Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 10 (1916)
- Issue
- 1 (7.1.1916)
- Date
- 1916-01-07
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 3 Nr/1 JÜDISCHE ZEITUNG In der Geigerschen „Allgem. Ztg. -des Judentums“ empfahl Herr Rabbiner Dr. Ziegler, die 'Israeliten mögen die Chanukah-Lichter am — 24. Dezember anzünden, mit der Begründung: „Warum denn nicht?“ Auch mögen sie statt der 8 viele Kerzlein anzünden — auch das : „Warum »denn nicht?“ * Beim Christbaum-Verkaufsstand an der Servitenkirche schimpft eine Verkäuferin gründlich über. „Saujuden“ udgl., weil ein spielender jüdischer Knabe einem Baume zu nahe gekommen ist Ihre Kollegin aber ruft ihr lachend zu, sie möge das Schimpfen heute doch lassen, denn „wann net dö stinkerten Juden wären, hätt’ ma eh’ ka Bamerl net verkauft“. * Sylvester. Warum soll ein religiöser Jude nicht Sylvester feiern dürfen? Der Name gehört .allerdings einem katholischen Heiligen, aber ebenso wenig wie der Protestant, denkt der Jude dabei an den Ursprung dieses Namens. Man feiert den Abschluß des Jahres, und das ist eine Sitte aller Kulturvölker. Von chukot hagojim kann hier nicht die Rede sein, da es sich nicht um einen religiösen Brauch handelt Allerdings entspricht es der jüdischen Weltanschauung, nicht übermütig zu werden, sondern auch in der Freude Maß zu halten. Das ist in der ernsten Zeit des Krieges umsomehr ein Gebot des Taktes. („Hamburger Israelit Familienblatt“) * jüdische Bühne. 2. Bezirk. Freitag, den 31. Dezember: Große Sylvesterfeier. Zur Aufführung gelangt: Mojsche Chajet Um 12 Uhr nachts : Großes S y 1 v e s t e r - Bild. Anzeigen und Mitteilungen. '“t Das Komitee zur Aufklärung über ostjüdische Fragen teilt mit, daß in dem von ihm veranstalteten Vortrags-Zyklus in der nächsten Zeit folgende Vorträge stattfinden: Mittwoch, den 12. Januar 1916, Herr Dr. Nathan Birnbaum (Mathias Acher) über „Die Sprache der Ostjuden“. — Donnerstag, den 20. Januar 1916, Herr Abraham Sonne über „Das Hebräische und seine Literatur bei den Ostjuden“. — Sämtliche Vorträge finden im Saale des Ingenieur- und Architektenvereines, Wien, I. Eschenbachgasse 9, statt und beginnen präzise halb 8 Uhr abends. Zionistischer Distriktstag für Böhmen. Am 12. Dezember v. J.fand - in,.Prag, der Distriktstag der zionistischen Korporationen Böhmens statt. Es waren anwesend 28 Delegierte der Vereine und 4 Mitglieder des Distriktskomitees. Herr Friedrich Mauthner entwickelte in längeren Ausführungen das Programm des künftigen Distriktskomitees. Seine Hauptaufgabe soll die feste . Organisierung der Arbeit sein, die von einem ständigen Bureau geleitet werden soll. Herr Mauthner ' besprach ausführlich die Systematik der einzelnen Sammlungen und die Grundzüge der geplanten Neuorganisation der Agitation. — In das neue Distriktskomitee wurden gewählt: Friedrich Mauthner, Norbert Adler, Dr. Max Brod, Prof. Viktor Freud, Filipp Lebenhart, Frl. Lise Weltsch, Prof. J. Wertheimer. Krakau. Zionisten treffen sich in Krakau, Cafe Sezession (Annagasse), jeden Montag und Donnerstag, zwischen 6—8 Uhr abends. Gäste willkommen. Czernowitz. Zionistentreffensich jeden Samstag; abends im Cafe Habsburg. nalthabäep-Eeiern. _ ~1 P Krakau (Chanukafeier für Soldaten). Die hiesige zionistische Organisation veranstaltete mit Hilfe : eines rührigen Damenkomitees am 5. v. M. im Festsaale der Kultusgemeinde eine glänzend gelungene- Chanukafeier für die rekonvaleszenten Soldaten der Festung ispitäler. Mehrere Hundert Krieger nahmen an reichlich gedeckten Tischen Platz; seitens dermeisten Spitalkommandos waren Offiziere und Ärzte deputativ erschienen. — Die Ehrengäste wurden von Gg. Dr. Hilfstein, der bereits längere Zeit im Felde stand und zweimal dekoriert wurde, bewillkommnet. Für die Aufrechterhaltung der Ordnung sorgten die „Schomrim“. Namens der Gemeinderepräsentanz waren Präsident Dr. Till es und Vicepräsident Dr. Landau erschienen. Das Begrüßungswort sprach Gg. Dr. F e 1 d b 1 u m, worauf der Tempelchor die Volkshymne sang. Oberkantor Diwinsky entzündete die Chanukalichter und trug mehrere Psalmen vor, worauf Feld- : rabbiner Dr. Golinski die eigentliche, von warm jüdischem Empfinden getragene Festrede hielt Nun wurde den Soldaten von den Damen eine reichliche Jause verabreicht, woran sich die Verteilung von Geschenken und Cigaretten schloß. ‘ ' Nachdem Frl. Gusti Lindenbaum mehrere Gedichte (hebräisch und deutsch) verständnisvoll zum Vortrag gebracht, sang Herr Liebling ein :i religiöses Lied. Unter den Soldaten befand sich auch ein kriegsgefangener Russe, von Beruf Ingenieur aus Kowno. Die Feier hat bei allen Anwesenden den vor- | teilhaftesten EindruckUnterlassen und beabsichtigen unsere Gesinnungsgenossen, derselben am Purimfeste eine zweite folgen zu lassen. Um das Arrangement hat. sich unter anderen auch Ingenieur G o 1 d w a s s e r verdient-gemacht Mödling. Am 5. v. M. fand hier eine Chanuka- Feier statt bei der nach Bewirtung und Beschenkung der jüd; rekonvaleszenten Soldaten Herr Ob. Kantor Österreicher unter Begleitung des Musik-Direktors Misswyski, das „Haneros halolu“ in feierlichster Weise zum Vortrag brachte. Die Festrede hielt Herr Prof. Dr. Stein. Seine Ausführungen waren so' überzeugend, daß sie den nachhaltigsten Eindruck bei dem zahlreichen Publikum hinterließen. Rezitationen und Gesangs-Vorträge der Herren Torczyner, Österreicher und Frl. Jordan aus Wien vervollständigten das Programm des erfolgreichen Abends. Ein ansehnlicher Reingewinn konnte jüdischen Kriegs-Fürsorgezwecken zugeführt werden. Bielitz. Sonntag, den 5. Dezember fand im Hotel zum schwarzen Adler eine Makkabäer-Feier statt Der Saal war bis aufs letzte Plätzchen gefüllt Das Programm bestand aus: Festrede, Rezitationen, Musikstücken, Gesang, Freiübungen u. Gerätübungen der Zöglingsriege des jüd. Turnvereins. Mit einer Ansprache enthüllte Dr. Feldstein einen Mögen David, der mit Nägeln beschlagen wurde, deren Erlös zu Gunsten der Kriegs-Landspende bestimmt war. Das beträchtliche Reinerträgnis fließt' patriotischen Zwecken und der Kriegs-Landspende zu. Petrikau (Polen). Dem jungen Verein „Agudath Zion“ ist es gelungen, schon in diesem Jahre eine Chanukah-Feier zu veranstalten. Die Feier, die Mittwoch, den 8. v. M. stattfänd, hatte vollen Erfolg. Ein zahlreiches Publikum, über 500 Personen, füllte den schönen Saal. Nach „Haneroth Halalu“, vorgetragen durch den Vereins-Chor, hielt Doktor Gottlieb aus Warschau die Festrede, die wegen ihrer Sachlichkeit und Ueberzeugungskraft allgemeinen Beifall fand. Dann folgten Gesangs- und Deklamationsvorträge. Mit der Absingung der „Hatikwah“ schloß die Feier. A. H. Ausweis öüF Spenden für Sie Cbanuhab-Biebesgaben. (Fortsetzung.) Sammlung Przemysl K 153.—, M. Friedmann K. 6.—, Ltnt. Speiser K l.-, R, Deutsch K 11.66, Oblt. Hugo Spitzer (Spende u: Sammlung) K 50.—, Smolenski K 10.—, ObStR. Reich K 20.—, Makkabi Iglau K 110.—, Dr. Präger K 5.—, Perlmutter K 2.—, Emil Kafka K 5.—, N. Jellinek K 1.22, Ing. Emil Deutsch K 5.—, Ltnt Emil Kohn (Sammlung und Spende) K 155.—, zusammen K 534.88. — Berichtigung: Die Addition des ersten Ausweises soll richtig lauten: K 442.—; Spende „Makkabi XX“ ist zu streichen; Spende „d. Jüd. Ztg.“ hat zu lauten: Spende Dr. Rosenzweig. Bisherige Gesamtsumme K 97688. — Materialspenden: Makkabäa, Preßburg; Iglauer Jüd. T. & Sp. V.; Ida Kelbl, Wien. * WINTER-ULSTER K 42. WInferrock K 48. Winteranzug K 36. Jacob Rotfiberger, k. u. k. Hoflieferant, Wien, I. Stephansplatz 9. N. Siegelbauni, Lehrer der hebr. Sprache aus Drohobycz, welcher gegenwärtig die hebräischen Kurse im zionistischen Zentralbüro leitet, ist bereit, noch einige Schüler in die Abteilung für Anfänger und Fortgeschrittene aufzunehmen. — Anfragen oder Anmeldungen von 7—9 Uhr abends, Wien, II. Zirkusgasse 33. Das Hauptbüro des Jüdischen Nationalfonds in Haag (Bierkade 8 a) richtet an die Vereine und Gesinnungsgenossen, welche im Besitz von Jahrgängen der „Welt“ von 1897 bis 1905 und von 1908 bis 1910 sind, die höfliche Bitte» diese Jahrgänge oder einzelne derselben der Nationalfondsbibliothek zu überlassen. Die im Hauptbüro doppelt vorhandenen Jahrgänge 1911 und 1912 würden auf Wunsch in Austausch gegeben werden. Die Kultusgemeinde in Hart man itz, Böhmen, verkauft 4 schön geschriebene Lifre Thoras, und können dieselben dort besichtigt werden. Lehrbuch der hebräischen Sprache für Schul- und Selbstunterricht mit Wörterverzeichnis und Schlüssel von Moses Rath, Leiter der jüdischen Volksschule in Krakau. Einzige praktische Methode zur Erlernung der hebräischen Sprache in Wort und Schrift, auch ohne Lehrer mit deutscher (resp. polnischer) Unterrichtssprache. Preis eines Exemplars (400 Seiten stark) gebunden K 4.70 mit Schlüssel K5.20. Zu bestellen bei allen Buchhandlungen oder direkt bei Moses Rath, Wien, I. Rotenturmstraße 17/18. Brielkasfen. Dr. E. M. Wir bedauern es, daß die betreffende Notiz bezüglich der „Ansiedelung jüdischer Kriegsopfer aus Galizien in Bosnien“ fälschlich so aufgefaßt wurde, als ob dieser Vorschlag es auf die Schaffung eines sogenannten „Nachtasyls“ für die Juden absehen und von der Parteileitung, bezw. von uns ausgehen würde. Schon der Umstand, daß in der bezüglichen Notiz bloß von 50—60 jüdischen Familien die Rede ist, für die der Boden von einem jüdischen Großgrundbesitzer in Bosnien (von dem auch die Anregung herrührt), zur Vertagung gestellt wird, beweist, daß hier keinerlei Bedenken hinsichtlich eines irgendwie großzügigen Planes entstehen können. Auch als offizielle Parteisache kann diese Anregung unmöglich gedeutet werden, nachdem doch in der Notiz ausdrücklich der Namen und die Adresse jenes Herrn angeführt ist, der sich mit der Sache und mit ihrer Durchführung befaßt IW RESTAURATION „zup pumänifeben KQdie“ Ch. Weiß vorm. Korn Wien, II., Hammerpurgstallg. 3. Anerkannt vorzügliche polnische u. rumänische Küche. Cafe „Marienbrücke“ .11. 1., Rotenturmstraße 31. :-: RENDEZVOUS DER ZIONISTEN. Danksagung. Für die echt jüdische Mildtätigkeit und das unermüdliche Bestreben, mir und meiner Familie in jeglicher Not beizustehen, auch meiner Ehe gesetzliche Geltung zti verschaffen, fühle ich mich verpfichtet, Seiner Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Leopold Goldschmied in Proßnitz, meinen innigsten Dank öffentlich auszusprechen. N. J. Wo hl er, Flüchtling aus Dobromil. Cafe Jägerhof Weiss) | IX., Porzellangasse 22. 5 Vornehmes Familien-Cafe ■ modemst eingerichtet j gut ventilierte Spielsäle. ■ Zentral-Lokal der Zion. Ferialverbindungen. » amtliche in- und ausländischen Zeitungen ■ sowie alle Zion. Blätter liegen auf. 5 Herausg. Alexander Geller, verantwortl. Red. David Nebenzahl — Druck v. Josef Seywald, G.m.b.H. (verantwort!. Otto Schneeweiß),Wien, II. Taborstr. 52 B