Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 9 (1915)
- Issue
- 16 (23.4.1915)
- Date
- 1915-04-23
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 16 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 3 Gg. Dr. Alfred Grosner, Aufsichtsrat der zionistischen Sektion für den 9. Bezirk ist zum Oberarzt im Verhältnis der Evidenz ernannt worden. Der Auszug aus Ungarn. Es ist also zur Tat geworden, was so lange in der Luft schwebte: Die Abschaffung der galizischen Flüchtlinge aus Ungarn. Wie wir aus sicherer Quelle erfahren, erfolgt ihre Ueberführung nach Oesterreich auf Ansuchen gewisser jüdischer Kreise in Ungarn. Wir wollen auf die Angelegenheit in unserer nächsten Nummer eingehend zurückkommen. Die Spenöeneinnahmen des Jüdischen Hatlonalionös im März. Während des verflossenen Monats März hat der Jüdische Nationalfonds Mk. 30.223.08 an Spenden vereinnahmt. Dieselben verteilen sich auf: Nordamerika Mk. 15.382.07, Oesterreich' Mk. 6978.73, Rußland Atk. 2773.39, Deutschland Mk. . 2345.84, Rumänien Mk. 629.64, England Mk. 482.9S, Schweiz Mk. 435.66, Holland Mk. 332.93, Griechenland Mk. 224.—, Australien Mk. 222.24, Bulgarien Mk. 212.—, Ostasien Mk.lS3.60. Rrieg&Enfsdiiiöiguiig. Alle diejenigen, die Anspruch auf Kriegsentschädigung zu haben glauben, wollen mittels Korrespondenzkarte ihre Adresse dem Zionistischen Zentralkomitee in Wien, II. Zirkusgasse 33 mitteilen. Persönliche Auskünfte werden derzeit nicht erteilt. Mit Hilfe des Adressenmaterials werden dann die Interessenten gruppenweise eingeladen werden. Die Korrespondenzkarte hat außer dem Worte Kriegsentschädigung bloß die Adresse, d. h. V o r - und Zuname, galizisc hen Wohnort und jetzigen Aufenthalt zu enthalten. Für die galizischen Mittelschüler. Zugunsten der Ausspeiseaktion für jüdische Mittelschüler aus Galizien, die sich als Flüchtlinge in Wien aufhalten und die Mittelschule, bezw. Beschäftigungskurse besuchen, findet in den ersten Tagen des Monates Mai ein Festabend statt, zu dem hervorragende Persönlichkeiten und künstlerische Kräfte ihre Mitwirkung zugesagt haben. Nähere Details über das Programm werden demnächst mitgeteilt werden. Allfällige Anfragen sind an das Zionistische Zentralbüro, II. Zirkusgasse 33, 1. Stock oder an Herrn Dr. Waschitz zu richten. Zionisten im Felde. Vor einigen Tagen ist auf dem Kriegsschauplatz in den Karpathen unser Gesinnungsgenosse, der Sekundarazt des Wiener Allgemeinen Krankenhauses, Assistenzarzt in der Reserve Dr. Emil T r a m m e r, A. H. der jüd.-akad. Verbindung „Unitas“, von einer Granate getroffen, seinen Verletzungen erlegen. Wie nun das letzte Armeeverordnungsblatt mitteilt, wurde dem Genannten in Anerkennung .vorzüglicher und aufopferungsvoller Dienstleisung vor dem Feindei das goldene Verdienstkreuz mit den Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille verliehen. Dr. Emil Trammer stand im 26. Lebensjahr und war zuletzt vor Ausbruch des Krieges auf der Abteilung des Primarius Prof. Ehrmann tätig. Regimentsarzt Dr. Hermann Mayer, A. H. der „Kadimah“ in Wien, wurde zum Stabsarzt befördert. Oberleutnant Max B i r n s t e i n aus Olmütz wurde mit dem Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration ausgezeichnet und zum Hauptmann befördert. Dem Kadetten Mendel Horovitz, aktiver Bursch der „Kadimah“ in Wien, wurde die s i 1 bern e Tapferkeitsmedaille 2. Klasse verliehen. Leutnant Dr. Albert Schönhof, A. H. der jüd.-akad. Verbindung „Ivria“, erhielt noch zu seiner großen silbernen Tapferkeitsmedaille das Signum Iaudis. Einj.-Freiw. Korp. Josef Schornstein,akt. Bursch der jüd.-akad. Verbindung „Ivria“, erhielt nach kurzem Verweilen aut dem südlichen Kriegsschauplätze die silberne Tapferkeitsmedaille. Oberleutnat Dr. Armin S ch i m m er 1 ing, Temesvär, A. H. der „Makkabäa“ in Budapest, ist in russische Gefangenschaft geraten und befindet sich z. Z. in Kasan. Alfred Gärtner, Mitglied des Volksvereines „Zion“ in CTeplitz und Robert Klemperer aus Teplitz, Mitglied der „Jordania“ in Prag, sind gefallen. Oberleutnant Ing. Armin B o r e g i, Präsident des Zionistischen Zentralkomitees für Ungarn erhielt die allerhöchste belobende Anerkennung. Dr. Karl Weile r, Regimentsarzt i. V. d. E., A. H. der Verbindung „Kadimah“, wurde mit dem Signum Iaudis ausgezeichnet. Aufruf! Der Wiener Zionistische Mädchenverein „Moriah“ leitet eine Aktion ein zugunsten der jüdischen Kriegsverwundeten, die sich in Wiener Krankenanstalten befinden. Die kranken jüdischen Soldaten sollen an bestimmten Tagen besucht und mit kleinen Aufmerksamkeiten, wie Zeitungen, Zigaretten, Büchern, kleinen Erfrischungen bedacht werden. Der Mädchenverein „Moriah“ appeliert an die jüdische Oeffentlichkeit Wiens und bittet um kleine Geld- oder Sachspenden für unsere jüdischen Verwundeten. Spenden sind zu richten an Fräulein Frieda Orender, per Adr. Zionistisches Zentralbüro, Wien, II. Zirkusgasse Nr. 33, 1. Stock. Personalnadiriifiten. Am 13. April wurde uns ein treuer Mitkämpfer und Gesinnungsgenosse Herr Hugo Bleier durch den Tod entrissen. Ehre seinem Gedenken! Uereinsnadiriditen. Aus Anlaß des Todes J. L. Perez’, veranstaltet der jüdisch - literarische Klub „J. L. Perez“, Mittwoch, den 28. April 1. J. im Saale der „Jüdischen Bühne“ einen musikalisch-literarischen Abend mit folgendem Programm: 1. Jüdische Volkslieder, gesungen vom Tenor der „Jüdischen Bühne“, Herrn Deutsch. 2. Vortrag über den Dichter, gehalten von Herrn M. Gross. 3. Vorlesung aus Perez’ Werken. 4. Aufführung des Dramas „Klesmer“ von J. L. Perez. — Karten in der Buchhandlung R. Löwit, I. Rotenturmstraße, Zionistisches Bureau II. Zirkusgasse 33 und im Cafe Weiss, II. Taborstraße. Wien. (Herzlklub, Wien, II. Cafe Rembrandt, Untere Augartenstraße 9.) Samstag, den 24. 4. 1915 findet anläßlich des Perez-Abendes im Saale Hotel Kontinental kein Vortrag statt. Die Mitglieder werden ersucht dortselbst zu erscheinen. Mittwoch, den 28. 4. 1915, 8 Uhr abends. Vortrag des Gg. Herrn Dr. Zipper Gerschon: „Die Palästina-Kriegs-Landspende.“ In Anbetracht der Persönlichkeit des Vortragenden und der Wichtigkeit des Themas ersuchen wir die p. t. Mitglieder um zuversichtliches Erscheinen. Gäste herzlich willkommen. Für das Armen-Ambulatorium. Das Armen-Ambulatorium des Zionistischen Zentralkomitees für die Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina hat vor 6 Wochen auch eine zahntechnische Abteilung ins Leben gerufen. Da dieselbe naturgemäß nur mit relativ hohen Kosten erhalten werden kann, ergeht die höfliche Bitte um Zusendung von alten, außer Gebrauch gesetzten Gebissen. Dieselben können, wenn sie auch ihrem bisherigen Träger wertlos geworden sind, doch noch bei einer zahntechnischen Abteilung in einzelnen Bestandteilen nützliche Verwendung finden. Armen-Ambulatorium, II. Taborstraße 20a, Telephon Nr. A 41630. IDHBI RESTAURATION „zur Fumänildien Küdie“ Ch. Weiß vorm. Korn Wien, II., Hammerpurgstallg. 3. ■ Anerkannt vorzügliche polnische u. rumänische Küche. 5 Privat s Restauration Ww Jacques Benvenisti’s Wfe: Wien, II. Weintraubengasse Nr. 7 Türkische Speisenspezialitäten. Abonnement in und außer dem Hause. Cafe ADLERI I., Schottenring Nr. 12. Telephon 14737. 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