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Jüdische Zeitung · 1915-07-02 · 26 (2.7.1915) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
9 (1915)
Issue
26 (2.7.1915)
Date
1915-07-02
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Seite 3 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 26 Die zionistische Partei Oesterreichs unterbreitet Eeuer kaiserlichen Hoheit die ehrfurchtvollsten Glückwünsche zu der Zerschmetterung der Heere des Pogromzaren. Dr. Karl Po llak, Präsident des Exekutivkomitees der zionistischen Partei Oesterreichs.“ Erzherzog Friedrich beantwortete das Telegramm wie folgt: „Herrn Dr. Karl Pollak, Wien, 1. Bezirk, Schottenhof. Seine k. u. k. Hoheit, der Herr Feldmarschall Erzherzog Friedrich danken bestens der zionistischen Partei Oesterreichs für die Höchstihm übermittelten patriotischen Glückwünsche. Im Höchsten Aufträge Flügeladjutant v. L o r x.“ Zionisten im Eelöe. Die jüd.-akad. Verbindung „Hasmonäa“ in Lemberg gibt tieferschüttert Nachricht, daß ihr Bundesbruder cand. jur. Chaim Distenfeld, Kadett i. d. R. am 17. Mai auf dem Felde der Ehre gefallen ist. Fähnrich- Alois Schlesinger im 56. k.k. Inf.- R., A. H. der Z. G. V. „Jordania“ im K. Z. T. V., erhielt wegen hervorragender Tapferkeit bei der Erstürmung russischer Geschütze die goldene Tapferkeitsmedaille. Ingenieur Emst Reizes, A. H. der jüd.- akad. Verbindung „Kadimah“ ist auf dem südwestlichen Kriegsschauplatz den Heldentod gestorben. Die Juden Rußlands und der Krieg. Wie nach der ukrainischen „Rundschau“ der „Rjetsch“ berichtet, fand in Petersburg am 25. Mai (alten Stils) ein öffentlicher Vortrag A. M. Goldsteins über das Thema „Die Juden und der Krieg“ statt, der vom Vertreter der Polizeibehörden unterbrochen Wurde. Der Prälegent sprach nicht länger als 20 Minuten. Zuerst wies der Prälegent darauf hin, daß die Juden in allen Ländern ihre militärische Pflicht ehrlich erfüllten. Der Krieg zerstörte die Legende von der jüdischen Feigheit. Die. Juden haben mehr Schaden als die andere Bevölkerung erlitten, da sie keinen Boden besitzen. Ferner ging der Prälegent zur Besprechung der Lage der Juden in Polen .über und erzählte von dem polnischjüdischen Streit. Die Juden zählen in Polen 14 Prozent, aber die Polen wollen, . daß sie nicht 14, sondern bloß 6 Prozent zählen. Nach diesen Worten wurde der Vortrag wegen Abweichung vom Thema von dem Polizeibeamten abgebrochen. Büthersdiau. Juden und Deutsche. Eine Sprach- und Interessengemeinschaft. Von Davis T riet sch. Wien 1915. R. Löwit Verlag. In dieser Zeit nahender großer Entscheidungen, ist es verdienstlich, etwas Bedeutsames zu der Wichtigen Frage des Verhältnisses zwischen Deutschen und Juden zu sagen. Man kann dies tun, indem 'man tief innerliche Beziehungen zwischen Deutschtum und Judentum entdeckt, auf die dann gewisse Uebereinstimmungen und Verbindungen zurückzuführen wären, oder aber auch, indem man die Sache realpolitisch faßt und den Stand und die Aussichten des Verhältnisses beleuchtet. Trietsch ist nun natürlich seiner ganzen Anlage nach von der zweites Seite an die Frage herangegangen und man kann ihm das Zeugnis nicht versagen, daß er Wesentliches geleistet hat. Es sind wirklich ganz neue und geradezu überraschende Ausblicke, die er uns eröffnet, indem er uns in gedrängter Kürze möglichst viel Belege dafür erbringt, daß fast die ganze jüdische Gemeinschaft, selbst ein großer Teil der orientalischen Juden, durch die Sprache — Deutsch als Hauptsprache, Deutsch als Nebensprache, Jiddisch — mit dem deutschen Wirtschaftslebn verknüpft und dadurch für die Weltstellung des deutschen Volkes von großem Belang ist. Wenn ihm dabei die Interessengemeinschaft zur Sprachgemeinschaft, Jiddisch zu Deutsch wird, so darf man ihm, — der ja niemals Anspruch darauf erhoben hat, Fachmann in Fragen der Kultur und der Sprache als Kulturgut zu Sein und im vorliegenden Falle ja eigentlich nur an seine realpolitischen Zwecke denkt, — den Fehler nicht allzu übelnehmen. Und dies umsoweniger, als er ihn selbst, so gut dies geht, an einer Stelle seiner Schrift, durch eine Art Verwahrung gut zu machen sucht: „Auch soll, hier ausdrücklich über die jüdischaeutsche Sprache, nur von dem Gesichtspunkte ihres direkten Nutzens für die deutschen Sprach-, Kultur-, und ’ Wirtschäftsinteressen geurteilt werden. Ihr eigentliches psychologisches Wesen aber, vermöge dessen sie heute sehr weiten Kreisen unter den Juden und Nichtjuden als eine von der deutschen streng geschiedene und unabhängige, als eine innerlich selbstständige, eigenen Entwicklungsgesetzen folgende Sprache gilt, steht hier inicht zur Debatte.“ Mathias Acher. MinaiMten. Mitglieder des E. A. C. in Wien. Anläßlich der Anwesenheit der Herren Dr. Hantke und Dr. Jacobsohn, Mitglieder des E/A. C. in Wien, fand am San/ag, den 26. Juni eine Zusammenkunft der Vertrauensmänner aus Galizien und am Sonntag, den 27. eine Besprechung der Vertrauensmänner aus Westösterreich statt. Die Herren erstatteten beidemale ausführlichen Bericht über Tätigkeit und Taktik des E. A. C., die allenthalben vollständigste Zustimmung fanden. Vepeinsnadipiiiifen. Wien. (Herzl-Klub, II. Untere Augartenstr. Nr. 11). Mittwoch, den 7. Juli findet im Vereinsheim ein Vortrag des Herrn Dr. Otto A b e 1 e s statt. Beginn 8 Uhr. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. Die Gefahren der Sommerhitze sind zweifellos für den Säugling am größten, weil es in den meisten Fällen an einer richtigen, verläßlichen Nahrung fehlt. Geben Sie aber Ihrem kleinen Liebling Nestle’s Kindermehl, das sich schon in vielen tausend Fällen, von Generation zu Generation, so glänzend bewährt hat, dann ersparen Sie nicht nur Kummer, sondern Sie werden auch Ihr. Kindchen prächtig' gedeihen sehen. Probedose auf Verlangen sofort vollkommen gratis durch: NESTLE’s KINDERMEHL-GESELLSCHAFT, Wien, I., Biberstraße 1. Cafe „Marienbrücke“ Ha L, Rotenturmstraße 31. RENDEZVOUS DER ZIONISTEN. Nationaljüdische Budihandlnng R. &ÖWIT in Uien (Dr. Mayer-Präger) I. Rotenturmstraße Nr. 22 Ich mache' die Gesinnungsgenossen auf folgende jüdische Publikationen meines Verlages aufmerksam: Jüdisches Archiv, Mitteilungen des Komitees „Jüdisches Kriegsarchiv“. 40 Seiten stark. Bedeutendste Dokumentensammlung überden Anteil der Juden am Weltkrieg. Originalberichte über die Lage der Juden in Galizien und der Bukowina. Preis K —.60, incl. Porto K —.80. Juden und Deutsche, Eine Sprach- und Interessengemeinschaft v. D a v i s Trietsch. Diese aus bewährtester Feder stammenden Ausführungen über deutsch-jüdische Interessengemeinschaften auf sprachlichem, kulturellem, wirtschaftlichem und politischem Gebiete werden gerade jetzt, wo die zuständigen Stellen langsam erkannt haben, was die Sympathien eines 14 Millionen-Volkes wie der Juden bedeuten können, ernsthafteste Beachtung finden müssen. Preis K1.40. Dr. Hugo Zuckermann, Ein Gedenkblatt von Dr. Arnold Friedmann. Mit einem Bildnis und vielen Proben aus Zuckermanns nachgelassenen Gedichten. Dieses von Freundeshand gezeichnete kurze Lebensbild, das dem Menschen und Juden Zuckermann in gleicher Weise gerecht zu werden sucht, sollte jeder junge Jude besitzen als dauernde Erinnerung an den großen jüdischen Dichterhelden. Preis K —.60. Die Polnischen, Ein Flugblatt aus ernster Zeit von Alfred Haas. Eine poetische Verherrlichung des Schicksals der galizischen Flüchtlinge. Preis K —.20. Der Gerüchterstatter, Kriegssatiren von Beda (Dr. Fritz Löhner). Das lustigste und boshafteste von allen Büchern, die uns bisher Beda geschenkt hat. "Preis K 1.—. Cafe Maria Theresia •CK) i CK)* 1., fiohenstaufengasse 21 (Ecke Maria Theresienstraße) Vollständig neu renoviert Modernst eingerichtet (Drei Seiffertbillards). Sämtliche in- und ausländische Zeitungen liegen auf. Stamm-Cafe der Lese- und Redehalle jüd. Hochschüler. 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Mieses Matthias, Die Entstehung der jüdischen Dialekte. Zirka K 6.—. Torczyner Harry, Privatdozent an der k. k Universität in Wien: Die Entstehung des semitischen Sprachtypus Zirka K 20.— Vormerkungen werden jetzt schon entgegenge nommen. Den Gesinnungsgenossen sei auch mein Sortiment bestens empfohlen. Größtes Lager sämtlicher Judaica und Hebraica. Jedes wo immer angezeigte Buch besorge ich prompt. Günstigste Bedingungen. Ergebenst Dr. Mayer Präger in Fa. R. Löwit Wien, I. Rotenturmstraße 22. : Cafe Jägerhof (Weiss) 5 IX., Porzellangasse 22. . ■ Vornehmes Familien-Cafe 2 modernst eingerichtet ■ gut ventilierte Spielsäle. ■ .Zentral-Lokal der Zion. Ferialverbindungen. ■ Sämtliche in- und ausländischen Zeitungen.! sowie alle Zion. Blätter liegen auf. “1^ RESTAURATION „zup pumänildien KQdie“ Ch. Weiß vorm. Korn Wien, II., Hammerpurgstallg. 3. Anerkannt vorzügliche polnische u. rumänische Küche. ..wrausg, u. verantw. Redakteur: Alexander Geller. — Druck von Jos. Seywald, G. m. b. H. (verantw. O. Schneeweiß), II., Taborstraße 52b.

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