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Jüdische Zeitung · 1915-01-22 · 3 (22.1.1915) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
9 (1915)
Issue
3 (22.1.1915)
Date
1915-01-22
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 3 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 3 Rabbiner Mtgersolms Eliidi. Ueber Auftrag des Rechtsschutzbüros für galizisdhe Flüchtlinge hatte unser Qg. Dr. Leopold Plaschkes die gesetzliche Trauung der rituell verbundenen Reservisteneheleute Kupferberg und Gruber zu bewirken, veranlaßte nach Einvernahme mit dem Wiener Rabbinat bei der nieder-österreich. Statthalterei die Dispens von sämtlichen Urkunden, beim Leopoldstädter magistratischen Bezirksamt die Erlassung aller drei Aufgebote und sollte am 6. Januar 1. J. als Zeuge der Eheschließung beider Paare und der Legitimation ihrer unehelichen Kinder beiwohnen. Infolge beruflicher Inanspruchnahme betraute Herr Dr. Plaschkes seinen Vater, unseren Gg. Herrn Hermann Plaschkes mit seiner Vertretung bei den letztgenannten Soleanitätsakten. Als die Trauung vorüber war, bei welcher (außer Herrn Plaschkes noch Herr (Maier Brummer als Zeuge intervenierte, sagte Rabbiner Mayersohn in Anwesenheit des Herrn Ob.-Rabb. Dr. Güdemann und Rabb. Kramer, der beiden Ehepaare mit lauter Stimme wörtlich folgendes: „Gut Herr Brummer, daß Sie dabei sind, sonst würde daraus eine große zionistische Staatsaktion und Stricker könnte das Jahr nicht ausleben!“ Sofort verwies Herr Plaschkes dem Rabbiner das Ungehörige seines Vorgehens mit eindringlichen Worten und erklärte, er habe vor Rabbiner die höchste Achtung, ein Rabbiner aber, der fluche, habe seine Achtung verwirkt. Die Herren Dr. tiüdemann und Kramer nah^ men die Auslassung des Rabbiners Mayersohn mit Stillschweigen auf! Ob.-Ing. Stricker wird nun ohne Segen des würdigen Herrn Mayersohn weiterleben müssen, was für jedes Gemeindemitglied, vor allem aber für einen Kultusvorsteher un — angenehm sein mag. — UereinsnacbFitfiten. Wien. Der BC der akademischen Verbindung Libanonia in Wien hat am 7. Jänner 1. J. den einstimmigen Beschluß gefaßt, Herrn Dr. Hugo Zuckermann s. A., der die ersten sechs Semester seiner akademischen Laufbahn der Verbindung als aktiver Bursch angehört: hat, zum A. H. Zu ernennen. Dr. Hugo Zuckermann war nicht nur während der Zeit, da er dem Verbände der Libanonia angehörte, sondern auch stets nachher bis zu seinem leider so früh erlittenen Heldentode ein aufrichtiger und anhänglicher Freund der Verbindung, die mit liebevoller Freude sein begeistertes Wirken für das jüdische Volk und seine Zukunft verfolgte. Er War ein ganzer Mann und Jude, stin ehrenvolles Andenken wird in der Libanonia niemals erlöschen. Wien. („Herzl-Klub“, II., Zirkusgasse 33.) Die Vorbereitungen zu der am 9. Jänner 1915 im- Lustspieltheater stattfindenden hebräischen Theatervorstellung nehmen einen guten Fortgang. Karten sind im Vorverkäufe im Zionistischen Zentralbureau II., Zirkusgasse 33, sowie in den verschiedenen Theaterkartenbureaus zu haben. Jüdischer Gesangsverein „Hakinor“. Der unter Leitung des unermüdlichen Professor Artur Wolf stehende jüdische Gesangsverein „Hakinor“ hat seine, infolge des Krieges zeitweilig eingestellte Tätigkeit wieder aufgenommen und gedenkt vorderhand seine : Kenntnisse in den Dienst der Flüchtlingsfürsorge zu stellen. Zu diesem Zwecke veranstaltet er am 28. d. M. ein Konzert, dessen Ort und Zeit nächstens mitgeteilt werden soll. Stimmbegabte Damen und Herren werden dringend ersucht, im „Hakinor“ mit zu wirken. Anmeldungen werden jeden Dienstag zwischen 8 und 9 Uhr abends im Industriellencafe, Ecke Salzgries und Konkordiaplatz entgegengenommen. PersonalnadirLiiten. Ben-Zion und Lilli Fett zeigen hocherfreut die Geburt eines kräftigen Buben an. Neues vom lüöisdien Verlag. Die Teilnehmer des diesjährigen Delegiertentages der deutschen Zionisten haben die prächtige Spende der Leipziger Ortsgruppe bewundert, die Sonderausgabe der sechs Kongreßreden von Herzl. Die Ausgabe, ein Meisterwerk der i modernen Buchkunst, wurde in 400 numerierten : Exemplaren gedruckt. Den Rest der Auflage hat der Jüdische Verlag übernommen. Preis des schmucken Quartbandes 4 Mark gebunden. Der Jüdische Verlag, der in letzter Zeit angefangen hat, sich einer seiner wichtigsten Aufgaben zu widmen, nämlich der Pflege der Literatur und der Erziehungsmittel für die jüdische Jugend, macht auf das Modell des Salomonischen Tempels aufmerksam, das unsere Petersburger Freunde haben herstellen lassen und dessen Generalvertrieb der Jüdische Verlag hat. Das Modell ist, wie erinnerlich, auf Baubogen gedruckt, die zum Auseinanderschneiden und Zusammenkleben bestimmt sind. Das ganze bildet ein schönes und wahrhaft nationales Beschäftigungsspiel für unsere Jugend. Der Preis beträgt 7 Mark. Im Sinne der letzten Ausführungen gibt der Jüdische Verlag auch einen Prospekt über „21 gute Bücher“ heraus, den er der Aufmerksamkeit jüdischer Eltern und Erzieher empfiehlt. Das Verzeichnis enthält das Beste des Guten, das die moderne jüdische Literatur unserer Jugend bietet. Außer den „Kleinen Geschichten“ von Schalom Asch, die ja für Kinder von 7—10 Jahren berechnet sind, sind nur solche Bücher enthalten, die sich auch für die reifere Jugend eignen, also schon als Barmizwahgeschenk in Betracht kommen. Die zionistische Literatur ist durch Herzls zionistische Schriften vertreten, die Palästinaliteratur durch die schönen „Bilder aus Palästina“ von Davis Trietsch. Den Bedürfnissen der orthodoxen Kreise ist durch die Aufnahme des bekannten Bibel- und Talmudschatzes von J. Kohn Rechnung getragen. Sonst waren für die Auswahl der Bücher lediglich literarischkünstlerische und pädagogische Gesichtspunkte maßgebend. Die Zusendung erfolgt natürlich kostenlos. Zionistische Kriegsabzeichen. Aus der großen Reihe patriotischer Abzeichen, die während der Kriegszeit ans Tageslicht kamen und die häufig mehr den guten Willen des Erzeugers als guten Geschmack beweisen, ragt durch seine besondere Gefälligkeit und den sinnigen Inhalt des Emblems das- Abzeichen hervor, das von der Hilfsaktion des zionistischen Zentralkomitees zugunsten der Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina in Generalvertrieb genommen wurde. Auf dem in Altsilber gehaltenen Magen- David heben sich im Halbrelief der Kopf unseres Monarchen und des deutschen Kaisers ab. Dieses patriotische Abzeichen hat überall den größten Anklang gefunden und ist zu dem geringen Preise von 50 Hellern durch das Ziotische Zentralbüro, Wien, II., Zirkusgasse 33 zu beziehen. Wiener MorqeiuZeitung Tagblatt in jüdischer Sprache erscheint ab 1. Jänner 1915. Abonnement: Monatlich K 1.60, V«jährig K 4.50 (Probenummer gratis). BeüaMion n. fldminisiration: Wien, II. Caborslp. 52 B. ■ TO ■ ■ RESTAURATION; ■ „zup PumäniWiea Küdie“ ■ ■ Ch. Weiß vorm. Korn; ■ Wien, II., Hammerpurgstallg. 3. ■ g Anerkannt vorzügliche polnische u. rumänische Küche. “RM Privat: Restauration “irr Jacques Benvenisti’s Wien, II. Weintraubengasse Nr. 7 Türkische Speisenspezialitäten. Abonnement in und außer dem Hause. MAXTOni natürlicher ALKALISCHER SAUERBRUNN cooooooooooooooo jiCafe RstoriaS O Uornehmes Familien-Tafe o o o o o Ö modernste Frischlufiueniiiatian o A Wien, IX., Wahringersirage 12, v Uornehmes Familien-Tafe o o o o modernste Frischluftuentilatian o Wien, IX., Wahringersirage 12 Ö vis-ä-vis der Alt-Pilsenetzer Bierhalle. Ö O 1 Min. von der Universität. Billard nnd Spielsäle. O Q Couleorcafe der .loria4. Rendezoons d. Zionisten 9 | \ Sämtliche inu. ausländische Zeitungen liegen auf. I \ \J ALBERT ELSNER, Cafetier. \j 0<Z>000<00000<Z>000<Z>0 Cafe Industriellen I., Concordiaplatz Besitzer: Franz Pollak, Hugo KnöpHmactier Sitz des Sportklub „Hakoah“. Vornehmes, modernes Familiencafö. 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