Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 8 (1914)
- Issue
- 30 (24.7.1914)
- Date
- 1914-07-24
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr- 30 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 Miiunhridifen. Wir ersuchen die in Baden weilenden Gg. uns' umgehend ihre Adressen anzugeben. D. K., II., Karmeliterplatz 1. Die für den Jüdischen Nationalfonds in der Zeit vom 4. bis 12. Juli d. J. eingegangenen Spenden betragen Mk. 19.308,03. Hiervon entfallen auf Rußland 5745,23, Nordamerika Mk. 4594,75, Kanada Mk. 3748,21, Oesterreich Mk. 2158,OS, Galizien 1994,76, Ungarn 676,54, Brasilien 200.—; Australien 102.—; Argentinien 102.— Argentinien 83,06. Verschiedene Eingänge Mk. 5,40. - * Sitzung des Aufsichtsrafes der Siedlungsgesefischaft „Erez Israel“. Sonntag, den 12. Juli 1914, wurde in den Räumen des Hauptbureaus des Jüdischen Nationalfonds in Köln eine (Sitzung des Aufsichtsrates des Genossenschaftsfondes abgehalten. Es waren anwesend die Herren: Justizrat Dr. Bodenheimer, Köln, Vorsitzender; Dr. Franz Oppenheimer, Berlin, stellvertretender Vorsitzender; A. Simons, Haag, Ing. Kaplansky, Mitglieder des Aufsichtsrates und der Geschäftsführer Herr Groß. Die abwesenden Mitglieder des Aufsichtsrates haben ihr Fernbleiben entschuldigt und Zu der Tagesordnung brieflich Stellung genommen. Der Aufsichtsrat beschäftigte sich mit der Erledigung eines Konfliktes zwischen der Ge<- nossenschaft in Merhawjah' und deren Betriebsleiter, ferner mit der Regelung der Verwaltungsfrage der Genossenschaft für die nächsten Wirtschaftsjahre und mit der Fortsetzung der Werbeaktion zwecks Vermehrung der Mittel des Genossenschaftsfonds. In der ersten Frage ist eine völlige Einigung unter den Mitgliedern des Aufsichtsrates erzielt (worden, und auf Grund der vorliegenden Berichte des Palästina-Amtes, der Genossenschaft und des Betriebsleiters wurden Beschlüsse gefaßt, die eine befriedigende Beilegung des Konfliktes erwarten lassen. In der Verwaltungsfrage von Merhawjah umrden prinzipielle Beschlüsse gefaßt, die (dcn Zweck haben, Rechte und Pflichten der Genossenschaft sowie ihr Verhältnis1 zur Siedlungsgesellschaft in den nächsten Wirtschaftsjahren zu regeln. Es wurde schließlich beschlossen, die Propaganda für den Genossenschaftsfonds ungefschwächt fortzusetzen, um den Betrieb von Merhawjah auszugestalten, den früheren Abmachungen mit demi J. N.-F. gemäß, die Genossenschaft Dagania zu übernehmen und im Sinne des Beschlusses des letzten Kongresses den Genossens’chaftsfonds derart zu erweitern, damit er vor allem die Ausrüstung der Okkupationsgenossenschaften mit dem erforderlichen Inventar in sein Arbeitsprogramm aufnehmen kann. Es wurde in Aussicht genommen, außer der bereits erschienenen Schrift von Dr. Oppenheimer „Merhawjah“ weitere Agitationsschriften über den Genossenschaftsfonds herauszugeben und die mündliche Propaganda in erster Linie in den Ländern jüdischer Massensiedlung weitet*- Zufuhren. Iura: und Sportuesen. Kreis Westösterreich der Jüdischen Turnerschaft. Infolge Einrückens des bisheiigen Schriftführers der Kreisleitung phil. Oskar Brand, wurde Herr Ingeieur Emil Deutsch in den Kreisvorstand kooptiert. Er übernimmt die Funktionen des zweiten Vorsitzenden und Kassiers. j..In..derselben. Sitzung fand zwischen dem bisherigen 'Kreisturnrate Ingenieur Theodor Steinherz, der infolge beruflicher Ueberbürdung nicht in der Lage ist, sein Amt weiter zu versehen, und dem bisherigen Beisitzer MUC. Adolf Tag licht ein Tausch der Funktionen statt. Herr MUC. Moritz Schiller (bisher zweiter Vorsitzender und Kassier) übernahm die Funktion des ausscheidenden Schriftführers. Parteinachrichten. Die Triarier. Zeitschrift der jungen Juden. Wir veröffentlichen den ersten Ausweis der bei der Wiener Zionistischen Vereinigung für „Die Triarier“ eingelaufenen Beträge. Die aufgebrachte Summe von 1000 Kronen, die im Verhältnis zu der seit kurzem betriebenen Agitation sehr stattlich erscheint. Die Tatsache, daß einige Hundert Sammelbogen in Zirkulation sind, berechtigen uns zur Hoffnung, dab die zur Herausgabe der-Jugendzeitschrift notwendigen Geldmittel in absehbarer Zeit beschafft sein werden. Erfreulich ist, daß der Jugendzeitschrift auch einzeln größere Spenden zugegangen sind. Wir verweisen auf die Spende von K 100,— des Herrn Heinrich Mandl. Wer sprechen Herrn Mandl, der für den Fall des Gelingens des Plans weitere K 200,— ’zugesagt hat. Auch auf diesem Weg unseren aufrichtigen Dank. Auch von einem hervorragenden Gesinnungsgenossen ist uns eine bedeutende Spende in Aussicht gestellt worden. Wir bitten alle Freunde der zionistischen Jugend, mit aller Kraft für „Die Triarier“ zu wirken. Eine vorzügliche Sammelgelegenheit ist die Matura. Kein Abiturient wird, schon jetzt autgefordert, sich weigern, für den Fall der bestandenen Matura eine größere Spende und ein Abonnement zu geloben. Eine Wiener Jugendgruppe hat die Leerung der Büchsen zur Agitation für „Die Triarier“ erfolgreich benützt und empfehlen wir dieses Beispiel zur Nachahmung. Sammelbogen sind von der Wiener Zionistischen Vereinigung, Wien, IX., Hörigasse 11, zu beziehen. * I. Preßfonds: Aussig: Zion. Mittelschüler pr. W. Hayek 10,—; Banjaluka: pr. S. Attijas 5,55; Bielitz: Z. M.-V. „Hasmonäa“ 10,—; Budweis: Zion. Mittelschüler 6,—; Chemnitz: O. Spitz 3,—; Ciirzanow: Dr. S. Cyfer 10,—; Graz: Z. M.-V. „Makkabäa“ 15,75; Erna u. Grete Fischer 3,—; R. Fischer 2,—; B. Sonnemvald 2,—; Sidi Goldenzweig, Brecher ä 1.—; Iglau: Volksverein „Theod. Herzl“ 3,—; Jamnitz: Dr. H. Wertheimer 5,—; Krakau: Leon Lindenbaum 2,—; Linz: Zion. Mittelschüler 4,23; Lemberg: Adolf Stand 6,—; Mähr.-Schönberg: Zion. Mittelsdi. d. E. Hirsch 5,50; Olmütz: Z. M.-V. 12,50; Prag: Zion. Handelsakademiker 13,—; Zion. Mittelschüler pr. O. Heller 13,—; Robert Guttmann 3,54; Proßnitz: Z. M.-V. 5,—; Teplitz- Schönau: Z. M.-V. 14,—; Ung.-Hradisch: Z. M.- V. 15,—; Wien: Heinrich Mandl 100,—; Makkabäerfeier d. zion. Mittelschüler 100,—; Dr. Leop. Meisel, Norbert Hochstimm, Zion. Frauenverein ä 10,—; zus. 30,—; Z. M.-V. „Judäa“ 5.—; Z. M.-V. „Hyrkania“ 5,—; Z. M.-V. „Zion“ 5,—; Wanderbund, Sammlung Fuchs 9,30; Wanderbund, IV. Zug, Schwertfinger 5,—; Paul Diamant, Otto Schmiedek ä 6,—; zus. 12,—; Samuel Thom, Robert Kien ä 5,—; zus. 10,—; Sammlung Buxspan 14,—; Viktor Kny 3,—; J. Brandstätter, B. Cahane, O. Willmann ä 2,—; zus. 6,—; med. O. Lichtwitz 2,50; Kurt Saxl 2,50; per J. Neumann, Div. 3,80; Gustav Eltbogen 1,50; Paul Freiberger, Moritz Lamberg ä 1,—; Wiener Zionistische Vereinigung: Fleischner 14,50; Schnabl 10,—; Freud 10,—; Schick 11,76; Landau 6,—; Korn 6,—; Armin Kohn 5,—; Berger 6,—; Bermann 4,20; Neumann 4,—; Fisch 2,50; R. Glanz, Glaber, Schwertfinger (I. Rate ä 2,—); zus. 6,—; Kartenerlös 11:18; zus. 97,14; Znaim : Zionistische Mittelschüler 3,—; insgesamt K 587,81. * II. Abonnements. Banjaluka 12,—; Bielitz: Z. M.-V. Hasmonäa 72,—; Czernowitz 24,—; Göding 4,—; Graz 4,—; Iglau 4,—; Jamnitz 12,—; Jaffa: Dr. Ruppin 4,—; Kolin 4,—; Komotau: Volksver. Th. Herzl 4,—; Krakau S,—; Lemberg: Adolf Stand 4,—; Linz: Z. M.-V. 20,—; Mähr.-Neustadt 4,—; Mühlhausen: Wanderbund 4,69; Mauer 4,—; Proßnitz 4,—; Preßburg 16,—; Predor 4,—; Teschen 4,—; Triest 4,—; Wien 187,50; Znaim 4,—; insgesamt K 412,19. * Preßfonds K 587,81, Abonnements K 412,19, zusammen K 1000,—. PreisserteilURg an angesieüelle Je* meniten in Cheöera uni) RedioM Wie bereits berichtet, hat die Verwaltung des Nationalfonds für die Instandhaltung der Arbeiter-Häuser und -Gärten Prämien ausgesetzt. Ueber die Ergebnisse in den Kolonien Chederah und Rechoboth erstattet Herr Agronom Dr. Zagorodsky, der mit der Preisverteilung betraut war, nachstehenden Bericht. I. Chedera. Zusammen mit dem Vertreter der Arbeiter, Herrn Frenkel und dem Kolonisten Schneerson haben wir die Jemeniten-Gärten besucht und folgendes gefunden: Nur wenige haben dieses Jahr Gärten im eigentlichen Sinne angelegt. Die meisten haben nur Kartoffeln und etwas Zwiebeln gebaut. Daher haben wir den ersten Preis ganz ausgeschlossen. Der Jemenite Josef Kohen hat außer Kartoffeln auch Tomaten, Fasalen, Labia gesät, er hat außerdem eine für Palästina neue Pflanze, Erdnüsse (Archis hypogea) angebaut. Der Boden ist zweckmäßig bearbeitet worden, Kohen hat den zweiten Preis von 20 Francs bekommen. I Josef Misrachi hat außer den üblichen Gemüsepflanzen auch einige Blumen angebaut, es ist bei ihm auch Geschmack zu bemerken. Ein Anfang von Baumschule ist ebenfalls vor- I handen. Er hat den dritten Preis von Frcs. 15.— bekommen. II. Rechoboth. Ich habe am 2. Tamus die Jemenitensiedlung in Rechoboth besucht, um die Preise für die im besten Zustand gehaltenen Häuser und Gärten zu verteilen. Als Preisrichter habe ich mir den Gärtner Gorodysky und den Lehrer Jafe gewählt. Wir haben alle Häuser und Gärten besucht und folgende Preise verteilt. 1. Der Jemenite David ben Zacharia hat einen sehr schön gepflegten Garten. Sein Häuschen und Garten machen schon den Eindruck einer Villa in Miniatur (mit Park). Nach außen hat er Alleen und Kasuarinen, im Innern Reihen von Mandetn, Feigen, Quitten, Pflaumen und Wein gepflanzt, als Zwischenkultur verschiedene Sommergemüse, auch Geranium. Die ganze Fläche ist zweckmäßig bearbeitet und die Parzelle mit einem Drahtzaun umgeben. Er hat den ersten Preis (Frcs. 40.—) erhalten. 2. Der Jemenite Kapora ben David hat ebenso einen Garten mit Kasuarinen angepflanzt, er hat auch einen gut gepflegten Gemüsegartenmit Mandeln und Wein, ln seinem Hofe herrschte eine peinliche Sauberkeit, ebenso sieht auch sein Häuschen aus. Er erhielt den zweiten Preis (Francs 25.—). 3. Der Jemenite Menasche ben Scho- 1 e m hat seinen Garten sehr rein gehalten, kein einziges Unkraut wuchert darin. Außer Mandeln und Wein hat er auch einige andere Gewächse gepflanzt (Banane, Ricinus, Feige). — Die Sommergewächse (Kürbisse, Melonen, Tomaten) sind alle in bester Ordnung. Wir gaben ihm den dritten Preis von Frcs. 20.—. 4. Der Jemenite Abraham .ben Josef hat zwar keinen Gemüsegarten angelegt, hat aber seinen Weingarten sehr gut gepflegt, dabei hat er seinen Hof und feein Haus musterhaft rein gehalten. Wir haben ihm den vierten Preis (Frcs. 15.—) gegeben. Wir haben in Rechoboth .die Preise _ höher bemessen, da hier die Siedlungen sowie die Leistungen der Jemeniten größer als anderswo sind. gez. Dr. Zagorodsky. Aus dem vorhandenen Bericht werden die Stifter von Arbeiterfamilienhäusern, sowie die Freunde des Jüdischen Nationalfonds wohl mit Genugtuung ersehen, daß. die jemenitischen Juden ein überaus wertvolles Volkselement für das jüdische Kolonisationswerk in Palästina bilden und der zu deren Ansiedlung geschaffene Arbeiterheim^tättenfonds die Förderung aller Juden verdient. Leider reichen die bisher dem Nationalfonds die für diesen Zweck zugekommenen Häuserspenden kaum aus, um die bereits eingewanderten Jemeniten unterzubringen, während dem Hauptbureau Nachrichten zukommen, daß immer neue Scharen von Flüchtlingen aus dem Jemen ins Land strömen, die der Nationalfonds vorläufig nur notdürftig in Zelten und Baracken unterbringen kann. Dazu kommt die Einwanderung aus den Balkanländem und aus dem Osten, für deren teilweise Ansiedlung durch Errichtung von Arbeiterfamilierrhäusern gleichfalls der Nationalfonds Vorsorgen muß. Es ist daher dringend zu wünschen, daß der Arbeiterheimstättenfonds, zu dem bisher in so erfreulicher Weise Juden aller Richtungen und Institutionen wie Kultusgemeinden, Logen, Stiftungen und Chewras beigetragen haben, im Hinblick auf die obigen Anforderungen eine weitere wesentliche Stiftung erfährt. Die Stiftung eines Arbeiterfamilienhauses ist bekanntlich mit 1000.— Francs und für größere Familien mit 2000.— Francs bemessen, während das Bau- und Gartenland vom Jüdischen Natio.ialfonds zur Verfügung gestellt wird. Jedes Haus, sowie der Name des Stifters werden in ein besonderes Kataster mit der Nummer des betreffenden Hauses für ewige Zeiten eingetragen. Der Stifter erhält vom Jüdischen Nationalfonds ein Kunstblatt oder ein Album mit den Siedlungen des Nationalfonds zur Erinnerung daran, daß er einer jüdischen Arbeiterfamilie eine Existenzbasis in Palästina ermöglicht hat. PereonalnaifimMeB. Der Verein zion. Hochschüler „Theodor Herzl“ in Wien teilt mit, daß sein A. H. Emil Lederer Donnerstag, den 23. Juli d. J. um Vif - Uhr vormittags zum Dr. beider Rechte I promoviert wird.! * ■ Die jüd.-akademische Verbindung „Ivria“ teilt mit, dab ihr i. a. Bursch Edwin Strauß i am Freitag, den 24. d. M„ um 3 [12 Uhr vorm, im großen Festsaal der Universität in Wien zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert wird und daß ihr i. a. Bursch Emil Müller am Samstag, den 11. d. M., zum Doktor beider Rechte promoviert wurde, und daß ihr i. a. Bursch! Ernst Käufler am 13. d. M. seine letzte Prüfung zum Ingenieur abgelegt hat.