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Jüdische Zeitung · 1915-06-04 · 22 (4.6.1915) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
9 (1915)
Issue
22 (4.6.1915)
Date
1915-06-04
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Seite 3 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 21 Die ilalienisdien Juden. Italien ist durch seine treubrüchige Kriegserklärung an Oesterreich-Ungarn auch in die Reihen unserer Feinde getreten. Ein sehr großer Teil des italienischen Volkes — das haben die Vorgänge der letzten Wochen klar bewiesen — steht aber innerlich der hinterlistigen, beutelustigen Politik des Ministeriums Salandra—Sonnio gegnerisch gegenüber. Zu diesem Teile des italienischen Volkes gehören unzweifelhaft die italienischen Juden. Ein Vorgang schon beweist das klar: In Mailand fand vor kurzem eine große jüdische Versammlung statt, an welcher zahlreiche hervorragende Persönlichkeiten der italienischen Judensdhaft, unter ihnen auch die gewesenen Minister Luzzati und Ottolenghi teilnahmen und Reden hielten. Die Versammlung faßte eine Resolution, wonach die Juden Italiens sich den Aktionen der großen jüdischen Körperschaften ■der übrigen Länder zur Erlangung der Gleichberechtigung für die Juden einzelner Länder, in denen ihnen die Gleichberechtigung bisher versagt blieb, anzuschließen. Die Versammlung sprach den Wunsch und die Hoffnung aus, daß es nach diesem Weltkrieg, in welchem die Juden -aller Länder den opfermutigsten Patriotismus für ihre Heimatländer an den Tag legen, keinen einzigen Staat mehr geben Werde, in welchem die Juden nicht die gleichen Rechte wie ihre anderen Mitbürger besitzen würden. Dieser Beschluß richtet sich klar und deutlich gegen Rußland und seine judenfeindliche Pogrompolitik. Es ist undenkbar, daß dieselben Männer, welche unlängst sich auf den Boden dieser Resolution gestellt haben, heute zu Anhängern des Ministeriums Salandra geworden sein sollten, das die Waffenmacht Italiens in den Dienst des judenfeindlichen Rußlands gegen die judenfreundlidhen Zentralmächte stellt. Das Wesen des Judentums steht auch in imlösbarem Widerspruch zu dem Prinzip des „sacro egoismo“, des „heiligen Egoismus“, das der treulose Salandra auf seine Fahnen geschrieben hat. gleichen Bedrückungen von Polen und Juden unter dem Russenjoch deren gleiche Interessen an friedlichem Zusammenwirken auseinander- Verfolgungen der Juden durch die Polen für unvereinbar und widersinnig erklärt. Bernstein richtet an Sienkiewicz die Frage: „Wie können Sie dazu schweigen? NaAgieliigltett gegen RukM. Der amerikanisch-russische Handelsvertrag ist bekanntlich Seinerzeit von den Vereinigten Staaten gekündigt und nicht wieder erneuert worden, weil die russische Regierung sich weigerte, jüdischen Bürgern der Vereinigten Staaten ausdrücklich in einem neuen Handelsverträge die gleiche Behandlung in Rußland zuzusichern, wie Andersgläubigen, indem sie darauf verzichten soll, eine Angabe über das Glaubensbekenntnis eines amerikanischen Paßinhabers in den von den russischen Konsuln zu visitierenden Auslandspässen nach Rußland zu verlangen. Der neue Handelsvertragsentwurf, über den man jetzt zwischen Washington und Petersburg verhandelt, behandelt aber diese Paßstreitfrage garnicht, so daß die Behandlung amerikanischer Juden in Rußland die gleiche entwürdigende wie bisher bleiben würde. Präsident Wilson und sein Kabinett sind also vor der zarischen Judenpolitik mutig zurückgewichen. Ob das amerikanische Parlament auf seinen früheren Standpunkt in dieser Frage beharrt, muß man abwarten. UereinsnadiPiititen. Wien. Am 8. Mai wurde das eifrige Mitglied des Vereines zionistischer Hochschüler aus den südslavischen Ländern „Bar-Giora“ Herr C. U. M. Karl Ländler, der als Kadett-Feldwebel bis jetzt auf dem nördlichen Kriegsschauplätze kämpfte und nun für kurze Zeit beurlaubt wurde, zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert. Purim im Tempel K 23.—, Steffi Jungwirt K 4.—, A. Montilie K 1.-, Finzi K IAO, AI. Semo K —.40, zus. K 69.80; Selbstbesteuerung: Prijedor: JVIevorach K 3.—, Zemca: J. Thau K 4.—, Bes-Gradiska: Bernhard Friedmann K 4.—, Erna Rechnitzer K 4.—, Rudolf Rechnitzer K 4.—, zus. K 12.—; Sammelbüchsen: Bjelina: Baruch jun. K 14.—, Paplic K 1.76, Musafia K 3.—, Baruch sen. K 5.02, Hajon K 12.60, Elijahu K 137 (im Geschäfte), D. Grünfeld K 11.19, Barudh sen. K 12.—, Finzel K 1.5S, Baruch M. K 2.22, Alkalay K 3.86, PapoK2.41, Perera K 3.—, zus. K 90.93; Goldenes Buch: Zenica: Bezirksleiter J. Thau gratuliert Leutn. Barbag zur Auszeichnung K 5.—, derselbe begr. alle Bl. Bl. vom „Bar-Kochba“ im Felde K 5.—, Apotheker Ligeti zur Zeit im Felde K 5.—, zur Eintragung Rabb. Keller, Banjaluka K 15.—; Oelbaumspenden: Bezirksleiter Thau auf den Namen des gefallenen Leutnant Prof. Dr. Otto Goldstein K 7.— im Dr. L. Kah-Hain, zusamm. K 7.—; Ware: Zepöe: 15.50; Prijedor: 27.—, zus. K 43.50; Summe K 267.23. Gesamtsumme K 693.20. Privat: Restauralion Jacques Benvenisti’s Vite Wien, II. Weintraubengasse Nr. 7 Türkische Speisenspezialitäten. Abonnement in und außer dem Hause. ■ ntrn ■ ■ RESTAURATION; ■ „zup pumänildien Kfidie“ ■ ■ Ch. Weiß „orm. Korn ■ Der Weltkrieg im Heu:9orlter Ghetto. Seit dem ersten Tage des Krieges hatte sich die ganze „jiddische“ Emigranten-Presse in New-:York mit einer Ausnahme auf Seiten Deutschlands gestellt und unsere Sache nicht weniger warm verteidigt als die deutschen Zeitungen Amerikas. Ein einziges Ghettoblatt, das sich auf die Seite der Entente-Mächte gestellt hatte, hat im Laufe einer Woche 25.000 Abonnenten verloren und hat rasch den Kurs gewechselt. In amerikanischen antideutschen Kreisen hatte man versucht, die Million Juden in Newyork und die drei Millionen Juden in den Vereinigten Staaten gegen Deutschland aufzuhetzen, unter Hinweis auf die antisemitische Strömling in Deutschland. Diese Bestrebungen mißlangen vollständig und die Juden Amerikas sind nicht nur aus politischen Gründen antirussisch und gegen die Entente, sondern aus rein kulturellen Gründen. In diesem großen Völkerkampf ist es ihnen aufgegangen, daß sie kulturell (und auch mit ihrer Sprache) Deutschland am nächsten stehen, und dem richtigen Instinkt folgend, haben sie sich vom ersten ■Tage an zu regen und beherzten Verteidigern der deutschen Sache gemacht. Hier werden die Lügennachrichten von London, Paris und St. Petersburg kritisch gesiebt und wird ständig auf die Ueberlegenheit des deutsch-österreichischen Heeres hingewiesen. Auch den andern aus slavischen Ländern hier eingewanderten Gegnern des russischen Despotismus gilt Deutschland und das deutsche Volk als — das Volk des Buches, als der Hort der Bildung. Die Juden in Serbien. Die iserbisdie Judenschäft veröffentlicht ein Memorandum über die traurige Lage der serbischen Juden infolge des Krieges. Der Krieg hat unbeschreibliches Elend über die jüdische Bevölkerung Serbiens gebracht, Tausende ruiniert und sie gezwungen, Haus und Hof zu verlassen. Alle jüdischen Gemeinden der an der Donau, Save und Drina gelegenen Orte sind vollständig vernichtet. Die Häuser sind zerstört, die Straßen zu wüsten Trümmerhaufen feworden und die Arbeit von Jahren in wenigen tunden vernichtet und im Rauch der Bombardements und Feuersbrünste verflogen. Alle Juden, mit wenigen Ausnahmen, wurden genötigt von Ort zu Ort zu flüchten, aller Mittel beraubt. Hermann Rernstein unö Henryk Sienbietoicz. In der Newyorker jüdischen Zeitschrift „The Jewisb Weekly“ richtet Hermann Bernstein einen offenen Brief an den polnischen Dichter Henryk Sienkiewicz, den Autor von Quo vadis, worin er unter Hervorhebung der Grobes Wohlläfiglteilsltonzerf. Donnerstag, 10 Juni 1915 findet im Restaurant H e r 1 i n g e r, 11., C i r k u s g a s s e Nr. 3 ein großes Konzert des weltberühmten „Hirtenflöten-Virtuosen“ G. Kölker unter gefälliger Mitwirkung des Herrn Oberkantor Herrn M. B a 1 o g h und des bekannten Tenoristen der Jüdfschen Bühne J. Deutsch statt. Anfang 8ys Uhr abends.. Das Reinerträgnis fließt postenlosen Kantoren zu. Res. Platz 2 K.—, Entre 1 K.—. 1. ) Das Zionistische Zentralbureau, Berlin W- 15, Sächsischestr. 8 teilt den Eltern des Herrn Dr- Moritz Bienenstock, deren derzeitige Adresse nicht bekannt ist, auf diesem Wege mit, daß es von dem in Valjewo kriegsgefangenen Dr. Bienenstock Nachricht über sein Wohlbefinden erhalten hat. Die Eltern werden um Angabe ihrer Adresse gebeten. 2. ) Herr Oberrabbiner Isaak B. Thumim, in Husi, Rumänien erklärt sich zur Vermittlung zulässiger persönlicher Nachrichten ans feindliche und occupierte Gebiete, gegen Ersatz der Portospesen durch internationale Marken, bereit Spendenausuels Oes Jüfl. national: Ms der süöslauisdien Ränder. Adress‘e: Clara Barmaper-Jacobi, Zagreb, Boskoviegasse 23. Vom 1. Jänner bis 30. April 1915. Kroatien - Slavonien : Allgemeine Spenden: Agram: Dr. Plachte K 10.—, Fröhlich vom Kriegsschauplatz K 10.—, zus. K 20.—; Sammelbogen: Agram: F. Bruck K 65.—, zus. K 65.—; Sammelbüchsen: Agram: Clara Barmaper K 24.—, Dr. Jacobi K —.36, Goldschmied K 1.61, zus. K 25.97, Krizevac: Zera Hirschl K 22.03, Klein K 1.23, I. Hirschl K 1.77, J. Goldberger K —.60, M. Pscherhof K 1.—, L. Schreyer K —.40, zus. K 27.—; Kindersammelbogen: Virovitica: Milan Kohn K 12.50, M. Weber K 12.—, zus. K 24.50; Spendenbuch: Agram: Dr. Kolmar K 10.—, zus. K 10.—; Siedlungsgenossenschaft: Mitrovica: Dr. Baum auf den Namen seiner Schwester K 250.—; Ware. Agram K 3.50, Summe K 425.97. Bosnien u. Hereegowina: Allgemeine Spenden: Prijedor: Seidemann K 10.— (anläßl. Jahrzeit seines Sohnes Gideon), zus. K 10.—, Tuzla: I. Herman, anläßlich der Geburt eines Sohnes K 15.—, zus. K 15.—; Bjelina: Sammlung S. Montilja K 18.—, B. Baruch K 1.—, Guter K 3.—, Herzier K 4.—, Baruch K 1.—, Altaratz K 1.—, Papo K 5.—, Hajon K 1.—, Wette Landau—M. Herzier 5.—, Gesammelt am ■ Wien, II., Hammerpurgstallg. 3. ■ H Anerkannt vorzügliche polnische u. rumänische Küche, g Cafe „Marienbrücke“ I., Rotenturmstraße 31. RENDEZVOUS DER ZIONISTEN. Cafe Maria Cfieresia •CMO * 1., fiohenstaufengasse 2t (Ecke Maria Theresienstraße) eaa« Vollständig neu renoviert Modernst eingerichtet (Drei Seiffertbillards). Sämtliche in- und ausländische Zeitungen liegen auf. Stamm-Cafe der Lese- und Redehalle jüd. Hochschüler. Für aufmerksame Bedienung ist bestens gesorgt. •CK>CK>«caG>«CMd«CK>«caa««CBdCK>» : Cafe Jägerhof (Weiss) 5 5 IX., Porzellangasse 22. 5 j Vornehmes Familien-Cafe ■ 2 modernst eingerichtet J ■ gut ventilierte Spielsäle. ■ ■ Zentral-Lokal der Zion. Ferialverbindungen. ■ ■ Sämtliche in- und ausländischen Zeitungen ■ ■ sowie alle Zion. Blätter liegen auf. * ■ ■ n Cafe ADLER i., Schottenring Nr. 12. Telephon 14737. Familien-Cafe ersten Ranges. Adler~Plutte Nachtmahl- Spezialität feiner Aufschnitt and andere kalte Speisen. — Biere vom Faß. 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