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Jüdische Zeitung · 1915-09-22 · 38-39 (22.9.1915) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
9 (1915)
Issue
38-39 (22.9.1915)
Date
1915-09-22
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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betu 6___ ___ JODISCHE ZEITUNG __ Nr. 38/& Bnzeigen uni Korresptnütnzen. I Wien. Samstag, den 2.Okt. LJ. abends8Uhr, findet im Saale des Vereines! der Literaturfreunde, Wien, I., Postgasse 13, ein Vortrag des Herrn Dr. Nathan Birnbaum (Mathias Ascher) über das Thema „Der Krieg und die Hoffnungen der Ostjude n h e i t“ statt. Der Herzl-Klub, jüdischer Bildungsverein in Wien, II., Untere Augartenstraße 11 eröffnet am 4. Oktober 1915 seine diesjährige Unterrichtstätigkeit. Vornehmlich jüdisches Wissen ist es, das zu verbreiten er sich zur Aufgabe stelle te, ein Ziel, welches er durch Abhaltung von Kursen für hebräische Sprache, jüdische Geschichte, jüdische und hebräische Literatur sowie Vorträge über aktuelle Probleme des Judentums zu erreichen strebt. Wie alle Bildungsvereine so ist auch der Herzl-Klub in Bezug auf Beitragsleistung auf demokratischer Basis gestellt und bedarf daher, wie jeder Bildungsverein, eifriger, auch materieller Förderer. Es ergeht nun an alle Juden, die am Judentume und jüdischen Wissen Interesse haben, die Aufforderung, dem Herzl - Klub als Mitglied, sei es zur Pflege des Wjssens, sei es als Förderer beizutreten. Am 4. Oktober 1915 beginnen 2 Hebräischkurse für Anfänger und 2 für Fortgeschrittene. Der übrige Lehrplan wird noch publiziert. Einschreibungen jeden Mittwoch und Samstag ab 8 Uhr abends. Mitgliedsbeitrag 50 Heller monatlich. Herr Dr. Kadi sch eröffnet anfangs Oktober dieses Jahres ein zionistisches Seminar, umfassend ca. 8 Vorträge über „Aktuelle Probleme des Judentums“. Karten für dieses Seminar zum Preise von K 2.— fülr Mitglieder und K 2.50 für Gäste sind täglich im Sekretariat II., Untere Augartenstraße 11 (Eingang durch das Kaffee Rembrandt) ab 8 Uhr abends erhältlich. — Um .eine Kräftezersplitterung zu verhindern, hat der Herzl-Klub die einheitliche Organisierung dieses Seminars übernommen und werden die Vereine hiemit eingeladen, die Teilnehmerzahl und das bezügliche Adressenmaterial ehestens dem Sekretariate bekanntzugeben. Samstag, den 25. September findet im' Vereinslokale des „Herzl-Klub“ ein Vortrag' des Herrn Dr. I. Schipper über: „Probleme der' jüdischen Literatur“ statt. Gäste willkommen. Erster Wiener Jüdischer Turnverein, Wien, IX., Liechtensteinstraße 20. Der Erste Wiener Jüdische Turnverein hat auch in der Kriegszeit seinen Betrieb aufrecht erhalten. Derselbe eröffnet wie alljährlich auch' heuer seinen neuen Betrieb mit folgenden Turnzeiten: Damen- Mittwoch I l.Abtlg. Vs?—8h Freiübungen Abtlg. Samstag | 2.Abtlg. J/?8—9h gemeinsam Herren- und Zöglings - Abteilung : Montag 1 1. Abtlg. %7 — 8 . Freiübungen Donnerstag ( 2. Abtlg. Vs8 — 9 gemeinsam Behördl. konzess. Kinderturnschule unter der bewährten Leitung des Herrn Prof. Max Guttmann. — Hygienisches Männertumen für alle Altersklassen. Der monatliche Mitgliedsbeitrag beträgt in der Damen- und Herren-Abteilung K 2.20, in der Zöglings-Abteilung K 1.60, in der Kinder- Abteilung K 4.— und in der Abteilung für Hygienisches Männertumen aller Altersklassen K 8.—. Ein Zuschauerraum (steht dem p. t. Publikum zwecks Besichtigung des Tumbetriebes zur Verfügung. Etwaige Auskünfte werden dem j>. t. Publikum an den Tumabenden im Turnlokale erteilt. Brüx. Am Sonntag, den 15. August bewirtete das Fürsorgekomitee für galizische Flüchtlinge in Brüx ca. 600 Flüchtlinge im Schützenhause!zu Oberleutensdorf mit Tee, Erfrischungen und Gebäck, wozu sich' viele Brüxer und Oberleutensdorfer Damen, insbesondere jene des jüdischen Frauenvereines zur Verfügung gestellt hatten. Eingeleitet wurde diese gelungene Veranstaltung durch eine Ansprache des Brüxer Rabbiners s. E. Herrn Prof. Dr. Adolf Biach. Nur eine Mutter weiß, welch’ große Sorgen die Ernährung eines Säuglings auferlegt, Wenn die denkbar beste Nahrung für das Kind, die Muttermilch, fehlt oder unzureichend ist Wie oft ist die Mutter ratlos darüber, was sie dem Kleinen geben soll. Experimente macht aber eine gewissenhafte Mutter nicht, sondern sie greift zu einem vertrauenswürdigen Präparate, wie dies Nestle’S Kindermehl ist, und wird sich der überraschenden Erfolge freuen. Das lehrreiche Büchlein über die Pflege des Kindes und eine Probedose vort Nestlemehl gratis erhältlich von. der Firma: NESTLE’s KINDERMEHL43ESELLSCHAFT in Wien, I., Biberstraße 1. Vom Jüdischen NationaMs. Das Hauptbüro des Jüdischen Nationalfonds im Haag teilt uns mit: Die Spenden-Eingänge des Jüdischen Nationalfonds im Monat August dieses Jahres betragen Mark 40.373.35. Die Einnahmen verteilen sich auf die verschiedenen Länder in folgender Weise: Nordamerika M 19098.—, Oesterreich M 4407.79, Deutschland M 3445.35, Canada M 2787.97, Ungarn 2422.90, Südafrika M 1743.01, Rumänien M 1543.96, England M 1404.33, Brasilien M 866.28, Rußland M 706.34, Aegypten M 452.36, Südslavische Länder M 440.74, Schweiz M 354.70, Holland M 227.60, Italien M 175.20, Dänemark M 139.33, Griechenland M 77.56, Schweden M 63.33, Frankreich M 15.91. Der Hationalhalenderdes Kriegsjahres Jüdischer Nationalkalender für das Jahr 5676 ,(1915—1916;, Wien 1915, R. Löwit, Verlag. Eine wahrhaft wertvolle und dankenswürdige Tat haben alle die vollbracht, die die Herausgabe des vorliegenden Almanachs angebahnt und zu Ende geführt haben. Die zu Beginn der national-jüdischen Bewegung aufgegri.'fene, dann aber nach Jahren fruchtbringenden Bestehens wieder aufgelassene Form des Jüdischen Volkskalenders bietet die Möglichkeit, in einem weiten Rahmen alle mit der Zeit eng verzahnten aber auch schon über sie hinausweisenden Ereignisse und Strömungen festzulegen. Diese Möglichkeit haben die beiden in der ganzen jüdischen Publizistik rühmlich bekannten Herausgeber Dr. Otto A b e 1 e s und Ludwig B a t ö in geradezu vorbildlicher Weise auszunützen verstanden; fast alle, die österreichische Judenschaft angehenden Voikotnmnisse von Wichtigkeit im’ Kriegsjahre haben Erwähnung und Deutung gefunden und das fast durchgehends von seiten der Berufensten, die für die Sache gewonnen zu haben, ein hohes Verdienst der Herausgeber und des Verlages ist Die das „Kriegsjahr 5675“ überschauende Einleitung von Ludwig Batö gibt eine gedrängte, aber alles Wesentliche berührende Skizze, die zur Würdigung dieses Zeitraumes für das Schick- sal unseres Volkes wird. Von hohem und historischem Interesse ist gerade im gegenwärtigen Augenblick die hier abgedruckte Ansprache Theodor Herzls an den deutschen Kaiser in Jerusalem, die im Jahre 1898 im1 Feldlager vor Jerusalem gehalten wurde. Die hier ausgesprochenen politischen Grundsätze des Schöpfers der zionistischen Bewegung wurden in den Aufsätzen ,,Ueber Nationaljudentum“ von Reichsratsabgeordneten Dr. Benno Straucher Inach der volkspolitischen, von Dr. Hermann Kadi sch nach der weltpolitischen Richtung hin weitergefühjrt, der die jüngst aufgetauchte „Idee des mitteleuropäischen Staatenbundes“ mit Beziehung auf das jüdische Volk bespricht; den Fragen der Palästina - Arbeit widmet wiederum Davis T rietsch, dessen; letzte Orientpublikationen eine WohlberechtigteAufmeiksamkeit hervorriefen, seinen sachlich äußerst instruktiven anregenden Artikel „Palästina als jüdisches Siedlungsgelände, während Hugo Schachtel in kurzen Schlagworten die Institutionen der zionistischen Organisation und die Leistungen der nationalen Palästinatätigkeit zusämmenstellt. Von dem1 als Redner so oft umjubelten, als Schriftsteller aber wenig gekannten Dr. Schmarjahu L e w i n, dessen selbstloser Tätigkeit in Amerika die Hilfe für das von der Kriegsnöt hart bedrängte Palästina zu danken ist, Wird ein Aufsatz über „Volk, Land und Sprache“ wiedergegeben. Was Adplf Friedemann über „David Wolffsohn“ sagt, würdigt nicht allein den großen Toten des Kriegsjahres, sondern gewährt auch einen tiefen Einblidk in die Entwicklung der zionistischen Partei. An den unvergeßlichen historischen Augenblick, da anläßlich der Wiedereroberung Lembergs das jüdische Volk' Oesterreichs an den Stufen des Radetzkydenkmals der siegreichen Armee der Monarchie und damit in Treue dem Staatsgedanken huldigte, erinnert ein begeisterter Artikel Adolf Stands, während aus dem1 k.k. Kriegspressequartier Moses Waldmann über die konkreten, sinnfälligen Leistungen der Judenschaft Oesterreichs im Weltkriege schreibt. Dr. Nathan Birnbaums Mahnung „Wir und die Flüchtlinge“ sucht einer manchen Ortes kundgegebenen Geringschätzung der Ostjuden, deren nähere Bekanntschaft der Westen infolge der Russeninvasion gemacht hat, entgegenzutreten und Dr. Wilhelm Berk elhamta'er stellt aufschlußreich und nur zu wahrheitsgetreu Ursache und Schwierigkeit der Judenfrage in Polen dar.' Interessante Einzelheiten über die Organisation der „Schomrim“ in Galizien gibt der Gründer derselben, Dr. Fischei Waschitz. Theoretische Aufsätze im engeren Sinn sind ' eigentlich nur zwei im AlmanaCh enthalten: Dr. Osias Thon forscht nach dem ethischen Gehalt des zionistischen Gedankens und seiner Vertiefung durch die Erfahrungen des Krieges, wogegen Dr. Abraham Schwadron in einem gedan'kentiefen Aufsatz das arg vemachläßigte Problem der ethischen Assimilation behandelt. Die Literatur ist durch eine Arbeit Martin Bubers über den im heurigen Jahr mitten in den ärgsten Kriegswirren verstorbenen J. L. Perez und durch eine Würdigung der „Glückei von Hammeln“ aus der Hand Meiseis vertreten. Sehr gering' ist der Anteil an Erzählungen und Dichtungen, (was, wie die Herausgeber auch (Schon in_ der Einleitung zugestehn, sich eben aus der Fülle der nach Behandlung drängenden Zeitfragen eiklärt. Umso eindrucksvoller wirken die beigegebenen Gedichte von Hugo Zuck ermann, Max Brqd, Otto Abel es, Uriei Birnbaum, Abraljam Reisen, worunter besonders Brods .„Kanaan“ hervorragt. Die im Text des Almanachs eingeSprengten gehaltreichen Zitate aus nationaljüdischen Schriften, als „Kernworte“, sind fachkundig auSgewählt. Schöne Illustrationen wij> die an MichelangelosMoSeskopf erinnernde Herzlskizze unseres gefallenen Helden Berthola Marmorstein, Gruppenbilder und Bildnisse, sowie eine photographische Wiedergabe der letzten Feldpostkarte HugoZukkermanns vom „Rachezug nach KiSchinew“ bereichern den Natipnalkalender in vorteilhaftester Weise. Das Titelbild ist eine treffliche Reproduktion aus der Lilienbibel. Nochmals: dfe jüdische Oeffentlichkeit s'dhuldet den beiden Herausgebern für die große Mühe und die Geschicklichkeit in der Zusammenstellung Dank; jn ebensolchem Maße aber muß dem Verlage R, Löwit gedainkt werden, durch dessen Entgegenkommen und Opferwilligkeit, der Nationalkalender in dieser entsprechenden Ausstattung zustande (kam und nun zu einem niedrigen Preise den Weg in das jüdische Volk finden soll. st. Eingesendet. Waren-Abteilung der 2ivnostenSkä banka, Filiale Wien. Dem Oberbeamten der Bank Herrn Max Czinner wurde für die Filiale Wien Prokura erteilt und demselben zugleich gemeinschaftlich mit dem Prokuristen Herrn Otto Smidt die Führung der Waren-Abteilung der Filiale Wien anvertraut. r Dr. fDeir u. Hlirjam Präger^ in o zeigen hocherfreut die öeburt c rc eines 5ohnes an. E *U O CM Wien, 8. Tfschri 5676 u- Gratulationsablösung durch die Kriegslandspende 1 : Cafe Jägerhof (Weiss) 5 S IX., Porzellangasse 22. S ■ Vornehmes Familien-Cafe jj Jj modemst eingerichtet £ ■ gut ventilierte Spielsäle. ■ ■ Zentral-Lokal der Zion. Ferialverbindungen. ■ ■ Sämtliche in- und ausländischen Zeitungen ■ ■ sowie alle Zion. Blätter liegen auf. Jj Cafe „Marienbrücke“ 11, s-: I., Rotenturmstraße 31. RENDEZVOUS DER ZIONISTEN. RESTAURATION „zur rumänUdien Küthe“ Ch« Weiß vorm. Köm Wien, II., Hammerpurgstallg. 3. Anerkannt vorzügliche polnische u. rumänische Küche. ...ausg. u. verantw. Redakteur: Alexander Geller. — Druck von Jos. Seywald, G. m. b. H. (verantw. O. Schneeweiß), IL, Täborstraße 52b.

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