Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 9 (1915)
- Issue
- 44 (5.11.1915)
- Date
- 1915-11-05
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 44;ODISCHE ZEITUNG Seite 3 J&disdies Sdiauspitl. Dem jüdischen Drama eine künstlerische Aufführungsmöglichkeit zu Schaffen, ist der Zweck der auf Anregung ein'er Vereinigung jüdischer Kunstfreunde geplanten Matineen an der Wiener Residenzbühne. Diese Vorstellungen, die ab 21. d. M. jan,’ jedem Sonntag vormittags zwischen 11 und 1 Uhr stattfinden sollen, stellen den ersten Versuch dar, dem wertvollen jüdischen Schauspiel im Repertoire des modernen Theaters seinen Rang zu Sichern. Vom IntereSse der jüdischen Oeffentlichkeit wird es abhängen, ob dieser Versuch, der ohne jede materielle Absicht der jüdischen Kunst dienen will, sich 'zu einer festen Einrichtung entwickeln wird. Die Bedeutung solcher Aufführungen für unser jüdisches Leben muß nicht erst hervorgehoben werden. Was aber eine solche Bühne für den schaffenden Dramatiker ist, wird erst ganz Zu ermessen Sein, wenn man bedenkt, daß der Mangel einer künstlerischen Darstellungsmöglichkeit mit die Schuld trägt an dem Zufälligen, Vereinzelten unserer dramatischen Produktion. Will man hoffen, so kann ein Solcher Anfang der erste Schritt sein auf dem Werdegang des jüdischen Nationaltheaters. Als erste Vorstellung ist David Pin s k i s> Arbeiterdrama „E i S i k S c h e f t e 1“ in der Uebersetzung Martin ßuber’s in Aussicht genommen. Dieses Stück 'wird nach sorgfältiger Einstudierung von den Mitgliedern der Residenzbühne unter Leitung des Herrn Direktors Bernau am Sonntag, dein 21. d. M. um 11 Uhu vormittags zur Aufführung gelangen. Sämtliche Vorstellungen finden bei populären Preisen statt. Karten zu Kronen 4.—, 3.—, 2.— und 1.—i ab 10. November an der Kasisfe der Residenz- Bühne, 1., Rotenturmstraße 20 oder in der Buchhandlung R. Löwit, I., RotenturmStraße 22. Interessenten, die ausführliche Einladungen zu diesen Vorstellungen wünschen, werden ersucht, ihre Adressen in der Buchhandlung R. Löwit abzugeben. _ RuiruM Wien, Marchesdiwan, 5676. Werte Gesinnungsgenossen! Liebe TB und TS.! Die beiden unterfertigten Verbände haben sich vereinigt, um die Sammlung der Liebesgaben für unsere Brüder im Felde und die Expedition der Sendungen zum kommenden Chanukahfeste im Interesse einer zweckvollen Organisierung zu konzentrieren.- ■ . Wir wollen an unsere Freunde hier nicht erst viele und eindringliche Worte richten: Jeder weiß, daß unseren Makkabim im Felde kein glückhafterer Augenblick beSchieden werden kann, als der des Empfanges eines Liebeszeichens aus der Heimat, einer noch So bescheidenen Botschaft ihrer Angehörigen und Freunde. Darum bitten Iwir um reichliche Zuwendungen von Spenden für unsere tapferen Kämpfer! Als Gaben Seien gewidmet: warme Bekleidungsstücke, Rauchrequisiten und Rauchmaterial — Und Geld, viel Geld! Alle Sonstigen Gebrauchsgegenstände werden hier leicht und billig besorgt werden. Den Spendern versandbereiter Pakete wird es freigestellt, den einzelnen Collis Feldpostkarten mit ihrer RückadresSe beizulegen, damit dem Empfänger Gelegenheit geboten sei, seinem! Spender 'den Erhalt der Sendung zu bestätigen. Feldpostadressen, an welche Sendungen expediert werden sollen, werden gern vorgemerkt werden. An alle, den gefertigten Organisationen und der Expd. d. BI. bekannten Feldpostadresisen wird auch die Chanukah-Nuthmer der „Jüdischen Zeitung“ geSandt werden. Alle Spenden an Geld und Material werden in der „Jüd. Ztg.“ ausgeWiesien werden. Selbst die kleinste Spende trägt bei, unsere Zwecke zu fördern, hilft, an dem Bande zu Weben, das uns und unsere Brüdfer draußen fest umschließen soll! Zionistisches Zentralkomitee für Westösterreich: Dr. Karl Pollak, Wien, II., . Zirkusgashe Nr. 33. 2. Kreis (WeStösterreich) der Jüdischen TumerSchaft, Robert Kien, Wien, IX., Liechtensteinstraße Nr. 20. Alein Vs Thee Neuer Ernte Hus Oer allgemeinen Presse. Dr. W. Heiirze stellt in den „Preußischen Jahrbüchern“ (1. Oktoberheft) die „Ostjüdische Einwanderung“ nach dem Kriege als eine große Gefahr für Deutschland und auch als „ernste Bedrohung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Stellung der deutschen Juden“ dar. Als Schutz empfiehlt er die Grenzsperre gegen russische und galizische Juden, die diplomatische Unterstützung des Zionismus in Palästina und schließlich, beim Friedensschluß Rußland zu zwingen, den Juden menschliche Daseinsbedingungen zu geben. Bemerkenswert ist, daß sich die Redaktion mit dem Autor in der Einschätzung der Gefahr ausdrücklich identifiziert. Als Anschließungsgrund schlägt Heinze die Berücksichtigung der Tatsache vor, daß die einwandemden Juden Sehr arm sind und unter ihnen „nicht nur Geschlechtskranke, sondern auch Geisteskranke, Idioten verhältnismäßig häufig zu finden sind“. Auch „eine geeignete Untersuchung auf Tuberkuloseverdacht“ würde eine „Handhabung zur Abhaltung dieser unerwünschten Elemente bieten“. — In der „Wage“ Nr. 31—33 kritisiert K. W. Fritsch die hier vor einiger Zeit besprochene Broschüre Davis Trietsch „Juden und Deutsche“ recht abfällig. „Die Umwertung aller Werte durch den Krieg, Sagt er, Sollte dazu führen, mit einer Anschauung aufzuriumen, daß alles „vom Standpunkte des Geschäftsmannes betrachtet Werden müSSe“.“ Wir halten es nicht für unSere Aufgabe, Trietsch Zu verteidigen, aber wenn Fritsch den Satz bei TrietSdh: „Deutschland müsse sich bemühen, in der jüdischen Welt moralische Eroberungen Zu taadh'en“ mit der herabsetzenden Bezeichnung „Geschäft gegen Geschäft“ ablehnt, so ist darauf zu verweisen, daß alle Kulturpolitik, die Frankreich und England seit Jahrzehnten mit so großem Eifer betreiben und deren Wert Deutschland 'jetzt erst zu .erkennen beginnt, auch nichts als „moralische Eroberungen“ sind. An eine „Ausdehnung des Deutschtums“ auf die Juden hat TrietSch —t trotz zugegebener mancher unglücklicher Stilisierung in Seiner Schrift — nicht gedacht. Die deutsch-tschechiSch-jüdischen Erörterungen, die Fritsch daran knüpft, gehören also nicht zur Sache und beruhten an Sich nirgends die Tiefe der Frage. Es genügt zu sagen, daß sie in echt jüdisch-liberalem Sinne gehalten sind. EbenSa sei konstatiert, daß er Hermann Feldsteins Broschüre „Polen und Juden“ lesenswert findet. Uns scheint, auch ein eingefleischter Assimifant müßte sich von der Leere und Phrasenhaftigkeit in Feldsteins Schrift geradezu abgestoßen fühlen. MCafe „Marienbrücke“ ■ I., Rotenturmstraße 31. RENDEZVOUS DER ZIONISTEN. lililiEMHW- Ocularlum im. L ttitMüBtÄ Bn Imwai MaoMt. »■■■■«! UjM-rtM IS. Untersuchung der Augen und Vorordnung passender Augengläser täglich von 9 Uhr bis 7 Uhr abends kostenlos unter Leitung d. Augenarztes Hm. Dr. Poborski. Brillen und Zwicker von K 3.— Telephon Nr. 8636. Für die Kriegslandspende! In Seide gewebte Bilder von Dr. Theodor Herzl als Schreibtisch- und Wandschmuck besonders geeignet — Preis mit Passepartout K 1.50 p. 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