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Jüdische Zeitung · 1915-07-23 · 29 (23.7.1915) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
9 (1915)
Issue
29 (23.7.1915)
Date
1915-07-23
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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«I * ‘Nr. 29 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 3 tungen derselben lebhaften Anteil und war auch im März 1913 als Kandidat für die Gremialwahlen aufgestellt. Sein Ableben hinterläßt eine fühlbare Lücke. Im Kreise der J. H. V.- iCVitglieder wird dem jungen Kollegen — Salzer war erst 24 Jahre alt — stets ein ehrenvolles Andenken bewahrt bleiben. Zionisten im EslOe. Anfangs Mai d. J. fiel bei Gorlice unser Gg. Igenieur Jakob Rothenberg, Fähnrich im . Inf.-Reg. Er war Vorstandsmitglied der zionistischen Ortsgruppe in Tarnow und hat als solcher mit seltenem Eifer und unermüdlicher Begeisterung für unsere Idee gewirkt. Vorzugsweise widnjete er sich allen Problemen unserer Jugenderziehung. Ehre seinem Andenken! Arthur Frankel, Mitglied des zionistischen Vereines absolvierter Handels- und Exportakademiker „Neure Jdiuda“, Fähnrich im 1. Ulanenregiment Nr. 4, wurde für vorzügliche Dienstleistung mit dem goldenen Verdienstkreuze am Bande der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Allerhöchster Dank für das Huldigungstelegramm d. Zionistischen Partei anläßich der Wiedereroberung Lembergs. Das Präsidium des Exekutivkomitees der Zionistischen Partei Oesterreichs erhielt die behördliche Verständigung, daß ihm im Allerhöchsten Aufträge firr die anläßlich der Wiedercrcberung Lembergs telegraphisch zum Ausdruck gebrachte Loyalitätskundgebung der Allerhöchste Dank bekanntgegeben Wird. Vom Jüdischen SMneMungs: Uro. (II. Zirkusgasse 33.) Das Jüdische Schadenerhebungsbüro, das seit zwei Monaten funktioniert und bisher über 20.000 Fragebogen ausgestellt, bezw. ausgeschickt hat, von denen die Mehrheit bereits ausgefüllt zurückgekommen ist, gibt auf Grund der gemachten Erfahrungen eine zweite verbesserte Auflage des Fragebogens, verbunden mit einem Anmeldungsbogen heraus. Der Frage- und Anmeldungsbogen wird vom 27. Juli 1015 angefangen an Wiener Flüchtlinge ausgegeben. Auswärtige und galizische Interessenten wolllen sich schriftlich an das Büro wenden. Genaue Angabe der Adresse ist erforderlich. Mit Rücksicht auf die Versendung der Bogen als Drucksache empfiehlt es sich, daß in allen Orten Galiziens sich aus der Ortsintelligenz Komitees bilden, die die Fragebogen bestellen, damit die Expedition in Postpaketen erfolgen könne. Dringende Bitte. Es wird gebeten, entbehrliche Bücher jüdischen Inhaltes in deutscher, jiddischer und hebräischer Sprache, einzusenden. Die Bücher sind für verwundete und internierte Juden bestimmt. Jedem Spender sei im voraus gedankt. Sendungen sind mit dem Vormerk „Liebesgaben für das Rote Kreuz“, portofrei an die „Isr. Seelsorge des Patriotischen Hilfsvereines vom Roten Kreuze für N. Ö.“ zu adressieren. Die „Jüdische Zeitung“ ist im Einzelverschleiß in der Buchhandlung R. Löwit, I. Rotenturmstraße 22 und in dem Zeitungsbüro Golösch mied t, I. Wollzeile 11 erhältlich. Der Anteil der Juden am Weltkrieg. Eine interessante Bilanz über Judentum und Weltkrieg versucht die in Konstantinopel erscheinende „Aurore“ aufzustellen. In den orientalischen, am Kriege direkt interessierten Ländern beträgt die Zahl der Juden 960.000. 30 Prozent von ihnen wohnen im militärischen Operationsgebiet Die andern am Kriege interessierten außereuropäisschen Länder haben eine jüdische Gesamtbevölkerung von 450.325 Seelen: Canada 60.C00, Südafrika 49.120. Aegyten 38.635, Marokko 109.712, Persien 63.010, Tunesien 65.213, Algier 64,645. Die Gesamtsumme der Juden, die nolens volens am Kriege teilnehmen und direkt die Folgen zu tragen haben, sfe'jt sich in Europa wie folgt dar: Rußland 6,287.000, Österreich-Ungarn 2,500.000, Deutschland 608.800, England 240.000, Frankreich 110.000, Belgien 20 000 (Dazu kommt jetzt noch Italien .) Die Zahl repräsentiert 93,5 Prozent der europäischen Judenheit, sodaß nur 6,5 Prozent auf die neutralen Länder fallen. In Italien, Spanien. Portugal, Schweden, Norwegen, Dänemark, Holland, Rumänien, Griechenland! und Bugalrien gibt es im ganzen 630.000 Juden. Während in Europa gegenüber 360.000 Mil!. Einwohnern, die im Kriegszustand leben, 130 Millionen des Friedens sich erfreuen, leben von 9,750,000 Juden nur 0,623 Millionen im Frieden, daß heißt, während sich das kriegführende Europa gegenüber dem friedlichen im Verhältnis von 360 zn 130 befindet, beträgt das entsprechende Verhältnis bei den Juden 3750 zu 625. Es folgt daraus, daß die Juden an den kriegerischen Ereignissen fünfmal mehr beteiligt sind, als die anderen Bürger Europas. Die im eigentlichen Operationsgebiet wohnende Bevölkerung betagt höchstens 36 Millionen, d. h. 10 Prozent der Gesamtheit. Von den Juden dagegen müssen 8,000.000, d. h. 73 Prozent die kriegerischen Ereignisse unmittelbar über sich ergehen lassen. BüAmihau. Der Verlag R. L ö w i t, Wien bereitet eine /bedeutsame Neuerscheinung vor: Die Herausgabe des literarischen Nachlasses Hugo Zuck e r m a nn s, der durch das volkstümliche Reiterlied weit über die Grenzen seines Vaterlandes berühmt geworden ist. Die engsten Freunde des Dichters haben Otto Abeies, der Zuckermann sehr nahe stand, mit der Sammlung und Sichtung seiner Werke betraut. Schon heute darf gesagt werden, daß Zuckermanns adelige Judenlieder, die kraftvollen Bibelgesängc, die herrlichen Liebesgedichte, die er seiner Gattin widmete — Ida Zuckermann ist dem Gatten freiwillig in den Tod gefolgt — die köstlichen Stimmungsbilder, welche die Anmut der österreichischen Landschaft schildern und nicht zuletzt die klirrenden Kriegslieder zu den besten und reinsten lyrischen Schöpfungen der neuen Zeit zählen. Der Verlag wird das Buch dieses österreichischen Sängers und Helden in würdiger Ausstattung anfangs September der Oeffentlichkeit übergeben. P e r e z, „Die Nacht auf dem alten Markt.“ Deutsch von Hugo Zuckermann. Dieses von uns bereits angekündigte Werk ist soeben im Verlag R. Löwit, Wien, I. Rotenturmstraße 22 erschienen. Es darf gesagt werden, daß es durch seinen tiefen Gehalt und die durchaus bibliophile Ausstattung eine seltene Zierde auf dem jüdischen Büchermarkt darsteilt. Das Buch ist als erster Band der jüdischen Liebhaberbibliothe'k in einer nummerierten Auflage gedruckt worden und wird nur an Subskribenten abgegeben. — Der Preis für das in feinstem Kalbieder gebundene Exemplar beträgt K 25.— Mk. 2Ö.—. Bestellungen nimmt der Verlag noch bis zum 15. September entgegen. Nach diesem Termin erhöht sich der Preis auf K 50.— — Mk. 50.— pro Exemplar. — Den Freunden und Verehrern von Zuckermann und Perez wird mit dieser Publikation das würdigste Andenken an diese beiden großen Menschen und genialen Dichter geboten. Wir geben hiemit allen Freunden und Bekannten schmerzerfüllt Nachricht von dem Ableben unseres geliebten Gatten und Vaters, des Herrn Dr. Isidor Hüller welcher Sonntag, den 18. Juli im 81. Lebensjahre verschieden ist. Johanna Müller, geb. Brüll Edmund Müller Dr. Ernst Müller Jüdische Buhne. (II. Taborstr. 12. Hotel Stefanie) Art Leitung J. Reismann Samstag, 24. Juli 1S15 gelangt zur Aufführung 8 Uhr abends: Gott, Mensch und Teufel, Drama in 4 Akte v. J. Gordin. Sonntag, 25. Juli V., 4 Uhr nachm, zu halben Preisen: Der Millionär als Bettler, Lebensbild in 4 Akte v. Schliefenstein. Sonntag, 25. Juli 1915, 8 Uhr abends: Dus Toirale, Operette in 4 Akte v. Tomaschewsky. ftlistinadlillsMs. „Judäa“, Lemberg K 100.— (1. Rate); Leopold Levy K 4.—; bereits ausgewiesen K 200.—, zusammen K 304.— 4. SdiedKlaiisueis 5675. Innerösterreich: Wien, Frl. Kohn („Moria“) K 20.40 (3. Rate), Zentralverein K 2.40, Frl. Orender („Moriah“) 2.40 (4. Rate), Wiener Zionistische Vereinigung K 21.60; aus dem Felde: Ing. Bochrech 1.20; zus K 48.—, ber. ausgewiesen K 301.20. Gesamtsumme K 349.20. Galizien: Dr. Spann-Tarnow 2.40 (2. Rate); Vbg. „Judäa“, Lbg. (K. Meiseis) K 3.60 (5. Rate); S. Oberländer 6.—; Henisch-Sfanislau K 10.80. Aus dem Felde: Gesammelt von E. F. Dr. L. Münzer, Ldst. Baon. 231: Oberieutn. Hermann Mautner, Oberir. Alexander Rudali, Oberlt. Martin Karman, E. F. Feldw. Dr. Israel Waldmann, Frau Dr. Cyla Waldmann, E. F. Feldw. Dr. Seinwel Kofi er, E. F. Feldwebel Dr. Rubin Schwager. E. F. Moses Fischer, E. F. Dr. Israel Münzer, E. F. Feldw. Wolf Münzer, E. F. Feldw. Hermann Joel Bloch, E. F.Feldw. Abraham Zwi Parnes, E. F. Feldw. Wolf Meersand, Feldw. Samuel Dornfest, Feldw. Josef Di wer, Feldw. Saiomon Safrin, Feldw. Jakob ZIatkes, E. F. Zugsführer Leib Rottenberg, Zugsf. Jakob Laszczower, Zugsf. Marcus Auerbach, Zugsf. Wolf Spazierer, Korporal Kl. Heller, Korporal Marcus Leuchter, Korp. Marcus Brief, Korpl. Simon G r o s s k o p f Korpi. Samuel K o r n, Inf. Moses Klein, Inf. Michl Diner, Inf. Benjamin Baras, Inf. Moses Schwadron, Inf. Abraham Hirschhorn, Inf. Elias Feld mann, Inf. Moses Margulies K 63 80, bereits ausgewiesen K 332.80; Gesamtsumme K 419.10. Nachtrag zu 5674: Dr. H. Gross, Wadowice K 4<; ber. aurgewiesen K 1.20; zus. K 41.20 Zenfralfonös. 5. Zentralfondsausweis 1915. Innerösterreich: Wien: J. Gewitsch K 15.— (1. Rate) ber. ausgew. K 1416.40 zus. K 1431.41. Böhmen: Prag: Ascherman 20.—; Zionistische Mittelschüler 16.—; Leipa: VV. Pekarek 30.—, zus. K 66.—; ber. ausgewieseu K 533.—; Gesamtsumme K 599.— Gesamteingang aus Westösterreich K 2337.40 Gilizien: J. Reich .Neu Sandez 8.—. Dr* iuris sucht Beschäftigung für Nachmittage. Unter „Dr. juris“ an die Expedition dieses Blattes. lUy Cafe „Marienbrücke* iLlli I.. Rotenturmstraße 31. RENDEZVOUS DER ZIONISTEN. Cafe Jägerhof (Weiss) IX., Porzellangasse 22. Vornehmes Familien-Cafe modernst eingerichtet gut ventilierte Spielsäle. 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