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Jüdische Zeitung · 1914-10-30 · 34 (30.10.1914) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
8 (1914)
Issue
34 (30.10.1914)
Date
1914-10-30
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 34 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 3 Zionistisdies Kriegslazarett. Die B u d apester Zionisten haben in ihrem Vereinslokalcein Kriegslazarett eingerichtet. Der jüdische Pfadfinderbund für Ungarn „K a d i m a h“ stellte 500 Mitglieder in den Dienst des Roten Kreuzes, das die jüdischen Pfadfinder bereits des öfteren belobt hat. Einer der Pfadfinder folgte dem Kommandanten Dr. Dömcny ins Feld und war zugegen, als dieser von einer Kugel getroffen vor dem Feinde den Heldentod fand. '• Die londoner „Times“ greift die jüdische Tresse an. Die Londoner „Times", die seit kurzem eine höchst - unfreundliche Stellung gegen die Juden' eingenommen Hat, richtete in der vorigen Woche einen heftigen Angriff auf die jüdische Presse New-Yorks, weil diese in der gegenwärtigen Krisis Sympathien für Deutschland zeigte, ln den^ letzten Monaten hat die „Times eine Reihe vom' Artikelngebracht, in denen die Stellung Rußlands-zur Judenfrage verteidigt wird. Gleichzeitig wurde sehr wohl beobachtet, daß die „Times" eine sehr große Anzahl Inserate der russischen Regierung brachte, für die zweifellos! beträchtliche- Summen aufgewendet worden sind. Eint weiterer Kommentar dazu ist überflüssig. Unter den Hilferufen, die in dieser schweren und verworrenen Zeit in die Oeffentlichkeit dringen, möge dieser als ein besonders schmerzlicher angehört werden. Während die Flüchtlinge aus Galizien eine staatliche Hilfe erhalten und auch von privater Seite manche Unterstützung empfangen, befindet sich eine Anzahl (zirka IS Personen) von jüdischen Kriegsopfern aus fremden, teilweise überseeischen Ländern in größter, weil von keiner Seite gelinderter Notlage. Der größte Teil, darunter Frauen und Kinder, war bis jetzt in Spitälern, aus denen sie als Ausländer durch die Ueherfüllung mit Verwundeten ungeheiit entlassen worden sind. Die Unterstützungsvereine, die sonst in dergleichen Fällen helfend eingreifen, sind jetzt erschöpft, oder dienen anderen Zwecken. Es ist keine Redensart: Wenn wir als Juden diesen unseren Schwestern und Brüdern nicht helfen, so müssen sie buchstäblich Hungers sterben. Wir wenden uns daher an die breite Oeffentlichkeit und besonders an die guten jüdischen Herzen. Spenden nimmt die „Jüdische Zeitung“, II., Zirkusgasse 33, entgegen. Die äeulsdicn Juden uni der Krieg. Nach hier eingelangten Meldungen haben bisher die jüdischen Gemeinden, Waisenhäuser, Wohltätigkeitsanstalten und jüdische Private in Deutschland insgesamt 22.000 Betten mit allem, was dazu gehört, der Kriegsverwaltung für die verwundeten Soldaten zur Verfügung gestellt. Die Zahl der derzeit in Deutschland befindlichen russischen Juden beläuft sich auf ungefähr 60.000, wovon der allergrößte Teil in sehr prekären materiellen Verhältnissen lebt. Um ihrem Elend abzuhelfen und sie vor Ausweisungen zu schützen, hat der Hilfsverein der deutschen Juden dieser Tage eine Besprechung einberufen, der auch ein Vertreter der deutschen Regierung anwohnte. Es wurde beschlossen, die Lage der in Deutschland ansässigen oder zurückgehaltenen armen russischen Juden durch Sammlungen zu lindern. Die deutsche Regierung, die den Unterschied zwischen Russen und russischen Juden bereits herausgefunden hat, sagte eine glimpfliche Behandlung der russischen Juden zu. Die in Berlin -wohnenden palästinischen Juden haben der Berliner Stadtverwaltung ihre Dienste für Kriegsiürsorgezwecke zur Verfügung gestellt. Der Magistrat hat das Anerbieten mit Dank angenommen. Rulilanö uni seine Juten. In der Haltung der russischen Regierung der Juden gegenüber ist seit Ausbruch des Krieges ein ganz merkwürdiger Umschwung eingetreten. Die sozusagen als Regierungsorgane fungierenden echtrussischen Männer wechseln Küsse mit den Juden, ja die Pogromhelden küssen sogar die Thorarollen. Die geänderte Haltung der russischen Regierung in der Judenfrage tritt aber ganz besonders im Auslande zutage. So erhielt die Berner russische Gesandtschaft dieser Tage 300.000 Franken in Gold mit der Weisung angewiesen, diesen Betrag unter notdürftige russische Untertanen ohne Unterschied der Nationalität zu verteilen. Wie bekannt, leben in der Schweiz viele arme russische Juden, um die sich die russischen Behörden bisher einen Plunder gekümmert, es sei denn, daß sie sie beobachtet haben. Nun ist es anders geworden: jetzt werden die armen russischen Juden mit Geldspenden von 50 bis 300 Franken beteilt und ihnen weitere Unterstützungen in Aussicht gestellt. So sucht das in Not geratene Rußland seine „lieben Juden“ zu kapern. . . . _ Hilfsaktion des Zinonistisdien Zentralkomitees für die EiOdiilinge aus Galizien und der Bukowina. II. Ausweis. Wien. Sammlung durch ing. Karl Auf rieht: Leo Aufriebt, Adolf Hirsch, Samuel Schiller, Jak. Aufricht je 2.—, Ludwig Grünberger, H. Abtendorf, L. Tausky, Fr. Sein, P. Silbermann M. Keppich, W. Blau, O. Eichberger, L. Wiiss, Michelstem, L. Schatter, Zimmermann und 5 andere je K 1.—. Sammlung durch Frl. Mizzi A b e 1 i s : J. Trebitsch Mk. 10.— (= K 12.—), M. Mandel 4.—, A. Seidl 1.—. Sammlung durch Frl. Abelis und Dr. E. Rappaport: E. Kornfeld, Ida Weiss (Neusatz) je K 5.—, Ing. Kramer 2.—, G. Steiner, Frau Karoline Brody je K 1.—, J. Müller —.40, E. Nassau —.20. Sammlung durch Dr. B r i n g s: : Dr. Brings 6.—, Ludwig Theodor und Helene Brings je K 5.—. Sammlung durch Dr. Bernhardt: N. N. K 20.—. Sammlung durch Dr. Leo Blum: . Ing. Isidor Blum, Architekt Richard Strassmann, Dr. Leo Blum je K 5.—. Samlung durch Fritz Berger: Fritz Berger 6.—, Anny Becker, Lisi Weiss je 5.—, H. Posamentir, R. Berger, E. Glaser, H. Kaufmann, RLewy, B. Kornfeld, K. Neumark, Guth, Massarik, E. Hoppe, Benisch, Schwoner, Weinberg und 7 andere je K 1.—, Perlberg —.70, Griinberger —.50. Sammlung durch Frl. Olga E i s i n g e r: Dr. Russ 10.—, Hugo Deutsch 6.—, G. Margulies, M. Grünwald, Kirsch, Dr. Seidl, Kraus und 2 andere je K 5.—, 2 Spender je K 4.—, S. Redlich 3.—, Frankl, Ditha Glaser, Ing. Engel, Fr. Grünwald, D. Fleischmann, Wodak, O. Glaser, Duckes, J. Drucker, Dr. Liebermann und 5 andere je K 2.—, Olga Lisinger, H. Blatt, K Deutsch, M. Reich, J. Wilner, L. Mandl, A. Stein, L. Hahn, S. Kohn, S. Czuczka, A. Deutsch, Ing. Klein, J. U. C. Perschek und 2 andere je K 1.—. Sammlung durch Frl. Mizzi E g e r t h : Hirschfeld, Schiffmann je K 2.—, Sonnenschein 1.40, Braun, Montag, Camilla, Brecher je K 1.—, Fr. Weiss, —.60, Elsa Funk —.40. Sammlung durch Dr. Eckstein: Börserat Ludwig Schwitzer 100.—, Dr. H. H., Adolf Winterstein, Hermann Reif je K 20.—, Ignatz Nascher, Dr. L. Reischer, M. Guttmann, Fritzi Eckstein je K 10.— , Adolf Haas 5.—. Sammlung durch Ing. Julius Engel: Buchwald 20—, N. N. 8.—, Ing. Berger, D. Fleischmann, J. Grünwald je K 5.—, Frida Eisinger, Fein, Karl Kraus, R. Glaser, W. Krenowitz und 2 andere je K 2.—, Reis & Gi ünwald 2.50, Lisa Kohn 1.—. Sammlung durch Alfred Frankl: Maiwine Weiss, M. Schunn, Else Frankl, Olga Dusschak, Sofie König je K2.—, Julie Nowak, Marie Fischer, Leo Frankl, J. Wix, Canetti, Hedwig Herrmann, Louis Gottreich, Sofie Löwy, A. Reininger, Helene Spiegel je K 1.—, 19 andere in Summe K 10.50. Sammlung durch Alexander Geller: Ing. Ludw. Biel, Dr. Leopold Ehrlich, Bela Reschofsky, Cafetier Herz je K 20.—, Ing. Fischer, Moses Marmorek (Poggan), Schapira durch Herz je K 10.—, Pauker 5.—, Josef Boksenbaum 3.-, Berger 1.—. Bisheriges Ergebnis.K 6.164.78 Weitere Spezifikation folgt. „Hatchija“, hebr. akad. Vereinigung ladet hiemit sämtliche -hier weilenden hehr, sprechende Kollegen und Kolleginnen zu der am Mittwoch, den 4. November um 7 Uhr im Lokale des Zion. Zentralbüros, Wien, II., Zirkusgasse 33 stattfindenden Zusammenkunft. Nähmaschine leihweise für die Frau eines Landsturmmannes gesucht. Gefällige Zuschriften an die Administration d.r „jüdischen Zeitung“. Empfehlenswerte Hotels, Restaurants, Cafes etc. sasa | W | Sri fiSrieSSiriiCSri tSSe aSSs sSSf B Cafe industriellen I., Concordiaplatz Besitzer: Franz Pollak, Hugo Knöpfmacher Sitz des Sportklub „Hakoah“. Vornehmes, modernes Familiencafe. Große elegante Souterrainlokalitäten für Veranstaltungen und Versammlungen zu vergeben. 500 Pers. Fassungsraum. Cafe ADLER 11., Schottenring Nr. 12. Telephon 14737. Familien-Cafe ersten Ranges. Nachtmahl- Spezialität Adler-Platte feiner Aufschnitt und andere kalte Speisen. — Biere vom Faß. Weine offen und in Bouteillen. — Neu adaptierte prachtvolle Souterrain-Lokalitäten mit Kegelbahn an I Vereine und Gesellschaften zu vergeben. I Couleurcafe der Bukowinerisdien Studenten- Verbindung \ I Jordania’. — Sämtliche ina. ausländischen Zeitungen I liegen auf. Sandor Adler. Cafe Jägerhof (Weiss) 5 IX., Porzellangasse 22. 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Redakteur: Alexander Geller. — Druck von Jos. Seywald, G. m. b. H. (verantw. O. Schneeweiß), II., Taborstraße 52b.

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