Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 9 (1915)
- Issue
- 24 (18.6.1915)
- Date
- 1915-06-18
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 3 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 23 Biidiersifiau. Jüdische Kriegsbriefe.*) Sie sind vielleicht ein wenig hastig zusammengerafft, diese Briefe von Juden aus dem Felde. Aber dafür haben wir schon jetzt, im tosenden Weltbrand, eine erste, stattliche Sammlung dieser teuren Dokumente und müssen dem Herausgeber dankbar sein. Da ist ein Brief unseres Alfred Kraus, geschrieben ein paar Tage vor seinem Heldentode. Soviel sorgende Liebe um unsere jungjüdisChe Gemeinschaft, so des Glückes voll, jetzt zeigen zu dürfen, daß er als bewußter, Jude das Beste und Höchste leisten muß, um seines Volkes unü seines Vaterlandes willen! Nur eine Bitterkeit: daß er in Serbien steht und nicht gegen Rußland kämpfen darf. „Stehe und gehe Habt Acht und im Defiliertempo durchs Leben, mein lieber Junge und Kriegskamerad. Auf frohes Wiedersehn hier oder dort.“ So schließt dieser herrliche Brief, ein Sinnbild prachtvoller Jugendfrische und adeliger Gesinnung. Leider werden wir diesen zionistischen Helden erst „dort“ Wiedersehn. Er wurde begraben, wie er es angeordnet hatte: das Antlitz gegen Erez Israel gewendet. Bei der Lektüre der zahlreichen Briefe Strenggläubiger wirkte überraschend auf midi — ich gestehe es offen — wie viele kostbare Beziehungen zu Volk und Votksseele das orthodoxe reichsdeutsche Judentum bewahrt hat und wie tief diesen Jünglingen im Herzen verankert ist, was man bloß für äußere Form, Angewöhnung, ja behagliches Philistertum hält uni was einmal Sokolow das „Teitsdh-Chumca eh-Niveau“ nannte. Ja diese Kriegsbriefe erweisen in ihrer Absichtslosigkeit die unteilbare Einheit von östlichem und westlichem Judentume. Rührend, wie sich diese Krieger im Schlachtenlärn: einen Schimmer Sabbathfreude, eine Minute religiöser Erhebung, einen weihevollen Augenblick treujüdischen Familiengedenkens erretten una dann mit beflügelter Kraft weiterkämpfen. Eine Perle, ein Zeugnis wahrhaft jüdischer Kultur ist der Brief des gefallenen Frankfurter Juden Martin Heist (unter dem Titel „Mensch sein“ veröffentlicht). Zu gering ist die Anzahl der Briefe national-jüdischer Soldaten in dieser rasch edierten Sammlung. Wohl schlägt schon der Geist der jüdischen Wanderer vom „Blau- Weiß“-Bund, unserer nationalen Turnerschaft und unserer Studenten hie und da durch. Wer aber von uns Beziehungen zu den zionistischen Kämpfern hat, ihre Leistungen, ihre Treue, ihr unausgesetztes Wirken für die Zukunft ihres Volkes unü seine Ehre kennt, wird wünschen, daß der mit gleicher Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit recht bald ein zweiter Band dem ersten folgt, ediert wird und diese Jugend häufiger zu Worte kommen läßt. Dr. O. A. Berliner Rabbiner, sucht aus ideal-ethischen Gründen f. Berlin, — Spezialarzt mit wissenschaftlichem Renomee, Ende der 40, v. J. schuldlos geschieden, Lebensgefährtin — Witwe oder schuldlos geschiedene —, die literarischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Neigungen Verständnis entgegenbringt und sehr vermögend ist. Off. unter J. L. 1770 an die Expedition d. Blattes. to Priuat: itesfauTion Jacques Benveristi’s Wien, II. Weincraubengasse Nr. 7 Türkische Speisenspezialitäten. Abonnement in und außer dem Hause. ■ 120 ■ -RESTAURATION- ■ „zur rumänischen Küche“ ■ Ch. Weiß vorm. Korn m ■ Wien, II., Hammerpurgstallg. 3. ® g Anerkannt vorzügliche polnische u. rumänische Küche, g &■■■■■■■■ Cafe „Marienbrücke“ .il- I-, Rotenturmstraße 31. RENDEZVOUS DER ZIONISTEN. Cafe Maria theresia •CMO I., ElohenstauSengasse 2: (Ecke Maria Theresienstraße) carae e ■ Vollständig neu renoviert Modentst einge- _ richtet (Drei Seiffertbillards). Sämtliche in- §und ausländische Zeitungen liegen auf. ß Stamm-Cafe der Lese- und Redehalle jüd. g 5 Hochschüler. ■ SFür aufmerksame Bedienung ist bestens g gesorgt g ecBRxtsaecxaecasecaroeeaoeecBraeJBae *) „Kriegsbriefe deutsdier und österreichischer Juden“, herausgegeben von Dr. Eugen Tannenbaum, Neuer Verlag, Berlin, 1915. Mietern. Der anläßlich des Wiederkehrenden Todestages Dr. Theodor Herzl stattfindende Trauergottesdienst wird in diesem Jahre am 1. Juli im großen Tempel (IL Tempelgasse) abgehalten werden. Die große öffentliche Herzlfeier findet am 3. Juli um 8 Uhr abends statt. Personalnadirirtiten. Am 13. d. M. ist der absolvierte Jurist Herr Bernhard Strassberg, Mitglied der akad. Verbindung „Hasmonäa“ (Czemowitz) im Alter von 24 Jahren nach kurzem Leiden gestorben. Das Leichenbegängnis fand am 15. d. M. in Baden bei Wien statt. Am 6. Juni fand die Vermählung des Herrn Gg. David Klinghoffe r, derzeit Losonez, mit Frl. Regina Gottesmann statt. ■ ■ : Cafe Jägerhof (Weiss) 5 5 IX., Porzellangasse 22. J j Vornehmes Familien-Cafe j 2 moderest eingerichtet J ■ gut ventilierte Spielsäle. ■ ■ Zentral-Lokal der Zion. Ferialverbindungen. ■ ■ Sämtliche in- und ausländischen Zeitungen ■ ■ sowie alle Zion. Blätter liegen auf. ■ Cafe ADLER I., Schottenring Nr. 12. Telephon 14737. Familien-Caf& ersten Ranges. Spezialität Adler-Platte feiner Aufschnitt and andere kalte Speisen. — Biere vom Faß. Weine offen und in Boateilten. — Neu adaptierte prachtvolle Souterrain-Lokalitäten mit Kegelbahn an Vereine und Gesellschaften za vergeben. Coalearcafe der Bakowinerischen Studenten- Verbindung Jordania*. — Sämtliche inu. ausländischen Zeitungen liegen auf. Sandor Adler. Nationaljüdische Buihhandlung R. GÖUIT in Nien (Dr. Mayer-Präger) I. Rotenturmstraße Nr. 22 Ich mache die Gesinnungsgenossen auf folgende jüdische Publikationen meines Verlages aufmerksam: Jüdisches Archiv, Mitteilungen des Komitees „Jüdisches Kriegsarchiv“. 40 Seiten stark. Bedeutendste Dokumentensammlung überden Anteil der Juden am Weltkrieg. Originalberichte über die Lage der Juden in Galizien und der Bukowina. Preis K —.60, incl. Porto K —.80. Juden und Deutsche, Eine Sprach- und Interessengemeinschaft v. Davis T r i e t s c h. Diese aus bewährtester Feder stammenden Ausführungen über deutsch-jüdische Interessengemeinschaften auf sprachlichem, kulturellem, wirtschaftlichem und politischem Gebiete werden gerade jetzt, wo die zuständigen Stellen . langsam erkannt haben, was die Sympathien eines 14 Milüonen-Volkes wie der Juden bedeuten können, ernsthafteste Beachtung finden müssen. Preis K 1.40. Dr. Hugo Zuckermann, Ein Gedenkblatt von Dr. Arnold Friedmann. Mit' einem Bildnis und vielen Proben aus Zuckermanns nachgelassenen Gedichten. Dieses von Freundeshand gezeichnete kurze Lebensbild, das dem Menschen und Juden Zuckermann in gleicher Weise gerecht zu werden sucht, sollte jeder junge Jude besitzen als dauernde Erinnerung an den großen jüdischen Dichterhelden. Preis K —.60. Die Polnischen, Ein Flugblatt aus ernster Zeit von Alfred Haas. Eine poetische Verherrlichung des Schicksals der galizischen Flüchtlinge. ‘ Preis K —.20. Der Gerüchterstatter, Kriegssaliren von Beda (Dr. Fritz Löhner). Das lustigste und boshafteste von allen Büchern, die uns bisher Beda geschenkt hat. Treis K 1.—. ln Vorbereitung befinden sich: Hugo Zuckermann, Nachgelassene Werke Herausgegeben von Dr. Otto Abeies. J. L. Perez, Die Nacht auf dem alten Mark t. Deutsch von Dr. Hugo Zuckern.ann. .(Band 1 der jüdischen Liebhaberbibliothek). Mit einem Vorwort von Martin E u b e r. Einmalige Ausgabe von 300 nummerierten Exemplaren auf echtem Ratschacher Bütten, in der Elga-Antiqua gedruckt und mit der Hand in feinstes Schafleder gebunden. Subskriptionspreis K 25.—. Mieses Matthias, Die Entstehung der jüdischen Dialekte. Zirka K 6.—. Torczyner Harry, Privatdozent an der k. k. Universität in Wien: Die Entstehung des semitischen Sprachtypus Zirka K 20.— Vormerkungen werden jetzt schon entgegengenommen. Den Gesinnungsgenossen sei auch mein Sortiment bestens empfohlen. Größtes Lager sämtlicher Judaica und Hebraica. Jedes Wo immer angezeigte Buch besorge ich prompt. Günstigste Bedingungen. Ergebenst Dr. Mayer Präger in Fa. R. Löwit Wien, I. Rotenturmstraße 22. Safe deposits CESKYCH SPORITELEN DER BOHM. SPARKASSEN Filiale in Wien, I. Schottenring 1 — Schotteng. 10. Wechselstuben: I. Schottenring 1 und I. WipplingerstraBe 22. auf Sparbücher. Einlagen in laufender Redinung laut Vereinbarung. ) Grösse Jährlich I K 6.- II K 10.— HI K 20.— IV K 30.- V K 40.- VI K 50.- Kassastunden von V»9 bis Uhr vormittags und von yg3 bis 5 Uhr nachmittags. DieRentenst. trügt die Bank aus Eia. PosierlaR-ch. grat- —.ausg. u. verantw. Redakteur: Alexander Geller. — Druck von Jos. Seywald, G. m. b. H. (verantw. O. Schneeweiß), II., Taborstraße 52b.