Juden für die deutsche Wissenschaft und unser sanitäres und wirtschaftliches Obsiegen im Weltkriege braucht wohl nur ganz kurz mit dem Namen Ehrlich, Willsfätter und Haber hingewiesen werden. Wenn man das alles weiß und bedenkt, so wird man begreifen, daß von nun an die Juden gegen eine Vo rt ragSk unst protestier en, in der j eder Betrüger Lewy oder Kohn, jeder Drückeberger „Rekrut Rosenstock“ , jeder Schmutzfink Feiteles, jeder blutige Jgnorant „Bankier Mosesthal“ heißt, und dergleichen. Man muß fortan von jedem anständigen Humoristen und Vortragskünstler (verlangen, daß er Witze der bezeichneten Art möglich1 gänzlich unterläßt und „jüdische Witze“ nur nodh dann ( sofern er wirklich so stoffarm ist) bringt, wenn ihr Jnhalt den Juden nicht zu Spott und Unehre gereicht. Es ist auch ganz gleich, ob man im Witz vom polnischen Juden oder allgmein von Juden spricht, denn die Tragik der polnischen Juden im Weltkrieg sollte jeden Witz verbieten. Auch der galizische Jude — ganz dasselbe und noch mehr, weil er in Oesterreichs Heer mit g rö ßt e r Tapferkeit kämpfte. Wer hätte es in Frieden jenen galizischen jüdischen Landstürmem zugetraut, daß sie bei einem Sturmangriff in den Karpathen int langen Kaftan, nur die Militärmütze auf dem1 Kopfe, mit demselben Schneid Vorgehen würden, wie nebenan die jungen Honveds? Nun gibt es jüdische Humoristen, die des lieben Beifalls gewisser Elemente halber, selbst in diesem Genre machten, sie vor allem Inüssen jetzt umlernen.“ Umlernen! Diese Mahnung ergeht aber nicht bloß an die jüdischen Humoristen, sondern auch an das jüdische Publikum, von dem eben das Umlernen der Darsteller in erster Reihe abhängt. Rußland; Dil. 50.000 für die notleidenden Juden in Galizien; Dil. 1000 für die Juden in Kreta. Der Betrag von 100.000 Dollars für die notleidenden Juden der okkupierten Gediete Russisch- Polens ist bereits an den amerikanischen Konsul in Warschau überwiesen worden. Das Verfügungsrecht über dieseg Betrag erhielt ein aus bekannten Rabbinern und zionistischen Führern bestehendes Komitee. Zum Vorsitzenden dieses Komitees wurde Robbiner Dr. Posnansky, zum Vice-Vors(tzenden und Sekretär Herr Farbstein, zum Kassierer Herr Rundstein gewählt * Wie aus Newyork berichtet wird, wurde zum Major von South Vancouver, Britisch-Columbia, der Jude Edward Gold gewählt. Gegen die Willkürlichen Massenverhaftungen in Saloniki, von denen auch viele jüdische Kaufleute, die die griechische Staatsangehörigkeit besitzen, betroffen Worden sind, erhob der Rabbiner von Saloniki Beschwerde beim General Sarrail. Auch dieser Protest blieb leider ohne Erfolg. Wo jedes Menschenrecht gewichen ist — da hat auch der Rabbiner sein Recht verloren. * Jn der vorigen Woche fanden in Saloniki Fußballspiele zwischen Engländern und dem Salonikier isrealitischen Fußballklub statt, wobei die Engländer 3 : 1 geischlagen wurden. * Die „Deutsche Warschauer Zeitung“ äußert sich in einem' Artikel über die Sprachenfrage in den Volksschulen in Polen u. a. wie folgt: „Wenn für die Juden als Unterrichtssprache die deutsche Sprache eingeführt wurde, so liegt das wohl in der großen sprachlichen Verwandschaft des Jiddischen mit dem Deutschen. Es erscheint wie das Plattdeutsch, das schwäbische und altbayerische Jdiom als ein Dialekt, eine Umgangssprache im Vergleich zum Hochdeutsch, das aber für alle als allgemeines Verstandigungsmittel, als Weltsprache unbedingt notwendig ist. Und Wie die deutschen Dialekte neben dem Hochdeutsch auch in der Literatur die schönsten Blüten treiben, ja sogar befruchtend, neubildend auf das Hochdeutsch wirken, wir erinnern an Reuter, Hebel, Kobell, Holtei u. a. m. , so wird auch das Jiddische neben dem Hochdeutschen seine berechtigte Entwicklung finden.“ Julius Meinls Apfelmarmelade aus feinsten Aepfeln und reinem Raffinadezucker hergestellt, ist -in folge ihrer außerordentlichen Zuträglichkeit und Billigkeit der beste Ersatz für Butter 1 Glas K —.90, Doppelglas K 1.70 1 Kisfchen mit ca. 10 kg K 14.— 1 Blechdose mit ca. 10'3 kg K 15.05 Julius Meinl. Kaffee - Import Rus 9er jüdistben Welt. Das deutsche Stadttheater in Wilna, das am Weihnachtsfeiertage eröffnet wurde, sandte der „B. Z. am Mittag“ den Theaterzettel dieser Vorstellung, die unter der Direktion von Alfred William und Gustav Blum „Minna von Bamhelm1“ brachte. Der Theaterzettel ist in deutscher, polnischer und hebräischer Sprache abgefasst und enthält die folgende interessante Mitteilung: „Die Theatereintrittskarte berechtigt zum Betreten der Straße naCh Schluß des Theaters, um in die Wohnung zu gelangen“. Anzeigen und Mitteilungen. Hatechijah, hebr.-akad. Verbindung, Wien, II., Ob. Donaustr. 65/4. Sonntag, den 23. Jänner um 7% Uhr abends findet ein literarischer Abend statt. 1. Vortrag über J. L. Gordon von stud. jur. Jacob Bitter. 2. Rezitationen ausgewählter Gedichte. Hebr. sprechende Gäste sind willkommen. * Erster Wiener zion. Frauenverein. Mitwoch, den 26. d. M. um 5 Uhr nachmittags finden im Cafe City, IX., Berggasse, folgende Vortrage statt: Dr. Otto Abel es über „Das Leben Hugo Zuckermanns“. Adolf Stand über „Aktuelle Palästinafragen“. Vor einigen Tagen wurde in London ein großer Volks-Verband gegründet, der den Zweck hat, für die Rechte der Juden in Rußland einzustehen. Präsident des Verbandes ist der bekannte Lucien Wolff. Der Verband will seine Bemühungen darauf richten, daß die Juden überall gleiche Rechte erhalten und auch einen gesicherten Jischub iin Palästina erzielen. Einer Deputation, die (bei Sir Stuart Samuel vorsprach, sprach dieser seine vollsten Sympathien mit diesen Bestrebungen aus. * Nach einer Mitteilung Wurde Edwin Montag u e, der jüngere Bruder Lord SwaythlingS, der bereits Unterstaatssekretär im Schatzamte war, zum Kanzler des Herzogtums Lancaster gewählt. Sir Herbert Samuel, der bisherige Postminister, Wurde zum englischen Minister des Jnneren ernannt. * Das Am erikanisch-Jüdische Hilfskomitee teilt mit, daß die Beträge für die durch den Krieg nolteidenden Juden am 23. Oktober insgesamt die Summe von Dollars 1,184.746.18 erreicht haben. Auf der letzten Sitzung des Verteilungskomitees würgen folgende Beträge bewiligt: Dollar 100.000 für die Juden in den von den Deutschen und Cesterreichem okkuppierten Gebieten Russisch- Folens; Dil. 75.00q für eie notleidenden Juden in Gründung eines jüdischen Gesangvereines. In akademischen Kreisen hat sich in den letzten Tagen ein Gesangverein zur Pflege des jüdischen und hebräischen Liedes gebildet Sangesfreudige, stimmbegabte Sänger und Sängerinnen (auch Nicht-Akademiker) werden zur Teilnahme aufgefordert und mögen ihre Adressen dem Leiter, cand. phxl. ^Siegfried Grzyb, Wien IX., Bergg. 18/23 angeben. * Komitee zur Aufklärung über ostjüdische Fragen. Mittwoch, den 12. d. M. hielt Herr Dr. Nathan Birnbaum im Festsaale des Ingenieur-und Architektenvereines den dritten der Vorträge des angekündigten Zyklus. Wie zu erwarten, fand der Gegenstand seiner-Ausführungen „Die Sprache der Ostjuden“ in ihm einen Interpreten von Wärme und eindruckvollster Beherrschung des Themas. Seine begeistert: Beweisführung für die These, daß das Jiddische als eine besondere Sprache zu achten sei, war der Niederschlag jahrzentelanger Bemühungen, diesem Stiefkind unter den Idiomen Geltung und Anerkennung zu erkämpfen. Der Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen. Jüdische Handelsakademiker werden im Interesse einer jüdischen Angelegenheit ersucht, |ihre Adressen dem Herrn Weishut (Wien, II. Zirkusgasse 33) mitzuteilen. BudriranfUung R. fiöwif, Wien I. Rotenturmstraße 22 Zwei neue Bücher von Martin Buber Vom Geist des Judentums Reden und Geleitworte. — Erscheint Anfang Februar. — Gewöhnlicher Preis K 6.75 Subskriptionspreis (bis 21. Januar) K 5.25 Die jüdische Bewegung Reden und Aufsätze.— Erscheint Ende März. Gewöhnlicher Preis K 6.75. Subskriptionspr. (bis 15. März) K 6.— Zwei neue Jüdische Romane: Gustav Meyrink: Der Golem K 5.25 Max Brod: Tycho de Brahes Weg zu Gott — K 6.— Zur Jüdischen Politik : Juden im Kriege. Denkschrift der Poale Zion — K 1.50 Jüdisches Archiv. Lieferung 4/5 K 1.— 7. Tätigfieifsfierithf des Armenambulatoriums des Zionistischen Zentralkomitees für Kriegsflüchtlinge, Wien, II., Taborstraße 20 a. In der Besuchszeit vom 1. November bis 31. Dezember 1915 wurden behandelt in der Ambulanz für: Augenkranke: November 341, Dezember 267; Brillenbestimmung n: November 146, Dezember 53; Chirurgie: November 315, Dezember 289; Frauenkrankheiten: November 525, Dezember 539; Haut- und Geschlechtskrankheiten: November 247, Dezember 211; Interne I.: November 209, Dezember 230; Interne II.: November 218, Dezember 231; Interne III.: November 488, Dezember 577; Kinderkrankheiten L: November 66, Dezember 115; Kinderkrankheiten II.: November 134, Dezember 112; Nase und Kehlkopf: November 386, Dezember 280; Nerven: November 195, Dezember 215; Ohrenkrankheiten: November 95, Dezember 96; Orthopädie: November 145, Dezember 140; Zahnheilkunde und Zahnersatz: November 225, Dezember 335. — Zusammen 7425 Patienten. Seit Bestand des Ambulatoriums: 48.605 Patienten. Primarius Dr. Ludwig Stricker m. p. verantwortlicher Leiter. Dr. Karl Pollak m. p. Präsident des Kuratoriums, Leiter-Stellvertreter. Spenden für das Armen-Ambulatorium. Evidenzbüro Alfred Wachtl K 5.—, Dr. Felix Schiff 20.—, Hermann v. Back (2 Spende) 100.—, Gustav Ungar, Wr. Neustadt 10.—, Emil Husserl 5.—, H. Förster, Holzenhain 2.—, Sanatorium Purkersdorf 5.—, Dr. Hubert Skutetzky, Wischau 10.—, Michael Benies 50.—, August Freund 2.—, Karoline Fuchs 10.—, Gisela Schweinburg 4.—, Ph. Fleischei 50.—, Gisela Holländer, Tschyhitz 2.—, Ignaz Stonek, Fabrikant, Brünn 40.—, Ignaz Schwarz’ Neffen, Trautenau 30.—, O. Rosenwald 3.—, Ing. Heinrich Janasz 4.—, Oswald Inst, Deutsch-Paulow 10.—, Marja Karmel 5.—, Heller & Askonas 5.—, Helene Simon, Teplitz-Schönau 3.—, Eduard Schwarz 50.—, A. & S. Goldberg 2.—, M. Angermann 2—, Georg Grün 10.—, A. Bauernfreund, Völkermarkt 5.—, E. Niederhofheim 5.—, Theodor Ehrenstein 20.—, K. & L. Fanta, Nachod 10.—, Dr. Fritz Hochsinger 3.—, Therese Klogba, Gratzen 4.—, Simon Hoffman, Bielitz 20.—, Josef Loew 2.—, Bunan <2 Komp. 5.—, Vakuum Oil Comp. A. G. 50.—, Dr. Arthur Kaufmann 1.—, Ernst Mauthner 100.—, Frau Anna Blaskopf 4.—, Erich & Hilde Weinberger 2.—, Johanna Pollak 2.—, Adolf Loew 5.—, Kobn & Krapfenbauer 2.—, Simon Mändler 10.—, J. Rittermann 50.—, A. Gerngroß A. G. 100.—, Emil & August Lederer 100.—, S. Rudich, Kom.-Rat, Radautz 100.—, Emma Wolf 20.—, Moritz Pick 2—, Zivnostenska Banka 20.—, Siegmund Matzner 10.—, Adolf Freiwillig, Maria-Lanzendorf 10.—, Annie Wunsch 2.—, Bürgermeister Fritz Redlich, Göding 50.—, Wilhelm Wolf 1.—, Leop. Mayer 10.—, W. Bergei 2.—, Rob. Guttmann, Prag 1.—, R. L. „Ein Gelübde“ 10.—, Josef Weiner 3.—, Sandor Deutsch 2.—, Grossmann Henriette 10.—, Emanuel Fürst, Ung.-Hradisch 4.—, Moritz Goldberger 2.—, Dr. Leop. Drucker aus der Sammlung d. Residenzklub 20.—, L. Löwit 3.—, Albert Rosenberg, Mähr.-

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