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Jüdische Zeitung · 1915-12-10 · 49 (10.12.1915) · page 1

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
9 (1915)
Issue
49 (10.12.1915)
Date
1915-12-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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/ NRTIONRL -JÜDISCHES QRGRN Mit Beilage : „DER JÜDISCHE NATIONALFONDS" ■ Erscheint wödheatlich. — Redaktion, Administration und Inseratenaufnahme: Wien, II., Zirkusgaaee Nr. 33. — Sprechstunden ■ ’ täglich von 11—12 Utir vormittags imd 4—5 Uhr nachmittags^ — Manuskripte werden nicht zurückgestellt. — Abonnemenstspreise: Für Oester- M ■ rerch-Ungam: Ganzjähri K 10.—, balbjühr. K 5.-, Vierteljahr. K 3.—. Für Deutschland: GanzjÄr. ABt. 10;—, halbjähr. Alk. 5.—, Vierteljahr. I Mk. Für das übrige Ausland: Gaozjäir. Frcs. 1§.—. EiozeIexeia®tlare 2Q b. —. Postsparkassepkooto 133.404. — Telephon 45.325, Q Nr! 49. Wien, Freitag» den 10. Dezember 1915.-™ 3. Tebeth 5676. IX. Jahrgang. * . *1 .. - •gener. Mitteilungen des „Jüdischen Kriegsarchivs“, Bisher erschienen: Heft 1 undDqppelheft2—3. Demnächst erscheint Doppelheft 4—5. Illustriert (Original-Aufnahmen aus Russisch-Polen.} Aus dem Inhalte: Qalizische Juden als Befreier österr.-ungarischer und deutscher Gefan- Die Ausrottung der Judenschaft Rußlands.'—Zur Tragödie der russischen Juden in Frankreich. Auszeichungen österreichisch-ungarischer jüdischer Offiziere und Soldaten. . Preis des., einfachen Heftes 6ß, Heller (50 Pfennig), mit Porto 80 Heller (60 Pfennig). ' -: . v : Preis des Doppelheftes K 1.— (80 Pfennig), mit Porto K 1.20 (M 1.—). T* f . - Prinz Hohenlohe — ninlster des Innern. Zu den wichtigsten Aufgaben unserer Monarchie nach Niederrmguhg der äußeren Feinde wird die neue Organisation ,des Reiches, sowie die Ueberbrückung der in der Vergangenheit jeden kulturellen und Sozialen Fortschritt lähmenden nationalen Gegensätze gehören. Hiezu ist vor allem ein einschließlich: von dei^ Lebensinteressen der Gesamtmonarchie sich1 leitendes Regierungssystem notwendig, welches in allen Reichsteilen vollständig unparteiisch den verschiedenen Nationalitäten, Konfessionen und Klassen gegenübersteht. Unter diesem Gesichtspunkte ist die Berufung des Prinzen jfiohenlohe zum Minister des Innern aufs freudigste zu begrüßen. Prinz Hohenlohe hat in seiner ganzen bisherigen Tätigkeit Soli nicht das, Avas das 'Schwert erobert, durch die innere Politik Wieder aufs Spiel gesetzt werden, dann darf in Zukunft 'nicht unter denn Deckmantel der Reichsinteressen einseitigen Machtgelüsten und nationalen, religiösen oder ökonomischen Sonderinteressen die Mission des Reiches a.ls Rechts-, Kultur- und Wirtschaftsstaat, sowie als Hort, .aller seiner ßewohner geopfert werden. Gerade darum erfüllt uns aber die Ernennung des Prinzen. Hohenlohe zum Minister des! Innern mit So aufrichtiger Befriedigung, wen seine Tätigkeit; in der Vergangenheit den .naheliegenden Schluß erlaubt, dab er auch in Zukunft ein. unbeugsamer Vertreter der modernen österreichischen Keichsidee, d.er Gerechtigkeit gegen alle Bewohner des Donaureiches ohne Rücksicht auf Nation, Konfession und Klasse und somit auch ein Anwalt der Gleichberechtigung des jüdischen Volkes sein Wird. K. sowohl in Böhmen als auch, in der Bukowina und Triek. sieb, als , einer jener wenigen österreichischen Staatsmänner gezeigt, welche für die geschichtliche Mission des Donaureidhes für die Vorraussetzungen seiner Konsolidierung und für den Zweck der Ausgleichung der nationalen und sozialen Gegensätze sowohl die notwendige Sachkenntnis, als auch die erforderliche Energie mit Konzilianz gepart besitzen. Der neue Minister des Innern hat in einem kritischen Zeitpunkte tatkräftig die Lebensinteressen der Gesamtmonarchie gegen den Separatismus! verteidigt, er hat in Triest, als auch in der Bukowina feich in Seiner Wirksamkeit ausschließlich vom' wohlverstandenen . österrei - chisehen Standpunkte, d. h. von der Gerechtigkeit und Unparteilichkeit gegen alle Nationalitäten und Konfessionen leiten lassen. Daß er auch den jüdischen Volksinteressen unparteiisch gegenüberstand und jede Rechtsverkümmerung auch uns gegenüber ablehnte, beweist, wie sehr Prinz Hohenlohe einerseits von dieser modem-österreichischen Ueberzeugung durchdrungen War, und daß er anderseits im jüdischen Volk ein. unbedingt reichstrenes. Element erblickte. Der neue Minister, des Innern wird reichliche Arbeit vqrfinden, aber bei seinen zahlreichen Erfahningen in. den verschiedenen Teilen des Reiches und, gestützt aqf cji.e.Beobachtungen während eines bereits, 16, Mongfe dauepiden, KrjegeS wii;d es. ihm, gelingen, lall das lim österreichischen Staatsleben allmählich zu sanieren, was m. seine Einflußsphäre. fäUt und was gleichzeitig im Inter- "esSe der Gesundung Oesterreichs wie der Realisierung der Lebensbedingungen aller Reichsvölker erforderlich ist. tl £ -•I %

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