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Jüdische Zeitung · 1915-09-17 · 37 (17.9.1915) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
9 (1915)
Issue
37 (17.9.1915)
Date
1915-09-17
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 37 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 3 eine antijüdische ' Agitation. Er versprach auch, das Memorandum zu studieren und alsdann eine Sitzung einzuberufen, zu der er den Kommandanten der Miliz und die Vertreter der jüdischen Presse einladen werde, um gemeinsam' über die Lage zu beraten. * Der Krakauer „Nowa Reforma“ wird aus Radom geschrieben, daß der frühere Stadtpräsident, der diesen Posten auch weiter behalten hat, nunmehr ein Bürgerkomitee gebildet habe, worin auch die Juden mit einer besonderen Sektion vertreten seien. Die Eisenbahn Kielce-Radom — wird weiter berichtet — befinde sich in österreichischer Militärverwaltung und die Kondukteure auf dieser Strecke seien vorwiegend Juden. * Der Warschauer „Dziennfk Polski“ meldet aus B j e 1 o s t o k, welches unter deutscher Militärverwaltung steht, daß sich dort eine aus 2000 Mitgliedern bestehende Bürgermiliz gebildet habe, davon 1500 Juden. * Unter den englischen Fahnen kämpfen nach Meldung der von den Schlachtfeldern zurückgekehrten Feldrabbiner, Chief-Rabbi Hertz und Reverend Adler schätzungsweise zehn Prozent der gesamten jüdischen Bevölkerung Englands, über 20.000 Juden. Außerdem würden noch 5000 als Rekruten ausgebildet. Die beiden Rabbiner wußten von vielen Zügen des Heldenmuts jüdischer Soldaten zu berichten, die sie aus dem Munde des Feldmarschalls French und anderer hoher Offiziere vernommen hatten. Der Feldmarschall habe dem Mute jüdischer Krieger hohe Anerkennung gezollt. * Vor kurzem ist in Schweiz der Grund gelegt worden zu einer jüdischen, weltumspannenden Organisation, die berufen ist, die seelische Not von tausenden von jüdischen Kriegsgefangenen zu lindern und der in Zükunft, solange der ewige Weltfriede nicht errungen ist, große Aufgaben zufallen werden. Diese Organisation nennt sich „Der Rote Magen-David“; sie ist bestrebt, für die Heilung der Wunden, welche den jüdischen Seelen in den Gefangenenlagern geschlagen werden, alle ihre zu Gebote stehenden Mittel anzuwenden. In der Schweiz, dem Geburtslande des Roten Kreuzes, sollte auch der Gedanke des „Roten Magen-David“ geboren werden. Weit davon entfernt, in irgend welcher Weise eine „jüdische innere Mission“ treiben zu wollen, wird der Rote Magen-David nur die seelische Not derjenigen Kriegsgefangenen zu lindem suchen, welche diese selbst empfinden. Mag sich dieselbe bei vielen auch nur äußern in den schwächsten religiösen Regungen, deren eine jüdische Seele noch fähig ist. (Wie sehr man der Sache Glück wünschen mag, ist es doch verwunderlich, daß die Gründer diesen Namen gewählt haben, der schon für manche andere Aktionen, besonders in der Türkei, gebraucht worden ist und für welche er besser paßt. — Anm. d. Red.) * Nachdem im Königreich Sachsen den russisch-jüdischen Kindern der Besuch höherer Schulen untersagt war, ist eine Aenderung dieser Maßregel eingetreten, daß unter bestimmten Voraussetzungen ausnahmsweise Schüler zum Besuch der höheren Schulen zugelassen werden. Die Voraussetzungen treffen bei einem großen Teil russisch-jüdischer Familien zu. Für die Interessen des Beteiligten haben sich in hervorragender Weise die sächsischen Vertreter des Reichsvereins der deutschen Juden eingesetzt. * Anzeigen als Anzeichen. I) (Aus einem Wiener Tagblatte): Heiratsv e r m i 111 un g für ungarischen Oberstuhlrichter gesucht aus guten vermögenden (israelitisch.) Familien. Derselbe ist 43 Jahre alt, Christ, adelig. Gefl. Offerten unter „Ideal“. II. „Der Kaiser hat mit allerhöchster Entschließung aus besonderer allerhöchster Gnade gestattet, daß Her Sektionschef im Eisenbahnministerium Siegmund Sonnenschein Ritter v.Solvis sich künftighin mit WeglasSung seines bisherigen Geschlechtsnamens lediglich nach dem Prädikat „Ritter v. Solvis“ nennen und schreiben dürfe.“ beste Nahrung für Säuglinge, Rinder. Rekonvaleszente nach Magen-u.Oarmerkrankungen 0 Jederzeit erhältlich. Probedose und lehrreiche ärztliche Broschüre Uber Kinderpflege gratis durch die Nestle’s Kindermehl-Gesellschaft, Wien, I. Biberstrasse. 1. Zionisten im Eelüe. Von den im Felde stehenden Mitgliedern der jüdisch-akademischen Verbindung „Haschachar-Przedswit“ in Krakau erhielt A. H. und Ehrenmitglied Dr. Chaim H i 1 f s t e i n, der zunr Oberarzt befördert wurde, in Anerkennung vorzüglicher und aufopferungsvoller Dienstleistung ■ vor dem Feinde das goldene Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille und das Ehrenzeichen der 2. Klasse des Roten Kreuzes. A. H. Dr. Dawid Turn heim, Assistenzarzt, A. H. Dr. Leo Landau, k. k. Leutnant (derzeit in russischer Kriegsgefangenschaft) und Osias Schwarz, k. k. Leutnant, wurden für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten vor dem Feinde mit dem Signum laudis ausgezeichnet. Leutnant Bruno Stein vom bosn.-herz. I.-R. Nr. 4, der bereits zum zweiten Mal verwundet wurde, ist für sein tapferes Verhalten bei den Karpathenkämpfen mit der großen silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet worden. EersonalDaMiten. Vorgestern verschied im 62. Lebensjahre in Wien der hier als Kriegsflüchtling weilende Gg. Landesadvokat Dr. Lazar Z i p s e r aus Kolonien. Der Verblichene erfreute sich in seiner Vaterstadt großer Popularität in allen Kreisen und war Mitglied des Kultusvorstandes, des Bezirksschulrates und des Gemeinderates und Vorsitzender des jüdischen Schülerheims. Aufruf! Jtteint Sssssss; «■MiH iSifS SiSSS Für nachbenannte Personen sind aus Amerika von ihren Verwandten und Freunden Geldsendungen eingelangt: für Johann Agnitsch, Lienfeld Nr. 65, Post Gottschee (Unt.- Krain) von Henry Gergollit, Queen Av. Glon Morris P. O. Woodhaven; für Meier Haloti, Zborow, von Sigmund Heller, Newyork; für Frieda Davidmann bei August Wolf, Boryslaw von Alex. Hammermann, Newyork; für Chana Muschkatenblut, Chokowa Yonjaif, von Abraham Muschkatenblut, Cincinnati, Ohio; für Moses Lifschitz, Waschkoutzvon Salomon Lazor, Newyork; für Hersch Sanowicz, Gurahumora von I. Stein, Newyork; für Ernestine Menczel bei P. Pecher, Wiznitz von AH fred Menczel, Newyork; für Shia Zuckerbrod, Wloczlawek, Gouv. Warschau von S. Schneidermann, Brooklin. Anspruchsberechtigte wollen sich unter Beibringung von Identitätspapieren persönlich täglich (mit Ausnahme von Samstag und Sonntag) von 11—1 Uhr vormittags oder schriftlich an den Unterzeichneten wenden. Auch werdendritte Personen, die um den Aufenthaltsort einer der genannten Personen wissen, um Nachricht ersucht. K. k. Reichsratsrevisor Rudolf T a u s s i g, Zionistisches Zentralbüro, Wien, II., Zirkusg. 33. PaläsfinasHilfsEonds. Aus dem Felde: Izak Mann („Th. Herzl“, Wien) 5.—, Obltn. A. Back 2.—. Gesamtem-! gang K 421.—. 8. Zentralfondsausweis 1915. Innerösterreich: I. Mann (Th. Herzl, Wien), derzeit im Felde 5.—. Gesamteingang! K 1483.60. Gesamteingang aus Westösterreich K 2389.60. Galizien: Ass.- Arzt Dr. Ch. Hilfstein, Krakau 10.—. Gesamtsumme K 418.—. 7. Sthedtelausueis 5675. Innerösterreich: Wien: Zentralverein 1.20; aus dem Felde: Kadett M. Kudesch4.—, Obltn. A. Back 12.—, zus. K 17.20. Gesamt-, summe K 409.60. — Böhmen: per Distriktskomitee, Prag 100.—, Freie Zionistische Vereinigung, Prag K 60.—, Zionistische Mittelschü!., Teplitz 74.10, Volksverein, Nachod 73.20. Gesamtsumme K 307.30. — Mähre n-S c h 1 e s i e n: Diverse 4.80, G. Feldsberg, Nikolsburg 12.—. Gesamtsumme K 16.80. Gesamteingang aus Westösterreich K 733.70. — Galizien: „Zirei Zion“ 36.—, Dr. F. Waschitz, Lemberg 7.20, Verbindg. „Judäa“ (Lemberg) 4.80 (7. Rate), „Theodor Herzl“ (Lemberg) 2.40, zus. K 50.40. Gesamteingang K 571.80. Da das Jahr 6575 schon zu Ende geht, ermahnen wir alle unsere Gesinnungsgenossen zur Erfüllung ihrer Pflicht. Jeder Zionist muß jetzt seinen Schekel zahlen. Jede Korporation muß dafür sorgen, daß alle ihre Mitglieder diese Steuer baldigst entrichten. BudKFSifiau. Jüdisches Archiv. Heft II.—III. Vom „Jüdischen A r c h i v“, den Mitteilungen des „Jüdischen Kriegsarchiv“, ist die zweite Publikation als Doppelnummer erschienen. Auch dieses Heft berichtet weiterhin Authentisches über die Taten der Russen an der jüdischen Bevölkerung in Galizien und Russisch- Polen. Von hohem Interesse ist die Darstellung des Vizepräsidenten des Ukrainischen Bundes, die er von den Vorgängen in Sniatvn gibt und die einen guten Einblick in das System den Kulturtätigkeit der Russen in den von ihnen besetzten Gebieten gewähren. Aus den Kapiteln über die Behandlung der Juden in England und Frankreich ist die mit Material belegte Schilderung der sogenannten russisch-jüdischen Legion, die bekanntlich zu heftigen Anklagen Gustav Herves, geführt hat, zu erwähnen. Die Aufmerksamkeit weiterer Kreise wird der photographisch wiedergegebene Brief des österreichisch-ungarischen Botschafters in Washington auf sich ziehen, der die Angelegenheit der galizisch-jüdischen Flüchtlinge, insbesondere der Advokaten in Wien zum Gegenstände hat. Auch diesmal zahlreiche Berichte über die Tapferkeit und den Mut unserer jüdischen Helden auf den Schlachtfeldern. Daneben eine verläßliche Liste der Ausgezeichneten und gefallenen jüdischen Offiziere. Noch mancherlei Wertvolles ist in dem Doppelheft enthalten, das wohl geeignet ist, das immer wachsende Verständnis für die Notwendigkeit imd die Leistungen des „jüdischen Kriegsarchivs“ in allen jüdischen Kreisen zu fördern. Eingesendet. Das Krakauer hebräische Wochenblatt „Hamicpe“ teilt seinen Lesern mit, dab es nach einjähriger Unterbrechung wieder zu erscheinen beginnt und werden die Leser desselben gebeten, ihre jetzigen Adressen der Administration (Krakau, Miodowa 22) bekannt zu geben. Cafe „Marienbrücke“ .11, I., Rotenturmstraße 31. RENDEZVOUS DER ZIONISTEN. j Cafe Jägerhöf (Weiss) 5 1 IX., Porzellangasse 22. Z ■Vornehmes Familien-Cafe ■ 2 modernst eingerichtet £ ■ gut ventilierte Spielsäle. ■ ■ Zentral-Lokal der Zion. Ferialverbindungen. » ■ Sämtliche in- und ausländischen Zeitungen ■ sowie alle Zion. Blätter liegen auf. I ■■■■■■■■BBaaBBaBBaHna RESTAURATION .aut PDDiänildren Killte“ Ch. Weiß vorm. Korn Wien, il., Hammerpurgstallg. 3. Anerkannt vorzügliche polnische u. rumänische Küche. -lerausg. u. vciamw. Redakteur: Alexander Geller. — Druck von Jos. Seywald, G. m. b. H. (verantw. O. Schneeweiß), II., Taborstraße 52b:

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